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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-06-26 · 26 (26.6.1935) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
26 (26.6.1935)
Date
1935-06-26
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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<lern einen besseren Deutschen gemacht", und er meint, es sei sicher kein Zufall, daß des Marburger Philosophen Hermann Cohen bedeutendstes Buch — „Die Religion der Vernunft aus den Quellen des Judentums" — sein jüdisches geworden Bei. * Ein Kämpfer im jüdisch-politischen Leben ist Franz Rosenzweig nicht gewesen. Dazu war er viel zu sehr Individualist. Aber -der Verfasser des schwer zugänglichen religionsphilosophischen und kulturkritischen „Stern der Erlösung", dessen Manuskript er auf Feldpostkarten nach Hause schickte, der Verdeutscher der Hymnen und Gedichte des Jehuda Halevi und Gründer des Frankfurter LehrhauseB, wurde zum gewaltigen Anreger für die Bildung jüdischen Geistes, über alle Parteiungen und Weltanschauungen hinweg. Wie er seinen verehrten Lehrern Hermann Cohen und dem Frankfurter Rabbiner Dr. Nobel gegenüber seine kritische Selbständigkeit wahrt, so widerstrebt er auch einer gruppenmäßigen Eingliederung. Ohne Kompromiß steht er über. den.Parteien. Es kommt ihm nur darauf an, aufzurütteln,' sowohl die Zionisten als auch die Vertreter des Liberalismus jüdischer zu machen. „Wenn ich mich überhaupt in die Parteien des gegenwärtigen Judentums einordnen kann, so immer noch am ehesten in die liberale." Doch gleichzeitig bekennt er die Freude, zu einer solchen Einordnung nicht oft gezwungen zu sein. Er lehnt den Zionismus ab. „Jude sein heißt im Golus sein. Das jüdische Leben ist die Form, wie wir unser Jude sein erträglich machen können. Die Mauer steht . . . Die Mauer steht ohne unser Zutun. Ob wir in der Mauer unbebautes verkommendes Erdreich bewohnen wollen oder einen schönen Garten, das steht bis zu einem gewissen Grade bei uns." Es fehlt dabei nicht an kleinen Sticheleien und Ironien. So, wenn er •lächelnd vermerkt, daß . er in der Druckerei einer hebräischen Zeitung in' Warschau als einziges Bild das von — Zunz entdeckt habe, oder wenn er schreibt: „Die Zionisten geraten über eine neuhebräische Speisekarte in ein weit größeres. Entzücken als über sämtliche Psalmen und Propheten zusammengenommen." Aber dem Palästinaaufbau gilt sein förderndes Interesse. Er hält das Gesetz. Aber er" warnt vor einem „Salto mortale ins Gesetz". Untheologisch, hat er dennoch das Schönste und Tiefste, über Religion ausgesprochen. Er gesteht, weder Angst zu haben vor hebräischen Liedern, noch, glaubt er durch seinen Verzicht auf Schweinefleisch sein Deutschtum verloren zu haben. Als er wegen .einer Berufung nach Hamburg •dort Verhandlungen führt, und man ihn „vor die diversen Gretchenfragen" stellt, lehnt er eine Antwort ab: „Wenn das Leben mich einmal auf die Folter spannen würde und mich in zwei Stücke reißen, so wüßte ich freilich, mit welcher der beiden Hälften das Herz, das ja unsymmetrisch gelagert sei, mitgehen Würde; ich wüßte auch, daß ich diese Operation nicht lebendig überstehen würde; die Herren wollten mich aber doch lebendig haben, und da müßte ich sie schon bitten, mich nicht aiif die Folter dieser in, wahrem Sinn lebensgefährlichen Frage zu stellen, sondern mich ganz zu lassen." . Mit der gleichen Ganzheit und unfanatischen Ehrlichkeit seines Wesens begegnet er auch dem liberalen Judentum, sei es in der heute wieder so entscheidend gewordenen Frage des Gesetzes, sei es in der Abgrenzung gegen andere jüdische Weltanschauungen. Mit Nacndruck fordert er vom Liberalismus Abstand ' gegen alle Politik, der im Wesen der Religion liegt. Es -ist mehr als ein Gedanke in den Briefen Franz Rosenzweigs, der für den religiösen Liberalismus fruchtbar gemacht werden könnte. Fünfeinhalb Jahre nach Franz Rosenzweigs Tod sind diese Briefe, die ein geistiges Werk von gewaltigem Ausmaß vor uns hinstellen, erschienen. Eine geistige Ordnung stiftende und wegweisende Persönlichkeit vonder Größe Franz Rosenzweigs fehlt uns heute. "Um so wertvoller dieser Flügelschlag seines Geistes. In einer engen Krankenstube des Frankfurter Westends hat dieser Lehrer in Israel seine Weisheit von Gott und der Welt nach dem Versagen der Sprache auf einer eigens konstruierten Maschine den Adressaten der Briefe vermittelt, wie er sich'mit seinen Gedanken immer nur an eine ganz bestimmte Adresse gerichtet hat. Die Adresse, meinte er einmal, könne Bich nachträglich, unabhängig vom Schreiber, erweitern, wie etwa aus den paar hundert Lesern, an die Paulus seine Briefe gerichtet hatte, heilte ein paar hundert Millionen geworden sind. Rosenzweigs Briefe sind ein Vermächtnis. Es gilt allen Menschen der jüdischen Gemeinschaft. Wir wollen es hüten. Einheit durch Fcflakt des Preußifchen Landesverbandes jüdifelier Gemeinden Anfprachen Leo Wolfis und Leo Baedcs Dor Tag, an dem der Prcußischo Landesverband jüdischer Gemeinden auf ein Jahrzehnt seiner reichen und segensreichen Arbeit im Dienste der jüdischen Gemeinschaft zurückblicken, konnte, wurde in dem mit Blumenschmuck ausgestatteten BcprfisentontensitzungBsaal der Berliner. '.Jüdischen Gemeinde am Sonntag vormittag durch einen Festakt begangen, der durch Vortrüge des Winawerachen Chors eingeleitet und beschlossen wurde. Um ihre Verbundenheit mit dem werk des Prcußcnvcrbandes zu bekunden, waren Vertreter aller großen jüdischen Organisationen und führende Persönlichkeiten der jüdischen Öffentlichkeit der Einladung gefolgt. Die Festansprache hielt Kammergericbtsrat i. R. Leo W ol f f, der zusammen mit Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee die Geschicke des Landesverbands von Anfang an geleitet und' diese Organisation durch die Fährnisse der Zeiten hihdurchgebracht hat. Diesen bedeutungsvollen Tajj mit einem glanzvollen Fest zu begehen, so führte Kammcrgenchterat Wolff aus, sei bei der gegenwartigen Lage der deutschen Juden wenig -zeitgemäß. Aber man wollte das Ende eines wichtigen Zeitabschnittes in der Geschichte des Preußischen Landcsyerbondes..nicht,.ohne eine Art Familienfeier vorübergehen lassen,' gemeinsam mit denen, mit t denen man durch gemeinsames Empfinden, Schaffen, Hoffen verbunden sei. Nach einer Begrüßung der Gaste fuhr Leo Wolff fort: Es ist das Gebot der Stunde, unser innerjüdisches Leben so sinnvoll zu gestalten, daß es von Süßerem Geschehen nicht getroffen werden kann. Der Redner zeichnete sodann den Weg des Preußischen Landesverbandes als eines eigenartigen Gebildes in seiner selbständigen Entwicklung. Er werde immer ein treues Glied in der festgefügten Gemeinschaft sein, trotz der Verschiedenheit der Arbeitsgebiete, und er werde immer Tuchfühlung mit allen Organisationen behalten. Altes jüdisches Gedankengut, die Arewus, führte zur Gründung des Preußenverbandes — die Sorge des einen für den andern. „Der Bruder soll nicht beiseite stehen, wenn der Bruder schwach' wird und fallt." Was für den einzelnen gilt, gilt auch für die Gemeinden. Während sie früher auf sich angewiesen waren, wurde ihnen jetzt Hilfe gebracht, und es wurde durch den Landesverband vieles geschaffen, was ohne ihn nicht hätte ins Leben treten können. Keinem Gebiet der jüdischen Gemeinschaft habe Bich, führte Leo Wolff weiter aus, der Landesverband entzogen, wobei er sich immer der Verpflichtung bewußt war, praktische Arbeit . leisten .zu müssen, in Berührung mit den Dingen selbst. Die vielfach ausgesprochene Befürchtung, daß die Gemeinden weder ihre eigenen Bedürfnisse noch die des Landesverbandes zu decken in der Lage seien, sei erfreulicherweise nicht eingetreten. Einen besonderen Ruhmestitel der Gemeinden, auf deren Leistungen der Landesverband sich stützte, bilde es, daß sie nach Wegfall der staatlichen Beihilfen für den Verband nicht nur die Mittel für die Fortführung der. eigenen, Bondern auch für die Arbeit des Verbandes aufgebracht haben. In diesem Sinne stattete der Redner seinen Dank ab und fügte hinzu, daß die neuen Aufgaben, die die letzten zweieinhalb Jahre gestellt hätten, in dem gleichen Sinne und mit dem gleichen Ziele bewältigt würden wie die alten. Leo Wolff hob besonders hervor, daß >es innerhalb der Leitung de» Landesverbandes einen Kampf über Weltanschauungsfragen nie gegeben habe, bo daß gerade auf den dem Landesverband neu zugefallenen Arbeitsgebieten segensreich gearbeitet werden konnte. Besondere Genugtuung erwecke die Ausdehnung des Tätigkeitsgebietes über Preußen Tunaus. Die neuaufgenbmmencn Gemeinden wurden den alten völlig gleichgestellt. Der Arbeit des Landesverbandes sei es gelungen, die Mitglieder der kleinen Gemeinden wenigstens zeitweise vor dem Gefühl der Vereinsamung und seelischer Bedrückung zu befreien. Was in diesen Jahren in das Buch jüdischer Geschichte eingetragen wurde, werde von spätesten Enkeln mit Trauer, aber auch mit Stolz gelesen worden. Der Redner schloß mit der. Versicherung, daß der Landesverband weiter arbeiten werde an der Erhaltung der iüdischen Lehre und jüdischer Werte, aber auch jüdischer Zuversicht, damit es niemand gebe, der sein Judentum nicht erhobenen Hauptes bekennen könne. Nach dem Präsidenten des Großen Rats ergriff der Präsident der . Reichsvertretung der deutschen Juden, Rabbiner Dr. , Leo Baeck, zugleich im Namen des Allgemeinen Rabbinerverbandes, das Wort: jWcao zehn Jahro bedeuten nicht ein Jahrzehnt im -rechnenden- Sinne, sondern eine Generation, eine inhaltvollo schwere Zeit. Das. deutsche Judentum ist nicht an einem Tage geschaffen worden. Werk und Geist von Generationen hoben daran gearbeitet. Nur organische Gestaltung kann im deutschen Judentum möglich sein, alles Mechanische würde zerstören. Es kann nur eine Form der Einheit geben: Einheit, durch Gemeinschaft, Das ist die organische GeBtalt deB deutschen Judentums. Daher ist so unentbehrlich die Gemeinschaft in der Arbeit Arbeit verbindet immer.;_ Arbeit bedarf des Vertrauens. Im Vertrauen zusammenarbeiten, das ist die Aufgabe unserer Organisationen, die uns gestellt ist. Für uns ist die Arbeit oft sobwer. Die Zusammenarbeit sollte für uns um so-, leichter rwerden.,;. Derpreußische., .Landesverband hat seine Pflicht erfüllt., Mit dem Glückwunsch an den Landesverband, schloß Dr. Bacck, verbinde die Rcichsvertretung den Dank an seinen Präsidenten, Kammergerichtsrat Wolff, und den Vizepräsidenten Dr. Klee für dio seit der Gründung desfVcrbandep geleistete Atbeit. Diesen Glückwunsch spreche er zugleich im Namen des Allgemeinen Rabbinerverbandes aus. Er wünsche, daß innerhalb der großen Gemeinschaft der deutschen Juden, der Preußische Landesverband seine besonderen Aufgaben weiter erfülle und verwirkliche zum Segen des Judentums. Die Glückwünsche der, süddeutschen Gemeindovcrbändo überbrachte Obersllandesgerichtsrat Dr. Alfred Neumeyer. Er hob die Bedeutung der Gemeinde als Brennpunkt jüdischen Lebens . hervor. Oft im Laufe der jüdischen Geschichte sei von ftinem ReBt eine neue Blüte des Judentums ousgegang e n. Es sei zu hoffen, daß dies auch von einem Rest des' deutschen Judentums aus geschehen werde. Es gelte,. die in den Gemeinden gegebenen lebentragenden und lebenspendenden Zellen zu pflegen. In dieser Arbeit werde die. Arbeitsgemeinschaft der süddeutschen Verbände dem Preußischen Landesverband stets brüderlich zur Seite stehen. Im Namen' der Berliner Jüdischen Gemeinde hob' das Mitglied des Gemeindevorstandes, Adolf Schoycr, die enge Verbindung hervor, die-.zwischen Gemeinde-und-dem Verband von der Zeit seines Entstehens an bestanden habe. Die vorbildliche Leitung durch Kammergerichtsrat Wolff habe die harmonische' Zusammenarbeit im: Verband ermöglicht. Dasselbe gelte auch für den Vizepräsidenten Dr. Klee. Der Glückwunsch sei daher auch in erster Linie diesen, beiden Männern zugedacht. Die Berliner Jüdische Gemeindo werde,.auch in . Zukunft ihre enge Zusammenarbeit mit dem Preußischen Landesverband fortsetzen. Nachdem'Rechtsanwalt E h r I i c h - Königsberg den Dank der Mittel- und 'Kleingemeinden, insbesondere der östlichen, zum Ausdruck gebracht, Direktor Heinemann Stern im Namen der Lehrer und Beamten an die Vcrbandsleitung den Appell gerichtet hatte, dor alten und ebenso der neuen Arbeit weiter Aufmerksamkeit zu schenken, und; Man asse - Altona mit dem Glückwurisch der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Hamburg sowie der Gemeinden Bremens und Schleswig-HolstcinB den, wünsch ausgedrückt hatte, die Arbeit durch Schaffung eines Rcichsvcrbandcs deutscher Juden gekrönt zu sehen, hielt Dr. Alfred Klee für das Präsidium des Preußenverbandes das Schlußwort. Er führte u.- a. aus: Dr. ■ Baeck habe einmal das Wort von den Juden als den ewigen Nonkonformisten dieser Welt geprägt. Der Sinn der Arbeit sei, daß wir als ewige Nonkonformisten durch die Welt gehen und unser Eigenes als Höchstes in uns entwickeln. Das gelte aber nur nach außen. Nach innen seien wir keine Nonkonformisten. Dos bedinge auch die Stellung des Landesverbandes gegenüber der Reichsvertretung. Von den süddeutschen Verbänden habe der Preußische Verband die Kraft der Zusammenfassung gelernt. Es sollte ein geistiger Ausgleich durch die gesamten Gemeinden durchgeführt werden, um schließlich die Eingliederung und Zusammenfassung dor ganzen Gemeindearbeit und ihre Koordinierung mit der Arbeit dor Reichsvertretung zu bewirken," Der Gesang des „Halleluja" beendete die zweistündige Feier. Fall Prinz beigelegt Rabbiner Dr. Prinz wieder zum Predigt-Amt zugelassen Der Vorstand der Jüdischen Gemeinde zu Berlin teilt mit: Der engere Vorstand des Allgemeinen RabbinerverbandeB in Deutschland hat in einer Besprechung mit dem Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde, Herrn Direktor Stahl, die Gewißheit gewonnen, daß bei dem. Schritte des Gcmeinde- , Vorsitzenden gegen Herrn Rabbiner Dr. Prinz keinerlei jüdischpolitische Beweggründe "bestimmend gewesen sind. Der Vorsitzende des Gemeindevorstandes legt, insbesondere gegenüber dem Rabbinerverband, alles Gewicht darauf, auch den Schein einer Beeinträchtigung der Kanzelfreiheit zu vermeiden. Er hat deshalb Veranlassung -genommen,-Herrn Dr. Prinz in dem zwischen ihm und dem Gemeindevorstonde vereinbarten Umfange erneut im Predigtamt tatig sein zu lassen. Nach Beilegung der Angelegenheit predigt nunmehr Rabbiner Dr. Prinz am kommenden Freitag abend in der Neuen Synagoge, „Jadenreine Bäder" Frankfurt a. M. Die hier erscheinende „Bauern-Zeitung" veröffentlicht in Sperrdruck folgende Notiz: Juden sind nicht erwünscht! So steht es in großen Buchstaben am Eingang des Langeiier Schwimmstadions. UnwilUcürlich denkt man an die vielen Bäder de3 Rhein-Main-Gebietes, jn denen'man ein solches Schild vermißt. Die Langencr Wassersportanlage, die im Verlauf der nationalsozialistischen Arbeitsbeschaffung von Nationalsozialisten'gebaut wurde und nun verwaltet wird, ist seit ihrer Einweihung iudenfrei. Wann werden die übrigen Bäder nationalsozialistisch handeln lernen und auf die Juden' verzichten? Deutsche Menschen sollten auf alle Fälle daraus' die Folgen ziehen und nur in judenreinen Bädern Erholung, Luft und Sonne suchen. Zur Teilnahme am Gottesdienft verpflichtet Riga. Die Konferenz der Schulinspektoren Lettlands hat den Beschluß gefaßt, daß vom Beginn des neuen Jahres an die Schüler der jüdischen Volksschulen verpflichtet sein sollen, .am jüdischen Gemcindegottesdienst teilzunehmen. - Zu diesem Zweck werden vom neuen Jahr angefangen in den Aulen der Schulen regelmäßig Gottesdienste stattfinden. Im vergangenen Jahr ist der Religionsunterricht als Pflichtgegenstand und das gemeinsame Klassengebet eingeführt worden. Zafammenftöße in Tunis Tunis. Wach Meldungen aus Tunis kam es in der Gegend von Moknin; (Sohel) zu neftigen Zusammenstößen zwischen Arabern und Juden. Den Behörden gelang es, unter Aufbietung von Truppenabteilungen, die Ruhe und Ordnung wieder herzustellen. Ohne weltanschauliche Opfer Deutsche Jaden und Palüstinaaufbau In Luzern tritt am 4. September der Council der Jewish Agenoy zusammen. Unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. B a o c k fand am Sonntag in Berlin eine. Besprechung führender Persönlichkeiten statt, in deren Verlauf die '• Wahl von 7 Vertretern der nichtzionistischen Palästinafreunde Deutschlands und von 14 ErBatzmitgliedern im Council der Jewish Agency vorgenommen wurde; Nach einem Referat' von Dr. Werner Senator, dem Mitglied der Palästina-Executive', warf der Vorsitzende des Centraivereins, Justizrat Dr. Julius Brodnitz, in der Aussprache die Frage auf, was geschehen könne, um.< die Bedeutung ,der September-Tagung zu erhöhen. Die. zionistische Leistung in Palästina Bei immer anerkannt worden. Andererseits seien sich die deutschen Juden ihrer Aufgaben und ihrer Verantwortung in bezug auf Palästina bewußt. „Jeder von uns", erklärte Justizrat Brodnitz, „ist zu dieser Arbeit berufen; und man komme nicht mit dem Gedanken, wir hätten hier in Deutschland genug 2U tun. Tv*ir'alle sind uns der ungeheuren. O.pfer bewußt, die wir im Interesse der in Deutschland lebenden Juden bringen müssen. Was «in Opfern von uns geleistet werden muß, geht weit über das hinaus, was früher für möglich gehalten wurde. Man verlange aber auch von uns nicht weltanschaulich« Opfer. Die Zusammenarbeit wird um so fruchtbarer, Bein, je stärker sie sich auf praktische-Aufgaben konzentriert und theoretischen Erörterungen aus dem Wege geht." Es müsse unbedingt gefordert werden, daß dio Grundßfitze der gleichberechtigten Zusammenarbeit von Zionisten und Nichtzionisten in der Agency loyal, eingehalten werden. Zu Mitgliedern de.s Council wurden folgende Kandidaten gewählt: Rabbiner Dr. Leo' Baeck, Justizrat . Dr. J. Blau, Frankfurt n. MX Dr. Friedrich Brodnitz, Berlin, Muusterailrat a. D. Dr. Otto Hirsch.Be'rUn, Rabbiner Dr. Jacob Horvitz, Frankfurt a. M., Max Warburg, Hamburg, und Dr. Sigmund Wassermann, Berlin. Zu Ersatzmiteliedern: Dr. Rudolf CaUmann, Köln, Rabbiner Dr. Grünewald, Mannheim, Dr. Ernst Baumann, Kassel, Dr. Walter Du*; Hannover, Karl Goeritz, Chemnitz, ■ Rabbiner Dr. Hahn, Essen, Lola Hahn-Warburg, Berlin, Jacob Hekscher .Hamburg, Rechtsanwalt David Kronheim, Essen, Justizrat Manuieimer, Wiesbaden, Dr. Neumeyer, München, Dr. Borlak, Berlin, F. A. Strauss, Karlsruhe und G. Wolf, Heilbronn.

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