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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-09-11 · 37 (11.9.1935) · page 7

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
37 (11.9.1935)
Date
1935-09-11
Page
– (sequence 7)
Language
German
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"5>fS}^SI^J^^iHJ?1™S5WJTW „! « mti^fi^i^^^j^^m^^ ä a* tfTWl?*- r f.^^^"^ * ■t\F>;s*-/«^W^ ^fW-'y,,, 0 Amtliche Hilfe Vorder^a<:fc^voratellung Prinz Joachims /Kr Prinz ^attß der Synn6°ßenvercin Friedenstompel V noch einen Werbeabend für den Berliner Eirabbincr in apo veranstaltet. Der zu. diesem Zweck gemietete Sani im Caf6 Leon war gut besucht Warum auch nicht? Bei dem zwangsläufigen Mangel an AblenkungBmögHchkeiten nehmen vielo: jüdische Menschen gern eine Gelegenheit wahr, einmal zwei abendliche Stunden außerhalb der verdüsterten Häuslichkeit zu verbringen. Am Eingang des Saales standen nette junge Leute, denen die ehrenamtliche Funktion von Stimmenfangern übertragen war. Sie händigten jedem Besucher eine Karte aus mit der Bitte, eine Petition für das. Verbleiben von Dr. Prinz im. Amt zu unterschreiben. Die Gerechtigkeit verlangt festzustellen, daß dio Versammlung sachlich und ruhig geleitet wurde. Es wäre überflüssig, dem „Fall Prinz" auch nur noch eine Zeilo zu widmen, wenn nicht... Wenn nicht als Hauptpropagandaredner Herr Dr. med. Fritz Rothbart das Wort ergriffen hfitto, ohne im übrigen die Versammlungsteilnehmer sonderlich zu ergreifen. Seine Ansprache wäre zweifellos zugkräftiger gewesen, hätte Dr. Prinz selbst ihr seinen propagandistischen und oratorischen Beistand geliehen. Was nicht sonderlich üborrascht hätte, da, soviel wir wissen, Rabbiner Dr. Prinz dem Arzt Dr. Rothbart nicht so ganz fernsteht. Aber nicht dio Rede, sondern der Redner beansprucht ein wenig unser Interesse. Dr. Rothbart ist Röntgcnologc. Als solcher trat er auch in Erscheinung, indem or den „Fall Prinz" gründlich durchleuchtete. Er hat dabei gewiß in bester Absicht und in gutem Glauben gehandelt, wenn er selbst auch, um ein Wort des Apostel Paulus an Timotheus zu gebrauchen, am Glauben Schiffbruch erlitten hat. Wir wurden bei Herrn Dr. Rothbart die Kenntnis des Evangeliums nicht voraussetzen, wenn or in den Listen der Berliner Jüdischen Gemeinde ab Mitglied geführt würde. Das ist jedoch leider nicht der Fall. Dagegen haben wir die Feststellung machen müssen, daß er sich — zum evangelischen Glauben bekennt. Ob er damit legitimiert ist, für Volksvorsammlungen eines Rabbiners in der Synagoge einzutreten —'■ das zu entscheiden können wir getrost der jüdischen Öffentlichkeit überlassen. Wunderrabbi verurteilt Weil er das Hebräische Gymnasium verflucht hat Prag. Vor dem Kreisgoricht in Uzhorod fand dio Beruf sverhandlung gegen den Oberrabbiner (Wunderrabbi) von Mukaccvo (Munkacs) Lazar' Spiro Btatt, der in erster Instanz vom Bezirksgericht in Mukaccvo von der Anklage, das Hebräische Gymnasium dieser Stadt-verflucht zu haben, freigesprochen wurde. Das Berufungsgericht kam zu der Überzeugung, daß sich Rabbi Spira eine strafbare Handlung habe' zuschulden kommen lassen und vorurteilte ihn zu 10(10 Kc. Geldstrafe unbedingt, im Nichteinbringungsfalle zu 20 Tagen ArreBt. Dem Fall liegt folgender Tatbestand zugrunde: Rabbi Spira hat in seiner-Predigt vom 21. Juni 1934 erklärt: „Wer seine Kinder in die verfluchte hebräische Schule schickt, soll vertilgt werden und soino Kinder nicht erziehen dürfen. Die Kinder sollen das nächste Jahr nicht erleben. Ein Zionist darf nicht zur Bundesladoaufgerufen werden und sein Wein ist ungenießbar. Seft zehn Jahren Bpucke ich aus, wenn ich an dem gottlosen Hebräischen Gymnasium vorübergehe." Wegen dieser Predigtstellen erstatteten mehrere Eltern, Kuratoriumsmitglicdcr des Hebräischen Gymnasiums und der Anstaltsleiter, Abg. Dr. Chaim Kugel, die Strafanzeige.' Das Bezirksgericht sprach den Rabbiner mit der Begründung frei, daß Spira als Rabbiner in der Synagoge alles sagen dürfe, weil es für seine Gläubigen. bestimmt sei; jene, die ihn nicht hOrcn wollen, müssen die Synagoge nicht besuchen. Das Kreisgericht in Uzhorod kam aber in seinem Urteil zu dor Uberzeugung, daß Spira in der inkriminierten Predigt die Grenzen seines religiösen Amtes überschritten uua Bevölkerungsteile gegeneinander aufgewiegelt habe. Oberrabbiner Kults Beisetzung Jerusalem. Unter ungeheurer An teilnehme der gesamten jüdischen Bevölkerung wurde Oberrabbiner Kuk am 2. September auf dem ölberg zur letzten Ruhe bestattet. Dio Zahl der Menschen, die dem Sarg folgten und in den Straßen, die der Trauerzug passierte, Spalier bildeten, wird auf 80 000 geschätzt^ Eine Abteilung von hundert Polizisten an der Spitze des Trauerzuges sorgte für die Freihaltung des Weges. Am Grabe kam es zu ergreifenden Szenen, ab nach dem von dem Sohne des Oberrabbiners, Rabbi Zwi Jehuda, gesprochenen Kaddisch die zahlreichen religiösen und weltlichen Würdenträger, die an dem Begräbnis teilnahmen, Erdschollen auf den Sarg niederfallen ließen. Nachrufe wurden' nicht gehalten. "Während des Begräbnisses ruhte dio ^beit in sämtlichen jüdischen' Betrieben des Landes.. Wilnaer Judenfriedhof bleibt erhalten Wilna. Die Wilnaer .Stadtvemaltung beabsichtigte, den historischen Judenfriodhof, aui dem sich die Gräber zahlreicher Toragrößen und Geonim befinden, u. a. dio Gräber des Wilnaer Gaons und des „Ger Zedek", des zum Judentum übergetretenen Grafen Valentin Potocky, der 1749 den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen erlitt, aus Anlaß des Baues eines großen Sportstadions abräumen zu lassen. Auf die Schritte, die daraufhin die Wilnaer Gemeinde unternommen hat, ist jetzt eine Antwort des Starosten erfolgt, in der mitgeteilt wird, daß das Innenministerium entschieden hohe, der Friedhof dürfe nicht zuliebe anderer Zwecke beseitigt werden, weil dies das jüdische Gesetz nicht zulasse. Die Gemeinde wird auch angefragt, ob für die Erhaltung des Friedhofes ■ gesorgt sei und ob besondere Geldmittel'hierfür zllr Vorfügung ständen. I ' ■ Per stellvertretende Gauleiter des Gaues Saar-Pfalz erläßt in der „NSZ:Rheüifront" eine Bekanntmachung, daß verbrecheirische Elemente in Haßloch den jüdischen Friedhof ■beschädigt hätten. Damit habe man die nationabozialblisohe I Bewegung vor der Öffentlichkeit belasten wollen. Zur 'Namhaftipachung dieser Staatsfeinde würden, daher von der Gauleitung ■00 Mark Bolohnung ausgesetzt. Es wird gemeldet: H Unter Zubilligung mildernder Umstände verurteilte dos Berliner Schöffengericht dio 26jährige Ruth Sch. wegen Urkundenfälschung zu vior Monaten Gefängnis. Dio Angeklagte, dio bei ' einer Berliner Baufirma angestellt war, hatte bei einer Nachprüfung ihrer arischen Abstammung verschwiegen, daß ih* Großvater Jude gewesen war, und hatte in einet Sterbeurkunde die Konfesaionsbezeichnung „m.osaisch" ausradiert und durch „evangelisch" ersetzt. * ■ Aus New York erfährt die JTA: Die Polizeidircktion hat dem jüdischen Dotektiv Matthew Salomon, der erheblich verlotzt worden war, als er sich bemühte, die deutsehe Flagge auf der „Bremen" vor Angriffen zu schützen, gestattet, eine Ehrenprämie von ISO Dollar vom Norddeutschen Lloyd entgegenzunehmen. ■ Anläßlich ihres 55. Geburtstages hat Königin Wilholmino von Holland mehreren bekannten jüdischen Persönlichkeiten Auszeichnungen verliehen. * ■ Aus Zürich wird gemeldet: Der Bürgermeister von Tel Awiw, Mcir Dizcngoff, der sich zur Erholung in der Schweiz aufhält, sprach als Präsident der Levonte-Meese im schweizerischen Landosaender Beromünster über „Wirtschaftsbeziehungen zwischen der Schweiz und Palästina". * H In Berlin beging der bekannte Magen- und Darmspczialist Professor Dr. Theodor Rosenheim seinen 75. Geburtstag. Professor Rosenheim bt am Aufbau der Magen- und Darmpathologio führend beteiligt gewesen. * ■ Nach einer Meldung des „Hamburger Fremdcnblattcs" hat Frau Direktor Paula Busch den gesamten Zirkusbetrieb von SroBsburgcr käuflich erworben. * Bl Wie aus Buenos Aires gemeldet wird, bedeutete die Erstaufführung dor „G ötterdämmerung im Colon-Thcater, mit der der Ring-Zyklus beendet wurde, den Höhepunkt des großen Erfolges des deutschen Operngastspiels. Unter den ■ mitwirkenden Künstlern, deren Glanzleistung die Prcaso rühmt, befand sich auch Alexandra Kipinia, der den Hagen sang. * ■ Der Bau des nouonGobuudcsfürdioHabimah auf dem von der Stadtgemeinde Tel Awiw zur Vorfügung gestellten Grundstück wurde bereits in Angriff genommen. Um dio Zufuhr des Baumaterials zu erleichtern, hat die Stadtverwaltung - die umliegenden Straßen pflastern lassen. * Bl Wie amtlich bekanntgegeben wird, sind im Monat Juli 5163 Juden nach Palästina eingewandert. Von ihnen gehörten 649 Personen der Einwanderungskategorie A an, für die ein Vorzeigcgold von mindestens 1000 Pfund vorgeschrieben ist. ■ Der britische Gcneralgouverneur von Australien, Sir Isaac Isaacs, feierte dieser Tage seinen 80. Geburtstag. Der Ministerpräsident von West-Australien betonte in einer Glückwunschadressc, welche große Verehrung Sir Isaacs seitens aller, Rassen und Konfessionen des australischen Volkes genieße. * ■ Wie aus Luzcrn gemeldet wird, wurde in einer zweitägigen Konferenz jüdischer Ärzte beschlossen, einen Weltkongreß jüdischer Ärzte für Frühjahr 1936 nach Tel Awiw einzuberufen. * ■ Aus Saloniki wird berichtet: Eine in die Vorstadt Toumba einberufene Versammlung dor antisemitischen Organisation E.E.E. (Ethniki Enossb Ellados) ist von der Polizei aufgelöst worden. * M Nach einer Ita-Moldung aus Amsterdam bt der Physiker Professor Dr. L. Polak Daniels für das Jahr 1936 zum Rektor Magnificus der S t a a t su n i v e rsi t ä t Groningen gewählt worden. Prof. Polak Daniels bt Jude. Der Ausschluß der Jaden Der „Landespressedienst des Deutschen Nachrichtenbüros" meldet: „Nach einor Mitteilung in dor Lokalpresse hat der Gemeinderat der Stadt Schotten folgenden Beschluß gefaßt: 1. Jeder Zuzug von Juden bt für die Folge gesperrt. 2. Jeder Verkauf von Grund und Boden, »wie Häuser an Juden bt verboten. 3. Alle öffentlichen städtischen Einrichtungen, Krankenhaus, Vichwaa^e. usw. sind für Juden gesperrt. 4. Von allen städtischen Versteigerungen — Gras, Holz, Obst usw. — sind Juden .auszuschließen. 5. Alle Volksgenossen, dio mit Juden in Geschäftsverkehr stehen oder freundschaftliches Verhältnis unterhalten, sind von städtischen Lieferungen, Unterstützungen einschl. Fuhren auszuschließen." Die' Generalintendanz der städtischen Theater in Kiel hat, nach Meldung der „Nordischen Rundschau", am Eingang des Stadttheaters ein Schild anbringen lassen mit der Bekanntmachung, daß dor Besuch des Theaters durch Juden unerwünscht ist. Zu Beginn der Spielzeit deB Schauspielhauses wird dort ein Schild mit gleicher Aufschrift angebracht werden. In Schriesheim (Raden) wurde, laut „Heidelberger Tageblatt", Juden die Teilnahme an allen Veranstaltungen öffentlicher oder nichtöffentlicher Art, z. B. Märkten, verboten. Die „Frankfurter Oder-Zeitung" berichtet: „Bürgermcbter Preuße hat ein Schreiben an dio Gastwirte gerichtet, in dem u. a. gesagt wird, daß die Möglichkeit bestehe, daß die Juden sich von den Städten, in denen sie schärfer bekämpft werden, abwenden und sich nach Küstrin gewöhnen, wenn ihnen hier nicht Einhalt geboten wird. Ab, verantwortlicher Leiter der Stadt kann ich nicht untätig zusehen, wenn aus der alten nationalen Stadt Küstrin ein Judenasyl werde. Gastat ätteninhabor , die bis zum 1. Oktober nicht ein Schild an ihrem Lokal für jedermann sichtbar angebracht hoben, daß Juden der Zutritt verboten Bei, können nach diesem Zeitpunkt auf ein Entgegenkommen ßeitens der Stadt, sei es Konzessionen, Steuerstundung, Polizeistunden- Verlängerung oder dergleichen; nicht mehr reebnen. Der Bürgermeister von Sinsheim a. d. Elbe erließ nach Beratung mit den Gemeinderäten eine Anordnung, wonach Juden das Zuzugs recht in die'Gemeinde Sinsheim versagt bt. Sie sind ferner von der Benutzung der städtischen Bäder ausgeschlossen; auch bt ihnen dio, Teilnahme an öffentlichen Vornnsta1tungen , Märkten und Versteigerungen untersagt. Weiterhin dürfen sie auf der Gemarkung Sinsheim keine Grundstücke mehr erwerben. Die „Magdeburgische Zeitung" gibt eine Veröffentlichung des Abschnitts- und Krebleiters Krause bekannt, in der es heißt, es sei ihm gemeldet forden, daß sein mit dem Polizeipräsidenten Christiansen gemeinsam herausgegebener Aufruf an die BevöUccrung "und die ParteigenoBSenschaft, \betreifend ' Einzelaktionen'' gegen Juden, insofern vorkehrt von gewissen Kreisen gedeutet werde, ab die angebrachten Schilder „Juden unerwünscht" entfernt worden seien. Das sei Unsinn, da es sich bei der Anbringung der Schilder nicht um irgendeine Einzelaktion gegen Juden handle,'sondern um'eine Anordnung des Gauleite r s, welche durchgeführt werde. Die „Rheinische Landeszeitung — Volksparolo", Düsseldorf, berichtet ,daß dor jüdische Viehhandel in der E i f e 1 noch bb in dio letzten Wochen in Blüte gestanden habe. Nunmehr haben die Kreisleitungen der Partei und der Bauernschaft; die notwendigen Schritte zur Ausschaltung dea.judischen ViohhandelB unternommen. Die Viehmärkte werden neu aufgebaut. Juden bt das Betreten: der Marktplätze an den Markttagen untersagt. ' Wegen Erpreffung Teilgenommen Frankfurt a. M. Das „Frankfurter Volksblatt" berichtet; Am vergangenen Samstag schellte der 24jährige Hormann H. aus Langen i. H. bei einem jüdischen Ehepaar und bat um Essen, das or auch nebst Brot und Kaffee bekam. Ab er fertig war, zog er. unvermittelt den Zimmerschlüssel ab, verschloß die Tür und erklärte, er sei Mitglied einer Parteigliederung und Vertrauensmann der ■ KximinaJpoUzei. Wenn inan ihm irgendwie Hindernisse iii den Weg legte, werde er von, seiner Schußwaffe Gebrauch machen. Dann durchsuchte er die Wohnung und fand unter der Wäsche versteckt die Geldbörse der Jüdin, die er an sich nahm. Außerdem entnahm er ihrer Handtasche einen kleineren Betrag. Schließlich Bagtc er, er müsse dio beiden Juden festnehmen. Dafür bekomme er 35 Mark Prämie, aber da man ihn gut behandelt habe, werde er von der Festnahme Abstand nehmen, freilich mÜBsc man ihm dafür 5 Mark geben. Es war aber kein Geld mehr im Hause. Dor Erpresser hielt Bich daher an einem goldenen Ring Bchadlos, worauf er verschwand. Am nächsten Togo kam er wiedor und erzählte, .er habe wegen der Unterlassung der Festnahme einen schweren Rüffel bekommen und sei auf der Stelle nach Stettin strafversetzt worden. Die Fahrt dorthin koste 31 Mark, er besitze aber nur 21 Mark, den RcBt möge man ihm geben. Selbstverständlich war alles Schwindel. Der Erpresser hat weder mit dor Partei, noch mit der Polizei etwas zu tun. Es liegen dagegen Anhaltspunkte dafür vor, daß er sich früher marxistisch betätigt hat. Er wurde festgenommen, und das Amts- §cricht nahm ihn in Untersuchungshaft. Er hat eine strenge träfe zu gewärtigen, denn Beine Handlungsweise stellt eine Provokation gefährlicher Art dar." Die rheinifchen Synagogengemeinden tagen Köln. Auf Veranlassung des Preußbchen Landesverbandes jüdischer Gemeinden fand in Köhl eine Arbeitstagung des P r o - vinzialverbandes rheinischer Synagogongemoinden statt. Der Präsident des Preußcnvcrbaiides, tCammergerichtsrat i. R. Dr. Leo Wolff, machte wichtige Ausführungen über die Arbeit jüdischer Gemeinden und Provinzialverbände sowie des Preußischen Landesverbandes in dieser Zeit. Prof. Coro Berliner sprach namens der Reichsvertretung. Gemeinderabbiner Dr. Rosenthal-Köln hielt ein programmatisches Referat über die religiöse Betreuung der Klcingemeinden, Dr. Margarete Behrent gab Bichliiütcn über die praktische Sozialarbeit. .-»St*,! iUCu lfl< ^SS^^J^fii^\s^%k^<k ^j^^S&i^ki Einrichtung von Umschulunglehrgüngen Der Jüdischen Telegraphen-Agentur wird mitgeteilt: Der Herr Staatskommissar der Hauptstadt Berlin hat durch Urkundo vom 5. August 1935 die Einrichtung von „Umschulungslehrgängen für die Erziehungsarbeit in jüdischen Privathaushaltungen und Heimbetrieben der Jüdischen Gemeinde zu Berlin" gestattet. Leiterin dieser Kurse ist Fräulein Nelly Wolffheim, Chärlbttenburg, Wilmersdorfer Straße 94. Durch Urkunde vom 5. August 1935 ist der Jüdischen Gemeinde zu. Berlin fernerhin die Erlaubnis zur Einrichtung von „Hauswirt b c h a ftl i c h o n AnlernkurBen für moderne Ernährung: und Diätküche der Jüdischen Gemeinde zu Berlin" erteilt worden. Leiterin dieser Kurse. ist Frau Heti HorwitzrSchiller, Charlottenburg, Wiclandstraße 31, Gartenhaus Aufg. A, DT. Etage. Des weiteren hat der Herr Staatskommissar durch Urkunde-1 vom 5. Juni 1935 der Jüdischen Gemeinde zu Berlin die Einrichtung von „Umschulungslehrgängen in der, Friedhofs* . gärtnerci der Jüdischen Gemeinde zu Berlin" gestatte^. Schließlich sind mit Genehmigung des Herrn Staatskommissars in Berlin-SiemensBtadt, Nonnendamm 4, Umschulungslehrgänge für Metallbearbeitung der Jüdischen Gemeinde zu Berlin eröffnet worden. Hinsichtlich dieser Umschulungslehrgänge sind Anfragen über die Einrichtung, Dauer und Kosten der Kurse an die Wirtschaftshilfe der. Jüdischen Gemeinde, Abteilung Berufsumschichtung, Rosenstraße 2—4, zu richten. Es wird darauf hin» gewiesen, daß. zwischen dem Vorstand der Jüdischen Gemeinde; erhn und dem Herrn Staatskommissar der Hauptstadt Berlin Verhandlungen über dio Einrichtung weiterer Kurse schweben. Jiu-Jitsu beim JBG Berlin Im Einvernehmen mit allen Beteiligten bt die Jiu-Jitsu- Abteilung der BSG 33 in den IBC Berlin überführt worden, so daß damit in. diesem Verein sämtliche Kraftsportorten wie. Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu einheitlich organisiert sind. Es ist im übrigen geplant, in diesem Winter mit mehreren Kampfveranstaltungen an die Öffentlichkeit zu treten. Das Training der Jiu-Jitsu-Abteilung findet weiter jeden Dienstag und Donnerstag ab 20.30 Uhr »n der Turnhalle Schlüterstraße 59 statt. SaiaM»&&

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