Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 23 (5.6.1935)
- Date
- 1935-06-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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7 ^FenftcFfdicibeiikrieg? Antiieimtcii, herhörcii!^ Der „Weltdentfdbe Beobachter" zu den Vorgängen in München ■die Dauer nicht nach dem Widerstand, den sie nach außen leistet, sondern nach den Forderungen, die sie nach innen richten kann. Der Wert.einer Gemeinschaft aber bestimmt sich nach dem Gehalt eben dieser Forderungen. Unsere Erfahrungen geben uns nicht daß Recht, anspruchsvoll zu sein. Was an Richtlinien Jür den Bau einer Gemeinschaft zu geben wäie, wurden Forderungen sozialpolitischer Natur, gesellschaftlicher Rücksicht, kultureller! Arbeit sein. Das Nähere bleibe eine* geeigneteren InBtanz überlassen. Aber, was uns heute angesichts des Schowuausfestes nottut, ist die Erkenntnis, daß überhaupt und allen Ernstes einmal gefordert werden muß. Das ist ja wahrhaft der tiefere Sinn jenes Sinai- Erlebnisses, daß der Instinkt der dumpfen Masse, die aus Ägypten zog, zum Bewußtsein der Pflicht gewandelt wurde. In diesem Moment erst wurde aus einer ungeordneten Herde eine sittliche Gemeinschaft denkender Menschen. Der Kontinuität des Wunders mag die Erlebnis-weit des heutigen Juden verschlossen sein. Der Kontinuität der Verpflichtung kann er sich und darf er sich solange nicht entziehen, solange er den Anspruch auf sein Judesein aufrecht erhält. Das geschichtliche Erlebnis des heutigen Juden mag ungeheuer und gewaltig sein, es ist nicht mehr als ein Pronunciamento, das durch den persönlichen Einsatz zur sittlichen Entscheidung im Dienst des Ganzen von jedem einzelnen nachvollzogen werden muß. Ägypten und die Wüste ist jüdisches Schicksal, aber erst der Sinai ist jüdische Tat. Der echte Weg zum Judentum führt bei jeder Generation am Sinai vorbei; denn „nicht mit euch allein stifte ich diesen Bund und diesen Eid, sondern mit denen, die heute mit uns hier vor dem Ewigen, unserem Gotte, stehen, und mit denen, die heute nicht mit uns hier sind". , Der deutsche Jude von 5695 scheint vom Sinai zuweilen beträchtlich entfernt zu stehen. Das Mitleid mit der eigenen Person lehrt ihn Bibel lesen, und die Entdeckung ähnlicher Geschehnisse in der Vorzeit stimmt ihn schon sentimental. So empfindet er seine Not schon als Verdienst und sein großes Alleinsein als Auszeichnung^ Das, was nur Bedingung ist, wird ihm schon zur Erfüllung. Der zeitgenössische Deuter aber spricht: „Als Gott sich anschickte, Israel das Gesetz Moses zu geben, das Tora^genannt wird, da erschienen alle Berge vor dem Ewigen, und ein jeder rief: ,König der Welt} König der Welt, laß auf mich deinen Glanz herniedergehen, laß ausgehen von mir deine Tora!' — ,Erwähle mich,' sagte der Hermon, ,bin ich nicht der höchste unter den Bergen? Meine Stirne ragte über' die Sintflut, wie dein Gesetz ragen wird über die Sünder.' — ,Erwähle mich,' sagte der Karmel, ,bin ich nicht der schönste unter den Gärten? Pflanze auf mir den; Garten deines Gesetzes, der die Seele zu einem Garten macht, schöner denn Eden.' — ,Erwähle mich, erwähle mich,' sagte der Libanon, ,bin ich nicht der schönste unter den Gesängen durch die. Stimme meiner Zedern, die deine Größe Desingen? Singe auf mir den Sang ■deines Gesetzes, das aus dem Menschen ein Lied macht, hinströmend zu dir.' Aber Gott sprach zum Sinai: ,Auf dich will ich meinen Glanz herniedergehen lassen; von dir soll meine Tora ausgehen; denn du bist allein in der Wüste, wie Israel, mein Volk, allein ist in der Wüste der. Völker, wie ich, Gott, allein bin in der Wüste des Weltalls.'" „Die Exiltenz des Juden" Rabbiner Dr. Leo Bneck spricht im Jüdischen Lehrh'aus In der Donnerstags-Vortragsreihe des Jüdischen Lehrhauses in Berlin sprach Rabbiner Dr. Leo Bneck, der Präsident der Reichsvertretung der deutschen Juden, über „Die Existenz des Juden". Dr. Bacck ging davon aus, daß der Jude immer umgeben sei von dor Welt, die ihn deshalb immer sehe, und der er zahlreicher und mQchtigcr. erscheine, als er es in Wirklichkeit ist. Immer umgeben sein bedeutet immer wieder sich behaupten müssen gegen eine Gefährdung im Geistigen, Seelischen und Jüdischen. Dabei ist die seelische Gefahrdung die entscheidende. Sio ist es, die die Gefahr einer völligen Assimilation gebracht hat. Und aus der gefährdoten Existenz folgt, daß der Jude immer wieder beginnen, immer weder von vorn anfangen müsse. Das Außerordentliche der Existenz ist so nicht Periode wie bei anderen Völkern, sondern Epoche. Deshalb muß der-Jude sich immer wieder auseinandersetzen. Das irdische Glück, nicht denken zu müsseh, die Freude der Gedankenlosigkeit ist ihm immer versagt. Hiermit hangt das jüdische Parteiwesen zusammen. Der Jude muß sich immer auseinandersetzen, mit sich selbst und mit anderen. Charakteristisch für die jüdische Existenz ist es, daß der Blick des jüdischen Menschen ins Weite zu gehen scheint. Trotz aller Gefährdung richtet er den-Blick auf ein fernes Ziel, nach etwas, was jenseits ist. Das Jenseitige aber verlangt im Gegensatz zu dem bloß umgebenden den großen, nicht den kleinen Gehorsam. Denken, das ist hier anerkennen, das Jenseitige Gehorsam gegen Gott. Jüdisches Denken ist daher nicht betrachten, sondern gehorchen. Jüdisches Denken schließt das Gebot in sich, es ist deshalb dio Gestaltung des Lebens, die Erfüllung und Verwirklichung des Guten. Jüdisches Denken verpflichtet. Und alles Verpflichtende meint den Einzelnen, das Du. Von jedem ist alles gefordert. Keiner kann ihm etwas abnehmen. In der jüdischen Existenz schafft der Einzelne Gemeinschaft, aber die Gemeinschaft schafft nicht ihn. Es gibt nur so viel Gesamtheit, wie es Einzelne gibt, die ..jüdisch denken. Jüdische Existenz, so schloß Dr. Baeck seinen mit größter Anteilnahme aufgenommenen Vortrag, ist immer. Existenz vor Gott, nicht in Gott. Darum ist der Jude im Letzten über das GefOhrdendo erhoben und hinausgeführt. Aber deshalb kann man auch nicht mit dem Herzen ein Jude und mit dem Kopf etwas anderes sein oder umgekehrt. ■ In der' Nacht zum 28. Mai sind auf dem jüdischen Friedhof in 01 d e n b u r g zahlreiche Gr_a_bdenkmaler umgeworfen und zertrümmert worden. Köln. Im Anschluß an die Vorgänge'in München, wo dio Polizei gegen Störer der öffentlichen Ruhe und Ordnung vorging, veröffentlicht der „Westdeutsche Beobachter" in Köln unter der Uberschrift „Fcnsterseheibonkricg? Antisemiten, herhören!" einen Artikel, in dem es u. n. heißti* „Unter der' Parole, den antisemitischen Kampf vortreiben zu wollen, hatten dunkle Elemente die Empörung ausgenutzt, dio über eine Reihe jüdischer Verbrechen in weiten Bevölkerungskreisen bestand, und bei allen möglichen Gelegenheiten systematische Terrorakte inszeniert. In einer Reihe von Füllen waren Schaufensterscheiben großer jüdischer Geschäfte eingeschlagen und damit erhebliche Werte vernichtet worden'. Inanderen füllen hatte man in jüdischen Geschäften Tumulte entfesselt, Gegenstände demoliert und die einschreitende Polizei bedroht." Als man sich dio Drahtzieher dieser Vorgänge näher'angesehen habe, habe mon entdeckt, daß es sich um Staatsfeinde gehandelt habe, dio sich aus irgend welchen Gründen an den NSDAP rächen wollten und mit ihrem Treiben, willkommenes Hetzmaterial für die Emigrantenprcsso zu schaffen' dachten. „Die Juden aber lachten sich ins Fäustchen, denn ihnen war meist nichts geschehen, die Schaufensterscheiben mußte die deutsche Versicherung bezahlen, und im übrigen hatten sie erreicht, daß die nationalsozialistische Polizei in einen künstlichen Gegensatz zur Bevölkerung gebracht wurde! Obendrein setzte aber eino rege Flüsterpropaganda der „christlichen" Freundo der Judenschaft 'ein: „Seht die armen Juden, wie sie verfolgt werden" . . . „Wir wissen aus langen Kampfjahren, daß die Juden immer in für sie kritischen Augenblicken einen Ausweg nach der Parole „Holtet den Dieb" suchin. Als die nationalsozialistische Presse die froßen Judenskandale, die sich um die Namen Barmat, Kutiskcr, klarck, Bauer, Heilmann usw. ranken, aufgedeckt hatte,fgeschahcn Slötzlich mit seltsamer Folgerichtigkeit die berühmten „Scbänungen jüdischer Friedhöfe". Damit war dann für die ganze Systempressc der Ton angegeben: Nazis schänden FriedhöfeI Der Jude hatte die Aufmerksamkeit von sich abgelenkt und, obendrein seinen Gegner. Nmit Erfolg diffamiert. So wie' damals bestellte Judenknechte die^riedhof„schändimgen" durchführten, so besorgen auch heilte die Leute, die mit ihren Angriffen auf Schaufensterscheiben den antisemitischen Kampf der Partei in . Mißkredit bringen, tatsächlich die Geschäfte der Juden . . . Die Judenfrago als eins dor brennendsten Probleme unseres Volkes wird nicht durch Straßenterror entschieden, sondern durch systematische, nie erlahmende' Aufklärung unserer Volksgenossen und eine nachhaltige persönliche Schulung der Unbelehrbaren. Wenn wir Deutsche den Juden ablehnen, dann kann der Volksfeind in Deutschland nie wiedor etwas werden. Wenn unser Volk lernt, jeden Verkehr mit Juden als unehrenhaft zu empfinden und in jedem Kauf in einem jüdischen Geschäft das Vergehen gegen die Volksgemeinschaft sieht, dann wird uns der Jude von selbst den Rücken kehren. Unser Volk ober ist allein für alle Zeit gefeit gegen das jüdische Gift, wenn es das jüdische Wesen erkannt hat ..." Zum Schluß heißt es: „Deutschland ist in allen Konsequenzen antisemitisch I Es läßt sich auf diesem Wege durch nichts irre machen, auch nicht durch zorschlagcne Fensterscheibenl" ■ Staatsminilter Wagner zu den Münchner Vorfallen Wie dos „Berliner Tageblatt' meldet, hat der bayerische Innenminister und Gauleiter Wagner zu den Münchencr Maßnahmen gegen eigenmächtige antisemitische Aktionen Stellung genommen. Er erklärt darin u. a.: Das Resultat der nationalsozialistischen Revolution habe für das Judentum darin zu bestehen, daß heute in Deutschland nach einem Programm regiert werde, . in dem die Brechung des jüdischen Einflusses einer der wichtigsten Punkte sei. Trage das Judentum in seinem Gebaren dieser unwiderruflichen Entwicklung nicht Rechnung, so habe es das erneute Anwachsen einer antisemitischen Welle auf sein eigenes Schuldkonto zu setzen. Wenn er als Innenminister trotz dieser Erkenntnis in seinem „Erlaß gegen Tcrrorpruppen in München" gegen antisemitische Ausschreitungen vorgegangen sei, dann nicht, weil eidys Juden unter seinen besonderen Rechtsschutz stellen wolle; sondern deshalb, weil 1. dieso Die Entwicklung Palästinas Memorandum der Jcwigh Agency an die Mandatskommission Genf. Die Jewish Agency for Palestinc hat dem Generalsekretariat des Völkerbundes, wie alljährlich, ein Memorandum über die Entwicklung Palästinas im abgelaufenen Jahre als Infonnationsmatcrial für die Mandatskommission, die am 3. Juni, 11 Uhr vormittags, zu ihrer ordentlichen Tagung zusammentrat, übergeben. Die Zahl der jüdischen Bevölkerung Palästinas Endo 1934 wird in dem Memorandum mit 300000 angegeben gegenüber einer Bevölkerungszahl von 245 000 Ende 1933. 42 359 jüdische Einwanderer hätten im Jahre 1934 in- Palästina ihre Heimstätte gefunden. Die Einwanderer kamen aUB etwa 50 verschiedenen Ländern, hauptsächlich ,aber aus, Polen und Deutschland, die 60 o/o der Gesamteinwandererzahl stellten. Dio Zahl der eingewanderten Juden deutscher Stdotsnngch 0 ri gkc i t .betrug 6941, die Gesamteinwanderung aus Deutschland einschließlich der Einwanderer anderer Staatsangehörigkeit 9 429. Die Gesamtzahl der jüdischen Siedlungen ist zurzeit 160; der im jüdischen Besitz befindliche landwirtschaftlich! genutzt» Boden umfaßt 1300 000 Dunnm mit einer Bevölkerung von 70 000 Seelen, von denen 40 000 landwirtschaftlich tütig sind. Rund 200000 Juden, zwei Drittel der jüdischen Bevölkerung, sind in den Städten Tel Awiw, Jerusalem, Haifa und Jaffa konzentriert. 170 neue Industriebetriebe wurden im Jahre 1934, vorwiegend durch Neueinwanderer, errichtet. Argentinien ift bereit . zur Aufnahme von Auswanderern aus Deutschland Buenos Aires. Anfang Juni wird sich der Völkerbunds-Oberkornmiasar für Auswandererfürsorge nach längerem Aufenthalt in Südamerika, wo er mit einer Reihe von Regierungen Verhandlungen betreffend die Unterbringung der Auswanderer aus Deutschland geführt hat, nach New York zurückbegeben. Augenblicklich weilt Oberkommissar MacDomtld in Brasilien, um die mit der dortigen .Regierung im April aufgenommenen Verhandlungen^ zu , Ende zu fuhren. Vorher war. er in Uruguay, .wohin, er sich nach einem dreiwöchigen Aufenthalt in Argentinien begeben hatte. Art des Kampfes der großen und bisher siegreichen nntionalzozialistischen Bewegung unwürdig sei,, 2. durch solche Terroraktionen das Ansehen der' Staatsautorität schwer gefährdet und dadurch indirekt die nationalsozialistische Aufbauarbeit in Mitleidenschaft gezogen werde, und 3. ein solcher Kampf das Juden- tum nicht treffen könne; denn den Schaden für zertrümmerte1 Fensterscheiben zahlten schließlich die Versicherungen, den Schaden aber, den das deutsche Volk und sein neuer Staat durch Beschädigung seines Ansehens in der Welt erlitten, habe -. dos gesamte deutsche Volk und nicht das Judentum zu bezahlen. „Mit Juden gibt es kein Kompromiß" RcichsBtnttltaltcr Mutschmonn über die Judenfrage Dresden. Wio „Dor Freiheitskampf" in Dresden berichtet, hielt Rcichs8tatthalter und Gauleiter Mutschmann auf einer nationalsozialistischen Kundgebung in Dresden eino Rede, in der er noch dem Bericht des Blattes über die Judenfrage das Folgende sagte: „Mit derselben Unerbittlichkeit, wie gegenden Marxismus aller Schattierungen, kämpfen wir gegen seinen Erzeuger, dos Judentum. Wenn die. Blumenthals und Rosenfelds und Apfelbaums glauben, unser Antisemitismus werde sich schon im Laufe der Zeit legen und sio könnten eines Tages den ahnungslosen Deutschen wieder dos Fell über die Ohren ziehen, dann täuschen, sie sich gewaltig. Mit Juden gibt es für den Nationalsozialismus kein Kompromiß, und ich verlange von jedem Parteigenossen, daß er in dieser Frage, wie in jedem anderen Grundsatz der Bewegung^ nicht um einen Finger breit nachgibt. Wir haben das öffentliche Leben nicht von diesen Fremdrossigcn gereinigt, daß sie als Parasiten der deutschen Wirtschaft unser Volk erneut aussaugen. Eigentlich müßte schon jeder Volksgenosse so .w$it sein, daß er nicht mehr beim Juden Kauft; von den Parteigenossen aber erwarte ich unter allen Umständen, daß er das jüdische Warenhaus und den Juden in jeder anderen Betätigung meidet. Mögen die Juden beim Juden kaufen; der deutsche Mann, die deutsche Frau gehören zum deutschen Kaufmann." Keine Reklame jüdifcher Firmen bei der Reichsbalm Dortmund. Wio die „Westfälische Landeszeitung — Rote Erde" in Dortmund mitteilt, ist sie im Anschluß an Anfragen über die Reklame jüdischer Firmen auf der .deutschen Reichsbahn dicserhalb an dio maßgebenden Stellen herangetreten. Sio hat vor kurzem von der Hauptverwaltung der Deutschen Rcichsbahngesellschaft in Berlin ein Schreiben erhalten, in dem es heißt: „Wio wir bereits in unserem Schreiben vom 31.'August 1934 ausgeführt haben, darf Reklame jüdischer Firmen auf Reicbsbahngebiet nicht mehr zugelassen werden. Dieses Verbot haben, wir im Hinblick auf 'Verfügungen des Rcdchswirtschotoministeriums insofern; gemildert, oh in den Füllen, in denen der Name eines Unternehmens nicht auf jüdische Abstammung schließen läßt, von einem Nachweis der Arioreigenschaft abzusehen ist. In dem vorliegenden Falle war dor Deutschen Eisenbahu-Rcklame G. m. b. H. nicht bekannt, daß die Firma Gebr. Kaufmann ein jüdisches Unternehmen' ist. Da der Name nicht auf jüdische Abstammung hinweist, ist dor getätigte Vertragsabschluß nicht zu beanstanden. Auch ist eino vorzeitigo Aufhebung des rechtsgültig abgeschlossenen Vertrogcs nicht möglich, ohne daß Schadenscrsatzforderungcn gestellt werden. Im übrigen ist bereits zueesagt, daß eino Verlängerung des Vertrages nach Ablauf nicht in Frage kommt. Wir glauben daher, daß der Anregung der Westfälischen Landeszeitung damit in vollem Umfange Rechnung getragen ist." Die „Westfälische Landeszeitung" bemerkt hierzu: „Es ist also zu erwarten, daß auch dio Deutsche Reichsbahn jetzt dazu übergeht, Reklameschildcr jüdischer Firmen endgültig dort zu entfernen, wo solche noch vorhanden sind." Vor seiner Abreise aus Buenos Aires erklärte James G. MacDonald, daß dio argentinische Regierung der Forderung, einer bestimmten Zahl von Auswanderen aus Deutschland Niedcrlassungserlaubnia zu gewähren, freundlich gegenübersteht. Arbeitstagung des PrenJßifchen Landesverbandes Der Preußische Landesverband jüdischer Gerne indon hatte die' Vorständo der Provinzialverbände sowie dio Bezirksrabbiner nach Berlin einberufen. Der Vorsitzende der Westfälischen Synagogengemeinden, Rechtsanwalt Dr. Willy Katzenstein - Bielefeld, ging auf die Fragen der Uberalterung (Sterbeüberschuß) der Aus- und Abwanderung ein, den dadurch bedingten Rückgang der Seelenzahl und der immer Schwieriger werdenden »ocisorgcrischcn Betreuung. Der Preußische Landesverband habe dankenswerterweise durch die Schaffung der Bezjrksrabbinate eine wirkliche Durchdringung der Provinzgemeinden mit jüdischem Leben angebahnt und zu einem erheblichen .Teil erreicht. Bezirksrabbiner Dr. S. Auerbach, Recklinghausen, erörterte insbesondere die Frage der Predigt, der Scelsorgo. und des Religionsunterrichtes, der Schulinspektioneni der Arbeitsgemeinschaften; AnstoltäseclBorge, Jugendarbeit und dio weiteren Gcbido der dem Bezirksrabbincr obliegenden Sozialarbeltj während Bezirksrabbiner Dr. Josne-Schncidemdhl besondorsMiuf die nichttheologiBchen Arbeitsgebiete des Bezirksrabbiners einging. Rabbiner Dr. Gallinor, der sich um. die Einrichtung der Bczirksrabbinate besonders müht,, wurde der Dank für seino Tätigkeit ausgesprochen. Ende Juni feiert der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden sein lOjährigcs Bestehen. Seit dieser Zeit amtieren ununterbrochen als', Präsident des Landesverbandes Kammergerichtsrut i. R. Leo Wolff, und als Vizepräsident Rechtsanwalt Dr. Alfred Klee- Jüdischer Kulturbund Blicln-Rulir. Konzert: Hormana Schey(Goaang), ■Alico Kriegqr-Iaaao (Klavior) in Rocklinghnusen: 12. Juni, 20.80 Uhr, Jüd. Gomcindehaus; in Gelaenkii-ohen: 13. Junij 20.80 Uhr, Loge. ■ Walthar Hortacr spricht aus Werken jüdischer Autoren in Duisburg, 11. Juni, 20.30 Uhr, Thoodot-Läuter-Haus, in' Aachen: 12. Juni,' 20.30 Uhr, ßtüdt. Konzbrthaus. „Spiel im SohloO'V Lnataplel von Frans-Moldar, in Esson: 13. Juni, 20.80 Uhr, Jugendheim. .... , , .. . , , r,'