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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-08-07 · 32 (7.8.1935) · page 7

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
32 (7.8.1935)
Date
1935-08-07
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Eis wird gemeldet i Hf Dr. Max Krcutzberger hat scino Tätigkeit bei der ReichBvertrctung der deutschen Juden und beim Zcntralausschuß der deutschen Juden für Hilfe und Aufbau beendet, um, nach Palästina überzusiedeln. Dr.' Krctitzberger stand seit 15 Jahren in der jadischen Sozialarbeit an loitendor Stelle. Die Arbeitsgebiete von Dr. Kreuzberger in der Rcichsvertretung der deutschen Juden und im Zcntralausschuß für Hilfe und Aufbau hat Herr S. Adler -11 udcl übernommen. ♦ ■ Auf einer Erholungsreise ist in Luzern die Harfenistin Ilse Nathan nach kurzer Krankheit gestorben. Ilse Nathan gehörte dem, Orchester des Jüdischen Kulturbundes in Berlin seit seinem Bestehen an. * ■ In den Rat des Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden sind als -Vertreter der Berliner Jadischen Gemeinde zwei neue Mitglieder eingetreten. Anstelle von Salomen Schocken ist Dr. Siegfried Moagi delegiert worden. Außerdem'wuidc Rechtsanwalt Dr. Paul Sülzber'ger in'"den ' Rat gewählt. * ■ In die Rcpräscntantcnvcrsamnilung der Berliner-Jüdischen Gemeinde sind an die Stelle der ausgeschiedenen Herren Hornstein und Professor Pick die bisherigen Stellvertreter David H e i m a n n und Daniel Barucb als ordentliche Mitglieder eingetreten. » H In Heilbronn fand am Montag die Beisetzung des Bezirksrabbiners Dr. Max Bcormann statt, der im 63. Lebensjahr verstorben ist. * ■1 Das „Deutsche Nachrichtenbüro" teilt mit: „Der im April 1933 unter der Nr. 1577 763 in die NSDAP eingetretene Wilhelm Waltking hat sich unter Ausnutzung des von der Bewegung gegen das Judentum geführten Kampfes in erpresserischer Weise an Inhaber jüdischer Firmen herangemacht. Er wurde auf Veranlassung von Rcichsminister Dr. Goebbels verhaftet, um auf mehrere Jahre in ein Konzentrationslager übergeführt zu werden." * 'Hi Der neue jugoslawische Ministerpräsident Dr. Milan Stojadinowitsch, der gleichzeitig das Außenministcrium verwaltet, hat eine Anordnung der jugoslawischen Juden empfangen und erklärt, daß er alles unternehmen werde, um die gerechtfertigten Wünsche der jugoslawischen Juden durchzuführen. * HB Auf einem uralten jüdischen Friedhof in Böhmisch- Le ip a haben; wie aus Prag gemeldet wird, unerkannt gebliebene Täter 13 zum Teil historisch wertvolle Grabdenkmäler u m g e w o r f e u und beschädigt. '•'•'■'.' * Hi Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde in Warschau hat beschlossen, drei neue Rahbinen anzustellen. Seit dem Jahre 1921 war die Zahl der Rabbiner' dort nicht vormehrt worden, obwohl die jüdischo Bevölkerung sich in den letzten fünfzehn Jahren um 30 Prozent vergrößert hatte. * ■ Im Alter , von 28 Jahren ist in Köln der ehemalige Privatdozent an der Universität Bonn, Kurt L e v y , gestorben. Er galt als Kapazität auf dem Gebiet der orientalischen Sprachen, Seit kurzer Zeit war er Lehrer am jüdischen Gymnasium in Köln. * ( ■ Nach Meldungen aus Jerusalem sind in Giwath Chaim bisher 20 Typhüsfällo, daruntor bei sieben Kindern, vorgekommen, über die Ortschaft wurdo Quarantäne verhängt. Im Kibbuz Rodges wurden 21 typhusverdächtige Krankheitsfälle festgestellt. * ■ Wio aus London gemeldet wird, wurde die vorbereitende Konferenz der Froilandbewcgung für jüdische territoriale Kolonisation geschlossen. Auf der Konforenz, dio sich mit einer Anzahl von Sicdlungsprojekten in südamerikanischen Ländern und in Afrika befaßte, wurde dio Freilandliga für territoriale Kolonisation formell ins Leben gerufen. * Hl Bei den Wahlen zur ersten Kammer des holländischen Parlaments wurden der bisherige Senator und Philanthrop S. van den Bcrgh und Dr. Henri Polak, der Präsident der allgemeinen niederländischen Diamantenarbeitervereinigung, wiedergewählt. Außerdem trat neu in die erste Kammer S. de la Bella, eine führende Persönlichkeit in der sozialen Bewegung Hollands. * Hl Nach dem Tode des Oberrabbiners Dr. Sacerdoti waren mit Professor David P r a t o , dem Obcrrabbincr von Alexandrien, Verhandlungen wegen Übernahme des Oberrabbinats in Rom geführt worden. Wie die Ita aus Rom erfährt, hat Professor Prnto jetzt eine Berufung abgelehnt. * Hi Wie aus Tel Awiw gemeldet wird, wird das Kinotheatcr Mugrabi demnächst mit einem Kostenaufwand von 20 000 Pfund ausgebaut werden. Auch soll im Zentrum der Stadt ein neues Kino eröffnet werden. * Hl Das New-Yorkor Jiddische Theater, dnB sich unter Leitung seines GründerB Morris Schwanz auf einer Europatournec befindet, hat jetzt auch im Königlichen Theater in London ein erfolgreiches Gastspiel gegeben. * Hi In der polnischen Stadt Lowicz hat der 26 Jahre alte Chaluz Josef Urbach Selbstmord begangen, weil ihm die 150 Zloty für die Reise nach Palästina gefehlt haben. * Hl Im Hinblick auf den augenblicklich in Jerusalem herrschenden Wassermangel hat der Jcrusalemor Distriktskommissar an' die Bevölkerung die Aufforderung gerichtet, mit den Wasservorräten sparsam umzugehen. Es wurden Maßnahmen getroffen, um eine möglichst rationelle Wasserverteilung zu sichern. - * ■ Rcichsvcrwcscr von Horthy ha* den Präsidenten der Budapestcr Börse und der Britisch-Ungarischen Bank, Alexander F1 c i s s i g, mit dem höchsten Orden für Zivilverdienste, dem ungarischen Verdienstkreuz I. Klasse, ausgezeichnet. Mit dem Besitz .des Verdienstkreuzes I. Klasse ist das Recht zur Führung des Titels E x c 11 e n z verbunden. der durch die Besonderheiten im Aufbau des artgebundenen Rechts gezogenen Schranken Ausübung, ihrer :Berufo weder . gehindert noch beeinträchtigt. Völllp verfehlt wäre csj elno Beeinträchtigung etwa darin zu erblicken, daß ein Recht eines nichtarischen Anwalts auf Bestellung auch zum A rm o n a nw a l t verletzt würde, wenn er als solcher nicht beigeordnet wird oder' gar ein Recht auf Bezügo der gesetzlichen AnnonrcchtsgebÜhron beeinträchtigt würde., Kein Anwalt hat überhaupt ein Rocht, zum Armcnonwalt bestellt zu werden, nach wie vor bleibt dio Mitwirkung des Anwalts an dor Rechtsverwirk - lichung ein nobile officium seines Standes. Irgendwelches Recht des Anwalts selbst kann also durch die Nichtbcstellung zum Armenanwalt nicht vorletzt werden. Es ist ober auch kein Recht dor Partei verletzt, wenn der von ihr gewünschto nichtarischc Anwalt ihr nicht als Armonanwalt beigeordnet wird. Dio rcchtsuchcndo arische Partei hat bei ihren Wünschen auf Beiordnung eines Anwalts ihres Vertrauens sich als Glied dor deutschen Volksgemeinschaft zu fühlen. Sie darf ihre eigenen Belange nicht vor die dor Gemeinschaft stellen. Dies tut aber eine arische Partei, wenn sie sich in einem Ehestreit einen Nichtarior als Anwalt wünscht. Der deutsche Richtor darf solchen Wünschen nicht nachgeben, denn er hat nicht die abwegigen Sondcrbclongc einer Partei, sondern dio IntorCBacn dor Gemeinschaft deutscher Menschen wahrzunehmen. (4 W 195/35.) Gegen jüdifche Kurgäfte Wieder hat eine ganze Reihe von Kurorten und Bädern Juden dio Benutzung der Bäder verboten." Auch von städtischen Badoanstalten wurden solche Verbote erlassen. Wir geben nachstehend die wichtigsten dieser Anordnungen wieder und richten dringend an die jüdischo Öffentlichkeit die Mahnung, daß alle Juden diesen Bädern fernbleiben, wo sie als unerwünscht bezeichnet werden, um unliebsame Folgen zu vermeiden. Nach einer Meldung der „Kolberger Zeitung" rief der Oberbürgermeister von K o1bc r g Vertreter der Wirtschaft zusammen, um ihre Ansicht über die Aufnahme jüdischer Kurgäste kennenzulernen. Di« Wirtschaftsvertreter übergaben dem Oberbürgermeister einen Beschluß, durch den sie sich verpflichten, für die Zukunft keine jüdischen Kurgäste mehr aufzunehmen und dem-, entsprechend für die Kurzeit 1936 einen Hinweis an ihren Häusern anzubringen. Wie dio „Kolberger Zeitung" dazu noch mitteilt, bedeutet der Beschluß;auch, daß auch für den Schluß der' diesjährigen Kurzeit niemand mehr einen neuen Miets¬ oder Pensionsvertra» mit jüdischen Kurgästen eingehen wird. Ferner macht der Harzer Kurort Braun lag«.darauf aufmerksam, daß Juden in Braun]agc. nicht erwünscht seien, Aufschrift angebracht worden sind: „Dies ist ein deutsches Bad; Juden sind hier unerwünscht". An allen Zufahrtsstraßen nach dem Kurort Bergzabern in der Südpfalz sind, der „Fränkischen Tageszeitung (Nürnberg) zufolge, Schilder aufgestellt mit der Aufschrift: „Achtung Kurort I Juden sind unerwünscht!" Nach Moldung des „Lübecker Volksboten" haben die Hotelbesitzer, PcnsionBinhahcr und Vermieter in Travemünde die i"ttdischen Gäste aufgefordert, Travemünde schnellstens im eigenen nteresse zu verlassen. Die Kurverwaltung des Ostseebades Rauschen weist darauf hin, daß der Besuch voniNichtariern in Rauschen unerwünscht ist. Der Oberbürgermeister der Stadt Quedlinburg weist in einer Veröffcntlichune darauf hin, daß Juden der Eintritt zum Dom, Schloß und Museum nicht gestattet sei, da der Jude für deutsche Kulturgüter kein Verständnis habe. Die Stellung des jüdifdien Anwalts -----, -----------.....______.tvo-.-...... — ■■-----_____ _ "ic „Juristische Wochenschrift" vom 3. August veröffentlicht Anläßlich von Turnvorführungen der Kieler StädtemunnscjiaftNein Urteil des Oberlandesgerichts in Naumburg,, das sich grundr Strand van' -W e s t e r 1« n d ^elt Bürgermeister - Schaidt eine sätzlich - mit der Stellung desjüdischen Anwalts-.- auseinandersetzt, imnl.» in 'Anw '*,n*.ti n*,.;#.i,4. A** c..ifn» 7^:«-..«.," „:,.i, £g heißt dort, daß für die Auswahl des Rechtsanwalts das pflichtmäßigo Ermessen des Gerichts maßgebend .ist. Die Ausübung dieses Ansprache, in der er nach dem Bericht der „Syltcr Zeitung" sich dagegen wandte, daß in letzter Zeit wieder jüdische Kurgäste nach Westerland gekommen seien. In Westerlana Beien Juden nach wio vor im höchsten Grade unerwünscht. Es sei zu hoffen, erklärte der Bürgermeister, daß es nicht erst zu dem Ultimatum kommen müsse: Juda, wir geben dir 24 Stunden Zeit, aus Westerland zu verschwinden. Der „Führer" in Karlsrulle berichtet aus dem Schwarzwülder Luftkurort Herrenalb, daß dort jetzt am Eingang des Schwimmbades ein Schild angebracht sei mit der Aufschrift: „Juden unerwünscht". ' ' : Nach Meldung der „Oldenburgischen Staatszeitung" hat die Verwaltung der Städtischen Flußbadeanfltaltcn und des Strandbades in Oldenburg angeordnet, daß im Interesse der Ruhe, Ordnung und Sicherheit der Besuch der Flußbadeanstaltcn und des Strandbades in Oldenburg fortan nur noch Ariern gestattet wird. Auch in Wö r Iitz wurden, der Dessauer Zeitung „Der Mitteldeutsche" zufolge, Schilder angebracht, dio besagen, dpß Juden dort unerwünscht sind. Dio Badische Presse, Karlsruho; meldet aus S c h w e.t z i n - gen : „Ahnlich dem Vorgehen onderer Städte hat nun auch das hiesige Bürgermeisteramt den Juden das Betreten des Städtischen VolkBbadcB verboten."' An der Seopromenade -in Lyok (Ostpr.) befinden sich, wie uns von dort mitgeteilt wird, Aufschriften: Juden unerwünscht. Die Zeitung „Der Gesellige" berichtet, daß am städtischen Strandbad in Deutsch- Krone amtliche Verbotstafeln mit der Ermessens ist aber nur dann pflichtmäßig, wenn es nicht gogcj die,tragenden Gedanken im Aufbau des deutschen Rechts und der deutschen Rechtspflege verstößt. Einer dieser Grundgedanken in der Rcchtsvenvirklicnung ist aber der: An der Rechtsfindung können grundsätzlich nur Arier beteiligt sein, als.Richter wie als beruflicher Vertroter der Rechtsuchenden. Es hätte daher dieser Auffassung, entsprochen, daß nichtarischc Rechtsanwälte; schlechthin von der Weiterausübung ihrer Tätigkeit ausgeschlossen und Nichtarier künftig zur Anwaltschaft nicht mehr zugelassen werden. Diese BtrengeU Folgerungen sind im Gesetz über dio Zulassung zur Rcchtsanwaltschaft ober nicht gezogen worden. Aus Gründen der Gerechtigkeit machte man für gewisse nichtarische Rechtsanwälte eine Ausnahme. Es wäre aber nun völlig " verfehlt, hieraus den Schluß zu ziehen, daß nichtarischc Rechtsanwälte schlechterdings den arischen hätten gleichgestellt werden sollen, soweit für sie die Ausnahmen zutreffen. Das liefe auf eine grundsätzliche Verwechslung von Gerechtigkeit mit Gleichheit hinaus. Uberall da, wo dio Rcclitsausgcstaltung von den rassischen Besonderheiten bedingt ist, vorlangt gerade der Gedanke der Gerechtigkeit, daß' Artfremde von der Mitwirkung an der Verwirklichung des ihrem Wesen fremden Rechts ausgeschlossen sind, Das gilt namentlich bei den Rechtseinrichtungen des Familien rechts und. des Boden,rechtsr Im vollen Genuß iliror Berufsrechte bleiben die Rechtsanwälte deshalb» doch. Sie werden in dar gesetzmäßigen — d. h. innerhalb Lizenz-Sperre für Ärzte in Paläftina Jerusalem. In dem Mitteilungsblatt der Palästina-Regierung, der „Palestinc Gazette", ist eine Verordnung erschienen, die den High Commissioncr ermächtigt, Quoten für die Zulaasung von Ärzten im Verlaufe eines Jahres festzusetzen. Im Dezember eines jeden Jahres soll die Quote für das folgendo Jahr verkündet werden. Die Verordnung tritt am 1. Dezember 1935 in Kraft; dem entgegenstehende Bestimmungen werden zu diesem Zeitpunkt aufgehoben. Von der Sperro ausgenommen Bind Ärzte, die bis zum 1. Dezember 1935 die dauernde Aufenthaltserlaubnis im Lande erhalten. Die Verordnung teilt die praktizierenden Arzte bzw. die Ärzte, die zur Praxis zugelassen werden wollen, in zwei Kategorien ein: in Personen, die am 1. Dezember 1935 palästinensische Bürger sind oder dauerndes Aufcnthaltsrccht im Lande haben und Personen, die nach dem 1. Dezember 1935 die palästinensische Bürgerschaft oder dos ständige Aufcnthaltsrccht im Lande erlangen. Auf die unter die erste Kategorie fallenden Personen werden die bisher geltenden Bestimmungen über die Zulassung von Ärzten angewendet werden. Diese Bestimmungen sehen vor, daß ein Anwärter, der die ärztliche Praxis in Palästina ausüben will, sich gut geführt haben und ein Diplom von einer anerkannten medizinischen Fakultät nach einem Studium der Medizin von mindestens fünf Jahren besitzen muß. Für diese Kategorie werden Begrenzungen nicht eingeführt. Für die unter die zweite Kategorie fallenden Personen erhält der High Commissioncr das Recht, eine Quote vorzuschreiben. Der Direktor des Gcsundhcitsdeparlcmcnts der Palästina-Regierung erhält die Ermächtigung, die Entscheidung über die Zulassung im einzelnen Falle innerhalb der von dem High Commissioncr festgesetzten Quote zu treffen. Diese Entscheidung ist unanfechtbar. Es ist weiter vorgesehen, daß eine Zulassung erteilt wird, wenn eine medizinische oder wissenschaftliche Institution für bestimmte Zwecke einen ausländischen Arzt anfordert, der ausschließlich in der betreffenden Institution tätig sein soll. In diesen Fällen wird der High Commissioncr selbst die Lizenz erteilen. Warnung vor dem Medizinftudium Die Lage der jüdischen Ärzte in Österreich Wien. Die Vereinigung jüdischer Ärzte hat an die jüdische Jugend eine Warnung gerichtet, nicht Medizin zu studieren, da dio gegenwärtige Loge der jüdischen Ärzte außerordentlich schwierig sei. Die vor wenigen Monaten beschlossene Reform der Sozialversicherung in Österreich sieht, wie seinerzeit berichtet, dio Aufhebung aller ÄrztcanBtellungsvcrträge bei den Krankenkassen und sonstigen Versicherungsanstalten vor. Ober die Zulassung eines Arztes zur Versicherungspraxis hat nach den Bestimmungen des Gesetzes der Reichsärzteausschuß zu entscheiden. Dieser Reichsärzteausschuß ist nunmehr ernannt worden. In ihm wird kein einziger Jude sitzen. Bei der Entscheidung über die Existenz von etwa tausend jüdischen Ärzten, die noch in der Sozialversicherung tätig sind, wird kein jüdischer Arzt zugegen sein. In jüdischen Ärztekreisen ist man deswegen sehr beunruhigt. Aus den Gemeinden Bann. Die Repräscntantenversammlung der Jüdischen Gemeinde in Bonn hat der nach langen Verhandlungen beschlossenen Angliedorung dor Gemeinde Poppelsdorf an die Synagogcngemeindo Bonn zugestimmt. Dio Genehmigung dcr_ Regierung steht noch aus. Dor Gottesdienst in Poppelsdorf wird aufrecht erhalten. Mannheim. Im überfüllten Saal der Lamey-Logo sprach auf Einladung der Jüdischen religiös-liberalen Vereinigung Stadtrabbiner Dr. Grünewald über „Gesetz und Freiheit". Er legte dabei im crBten Teil seiner Ausführungen vor allem den Unterschied zwischen Staatsgesetz und religiösem Gesetz dar. Im zweiten Teil befaßte sich Dr. Grünewald mit der Geschichte des jüdischen religiösen Gesetzes, wobei er auch die Verdienste einzelnor liberaler Persönlichkeiten voll anerkannte. Im dritten Teil brachte Dr. Grünewold dann dio Rückwcndung zum Religiösen zur Darstellung, die gerade . heute unverkennbar - ist,' deren Formen aber hoch nicht endgültig gefunden seien. —nn. Würzburg. An der Israelitischen Lehrerbildung s- A*ns ta 11 zu Würzburg begann am 21. Juli ein Fortbildungskurs für Lehrer, zu dem fast 150 Lehrer aus Süddeutscnland und aus andoren Teilen des Reiches erschienen sind. Der Kurs, der vom Jüdischen Lclirervcrcin in Bayern, mit Unterstützung der Rcichsvertretung der deutschen Juden, des Verbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden und der Mittelsteile für jüdische Erwachsenenbildung veranstaltet wird, umfaßte 'die verschiedensten pädagogischen und wissenschaftlichen Fragen, Bei der Eröffnungsfeier sprachen nach dem ersten Vcreinsvorsitzenden Oberlehrer Roscnfcld-München in Vertretung des Bayerischen Landesverbandes und der Israelitischen Kultusgcmeinde Würzburp deren Vorsitzender Justizrat^ Dr. Haas und namens der. Lehrerfortbildungsanatalt Studiendirektor Stoll-Würzburg. Mit dem Kurs verbunden war die Tagung des Jüdischen Lchrervereins für Bayern. , "\- - . . x. -■ Professor Dr. Paul Rosenstein, der zurzeit ah dem Urologen- Kongreß in Rio de Janeiro teilnimmt, bittot uns um Veröffentlichung nachstehender Zeilen: „Aus Anlaß meines 6 0. Geburtstages sind mir so viele Beweise freundlichen Gedenkens und treuer Anhänglichkeit übermittelt worden, , daß es. mir unmöglich ist, jedem einzelnen zu danken. Ich bitte daher, auf diesem .Wege, meiner. Herzlichsten Dankbarkeit versichert zu sein." >

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