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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-06-05 · 23 (5.6.1935) · page 6

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
23 (5.6.1935)
Date
1935-06-05
Page
– (sequence 6)
Language
German
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I DER JUDISCHEN ALLGEMEINEN Leiter: Siegfried Wijiitzki Schachaufgabe Nr. 13 Von S. Loyd Weiß: 8 Figuren. Kh5; Tc2, Tb5; Sal,Sh3; Bauer b2. c2, g3. " Schwarz: 10 Figuren. Khl: Tc8; Ld8; Saß; Bauer o3. b6, b7, e3, 17, h7. a b » S * I I i| 1 ij m OQQ fflffiM 1 1 Ä i u Im \ *\ a a b c d e f g h Matt in 5 Zügen. Auflösung in unserer nächsten Schachecke Aus der Praxis Das Problem in der Partie. Weiß : 10 Figuren. Kgl; D£3; Tel, Tc2; LeS; Bauer a5, b3, d3, g2, h2. Schwarz: 10 Figuren. Kb5; Dd7; Tc8, Tg8; Lh6; Bauer a/6, b4, c5, d4, h7. Weiß gewann durch den Problemzug 1. Le5—c7I, womit sowohl Db7+ sowie Tc2xc5-(- droht. Schwarz muß den Laufer also schlagen; schlügt er ihn mit der Dame 1. . . . Dd7Xc7; bo folgt 2. Tc2Xc5+! Dc7Xc5; 3. Df3—b7-f- Kb5Xa5; 4. Tel —al matt; schlügt er ihn aber mit dem Turme, so geschieht 1. . . . Tc8Xc7; 2. Df3—b74-!I Tc7xb7; 3. Tc2xc5 matt. Die Idee ist, entweder die Dame von der Deckung des Feldes b7, oder den Turm von der Deckung des Feldes c5 abzulenken. Übungsbeifpiel für Lernende Weiß : 11 Figuren. Khl; Dd4; Tel; Lf2; Sd2; Bauer a2, c3, c4, d5, g3, li2.. , > Schwarz: 11 Figuren. Ka6; Dh3; Te7; Lg4; Sc5; Bauer a4, b6, c7, e5, f5, g5. Weiß zog Dd4—c3. Weshalb durfte er den Bauer c5 nicht schlagen? Auflösungen in unserer n&chsten Schacheckc Lehrreiches Schach (Aus einer Partie zwischen Dr. Laskor und Alccliin.) Weiß : 11 Figuren. Kgl; Dc4; Tc5; Lg2; Lf4; Bauor h3, f2, c2, o3, b4, b7. Schwarz: 10 Figuren. Kb8; Df6; Td8, Td6; Sc3; Bauer a7, c7, d4, g6, h6. Stellung nach dem 26. Zuge von Schwarz 27. Lf4xd6ü (Ein glänzendes Damenopfer) Df6xd6; (Falls 27. . . . Sc3Xe4, so 28. Ld6Xc7+ Kb&xb7; 29. Lg2xc4-J- Kb7—c8 (Auf 29. . . . Kb7—a6 folgt sofort matt durch b4—b5) 30. Lc7—e5+ und gewinnt) 28. Dc4—eS Dd6—b6; 29. Do5—c7 Db6—d6; 30. Tc5—c5 d4—d3; 31. c2xd3 Dd6xd3; 32. Te5— e3 Dd3—dt-f-; 33. Kgl—h2' Sc3—b5; 34. Tc3—c6 Sb5Xa3; 33. Te6—f6 (droht Tf6—f8 usw.) Schwarz gibt auf. Der Bauer g6 ah Kerkermeifter Weiß: 8 Figuren. Kgl; Tg3, Tb7; Bauer a3, b2, c2, g2, h4. Schwarz: 9 Figuren. Kh7;.Th8; Lg6; Sd6; Bauer a5, c5, d5, g7, h6. Weiß zog in dieser Stellung 1. h4—h51 Sd6xb7; 2. h5Xg6-f- Kh7—g8; 3. Tg3—b3 und wie Schwarz auch spielen mo| — er kann den Verlust beider Figuren auf keine Weise vermeiden. Eine tragikomische Situation — der schwarze König im Gefängnis mit Bauer g6 als Kerkermeisterl Auflösung der Schachaufgabe Nr. 12 X) 1. Kb4—g3 Kc6—f5; 2. Lg8—h7+ Kf5—e6; 3. Sb7—d8 matt. 2* 1. Kh4—g3 d5—d4; 2. Sf7—d6-(- Ke6—e5; 3. £2—f4 matt. 3) 1. Kh4—g3 beliebig; 2. Sb7—c5-|- Kc6—f5; 3. Lg8—h7 matt. Auflösung des Obungsbcispiels aus Nummer 15/16 1. Tclxc3l (Dd3Xe2 Tc3Xc7 matt) Dd3xc3; 2. D—b5 (droht Tb8 matt) c7—c6-, 3. Db5—a6l und Schwarz muß mit Sc3—fl-f-, Khl, Sfl—g3-jremis halten. Auflösung „Humor im Schach" Die beiden weißen Türmo sind auf d5 und f5 und der weiße Springer auf c5 (bzw. auf g5) zu postieren, nun ist Ke5 matt. Die Stellung kann in einer praktischen Partie natürlich nicht herbeigeführt werden. Deutfthe und jüdifche Vereine Wie die „Jüdische Allgemeine" kürzlich mitteilte, hat die Hamburger Polizei den;l „ßürgervercin für Harvestehude und llothcrbaum" aufgelöst und verboten, mit der Begründung, daß es mit den nationalsozialistischen und somit den staatlichen Interessen nicht zu vereinbaren sei, daß ein Verein, der nur Juden als Mitglieder habe, als Bürgerverein bestehen bleibe. Im Anschluß an dieses Verbot und im Zusammenhang mit dem Wchrgcsctz veröffentlicht die „Hessische Landeszeitung", Darmstadt, in ihrer Spalte „Der Judenpranger" unter der Überschrift „Juden dürfen nicht Mitglieder deutscher Vereine sein", Ausführungen, denen wir folgendes entnehmen» „Eine Gemeinschaft mit Juden ist weder im Heere, noch in einem Verein möglich. Die Ariergesetzgebung hat sich darauf beschrankt, bestimmte öffentliche Berufe, Beamte, Rechtsanwälte, Schriftleiter usw. von Juden freizuhalten. Es hat aber auch von privater Seite her alles zu erfolgen, die Juden aus der Volksgemeinschaft selbst auszuschalten. Es kann nicht angehen, daß Juden Mitglieder irgendwelcher nichtjüdischer Vereinigungen sind. Welcher Art dieser Verein ist, ist unerheblich. Ein Jude darf nicht in einem deutschen Sjport verein die Möglichkeit haben, seine körperliche Ertüchtigung vorzunehmen. Ganz abwegig ist der Gedanke, die deutschen Sportuitercsscn auch fernerhin noch durch Juden vertreten zu lassen, wie das z. B. auf dem Gebiete des Tennissports früher durch den Juden Prcnn geschehen ist. . ,. _ , Der Vorfall des Bürgcrvcrcins zwingt dazu, die Forderung nach einem nationalsozialistischen Voroinsrecht nachdrücklichst zu unterstützen. Das Vercinsgesctz gibt allen RcichBongchörigen das Recht, zu Zwecken, die den Strafgesetzen nicht zuwiderlaufen, Vereine zu bilden und sich zu versammeln. Nach nationalsozialistischer Auffassung darf dieses Recht künftighin nur durch deutsche Volksgenossen ausgeübt werden. Juden darf dieses Recht nur unter bestimmten Voraussetzungen und unter stündiger Kontrolle der Polizei und auchmur für bestimmte Zwecke erteilt werden. Der Jude kann von seiner Art nicht los, er muß zersetzend wirken. Er wird daher immer versuchen, Vereinigungen, in denen er mit Deutschen zusammen ist, für eoino eigenen politischen, wirtschaftlichen und völkischen Ziele einzuspannen und auszunutzen, genau wie er es früher mit den Parteien, mit der Presse und mit wirtschaftlichen Verbfinden getan hat. Nur unter stündiger Kontrolle und Aufsicht des Staates dürfen Juden sich zusammenschließen. Aus dem Namen des Vereins muß aber hervorgehen, daß eä sich um einen jüdischen Verein handelt. Wenn das Gericht, das die Vereinsregistersachen bearbeitet, bisher Vorstandsünderungen aus Grund von Abschriften der Vcrsammlungsprotokolle inB Vereinsregister eintragen mußte, so^ ist dies ein unhaltbarer Zustand. _ Wohl hat die Polizei die'iMflglichkeit, Vereine, die den Interessen des Volkes widersprechen', aufzulösen; es muß aber auch eine Kontrolle einsetzen, die nachprüft, ob z. B. der Vorsitzende eines Gesangvereins einer kleinen Stadt Nationalsozialist ist oder ob er Jude, Freimaurer oder früherer Marxist, ist. Dicbo Kontrolle, die durch die Polizei in Verbindung mit dem Ortsgruppenleiter der NSDAP erfolgen muß, wird vielleicht dazu führen, daß daB Vereinsregister mcht mehr bei einem Gericht, sondern bei der Polizei geführt wird." Ratherford ift kein Jade Das Deutsche Nachrichtenbüro berichtet aus Danzig, daß gegen die dortigen „Ernsten Bibelforscher", die unter religiösem Deckmantel kommunistische Propaganda getrieben hätten, behördliche Maßnohmen getroffen worden seien.' In diesem Zusammenhang wird bemerkt, die Internationale Bibelforscher-Vereinigung, die '„Zeugen Jchovas': stünden unter der Führung des „Juden Rutherford aus Amerika", nutherford ist kein Jude. Er hat vielmehr seit Jahren eine missionarische Tütigkcit unter Juden ^u entfalten versucht. Diesen Versuchen ist von jüdischer Seite energisch, vielfach durch Veranstaltung von Protest-Massenversammlungen, entgegengetreten worden. Weißruflifches Sauerndorf tritt zum Judentum über Warschau. Bereits vor einiger Zeit hatten sich sämtliche Einwohner eines von weißrussischen Bauern bewohnten Dorfes bei Pinsk, 27 Männer und 16 Frauen, an das Warschauer Rabbinat mit der Bitte gewandt, ihnen den Obertritt zum Judentum zu ermöglichen. Infolge der noch geltenden Bestimmungen aus der zaristischen Zeit, die den übertritt von Christen zum Judentum verbieten, konnte die Bitte der Bauern bisher nicht erfüllt werden. Jetzt hat das Dorf abermals eine dreigliedrige Abordnung nach Warschau gesandt, die das Rabbinat bat, "zu veranlassen, daß drei Mohelim in das Dorf kommen, um die Bcsehncidung der männlichen Einwohner vorzunehmen.' Die Abgesandten erklärten, daß BÜratlicho Familien des Dorfes schon seit langem als Juden leben und sämtliche Vorschriften der jüdischen Religion streng einhalten. tutpfefdenswecte!BezugsqueCiea | Autobereifung | Autobereifung, Vulkanisier - Anstalt Kisselbach, Charlotbmburg, Kantatr. 42 SpezIal-ProllHeren garantiert rutschfrei von 1.— an. Reparat slmtl. Autorelfen An- und Verkaut gebr. Reifen. C 1 6179 [ Auto-Fahrschulen ] | Elektr. Anlagen. | Auto-Fahrschule „Sport" Inn. Ottering. Martin Burapol Wilmersdorf, Kaiserallee 48 H 6 Emserplatz 0426 | Buchdruckereien | Bndidrudterel 2IECEUUNN - Papier und Bürobedarf Stempel. Charlottenburg, XaatalraBa 33 C1 «slnplab 4573 | Buchhandlungen | Oliva - Buchhandlung! Antiquariat u. Sortiment Bilm. 651. 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