Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 28 (10.7.1935)
- Date
- 1935-07-10
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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> > ,.r' DIE BIBEL ERZÄHLT im Wochenabfchnitt Chukkaa der an diesem Sabbat mit Bolok verbunden ist, vom schicksalsclrweren, Erlebnis bei den „Haderwassern" von Kades. Aufs neue erhebt sich das Murren des Volkes gegen MoBe: „Warum habt ihr uns in diese Wüste gebracht, daß wir hier sterben?" Mit nie versiegender Hingabe und Geduld hat er sie geführt und in allen Fährnissen gehegt ,;wie der Wärter den Säugling". Nun ist er der Erfüllung so nahe, daß er den Einzug ins gelobte Land vor Augen sieht. Aber dies Höchste, Letzte ist ihm nicht vergönnt; er soll von seiner Lebensarbeit scheiden, ehe die Vollendung gekommen, ein anderer wird „sein Volk" ins Land führen. Die 2. Sidra Bolok führt in die Stimmung der Völker hinein, durch die Israel sich den Weg ins gelobte Land bahnen muß. Balak, der König von Moab, erzittert, vor den Scharen des heranziehenden . Gottesvolkes und beruft seinen Propheten Bileam, um es zu verwünschen, auf daß er eB dann zu überwinden vermöge. Aber beide erleben das Wunder, daß alle Verwünschungen sich wider ihren Willen in Segen auflösen: „wie soll ich verwünschen, da Gott nicht verwünscht? Wie soll ich schelten, da Gott nicht schilt?" Diese beiden Wochenabschnitte geben ein anschauliches Bild von der Größe und Schwere der Führeraufgabe eines Mose. Niemals haben äußere Gefahren seine Schaffenskraft gehemmt, seinen heiligen Idealismus entmutigt. Gerade im Kampf mit ihnen wurden neue Lebenskräfte gewonnen. Die schwerste Aufgabe Moses ist der Kampf um die Seele des eigenen Volkes, und davon erzählt die „Sidra „Chukkas". Vierzig Jahre ringt er um diese Seele. Wohl hat er ihnen das Sklavenjoch vom Nacken genommen; aber ihre Seelen sind noch tief in Sklavengesinnung verstrickt. Selbst* das neue Geschlecht, das in der Entbehrung, aber auch in der Freiheit der Wüste herangewachsen ist, sieht kurzsichtig nur die Gegenwart, empfindet als das Schwerste die Entbehrungen des Weges. Noch ist in ihren Seelen kein Ahnen erwacht von dem, was in Mose lebt, von dein Endziel der göttlichen Führung, von der Zukunftsaufgabe, die ihm am Horeb gestellt ward: Und wenn ein Mose, vor dessen Seele all die Entbehrung, alle Gefahr als bedeutungslos versinkt, sie zum Ausharren, zum Vorwärtsschreiten aufruft, dann haben sie .nur das kleinmütige Wort; „0 wären wir doch verschieden, wie unsere Brüder verschieden sind vor dem Ewigen I" Mose ragt einsam in seiner Zeit, in seinem Geschlecht empor. Vor der Größe seines Werkes wie seiner Persönlichkeit stehen sie alle verständnislos, — bis zuletzt 1 Und hoch am Ende des Weges — bei den Haderwassern — als das neue Geschlecht schon gerüstet ist zum Einzug ins gelobte Land, erlebt er an ihnen die schwerste Enttäuschung: ,iWarum habt ihr uns heraufgeholt aus Ägypten, uns an diesen üblen Ort zu bringen?" ' Da verläßt ihn zum ersten Mal seine unerschütterliche Langmut und Geduld.-. Zornig schlägt er den Felsen mit dem Stabe, entgegen dem Befehl des Ewigen: „Hört doch, ihr Widerspenstigen! Sollen wir aus diesem Felsen euch Wasser heraufführen?" In dieser schicksalsschweren. Stunde tönt ihm Gottes Stimme entgegen: „Weil ihr mir nicht vertrautet, mich zu heiligen in den Augen der Söhne Israels, darum sollt ihr nicht bringen diese ganze Versammlung in das Land, daä ich ihrieü gebfei" Mose wird das gelobte Land wöhi aus der Ferne schauen; aber er darf es nicht betreten. Die liebende Nachwelt hat versucht, Bich dieses schwere, fast tragisch anmutende Schicksal seines Mqbö zu erklären. Hat Mose feihe Schuld lauf sich geladen? Worin besteht diese Schuld? Einmal hat Möse dem Zweifel Bäum gegejjem einmal. ist ei* vyankend geworden in seinem unbedingte!! Glauben] Einmal nur und hur für ^en,.AugeabflckJ:.4^ctu >*er wie Mose das Vtflk^zü unbfedingtfem Glauben alt Gott erjaeheh ynü, der ist schuldig, wenn er,aiich nifr einen Augenblick in seinem eigenen Glauben schwankt, und ihn trifftdoppelt schwer Gottes Hand. Hermann Falketaberg. sowie eine alte Moimonidcs-Ausgabc der Miflchnc Thora,von 1550, cbcnfnllfs mit Zcnsorstcllcn, fesseln. Wie umfassend diese Schau des jüdischen Buches ist, geht zur Genüge daraus hervor, daß neben Rcügfonspliilosofihic, Geschichte, Gebetbuch und einer Abteilung Liturgik auch in Abteilungen die Literatur der Aufklärung und Emanzipation vertreten sind. Wie sich die hiesigen jüdischen Buchhandlungen Oppenheimer, Sander und'Dr. Tannenbaum um die Abteilungen Literatur der Gegenwart, Literatur der jüdischen Richtungen und Jugendliteratur besonders verdient machten, Befehlt selbstredend auch die jüdische Presse nicht. Dio ganze Schau ist derart interessant und instruktiv, daß siesich fraglos als Wandcrschau eignen würde. —nn. Andre Maurois Von Dr. LUTZ WELTMANN Der Essayist und Romanschrlltsteller Andrd Maurois, der Im französischen Schrifttum einen ersten Platz einnimmt, wurde am 6. Juli 50 Jahre alt. Ein ironischer .Mund, von melancholischen Augen durch eine Naso' stark jüdischen Gepräges getrennt — dieser Lindruck haftet von seiner Nachbarschaft an einem Theaterabend in Reinhardts „Komödie". Mit unauffälliger Eleganz gekleidet, das Ideal eines — englischen Gentleman. Mit Andre Gide, Jean Giraudoux und Paul Morand arbeitet er in einem Komitee zur Hebung des Niveaus des künstlerischen Tonfilms. In einem Interview aus dem Jahre 1930 sprach er aus, daß die Zukunft des „Das jädifche Buch" Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Mannheim. Das hiesige Lehrhaus eröffnete soeben eine bemerkenswerte Ausstellung „Das jüdische Buch". Nach einer Eröffnungsfeier, bei der u. a. Rabbiner Dr. Lauer, Prof. Dr. B i I Ii ghc.im c r der Anreger dieser bedeutsamen Schau, und Stadtrabbiner Dr. Grünewald sprachen, betrat man die . Ausstellung im großen Saal der Lamey-Loge. Ihr geistig ausstrahlender Kern ist das Buch aller Bücher, die Bibel, von der wir u. a. eine interessante Ausgabe aus dem Jahre 1587 nach Manuskripten aus dem Britischen Museum sehen, und eine Rahbinische Bibel, ein prachtvoller Amsterdamer Druck aus dem Jahre 1727. Besonders intorcasant eine Mischna aus dem Jahre 1559, in der . .verschiedentlich kräftig' von Zensorhand gestrichen wurde. Dann .folgen u. a, Talmud und rabbinische, Literatur. Hier,'Wird jeden Kenner eine der . ersten Abgaben des Tiir «'«».,de^'^ahre 1574 Andre Maurois Aufn.* itikoier „Film sonore" nicht im Dialog, sondern in den Geräuschen lflge: Rene Clairs berühmter Film „Unter den Dächern von Paris" war die Folge solcher Ästhetik. Er heißt eigentlich Emile Herzog, ist wie Edmpnd Fleg ■ (Flcgenhcimer) Nachkomme clsäB6ischer Juden. Aber es führt keine Verbindung von den „Moses"- lind „Salomo"-Biographien des um ein Jahrzehnt Älteren zum Biographen Disraeli b. Daß Fiep sein Judentum betont und Maurois nicht, ist dabei nicht das Entscheideride. Das stärkste und erfolgreichste von Maurois Büchern gilt Benjamin Disraeli, einem Staatsmann und Schriftsteller, einem Engländer und einem Juden. Zu Elbcuf in der Normandie ist Maurois geboren. Seine Vorliebe für Englisches mag Bchon auf Jugcndcindrückc zurückgehen. Nicht weniger als ein Drittel seiner Werke hat Engländer zu •Helden: Disraeli, Shbilcy („Ariel"), Byron, Eduard VII. und der Band „Engländor", eine aus seinen Büchern „Etudcs anglaiscs" und „Les mondes imaginaircs" zusammengestellte Auswahl, enthält die Porträts der Schauspielerin Mrs. Siddons, Edward Bulwers, Ruskiris und Wildes u. a. In seinem Kriegsbuch „Die Gespräche des Doktors O'Grady" ist seine Kunst eine schöpferische Verbindung französischen Esprits mit englischem Humor eingegangen. Maurois' „Historische Belletristik" hat auch in Deutschland mehr Bewunderer gefunden als die anderer Vertreter dieser Gattung: künstlerisch unterscheiden sich Maurois' „viea romarieeea", von. denen Emil Ludwigs, daß sie epischen, nicht theatralischen Impulsen ihre Entstehung verdanken. Wie bei Fleg sind auch hier die Unterschiede größer als die jüdische Gemeinsamkeit. Es sind doch zuerst und zuletzt Schriften eines Franzosen: in seinem „Eduard VII." lernen wir die Vorkricgsgeschichtc bo kennen, wie * sie sich auf der „anderen Seite" darstellen muß, und in seinen Romanen „Die Fabrik", „Im Kreis der Familie" u. a., in denen nach. dem Muster anderer Vertreter des französischen Geßcllschaftsromans die gleichen Personen wieder auftreten, offenbaren sich die Hintergründe der französischen Nachkriegspolitik. Gern führt er in die Handlung: Schriftsteller ein, in denen er geistige Bildnisse seinca Typus gibt, so. jenen. Delamain in der „Fabrik", ' der aus der Tatsache, daß zu gleicher Zeit Systeme aufgestellt werden, die einander entgegengesetzt sind und ebenso fest begründet scheinen wie diese, daß wir „zweifellos, um, leben zu können, ein System von Ideen konstruieren müssen, das uns unser Dasein ermöglicht". Aus dem Kricgscrlcbnis läßt er den „militärischen untl industriellen" Bürger entstehen, der aus militärischer Tradition dem Konkurrenten, mit dem die Familie in Vendetta lebt, vor dem Zusammenbruch hilft. Vor bewegtem Zcitiuntcrgrund spielen sich Geschehnisse von ungemeiner Zartheit ab. ^Cliraats" ist der .Titel eines seiner -Romaric"dcni in' der'"Übertragung"„Wandlungen der Liebe" schon etwas von dem Zauber des Unsagbaren genommen ist. „Es war ein Blick von kürzester Dauer, aber er enthielt das von unbekannten Kräften erfüllte Blütcnstüubchcn, aus der meine größte Liebe hervorging." So drückt der ganze Roman Vorgänge gesellschaftlicher Art durch Vergleiche aus dem Leben der Natur aus. Im „Kreis der Familie" werden Pcfsoncn und Werke aus dem kulturellen Leben der Gegenwart zur Charakterisierung der Gestalten herangezogen — war es nicht Goethe im „Werther", der als erster die Lektüre des Helden und Lottes als künstlerisches Mittel zum gleichen Zwecke angewandt hätte? Die Verbindung von Zivilisatorischem und Naturhaftem bei Maurois, seine Kunat, Gefühle an jener Grenze darzustellen, an der sie aus dem Unbewußten dem Menschen gegenwärtig werden, erinnern an Schickclcs Art. Nicht, als ob irgendwelche Abhängigkeit Maurois * von diesem Elsüsscr da wäre, es ist wohl eine besondere Begabung des Grcnzmcnschcn überhaupt, die sich in solchen Fähigkeiten kundgibt. Damit rühren wir endlich an das Problem von Maurois' Judentum. Denn so französisch, so englisch, so wcstlcrisch, bo europäisch sein Schaffen auch ist, die jüdische Farbe fehlt keineswegs in seinem geistigen Bilde. In seinen noch unübersetzten i Essays „Relativisme" (Motto: „Quc la v6rit£ soit relative, c'cet une verite absoluc") trägt Maurois den Begriff der „nützlichen Mythen", und seine Theorie des j,Mythos von Genf" traut einer Intensivierung dieses Mythos die gleiche Kraft zu wie den Verkehrsampeln, die doch auch nur Symbole der Ordnung wären, selbst aber keine reale Macht. In dieser Begründung, von der er sich die Sicherung des Weltfriedens verspricht, steigt doch so etwas aus jüdischen Urtiefen auf, wie es Moses vorgeschwebt haben mag, als er seine Zcremonialgesctze schuf, die zu ihrem geringeren Teil praktischer Natur waren, in ihrem wesentlichen Teile aber dem Volke der Sinai-Offenbarung ein freiwilliges, unzweckhaftes Tun auferlegten, das sie zu stetem Denken ah Gott veranlaßt« und so zu gottgefälligem Handeln nötigte. ' In der Reihenfolge, in der ich auf Maurois' Wahl des Disraeli-Stof fes , hinwies, hatte ich angedeutet, daß seine Beziehung:, zu. diesem Thema keine primär-jüdische war. Aber - Maurois' Judentum schlügt durch in der Art, wie-er es behandelt. Wenn er den übersteigerten Geltungstrieb und gewisse Unausstehlichkeiten des jungen Dandy und Abenteurers Disraöli herausarbeitet, so sind diese unerfreulichen Züge auf jene Entwurzelung' zurückzuführen, die von seinem glaubenslosen Judentum und '.' mangelnder englischer Anerkennung herrührt. Er erzählt, wie Carlyle das;,Gemauschel" des Romanschriftstellers Disraöli unerträglich findet, und läßt uns in Disraclis Konservativismus die jüdische Wurzel entdecken, wenn er die Stelle aus dessen „Tancrcd" zitiert, nach der die Kirche alB eine konservative Einrichtung gewisse Grundlagen des ScmitismuB verteidigen müsse. Mit den Liberalen kämpfte Disraeli für die bürgerliche Gleich- ) Berechtigung seiner einstigen Glaubensgenossen in England. Dabei bekennt er sich als Christ stets zu seiner jüdischen Abstammung, Bein konservativ-soziales Staatsprogramm legt er in „Coningsby" einem epanioliachcn Juden in den Mund und in dem Hebräerprinzen „David Alroy"; dem Helden des Romans, spiegelte er sich selbst. Aber England wurde das „Israel seiner Träume". Durch Maurois' Darstellung erscheint das Bismarck-Wort, das der Bewunderung über Disraeli, den Earl of Beaconsfield, auf dem Höhepunkte seiner Mächt, wegen seines Verhaltens auf dem Berliner Kongreß Ausdruck gibt, in einem ganz besonderem Licht: „Der alte Jude, daB ist der Mahn!" Maurois setzt den Akzent so, daß man sein eigenes „Jehü'di onuuchi" herausHortl Märchen aus der Wirklichkeit Novelle von LAURA PELTEBOHN Warum soll ein Märchen nicht mal mit Müllkästen Deginnep? Es waren nämlich merkwürdige Müllkästen; sie glähzteh in zauberhafter Sauberkcjt, so daß »je .sich ebenso gut .Schrnuckkästen hätten nenn'eij köjihen., Fjeilich sperrten sie ihre, 4bfhrMcheijdetV MÄulfcr Uiif, jun die. Abfalles 'des, ^änqes'joi. verschlm^n. ' Doch keiner von ihnen hatte je ein solches Ubermoß ah Nahrung jii ,sich genommen, gaß er, Bie über den Rand'heraiisqnyllen lie|f. Dafür sorgten die pünktlich eintreffendeii bestaubten, Männer, <ke sie von ihrer Bürde befreiten ui}4 sie wieder frisch und äufiianinefähig machten. \ _ '* l Der Neubau zeigte sich in korrekter Wohlgcpflegtheit seiner Müllkästen würdig. Dort hatten Jakob C. und die kleine Ellen ihr Heim eingerichtet. Ihre Ehe lag in stiller, bedürfnisloser Bescheidenheit. Der junge Ehemahn besaß in einem Konfektionshaus eine auskömmliche Stellung. In den bescheidenen Verhältnissen des Elternhauses hatte er gelernt, jeden schwer verdienten Groschen gebührend zu ehren und festzuhalten, und dieses achtungßwerte Prinzip suchte er nun auch mit aller Energie seiher .jungen Frau aufzuzwingen. Trotz der erschwerenden Umstände brachte es Ellen fertig, ganz im geheimen fünfzig Mark für sich beiseite zu legen. Sie waren die einzige Heimlichkeit, die sie vor ihrem Manne hatte. Teil3 aus Scham, teils aus Furcht, er könne ihr die Ersparnis, wenn er sie entdecke, wieder fortnehmen, unterschlug Bie das Geld jedesmal bei den monatlichen Abrechnungen, tauschte es in einen 'Fünfzigmarkschein um und legte ihn in ein sicheres, unauffälliges Versteck. Sie. .wählte dazu eine alte Bonbonniere, eine Pappschachtel in geschwungener" Rokokoform, deren Deckel mit 4er G^hV-Imitqtiqri etnejr Schäferszene; verziert waK Jakob hatto' aic ihr in der Brautzeit' verehrt, und' sie hatte in der'Sentimentalität der, ersten Liehe, die Bonlwnhicjrc' ziiin ewigen'Andenken est wriklyprwaiirit. Wgw älu^libljfes Krc^p-Papiir, hinter dem tllen ,._ T______ Verschwinden ließ, Pas gepreßte Papiir spannte sieh sj fi darüber' in den Deckel; Hinein,.daß niejnaud den yerbqfgen™ •Srfi'atz : zwischen Paplei und, PecKelwähd'< auch nur ahnen konnte. Sie stellte sie wieder dörthin, wo. sie ge$üujen Wie, .in'die Publade ihres prisierspiegels, iind 44. «lp einzige, öpijine nur ob u'hd.eine .gr^dehrliche.AurwarMrau in Frflge kanjen, legte sie nicht einmal Wert darauf, die Schuhlade, obzuschließeh, sondern war voUfconimen übrizeügtj daß der leere PraJiuenktiBtcni keinem Bein^Geheimnis preisgeben. würde. Um dieBc Zeit wurde sie vom Vorstand eines Wohlfohrtsvereins . aufgefordert, bei-der Austeilung von Mittagessen an Bedürftige behilflich zu seih, und sie sagte . pi, , Da geschah es, daß Ellen in jeher , Wohlfahrtsküclie zum erstenmal dem jüdischen Elend von Angesicht zu Angesicht gegenüber stand. Der Atem der Armut hauchte sie an, Vcrclendung: trat ihr aus abgeschabten, zerlöcherten Kleidern.. entgegen. Uno sie erstarrte vor einem Greiscntum, das die Würde sorgloser Vergangenheit immerhin noch zu wahren verstand. Plötzlich durchwärmte sie ein Einfall. Eine freudige Eingebung befahl ihr, den versteckten Fünfzigmarkschein diesem armseligen Kreis zukommen zii lassen. Auf dem Nachhauseweg überstürzten sich in ihren Gedanken tausend Möglichkeiten der Güte. Sollte sie das ganze Geld dem Ärmsten unter ihnen schenken? Sollte sio es lieber durch die Vorstandsdame verteilen liiBsen? Sollte sie es in LcbenBmittelpaketc verwandeln? Markus war nicht mehr der' Mittelpunkt ihres Pchkcns! Sjp befand 'sich in cjneni Rauscli fliütlcrlichcn Gebens uhd^tat ein fast religiöses Gelübde, . die $pbia. Jl«* «i '.Nineiri 'a^e^n .'j^we^lce'.anzujr&reiL ,'.'„' Ain . Nachmittag JluhV aie , in die Stadt ' ^und wurde ,^01» + llt._ ^eii .beölcpi Jult'te üh jtöhorri.. wrj'ttehinter dem Ellen den Fünfzigmarjricheü»