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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-06-12 · 24 (12.6.1935) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
24 (12.6.1935)
Date
1935-06-12
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Es wird gemeldet: ■ Daa „Frankfurter Volksblatt" veröffentlicht die Namen von fünf arischen Handwerkern in Frankfurt n. M., dio am 1. Mai 1935 jüdische Letirlingc eingestellt hoben. * ■ Das Amtsgericht Charlottenburg hat, wie die „Juristische Wochenschrift" mitteilt, entschieden, daß einem nichtarishen Irühcron Rechtsanwalt das Auftreten vor Gericht in fremden Hcchtsängolegcnhciten zu vorweigern sei, auch wenn er an Eidesstatt versichere, daß er seit einem Jahre keine Vertretung . vor Gericht übernommen oder ausgeführt habe und er seinen Auftraggeber lediglich aus Freundschaft vertrete, ohne Bezahlung dafür zu beanspruchen. * ■ Wie die süddeutsche Ausgabe des „Völkischen Beobachter" berichtet, wurde in Würzburg eine jüdische Arbeitgeberin in Schutzhaft genommen, da sie ihre Hausangestellte schlecht behandelte und sio von früh bis spät abends arbeiten ließ, abends zu ihren Eltern nach Hause schickte und ihr nur 10 RM. Monatslohn gab. * Efl Der sächsische Innenminister hat in einer neuen Verordnung bestimmt, daß die Zulassung z u d c n P^ ü f u n g c n als Wohlfuhrtspflcgcrin, Hebamme, technische Assistentin an medizinischen Instituten, Masseurin, Säuglings- und Kleinkinderpflcgcrin, Säuglings- und Klcinkinderschwester, Krüppclpflcge- und ErziohungBschwcster sowie bIb Krankcnpflegepcrson vom Nachweis arischer Abstammung abhängig ist. * 0 Wie das Zionistische Büro in London mitteilt, ist der Termin des 19. Zionistenkongrcsscs um cincWochc vorverlegt worden. Er findet danach in der Zeit vom 20. bis 30. August in Luzcrn statt. * B3 Wie der Frankfurter „Generalanzeiger" meldet, verurteilte das Sondergericht zwei nichtarische Tcxtilgese Ii Sfls Inhaber zu je einem Monat Gefängnis, weil sie unbefugterweise SA-Ausrüstung vorrätig gehalten hatten. Der Staatsanwalt hatte je vier Monate Gefängnis beantragt. * ■ In Tel Awiw hat am vergangenen Montag die Grundsteinlegung zu. dem Theatergebäude für die Habima stattgefunden. H Die „Nordboycrischc Zeitung" in Nürnberg gibt eine Abbildung eines Firmenschildes der NS -Volk b woli I fahrt wieder, das, wie das Blatt meldet, an deutsche Firmen abgegeben wird, die als Firmenmitglicd der NS-Volkswohlfalirt, Gau Franken, beitreten. * H Im Beisein des jüdischen Historikers Simon D u b n o w ist in Kaunas die feierliche Eröffnung des seinen Namen tragenden Historisch-ethnographischenMuseums der Jüdischen Gemeinde erfolgt. ■ Einer der bedeutendsten Rcchtsgolchrtcn und 'Wirtschaftspolitiker Ungarns, Hofrat Ferdinand Baumgarten, der auch Mitglied des Haager Internationalen Schiedsgerichts war, ist im Alter von 62 Jahren in Budapest gestorben. * ■ Nach einer Meldung aus Amsterdam hat Königin Wilhelminc von Hollond dem Verband der jüdisohen Invaliden, der größten jüdischen Organisation Hollands, eine namhafte Spende überweisen lassen. * ■ Wie aus London gemeldet wird, hat die Royal Society of Medicine in ihrer letzten Sitzung Professor Dr. Sicgmund Freud in Wien, den Begründer der Psychoanalyse, einstimmig zum Ehrenmitglied gewählt. * B Der „Westdeutsche Beobachter", Köln, meldet: Den Bemühungen rumänischer nationalsozialistischer Kreise ist es nunmehr gelungen, beim rumänischen Jnstizmiiustcr eine Verordnung zu erwirken, laut welcher eine Namensänderung jüdischer Familiennamen in rumänisch bis auf weiteres nicht gestattet Bind. * OS Im Warschauer Juden viertel ^vurden beim Abriß alter Häuser in einem betonierten Kcllcrvcrlicß über 20 Skelette gefunden. Vor dem Kriege befanden sich in diesen Häusern russische Ämter und man vermutet, daß es sich bei den Skeletten um die Überreste von Opfern der russischen Geheimpolizei handelt. * H Professor Simon F I c x n c r , der seit der Gründung des Rockcfeller Institutes für medizinische Forschung im Jahre 1903 an seiner Spitze stand, hat, wie oub New York gemeldet wird, seine Demission eingereicht und wird sein Amt niederlegen, sobald^ ein Nachfolger für ihn gefunden ist. Flexner steht im 72. Lebensjahr. Verluft der Staatsangehörigkeit Der Rcichsinncnministcr hat auf Grund des Gesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit im Einvernehmen mit dem Rcichsministctr des Auswärtigen erneut einer Reihe von Personen die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt. Auf der im „Rcichsnnzcigcr" veröffentlichten Liste finden sich neben Nnmcn wie Dr. Rudolf Hilferding, Dr. Bert Brecht, Dr. Max Hodann, Dr. Kurt Hüntzschcl, Karl Höltermann, Erika Mann, Franz Pfcmnfcrt Personen jüdischer^ Abstammung wie Dr. Kurt Hillcr, Hans Joel, Walter Mehring, Viktor Schiff, Dr. Arthur Wolff, Dr. Nachum Goldmann, Kurt Lcvy, gen. Lenz, Paul Wcsthcim. Die Ausbürgerung erfolgt mit der Begründung, daß die Genannten ^dwcli cm Verhalten, daB gegen die Pflicht zur Treue ftegen Reich und Volk verstößt, die deutschen Belange geschädigt laben.*; * Der Polizeipräsident von Berlin gibt eine weitere Liste von Personen bekannt, die in der Zeit zwischen dem 9. November 1918 und dem 30. Januar 1933 die preußische Staatsangehörigkeit durch Einbürgerung erworben hoben und deren Einbürgerung gemäß dem Reichsgesetz vom 14. Juli 1933 über den Widerruf von Einbürgerungen rückgängig gemacht worden ist. * Nach Mitteilung der „Fränkischen Tageszeitung" hat die Regierung von Ober- und Mittclfrankcn verschiedene Einbürgerungen von Juden, die in der Zeit von 1922 bis 1929 erfolgt sind, widerrufen. Die Erklärung U bei cler Mullernng über die Abstammung Nach der auch von uns im Auszug veröffentlichten „Verordnung über die Musterung und Aushebung. 1935" hat bekanntlich jeder wehrfähige Dienstpflichtige bei der Musterung eine Erklärung über seine arische Abstammung, welche die Voraussetzung für den aktiven Wehrdienst darstellt, abzugeben. Diese unterschriftlich zu vollziehende Erklärung hat folgenden Wortlaut: „Mir sind nach sorgfältigster Prüfung keine Umstände bekannt, die dio Annahme rechtfertigen könnten, daß ich nicht arischer Abstammung bin, oder daß einer meiner Eltern- oder Großeltcrntcile zu irgendeiner Zeit der jüdischen Religion angehört hoben. Mir ist bekannt, daß ich die sofortige Entlassung aus dem aktiven Wehrdienst zu gewärtigen habe, falls diese Erklärung sich als unrichtig erwcißon sollte." Gibt ein wehrfähiger Dienstpflichtiger diese Erklärung nicht ab, so hat er binnen einem Monat nachzuweisen, daß er die Erklärung mit Grund verweigert hat. Andernfalls kann er, bis der Nachweis erbracht ist, zum aktiven Wehrdienst herangezogen werden. ihres Hauses, als sei das selbstverständlich, die Inschrift prangen: „Frohe Pfingsten" — Fehlt nur noch, daß die Goyims darauf hereinfallen . und . voller Rührung., über dieses Zartgefühl dem Jiidcn die Kassen füllen." * Wir haben es von unserem Standpunkte aus immer verurteilt, wenn eine jüdische Firma, sei es in Schaufensterauslagen, sei es durch Plakate wie „Fröhliche Weihnachten" oder „Frohe Pfingsten" sich solcher Propagandamittel bedient, die auf ein christliches Fest hinweisen. Unbillig hart Arbritsgcrieht erkennt auf Widerruf der Kündigung Da3 Amtsgericht Hanau entschied über eine Klage eine« nichtariaclicn Angestellten auf Weiterbeschäftigung in einer arischen Firma, die von nichtarischen Inhabern das Geschäft erworben und auch den Kläger, der die Tcppich- und Gardincnttbteilung des Geschäftes leitete, Frontkämpfer und Kriegsgefangener war und mit einer Arierin verheiratet ist, nebst anderem Personal übernommen hatte. In der in der „Juristisehen Wochenschrift" mitgeteilten Urteilsbegründung wird ausgesprochen, daß die Beklagte an der Tatsache, daß der Kläger Nichtarier ist, offenbar bis zur Kündigung, die ohne Angabc von Gründen erfolgt ist, keinen Anstoß genommen habe. Auch persönliche Differenzen zwischen den Inhabern der beklagten Firma und dem Kläger sowie zwischen ihm und der übrigen Gefolgschaft beständen nicht. Auch das Publikum könne sich an der Nichtaricreigenschaft des Klägers nicht gestoßen haben, denn der Umsatz in der Abteilung des Klägers sei gestiegen; Proteste gegen die Anwesenheit des Klägers seien auch aus dem Küufcrpubhkum nicht erfolgt. Dementsprechend sei die Kündigung nicht durch die Verhältnisse des Betriebes oder durch die Person des Klägers bedingt. Sie sei auch unbillig hart, denn der Kläger ist Frontkämpfer, was schon im Hinblick auf die allgemeine Rücksichtnahme auf die Frontkämpfer — man denke an die nichtarischen beamteten Frontkämpfer — besonders zu berücksichtigen sei. Der Kläger sei auch verheiratet und habe ein minderjähriges Kind. Es sei auch schließlich besonders zu bedenken, daß er als älterer nichtarischer Angestellter nur sehr schwer eine neue, seinem bisherigen Einkommen entsprechende Stelle werde finden können. Das Arbeitsgericht hat deshalb auf Widerruf der Kündigung und Weiterbeschäftigung des Klägers unter den bisherigen Arbeitsbedingungen erkannt. Das Judentum in der Kunfi Alfred Rasenbergs kulturpolitische Rede in Düsseldorf Auf dem Kongreß der Reichstagung der Nationalsozialistischen Kulturgemeinde, der in Düsseldorf stattfand, hat Alfred Rosenb e r g eine programmatische Rede gehalten, die als Reichssendung von allen deutschen Sendern übertragen wurde. In der großangelegten Rede, in der der entschlossene Wille betont wurde, den nationalsozialistischen Kampf für eine starke und schöpfcrischAdeutsche. Kunst fortzuführen, führte Alfred Rosenberg, dem „VöISschen Beobachter" zufolge, u. a. aus: ~ """„Wir haben in diesem Jahr bewußt gegen die jüdisch^ Herrschaft auf allen Gebieten der Kultur ebenso gekämpft wie auf den Gebieten der' Politik, und wir wissen nur allzu genau, daß gerade auf dem Gebiete der Kunst das Judentum die furchtbarsten Vergiftungen hervorgerufen hat. Wir verwahren uns auch von dieser Stelle dagegen, wenn versucht werden Bollte, auf Umwegen Aber Pseudonyme, getarnte Juden wieder „ins Geschäft" zu führen. Wir sind auoh der Anschauung, daß künstlerische Persönlichkeiten, die wir jederzeit zu fördern bereit sind, die aber doch die Lorbeeren der Novemberrepublik gepflückt haben, nicht so ohne weiteres das Recht besitzen, die Kunstpolitik der nationalsozialistischen Bewegung zu beeinflussen, um unter Umstünden ihre alten jüdischen Gönner als sogenannte „gute Ausuahmejudcn" wieder ansässig im deutschen Kunstleben zu .machen." Gegen Kritik an der Raffenpolitik In einem in München gehaltenen Vortrag über Hasscnpolitik und Weltanschauung trat, wie dos „Deutsche Nachrichtenbüro" meldet, der Leiter des Russcnoplitischcn Amtes der NSDAP., Dr. Wulthcr Gross, dem gegen die nationalsozialistische Rassen- [>olitik erhobenen Einwand entgegen, daß die Rassenfragc wissenschaftlich nicht ausreichend geklärt sei; die Wissenschaft sei sich einig über die Richtigkeit des eingeschlagenen Weges. Als eine der Gefahren, die durch die Rassenpolitik aufgehalten werden müßten, bezeichnete Dr. Gross die Vermischung mit fremdem Blut. Die Abwehr der Gefahr müsse sich auch gegen jene richten, die eine solche Vermischung förderten oder entschuldigten. Die Kritik an der Bekämpfung der Rassenmischung werde durch die Erfahrungstatsache widerlegt, daß die Schöpfung das Menschengeschlecht verschiedene Wege habe gehen lassen und somit die Bildung verschiedener Rassen gewollt habe. Mit dem Satz: „Was Gott verbunden hat, soll der MenBch nicht scheiden", dürfe auch der andere Satz Geltung beanspruchen: „Was Gott getrennt hat, soll der Mensch nicht vermischen." Feuerkreuzler ehren die jüdifchen Kriegsgefallenen Paris. Die französische Fro ntkämpfer verein ig u n g „Croix de feu", die trotz gegenteiliger Erklärungen häufig als antisemitische Organisation hingestellt wird, hat eine Ilcldcnchrung für die jüdischen Gefallenen des Weltkriegs in Form eines Gcdenkgottesdicnates veranstaltet, der in der P u r i 8 c r, Großen Synagoge unter der Leitung von Rabbiner Caplan abgehalten wurde. „Frohe PfingÄen« In ihren „Randbemerkungen" schreibt die „Fränkische Tageszeitung", Nürnberg: „Es gibt jüdische Geschäfte, die hIb anreißerische Reklame zur Weihnachtszeit riesige Leuchtschriften über den Fassaden ihrer Kaufhäuser anbringen: Fröhliche Weihnachten! In Franken, in Nürnberg haben'wir es den Juden langsam abgewöhnt, mit christlichen Feiertagen und der Festtagsstimmung der Bevfllkerung ein Geschäft zu machen. Wie dreist aber der Jude ist und wie sehr er mit der Vergeßlichkeit und Gutmütigkeit der breiten Müsse rechnet, das kann man in diesen Togen'wieder in' der' Ludwig'straße feststellen: Die'jüdische Firma „Tietz"; jetzt „Kaufhaus-Weißer Turm""hat über dem Eingang Ein Toter, 60 Verletzte Schwere juden'feindliche Ausschreitungen in Grodno Warschau. Am ersten Schowuaus-Feiertag ist es in Grodno zu schweren iudcnfeindlichcn Ausschreitungen gekommen, deren Anlaß «n den seinerzeitigen Grptkowski-Fall in Lemberg erinnert. Vor einigen Tagen war es in einem Tanzlokal, das von Angehörigen der Grodnoer Unterwelt besucht wird, zu einer Schlägerei gekommen, bei der ein gewisser Wladislaw Kurcz durch Messerstiche erheblich verletzt wurde. Die" Täter, Samuel Steiner und Molech Kantarowicz, zwei bekannte Raufbolde, wurden verhaftet. Kurcz erlag am Mittwoch im Krankenhaus Beinen Verletzungen. . Nach seinem Begräbnis wurde der Vorfall von verbrecherischen Elementen zu einer umfassenden Juden hetze ausgenutzt; Uber eine Stunde lang wurden im Zentrum der Stadthauptsächlich in der Dominikonska-Straße, Überfälle auf Juden verübt und Fensterscheiben jüdischer Häuser zertrümmert. Sechzig Personen wurden verletzt, von ihnen acht so schwer, Uaß sie ins Krankenhaus eingeliefert werden mußten. Der 21jährige Sohn des Leiters des Synagogenchors, Israel Bereziowski, ist dort seinen Verletzungen erlegen. Auf polizeiliche Anordnung hat seine Beerdigung Montag abend in aller Stille stattgefunden. Im Zusammenhang mit den Unruhen wurden über 30 Huligans sowie 8 Juden verhaftet, die eine Selbstwehr organisieren wollten. In einem offiziellen Commuhicmo wird betont, daß die Ausschreitungen von dunklen Elementen ausgingen, dio auch in christlichen Häusern Plünderungen versucht hätten. Die Ordnung in Grodno; ist wiederhergestellt, die. jüdischen Schulen sind jedoch 'g-esehlos'seri , «Uv 'die Eltern die Kinder nicht auf die Straße lassen: .. ': ' Gegen den Numerus claufns in Ungarn Budapest. Im ungarischen Abgeordnetenhaus richtete der katholische Abgeordnete Rudolf Rupert eine Interpellation an den Unterrichtsministcr, in der er die Abschaffung des Numerus clausus verlangte. Er erklärte, duß dieses Gesetz schon beim Entstehen bei der ungarischen Öffentlichkeit abgelehnt wurde und ein Mißgriff war. Rupert wies darauf hin, daß heutzutage infolg.; der verschärften Devisenbestimmungen für die von den Universitäten ausgeschlossenen Studenten ein Studium im Auslände geradezu unmöglich sei. Es widerspreche dem Geiste der nationalen Einheit, den Ministerpräsident Gombös und auch Kultusminister Hornau wiederholt betonten, daß begabte junge Menschen auf Grund konfessioneller Erwägungen der Lcrnfreiheit beraubt werden. Der Präsident des Abgeordnetenhauses erklärte, er werde die Interpellation an den Kultusminister weiterleiten. Seeligs Sieg Den Sieg, den Erich S e e 1 i g, der ■ frülicrc deutsche Halbschwer- Und Mittclgewichtsmeistcr, in London über den Schotten Alcc Pell errungen hat, indem er ihn in der sechsten Runde zur Aufgabe zwang, nimmt der „Mitteldeutsche", Magdeburg, zum Anlaß einer Glosse, in der es, unter Bezugnahme auf eine Meldung des Deutschen Nachrichtenbüros, heißt: „Der Jude Seclig ist Emigrant. Es ist betrüblich für den deutschen Sport früherer Jahre, daß ein Jude „deutscher Meister" werden konnte. Aber damit hat der Nationalsozialismus aufgeräumt. Also verschone mon uns auch mit den Meldungen über die Vertreter vergangener Irrungen im deutschen Sport. Wir sind davon überzeugt, daß obige Meldung des DNB. wieder von einem Teil der Presse gern veröffentlicht wird, die sich dann bei einer Reklamation auf das offizielle Nachrichtenbüro berufen kann. Es wäre nicht das erste Mal ... Es mag bestimmt interessant sein, wenn der Jude Kronfeld sich im Segelflugzeug schleppen läßt. Fragt sich nur, für wen interessant. Eine besondere Leistung ist es nämlich nicht. Trotzdem veröffentlichte ein Teil der deutschen Presse die Nachricht, sogar illustriert.'.' Generalversammlung der Chcwra Kodischa Groß-Berlin. Unter Vorsitz des Herrn Hermann Schwarz fand dio Generalversammlung der Chewra. Kodischa Groß-Borlin statt. Der Geschäftsbericht über die vielgestaltige LicbestfltiEkeit bot ein erfreuliches Bild über das, was die. Chewra, trotz der erschwerten Bedingungen der Gegenwart, zu' leisten vermochte. Der Vorsitzende dankte insbesondere Herrn Rabbiner Dr. Link für seine im Dienste der Chewra geleistete erfolgreiche Tätigkeit. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden Herr Hermann Schwarz als Vorsitzender Dr. Erwin Galcwski als dessen Stellvertreter, Rechtsanwalt Dr. Richard Trcitel als Syndikus, Herr Max Rabau ab Schatzmeister uiä' H«rr'iEnu1',K<>chlitanh'. al»"SAHftfahi«r: gewählt.''

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