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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-08-07 · 32 (7.8.1935) · page 8

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
32 (7.8.1935)
Date
1935-08-07
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Berlin warnt vor Zuzug hilfsbeilürftiger Juden Dio. städtische Presse- und Propagandastcllc Berlin teilt mit: . „In neuerer Zeit ist beobachtet: worden, daß trotz der erschwerenden Umstände ein außerordentlich starker Zuzug von ortsfremden Personen, und zwar in der Hauptsache von jüdischen Elementen, nach Berlin stattgefunden hat. Da dieser Zuzug in jeder Hinsicht unerwünscht ist und den Maßnahmen der Reichsregierung widerspricht, wird künftäg für neu zugezogene hilfflbedürltigo Juden — auch für Familien — die Fürsorge durchweg und ohne Ausnahme auf Anstaltsp flöge beschrank t und jede Unterstützung in offener Für-; sorge versagt. Diese Hilfsbedürftigen werden grundsätzlich dem stadtischen Obdach zugewiesen und dort nur mit dem Notwendigsten vorsorgt, um alsdann schnellstens wieder abgeschoben zu werden. Es wird also vor dem Zuzug von Nichtnriern nach Berlin auf di» dringendste gewarnt. Im 'Jahre 1934 hatte sich die Notwendigkeit ergeben, den Zuzug' ortsfremder Hilfsbedürftiger in Gemeinden, welche durch Fürsorgcaufwcndungcn besonders belastet woren, möglichst zu er-, schweren. Durch die 4. Verordnung zur Änderung. der Rcichsgrundsätzo über Voraussetzung, Art und Maß der öffentlichen Fürsorge vom 10.' Februar 1934 wurden daher die Gemeinden, die von den obersten Landcsbehdrdcn als Notstandsgemeinden erklärt werden, ermächtigt, die Fürsorge für neu zuziehende Personen unter strengster Prüfung der Voraussetzungen der Hilfsbedürftigkeit auf das zur Fristung des Lebens Unerläßliche oder untor Ablehnung offener Fürsorge auf Anstaltspflego zii beschränken. Die Stadt Berlin, die durch Fürsorgeaufwendungen außerordentlich stark belastet war, war dio erste Gemeinde, die von der preußischen Begiorung als Notstandsgemeinde erklärt wurde, und schränkte daher für licu zuziehende Personen dio Fürsorge entsprechend ein, wobei jedoch Vorsorge getroffen wurde, daß unnötige Härten bei der Anwendung der Vorschriften vermieden wurden. Der Erfolg war, daß Berlin von da an durch Neuzuziehcndo nur noch in geringem Umfange belastet wurde." » Zuzugsverbote Frankfurt n. M. Wie die „Frankfurter Zeitung" meldet, teilt dor Rheinisch-Westfälische Dienst des „Deutschen Nachrichtenbüros" mit, daß mit Zustimmung der Ratshorren der Stadtbürgermeister von Wittlich (Eifol) einen Beschluß bekannt gibt,'wonach kein Jude zuziehen, ein Haus oder Grundstück erwerben könne, keine Gcmcindcnrbcit an Judenfreunde vergeben und das Einkaufen bei Juden ab Verrat am Volk betrachtet werde. * München. Der Rcichsscndcr München teilte den Entschluß des Bürgermeisters der Stadt Bergzabern (Pfalz) mit, wonach in Zükunft Juden nicht mchrnach Bergzabern ziehen und auch dort keine Grundstücke und Häuser kaufen dürfen. An Judenfreunde worden von der Stadt keine Aufträge mehr vergeben; der Verkehr mit Juden, insbesondere der geschäftliche, wird gebiandmarkt. * Da3 „Heilbronncr Tageblatt" berichtet aus Edelfingen, OA. Mcrgcntheim: „In dor letzten Gomcindcratssitzung wurde über den Zuzug von auswärts verhandelt. Es wurde dabei, Jaut „Tauber- Zeitung", ausdrücklich betont, daß es gänzlich unerwünscht ist, daß noch weitere Juden hicrhcrzicncn oder hier einheirate n." . * Nach einem Bericht der „Fränkischen Tageszeitung", Nürnberg, vom 27. Juli hat der Gemeinderat von Breunigweiler (Npf.) folgenden Beschluß gefaßt: 1. Kein Jude darf ein Haus oder ein Grundstück im Gemeindebezirk Breunigweiler erwerben. 2. Kein Jude und keine Jüdin darf in Breunigweiler zuziehen. 3. Kein Handwerker, kein Geschäftsmann, kein Bauer, kein Landwirt oder Bonst ein Volksgenosse erhält eine Gcmeindcarbcit oder eine Gemcindcliefcrung,' der noch mit Juden Verkehr pflegt bzw. diese in ihrem Handeln unterstützt. Das Kaufen bei Juden .bedeutet Verrat an Volk und Nation," Keine Landverpachtung an Juden ■ Die „Deutsche Justiz" zu Beschlüssen gegenüber Juden " > Wio die „Oldenburgischc Staatszeitung" meldet, nimmt im Wochenblatt der Landesbauernschaft Oldenburg Houptabteilungsloitcr Abel gegen die Landvorpachtung an Juden Stellung. Er schreibt u. a.: „Wio allgemein bekannt ist, sind in den nördlichen KreiBbauernschaften noch großo Weideflächen an Juden verpachtet,' trotzdem genug deutsche Volksgenossen vorhanden sind, die auch gerne Wcideländoreien pachten möchten. An diesor Stelle. sei ausdrücklich darauf hingewiesen, daß es mit dem Begriff Blut und Boden völlig unvereinbar ist, deutschen Grund und Boden an Blutsfrerade zu vernachten. In ganz besonderem Maße gilt dies für Grundstücke, die im Eigentum eines Erbhofbaucrn stohen." „Jeder deutsche Bauer", heißt es weiter, „soll es sich wohl überlegen, fortan noch Land an Juden zu verpachten. Denjenigen Bauern aber, die jetzt noch Land an Fremdrassige verpachtet haben, möchte ich dringend empfehlen, die -laufenden Verträge zu kündigen, da sie sonst Gefahr laufen, mit dem Erbhofgesotz in Konflikt zu kommen." * Iii Gladbeck, einer Stadt von (1925) 60175 Einwohnern, werden laut Mitteilung der Stadtverwaltung eine Reiho von Maßnahmen gegen die Juden durchgeführt. U. a. ist ihnen dio Benutzung der städtischen Bäder, Sport- und Tennisplätze .untersagt, außerdem dürfen Juden keine Grundstücke und Häuser erwerben, jüdische Kinder nicht gemeinsam mit deutschen die Schule besuchen. Außerdem sollen die Gladbecker Wochenmärkte nicht mehr von jüdischen Händlern beschickt werden. * In dor „Deutschen Justiz — Amtliches Blatt der deutschen Rechtspflege", nimmt der diesmalige' Verfasser dor „Wochenschau", Ilaastert, u. a. zu den Beschlüssen verschiedener Gemeinden gegenüber Juden folgcndcrmoßen Stellung: „Dio frühere Absonderung der Juden in den Städten erschien einem „aufgeklärteren" Geschlecht in Deutschland und erscheint heute noch weithin im Ausland als Auswuchs eines längst' überwundenen mittelalterlichen Standpunktes. In Wahrheit kam darin eine tiefe Weisheit zutage, deren Mißachtung sich an unserm Volke bitter gerächt hat. Wenn man heute häufiger von Anordnungen einzelner Stadtverwaltungen liest, die auf Absonderung der Juden gerichtet sind, so handelt es sich dabei um Bestrebungen, die letzten Endes nur das Ziel verfolgen, der vom Judentum planmäßig betriebenen Bastardierung des deutschen Volkes einen Damm entgegenzusetzen." efe** JÜDISCHEN ALLGEMEINEM Berliner Umfchau Bar Kochba Hfchlägt ISK im Tennis überlegen In einem Klubkampf standen sich am Sonntag auf den Rar Kochba-Plätzcn eine Mannschaft des Tennisclub Bar Kochba und cino Männschaft des ISK gegenüber.. Überraschend glatt konnton dio Bar. Kochbaner, die durchweg die bcsScrcn, vor allem routioiucrteren Leistungen zeigten, mit 14:1 Punkten, 29:3 Sätzen und 198:101 Spielen ihren mit Ersatz fürKdcn zweiten und dritten Spieler antretenden Gegner abfertigen. Den einzigen Siegpunkt für den ISK holte sich Donig, der Friedmann nach langem Kampf 8:6 im dritten Satz schlug. Riogolhaupt, der Spitzenspieler des ISK, der gegen Roscnthal (Bar Kochba) reichlich glatt mit 7:9, 4:6 verlor, enttäuschte dagegen. Mit seinem viel zu weichen Service und einem sehr unrein geschlagenen Rückhand wird er sich kaum weiter entwickeln können. . Ergebnisse: Rosenthal—Riegelhaunt 9:7, 6:4; Heymann —Neuburgcr 6:3, 6:3; Gotthilf—Nauenberg 6:0, 7:5; Goldstein—Dr. Landshut 6:1, 6:2; Reißncr—Mcnschau 8:6, 6:2; Ballin—Langnos 1:6, 6:3, 6:0; Friedmann—Honig 9:11, 6:3, 6:8: Block—Alpcrn 6:4, 8:6; Ncuf cid—Kahn I 6:2, 6:1; Fleischer—Kahn II 6: 2, 6:3. Rosenthal/GoldBtein—Ricgelhaupt/Langnas 6:3, 6:1; Gotthilf/Ballin—Neuburger/Nauenberg 6:1, 6:4; Hcymann/Reißner— Dr. Landahut/Mcnschau 6:3, 6:2; Block/Fricdmann—Honig/Alpern 6:0, 6:1; Ncufcld/Flcischcr—Kahn I/Kahn n 6:3, 6:1. Sportfest des Makkabi—Hazair/I. P. D. Der Makkabi—Hazair/IPD veranstaltete am Sonnttag auf dem Grunewaldsportplatz ein lcichtathlctisches Sportfest für den Berliner Bund. Aus Leipzig waren als Gaste etwa 50 Jungen und Mädel erschienen. Die Veranstaltung stand selbstverständlich im Zeichen von Mannschaftskämpfen, wie Staffeln, Ballspielen und leichtathletischen Dreikämpfen, die eine hervorragende körperliche Durchbildung und eine wirkungsvolle Breitenarbeit zeigten. Das interessanteste Und begehrteste Rennen des Tages war naturgemäß dio große Thcodor-Hcrzl-Staffol, die noch schönem Kampfe von einer Mannschaft des Berliner Bundes gewonnen wurde. Berliner Vorfchau Sonntag, den 11. Augu st: Fußballklubkampf zwischen Bar Kochba—Hakoah und BSG 33 Mit sieben Mannschaften werden am kommenden Sonntag Bar Kochb a - H akoah und BSG 33 aufeinander treffen. Trotz der erst beginnenden Saison kann man mit spannenden Kämpfen, ganz besonders bei den erBten Mannschaften, rechnen. Die Kämpfe finden' auf dem Sportplatz am Schäferseo und auf dem Norden-Nord-West-Platz statt. Das Spiel der ersten Mannschaften beginnt (auf dem NNW-Platz) um 17 Uhr. TenniB-BSG 33 spielt gegen British Football Club : Ab 10 Uhr wird die BSG 33 mit 6 Herren und 4 'Damen eine Mannschaft des British Football Club zu einem Freundschaftskampf in der Friedrichsruher Straße empfangen. Internationales Fußballturnier des ISK. Der Jüdische Sport-Klub (ISK) veranstaltet am 18. August aut dem Sportplatz dor Jüdischen Gemeinde am Bahnhof Grunewald ein internationales Fuß ball tur nio/r, an dem sich neben dor Elf des Veranstalters und der Mannschaft des Berliner Meisters B nr Jftochb a - Hakoah Hagibor-Prag und H nkoah - Ko,penha gc n beteiligen werden. Außerdem finden Ringkämpfe zwischen dem JBC Maccabi und Hakoah- Kopenhagen statt; u. a. wird Kurland, der Olympia-Zweite 1934, gegen Ucla Steingießer II ringen. Leichtathletik-Meisterschaften des RjF. Eine Woche später, am. 25. August, werden dann in Berlin im BSC-Stadion an der Avus dio diesjährigen Leichtathlctik- Meisterschaftcn des RjF-Sportbundes zum Austrag kommen. Neben den besten Leichtathleten deB Berliner RJF werden Bämtliche Landesverbandsmeister, dio in don letzten Wochen zum Teil hervorragende Leistungen vollbringen konnten, am Start sein und für einen interessanten und sportlich wertvolleil Verlauf der Meisterschaften Sorge tragen. Tennis-Meisterschaften des Makkabi Das Tennisturnier des Tennisclub Bar Kochba ist um eine Woche auf den 29. August bis 1. September verschoben worden und wird als Deutsche Makkabi-Meisterschaft ausgetragen. Neben, der gesamten ersten Tennisklasse des .^Deutschen Makkobikreiscs werden auch einige recht spielstarke ausländische Mukkabispicler an dem Turnier beteiligt sein. Sport im Reich Die wurttembergischen Landesverbonds-Mcistcrschaften des RjF-Sportbundes fanden unter großer Beteiligung in Stuttgart statt. Uber 1000 Zuschauer sahen zum Teil hervorragende Leistungen, die die südwestdeutschen Aktiven für die Iteichsmcister,- schaften bestens gerüstet sahen, Besonders bemerkenswert War der neue Hochsprungrekord von Wieseneck (Darmstadt), der sich mit 1,70 m allen anderen überlegen zeigte. Auch im Frnuenhochsprung gab es eine hervorragende Leistung. Grctcl Bergmann vom RjF Stuttgart erreichte trotz Verletzung und ohne jede Konkurrenz 1,50 m. Dreifacher Meister wurde l'ranz Ballin, der die 100 m in 11,1, dio 200 m in 23,8, und den WchV Sprung mit knapp 6 m gewann, auch Herbert Abt (Frankfurt) bestätigte seine augenblickliche gute Form durch zwei schöne Siege über 1500 m (4:35,5) und 5000 m (17:32,6). Ebenfalls recht erfreuliche Leistungen wurden bei den westdeutschen Meisterschaften erzielt, die am Sonntilg in Düssoldorf ausgetragen-wurden. Sa 1 mang (Aachen) lief die 100 m in 11,2 und sprang 6,25 m weit; in beiden Konkurrenzen wurde Schild Zweiter. Uber 400 m erreichte Frohsinn (Bochum) 53,8 und in den technischen Wettbewerben siegte Kl aber (Köln) im Hochsprung mit 1,60, im Diskuswerfen mit 34,80 und wurde im Kugelstoßen hinter dem mit 11,68 m Biegenden Burg (Duisburg) Zweiter. Bei den Frauen gab es über 800 m einen neuen Reichs-, bundrekord. Edith Herz (Köln) durchlief die Strecke in 2:44,8: Uber 100 m siegte Magda Alsberg im Endlauf in 13,4, nachdem für-sie im Vorlauf schon 13,2 gestoppt worden war. Dreifache Meisterin wurde Trudo Seligmahn im Kugelstoßen, Diskuswerfen und Speerwerfen. Den Weitsprung gewann die erst 13jährige Jüda, die mit 4,60 m eine für ihr Alter hervor-' ragende Leistung vollbrachte. Das Sportfest der jüdischen Schulen Kölns, über das wir in der vorigen Woche berichteten, wurde von Hnkooh-Köln durchgeführt. Jüdische Siege im Ausland Bei den Warschauer Schwimm-Mcistcrschaften gewann die Damenstaffel des Jüd. Akademischen Sportklubs dio 3xlO0-m-Lagenstaffel, J, Schreib mann schlug im 200-m- Kraul den polnischen Meister in 2: 23 Min. und G. Schroibm a n n gewann das 100-m-Brustschwimmcn in neuer polnischer Rekordzeit von 1:23,6 Min. Frl. Freiwald, die bekannte polnische Lcichtalhlotin, gewann bei den polnischen Leichtathletik-Meisterschaften den 80-m-Hürdenlauf ohne jede Konkurrenz in der ausgezeichneten Zeit von 12,4. Uber 60 m und 800 m bclegbo sio ehrenvolle zweite Plätze. In der L oi,ch t a t h 1 e t ik -L ändc r m anns ch a f t, die dio Schweiz in einem Länderkampf gegen Deutschland vertrat, beteiligte sich auch der Sprinter Jud. In der „Deutschen Justiz" wird ein Beschluß des Amtsgerichtes Zell-Mosel veröffentlicht, durch den einer mit einem Nichtaricr verlobten' Braut das Armenrecht für die Klage auf AusBteuer gegen ihren Vater versagt worden ist. „Der Antragstelleriu kann es zwar nicht vorwehrt werden", heißt es in der Begründung, „auf Grund, des § 1620 BGB. ilircn Anspruch goltond zu raachen, ihr dieses ubor im vorliegenden Falle mit Mitteln des Staates zu ermöglichen, hicßc\nichts anderes, als die Zielsetzung des Staates mit eigenen Mitteln Bekämpfen zu wollen." Mifchehen Gesetzliche Regelung beabsichtigt In der „Deutschen Justiz" wird ein Runderlaß des Reichs¬ und Preußischen Ministersdes Innern über die Mitwirkung der Standesbeamten bei Eheschließungen zwischen Ariern und Nichturiern veröffenthebt. Es heißt darin: Die RcichsregicrunR beabsichtigt, die Frago der Vorchelichung zwischen Ariern und Nichtariern binnen kurzem allgemein gesetzlich zu regeln. Damit nicht Vor dem Abschluß dieser Regelung deren Wirkungen durch inzwischen erfolgende Eheschließungen beeinträchtigt werden, bestimme ich folgendes: Die Standesbeamten haben in allen Eheschließungsfüllen, in denen ihnen bekannt ist' oder nachgewiesen wird, daß -der eine Beteiligte' Vollarior, der andere Volljudo ist, das Aufgebot, oder die Eheschließung bis auf weiteres zurückzustellen. Ist in einem solchen Falle einer der Beteiligten ein Ausländer, so iBt mir unter Beifügung der Vorgänge alsbald unmittelbar zu berichten. Im übrigen ist nach den allgemeinen Vorschriften zu vorfahren. Stuttgart, Wie die „Nationale Rundschau" in Ulm meldet, hat das Standesamt in Stuttgart seit Inkrafttreten des neuen Wehrgesetzes in vier Fällen, in denen Angehörige arischer Abstammung des Bcurlaubtenstandes mit Personen nichtarischcr Abstammung das Aufgebot beantragt hatten, dio beabsichtigte Eheschließung abgelehnt. Die in einem Falle von den Betroffenen eingelegte Beschwerde wurde vom Amtsgericht Stuttgart durch Beschluß vom 18. Juli abgewiesen. In der Begründung heißt es u. n., daß der 29 Jahre nlto Antragsteller, gerade weil er. nicht auf der Grundlage dc|i 6 8 Abs. 1 des Wenrgcsetzcs zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht oinberufen worden ist, Angehöriger der Ersatzreserve und des Bcurlaubtenstandes sei. Es könne dahingestellt bleiben, ob S 15 Abs. 4 des-Wehrgesetzes ein Elicliindernis im Sinne des BGB. darstelle. Auf alle Fälle handele es sich um ein gesetzliches Verbot. Nach 6)-. 48 des Porsoncnstandsgesetzes sei jede Tatsache,, bei deren, vorliegen die Eheschließung vom Gesotz nicht zugelassen wird, vorn Standesbeamten zu beachten. Dor Gesetzgeber bringt in § 15 Abs,',4' des Wehrgesetzes zum Ausdruck, daß er dio Eheschließung eines arischen Wehrpflichtigen mit einer Person nichtarischcr Abstammung nicht billigt und daher vorbiotet. Ein derartiges ^Verbot von Mischehen entspricht der nationalsozialistischen Weltanschauung und ist nach den angeführten Gesichtspunkten ein Ehchindernis im Sinne des § 48 des PcrBonenstandsgcselzes. . ^Otfcstöttltfe in den Berliner Synagogen mit neuem Ritus Mittwoch, 7. August (Tischo b'aw). , In allen Synagogen: Mincha 4 Uhr. Maariw: 8.39 Uhr. DonncrBtag, 8. A.ugust, vorm. 7.30 Uhr. Abends: 7.30'Uhr. Froitag, 9.- August, abends 7 Uhr. Prinzrcgcntcnlo: 7.15 Uhr. Anspr.: Lützowstraße: Heimann. Prinzrcgcntcnstraßo Straße: Brasch. Predigten: Fasanenstraße: Swarscnsky. Levctzowstraßo: Lewkowitz. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162, 7.15 Uhr: Nach erfolgter Renovierung Einweihung: Fest- _____i - , t^_ o . i_____l r ' 1____i ■ C____,.___— O . *.. f..:____. on predigt Dr. Salomonski. Liberale Synagoge Osten, Kaiserstr. 30, 7.30 Uhr: Zimet. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176, .7.30 Uhr: Goetz. Liberale Synagoge Westend, Kaiser* dämm 78, 7 Uhr: Cassel. Liberale Synagoge Wedding-Reinickondorf, Exerzierstraßc 13, 7.45 Uhr: Graf. Jüdische Religiönsgemeindo Charlottenburg, Schulstraße 7, 6.30 Uhr: PHngst. Anschließend Kiddusch der Jugend. Jüdische Reformgemeinde, Joachimsthaler Straße 13, 6.30 Uhr: . Gottschalk. Sonnabend, 10.' August. HauptgottcsdienBt 10 Uhri, Frühgottesdiens.t: Lindenstraße, Lcvetzowstraßc, Prinzregcntenstraßo: 7.30 Uhr. Prcd.: Neue Synagoge: Woyl. Lindenstraße: Warschauer. Fricdenstcmpel: Saengcr. Schmargendorf: Hirsch.. Liberale Synagoge Norden: Cassel. Liberale Synagoge Osten: (Einsegnung) Zimet. Jüdische RoligionBgemeinde Charlottcnburg: vorm. 9.30 Uhr. Sonntag, 11. August. Jüdische Reformgemeinde, Johannisstraßo 16, vorm. 10.30 Uhr: Rosenthal. Liberale Synagoge Norden: Nach erfolgter Renovierung findet dio Einweihung, am Freitag, den 9. August, abends 7.15 Uhr, statt. Dio Fcstpredigl hält Robbiner Dr. Salomonski. Eintritt nur gegen Karten, IhVbei Herrn M. Gottfeld, N, Wisbyerstraßc 62, schriftlich zu bestellen sind. - Houptsclulftlelter: Dr. Eugen Tannenbaum, Berlin Wilmersdorf, gelter der Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt .der Anzeigen: Hilde R o s e n t h o 1, Berlin. — DA JI 2500. Zur Zelt ist Preisliste Nr. 2 gültig. Verlag: Verlagsgenossenschalt In Deutschland ansässiger Juden zu Berlin eOmbH., Berlln-Charlottenburg 2, Bleibtreustraße 2. Druck: Sonnendruckeret j QmbH. (Felix Woll), Berlln-Charlottenburg 4.

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