Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 21 (22.5.1935)
- Date
- 1935-05-22
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/4109741-2613367-2613387--334-2615163- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Es wird gemeldet: ■ In Hamburg wurde durch Vertagung der Polizeibehörde der Bürgerverein für Harvestehude und Roter Baum mit sofortiger Wirkung aufgelöst und verboten, weil sein Bestehen und seine Tätigkeit den staatlichen Interessen zuwiderläuft. Als Grund wird in der Verfügung die jüdische Zu- .sommensetzung des Vereins angegeben. Die Juden konnten heute nicht mehr als Staatsbürger angesehen werden, Bondorn seien noch allgemeiner Auffassung nur deutsche Staatsangehörige jadischen Volkstums. * ■ Der Polizeipräsident von Berlin veröffentlicht wiederum eine Liste von 56, meist nichtarischen Personen, denen dio zwischen 1918 und dem 30. Januar 1933 erworbene preußische Staatsangehörigkeit oder die eines anderen deutschen Landes "a h e rk a n n t worden ist. ■ Bei der Einweihung des, neuen Glogauer Bahnhofs kam es zu P ro t e 81 fc-iin d g c bu'n%'elr der- Bevölkerung;- weil 'fest-' gestellt wurde, daß die Reichsbahn für Reklame an hervorragender Stelle einem bekannten jüdischen Warenhauskonzern Platz zur Verfügung gestellt hatte. * B) Die Stadtverwaltung von Ulm hat beschlossen, den Juden den Zutritt zu den städtischen Badcanstalten zu Bpcrren. * ■ Wie das Deutsche Nachrichtenbüro mitteilt, wurde der Geschäftsführer der New York Timca-Bilddienst G. m. b. H., Julius Bolgar, ein ungarischer Staatsangehöriger jüdischer Abstammung, aus dem Reichsgebiet ausgewiesen, weil er ,,zu wiederholten Malen seiner gehässigen und feindseligen Einstellung gegenüber dem neuen Staat und seinen führenden Männern Ausdruck gegeben hat, die ein Verbleiben Bolgars in Deutschland völlig unmöglich machen." * RS Unter der Uberschrift „Wir weinen ihnen nicht nach!" meldet die „Fränkische Tageszeitung", daß laut einer vom Statistischen Rcichsamt durchgeführten Sondererhebung die Zahl der Juden in der Stadt Nürnberg von 1925 bis 1933 um 1101 zurückgegangen ist. 1933 wurden dort bei einer Bevölkerung von 410 438 7502 Juden gezählt. * ■ ■9 Der 19. Zionistcnkongrcß ist, wie das Zionistische Zcntralbüro in London mitteilt, für den 27. August nach L u z c r n einberufen worden. » 0 Dos Krcisgcricht in W i 1 n a hat den verantwortlichen Schriftleiter des jiddischen Blattes „W i I n c r T o g" wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes zu einem Monat Gefängnis mit zweijähriger Bewährungsfrist verurteilt. Das Blatt hatto, der „Frankfurter Zeitung" zufolge,. einen Artikel veröffentlicht, in dem eine den Fahrer und Reichskanzler beleidigende Stelle enthalten war. ■ . .• * ■ . ■ Bei der Wiedereröffnung der Bukarester Universität, die , einen Monat lang wegen antisemitischer Exzesse gc- Bchlbssch'-Wr, ist es'aborniilS'zu juilehfeindTichen Kundgebungen der Hörer der medizinischen Fakultät gekommen. Daraufhin wurde eine neuerliche Schließung der Universität angeordnet. * ■9 Der Präsident des Jüdischen Konsistoriums in Brüssel, Jacques May, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Er war ein Bruder des vor einiger Zeit verstorbenen belgischen Gesandten in Washington, Paul May. « ■ Wie aus Amsterdam berichtet wird, hat Königin Wilhclminc von Holland die Ernennung der jüdischen Gelehrten Professor Lcvi-Civita in Rom und Professor W c y 1 in Princcton zu auswärtigen Mitgliedern der Kgi. niederländischen Akodemic der Wissenschaften bestätigt. * 0 Wie der Amalcrdnmcr Jta-Vcrtrcter erfährt, hat der holländische Außenminister de Gracff eine ihm überreichte Petition, in der verlangt wurde, Holland solle im Völkerbund eine internationale Regelung der Ticrschlachtmcthodcn, unter Ausschluß der jüdisch-rituellen Schächtmethode, beantragen, in ablehnen d-c m Sinne beantwortet. Auswanderung nach Übersee Auswandcrcrfursorge durch HICEM Paris. Wie das Pariser Hauptbüro für Auswandcrcrhilfsorganisation HICEM mitteilt, hat die Direktion des HICEM auf einer Sitzung des Verwaltungsrats in London einen Bericht über die Fürsorge für jüdische Auswanderer gegeben, auB dem zu entnehmen ist, daß im Jahre 1934 durch HICEM 4960 Juden aus Osteuropa in die verschiedensten Länder befördert worden sind. Dazu kommen 4643 aus Deutschland stammende Auswanderer, so daß insgesamt 9603 Porsonen bofördort worden sind. Von den Auswanderern aus Deutschland sind 2581 in überseeische Länder gegangen, davon 1401 nach Palästina und 818 nach Brasilien. In den ersten drei Monaten des Jahres 1935 sind durch HICEM 1525 Auswanderer aus " Osteuropa, davon 872 nach Palästina und 250 nach Argentinien expediert worden. Von den zwischen dem 1. Januar und 26, April 1935 fortgesofückten' 1176 deutschen Auswanderern sind 698 nach Ubersee gegangen, davon 551 nach Palästina. Die Gesamtzahl der deutschen Auswanderer; die in der Zeit zwischen April "1933 bis zum 26. April 1935 durch HICEM befördert worden sind, beträgt 11561. Davon sind 3919 nach Ubersee gegangen, von ihnen wiederum 2480 nach, Palästina und 1439 nach Nord- und Südamerika und anderen Kontingenten. Aus. dem Bericht der Direktion des HICEM geht weiterhin hervor, daß 1934 nach Argentinien 2215 und nach Brasilien 3794 jüdische Auswanderer gekommen sind. * New York. In dem Bericht der Hcbrcw Shcllcring and Immigrant Aid Society (Ilios) für den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Mttrz 1935 wird mitgeteilt, daß in diesem Vierteljahr 1888 jüdische Ausländer in den Vereinigten Staaten eingetroffen sind. Von ihnen waren 1166 Einwanderer und 722 vorübergehende Besucher. Ein erheblicher Teil der Einwanderer stammte aus Deutschland, von wo die Betreffenden unmittelbar oder nach einem Zwischenaufenthalt in den Nachbarländern nach Amerika gekommen waren. Rabbiner im Trauerzug Die Bcisetzungsfeierlichkcitcn für Marschall Pilsudski Warschau. An den Feierlichkeiten anläßlich der Uberführung der Leiche Märschall Pilsudskis vom Belvcdere-Palais zur Aufbahrung in der St. Jans-Katliedralc und von dort zum Bahnhof, von wo aus der Kondukt nach Krakau weitcrgelcitct wurde, nahmen Vertreter der repräsentativen Körperschaften des polnischen Judentums und aller bedeutenden jüdischen Organisationen teil.. .Eine starke Abo rdnun g des Rabbinats schritt im Trauerzug mit., An dem Spalier auf dem Wege vom Palais zur Kirche beteiligten sich auch die Sc hü I c r der jüdischen Schulen. Das Rabbinot hat für die jüdische Bevölkerung eine vierwöchige Trauer angeordnet. In der Trauerzeit dürfen keinerlei jüdische Festlichkeiten, Hochzeiten usw. veranstaltet werden. An jedem Sabbat, Montag und DonnerBtag werden wahrend der" Trauerzeit in allen Synagogen und Bcthäuscm Trauer- und Gedenkgebete gesprochen. Am Freitag, dem Tage der Uberführung nach Krakau blieben' sämtliche jüdischen Geschäfte und Werkstätten geschlossen. In allen Synagogen brannten wahrend des ganzen Tages Kerzen zum Gedächtnis des verstorbenen Marschalls. Anläßlich der Beisetzung der sterblichen Überreste des Marschalls Pilsudski in Krakau, fanden in allen Synagogen feierliche Trauergottesdienste statt. An dem Leichenbegängnis nahmen Rabbiner und Gcmcindcvorsitzcndc aus allen Teilen Polens teil und legten Kränze an der Ruhestätte nieder. eigene Theater dcB „Jüdischen Kulturbundes Berlin", das im Winter allabendlich mit Ausnahme des Freitagabend gespielt habe und dessen Spielpläne mit seinem, des Staatskommissars, Einverständnis aufgestellt worden seien. Weiter werden die Konzert-, Tanz- und KleinkunBtabcnde und die ähnlichen Veranstaltungen der jüdischen Kulturbünde in Breslau, Frankfurt a. M., Hamburg, Kassel usw. erwähnt. Der zentrale Geschäftsführer sei der frühere Intendant der damals Städtischen Oper in Berlin, Dr. Singer. Seine Mitarbeiter seien u. a. Kapellmeister Rosenstock, Juüub Bab, Max Osborn, Dr. Levic, Arthur Elbesser. Die durch diese Organisation geschaffenen Möglichkeiten auf dem Gebiete der Besch äftigungtjüdischer Künstler hätten wiederholt zur Beirundung «er Anerkennung bei den maßgebenden staatlichen Stellen geführt. Ghassidim gegen Rabbiner bedauerliche Ausschreitungen in Warschau Warschau. In den letzten Tagen ist es in Warschau zu bedauernswerten Ausschreitungen gegen einige Mitglieder des Rabbinatskollegiums gekommen. Die Exzesse wurden von einer Gruppe von ChaBBidiin gegen diejenigen Rabbiner verübt, die einen Aufruf zugunsten des Jüdischen Nationalfonds unterzeichnet haben. Dio Demonstranten belagerten die Wohnungen der betreffenden Rabbiner und fordorten diese auf, ihre Unterschriften zurückzuziehen. Als dieses Aosbin«« zurückgewiesen wurde, nahm 4ie Menge 'eine drohende.. Haltung an und ließ sich zu schweren Beschimpfungen der Rabbiner hinreißen. Die Kundgebungen wurden im Gebäude der Warschauer Gcmeindcverwa 1 tun g wiederholt. Dort drangen .die .Demonstranten, nachdem sie auf den Korridoren Aufrufe zu einer Protcstvcrsammhim» verteilt hatten, in die Rabbinatskaazlei ein', zertrümimerteh zum Teil die Einrichtung ünd r beschimpften die anwesenden Rabbiner. Es kam zu Tätlichkeiten, denen durch Polizei ein Endo gemacht wurde. Neue Straßennamen in Fürth Nürnberg. Im Zusammenhang mit der jetzt erfolgton Umbenennung von Strußen* in Fürth,- die bisher Namen jüdischer Persönlichkeiten getragen haben, schreibt die „Fränkische Tageszeitung" u. a.: „In Fürth will kein Mensch etwas von einem Herrn „Sigmund Nathan", „Berlin", „Bendit" (müßte ja wohl eigentlich „Bandit" heißen), „Berolzheimer", „Bamberger", „Neumann" und „Königswarter" mehr wissen, um nur einige aus der Reihe der ehemals. so „wohltätigen" israelitischen Mitbürger zu nennen, übrigens kennen wir die hebräische Wohltätigkeit recht genau. Auf sie paßt dos Wort: „Er gibt mit einer Hand, stiehlt zehnfach mit der andern". Und so weint kein Mensch den verschwundenen Straßennamen nach, ebensowenig wie den entschwundenen Juden . . . Das war ein Stadtratabeschluß, der aufs freudigsto zu hegrüßen istl Fürth ist nunmehr wieder einen Schritt weiter in der „Judenreinigung", wenigstens von den Straßenschildern Bind die Juden verschwunden." Die jfldirdien Kulturbünde Unterredung des „Film-Kurier" mit Staatskommissar Hüntel Wie kürzlich' gemeldet, wurde auf einer Tagung, die Ende April in Berlin im Beisein von Vertretern der staatlichen Behörden sowie je eines Delegierten der Reichsvertretung der deutschen Juden und des Vorstandes der Borlincr Jüdischen'Gemeinde'statt-' fand, ein Reich»vorband der- Jadischen Kulturbünde in,Deutschland, mit dem Sitz in Berlin gegründet, dem bisher'36 Kulturbünde mit einem Tätigkeitsbereich., in 49 Städten angehören'.; Über diese'■ Organisation veröffentlicht der „Film-Kurie r" "eme. Unterredung ' mit dem soeben vom Reiihsminister für^ Volksaufklärung und Propaganda zum'RelchsgeschäftsfObrer der' Reicnsk^Itokuinmer ernanuten Staatskommissar Hans Hinke 1, der von 1933'bis jetzt'im Einvernehmen mit "den zuständigen Behörden die kulturcllo Betreuung der in Deutschland verbliebenen Juden Innegehabt habe. In der Unterredung bemerkt Staatskommissar Hinkol u. a., es sei dem „Jüdischen Kulturbund" die Auflage gemacht worden, nur, mit J.uden.'f.Oj .Juden zu arbeiten. Dabei sei der Begriff,. „Juden"', dem '^chto'riorbcgrif f1 des, Berufsbeamtengesetzes gleichgestellt' worden^'1 'Der''Siä'atskomini8sar'' ^rwahnt' dann'"dal Die ZululTmig -von Zahnärzten und Dentiften zu den Krankenkaffen Im „Rcichsgcsctzblatt" wird eine vierte Verordnung über die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen veröffentlicht, durch die Bestimmungen vorangegangener Verordnungen zusammengefaßt und teilweise ergänzt werden. Die Zulassung von Zahnärzten und Dentisten zur Tätigkeit bei den Krankenkassen ist von der Eintragung in ein. Register abhängig gemacht. Die Eintragung ist nur zulässig, wenn der Antragsteller und Bein Ehegatte arischer Ab- . stammung sind./Die durch .die dritte Verordnung vom 13. Februar 1935 aufgehobene Ausnahme, wonach die nidbtarischo Abstammung kein Hindernis für dio Eintragung ist, wenn die Antragsteller im Weltkriege auf seiten des. deutschen Reiches oder seiner r Verbündeten. > teilgenommen haben oder wenn ihre Väter oder Söhne im Weltkriege gefallen sind, fällt weiterhin fort ,so daß in Zukunft auch jüdische Frontkämpfer mit einer Zulassung nicht rechnen können.. Dagegen wird 'durch 8 40 der. neuen Verordnung klargestellt, daß diejenigen jüdischen Zahnärzte und Dentisten,: die beim Inkrafttreten der Verordnung, dem 16. Februar 1935, im Register eingetragen waren, zu den Krankenkassen zü,go lassen T> leiben. Andererseits werden durch diese Bestimmung .jüdische .Kriegsteilnehmer, die nicht Frontkämpfer sind, aber bisher zur Hilfeleistung für dio Zahnbehandlung bei einem Kassenzahnarzt oder Kassendentisten herangezogen werden konnten, in Zukunft niöht mehr eine'Ausnahmebehandlung erfahren. .' 7 Kronfelds Segelflug London-Paris '" Paris. Der bekannte österreichische Segelflieger Kronfeld hat dio Strecke London—Paris'in. einem Segelflugzeug mit einem, Liliputmotor von 5 PS Starke durchflogen.. Kronfela traf abends 7.15 Uhr von dem Londoner Flugplatz Croydon in Le BoUrget ,ein. Infolge der geringen Star^e.aei Mo,tora,.kostete der ganze ' FW nur';, ß.:S&ÖÄ«^ Maximum an Billigkeit darstellt. Kronfeld ist bekanntlich Jude. Die Auswandererfürforge des Hilfsvereins Ober 100 000 Menschen wurden beraten In einer Sitzung des Geschfiftsführenden Ausschusses des Hilfsvereins der deutschen Juden unter dem VoV-. sitz von Herrn Max M. Warburg teilte der Vorsitzende mit, daß der Gcschäftsführcndc Ausschuß durch folgende Herren erweitert wurde: Generalkonsul Siegfried Aufhäuser - München; Siegfried Bieber, Dr. Alfred K 1 c c - Berlin; Emil Oett i n g c r - Frankfurt a. M.; Moritz Roscnthal, Direktor Heinrich S t a Ii 1 - Berlin; Friedrieh A. S t r a u s - Karlsruhe; Gustav Würzwcilcr - Mannheim. Anschließend ' erstattete der Generalsekretär Dr. Weschnitz c r einen Bericht über die Tätigkeit des Hilfsvercins. Er gab eine Darstellung der Auswandcrerfürsorgc seit April 1933. Angesichts der nicht nur auf dem Kontinent, sondern auch in den überseeischen Ländern bestehenden Einwandcrungs- und Niedcrlassungsbcdingungcn war dio Arbeit des Hilfsvereins besonders schwierig und verantwortungsvoll. In dem Zeitraum bis 31. März 1935 wurden über 100000 Menschen beraten und mit Informationen jeder Art versehen. 11416 Personen konnten die Auswanderung dank der Finanzierung durch den Hilfsvcrcin antreten. Größer war die Zahl derjenigen, die ein planmäßiges Auswanderungsvorhaben erst nach Einholung umfassender Informationen durch den Hilfsverein verwirklichen konnten. Die Auswanderung nach Ubersee erstreckte sich auf etwa dreißig Länder. Von anderen Arbeitsgebieten erwähnte Dr. Wischnitzer noch die Studentenfürsorge. Neue Lehrfarm für jüdifche Jugend aus Deutfchland Kaunas. Vor einigen Tagen ist aus Berlin und anderen Städten des Reiches eine dritte Gruppe deutsch-jüdischer Jugendlicher zur beruflichen Ausbildung an den Anstalten des OUT in Litauen abgereist. Die 35 Teilnehmer, darunter eine sechs Fruuen zählende Gruppe, begibt sich nach dem' Gute K a 1 i n o w o bei Kaunas, wo Bich die zweite landwirtschaftliche Schule und Farm des ORT befindet. Die überwiegende Mehrheit der Teilnehmer setzt sich aus früher im Handel Beschäftigten zusammen. Das Gut Kalinowo zählt zu den Mustergütern LitoucnB. Dor hier eingerichteten Schule des ORT stehen 120 ha Boden nebst reichem lebenden und toten Inventar, Milch- und Geflügelzucht- Wirtschaften, Gemüse- und Obstgärten zur Verfügung, fornor ncuangclegtc Bienenstöcke. Somit ist der deutsch-jüdischen Jugend die Möglichkeit gegeben, sich in sämtlichen Zweigen der modernen Landwirtschaft auszubilden. Hans Ullftein geftorben In aller Stille hat die Beisetzung Hans Ullsteins stattgefunden, der im 77. Lebensjahre in Berlin gestorben ist. Hon» Ullstein war im Jahre 1889 in die Vorlagsfirma seines Vaters Leopold Ullstein eingetreten und hat dem Unternehmen bis zu seinem Ausscheiden mit unermüdlicher Arbeitskraft gedient. Er war geborener Berliner und hatte die ersten Jahre seiner Kindheit an der FriedrichBgracht verbracht. Nach Absolvierung des Gymnasiums studierte er die Rechtswissenschaften, um sich dann in die Liste der/ Anwälte eintragen zu lassen. Der „Rechtsanwalt" wurde er auch später als Seniorchef des Ullstein-Verlages, genannt, teils aus 'Gewöhnung, vteils zur " bequemen' TÄtereihelduSg'' von'' seinen Brüdern, Der vornehmste Chnrokterzug dieses literarisch und journalistisch geschulten Mannes war sein Wohlwollen. ' Hans Ullstein hat auch lange Jahre das Ehrenamt eines Stadtverordneten im Berliner Stadtparlament bekleidet. Plötzlicher Tod Paul Dukas' Wie aus Paris gemeldet wird, ist dort der französisch; i'üdische Komponist Paul Dukas einem Herzschlag erlegen:!r war im Jahre .1865 in der französischen Hauptstadt geboren und wrtr, neben dem jüngeren" Darias Mllhaud, dem Schöpfer des „Christoph Colümbus", einer der anerkannten Führer der modernen französischen Musik. Paul Dukas, der auch für angesehene Pariser Zeitschriften viel beachtete Musikkritiken geschrieben hat, schrieb u. a. die Ouvertüren zu „König Lear" und „Götz von Berlichingen". Bemerkenswert sind auch seine Klaviorwerke', darunter eine cs-moll-Sonate, Variationen über ein Thema von Rameau. Am bekanntesten geworden sind seine sinfonische Dichtung „Der Zauberlehrling" und seine auch in Deutschland gespielte Oper „Ariane und Blaubort", zu der Maurice Maeterlincks symbolische Dichtung das Libretto abgegeben hat. Auf jüdischem Gebiet hat sich Paul Dukas kompositorisch nicht betätigt. ' . ,i. ,■ ,. , ' . , .! ) ■., «Wir, aus.l,^izzai,gem(;Wet,iwirf, ist-dort: den. Sexualforscher "Magnus Hirschfcld im 69. Lebensjahr gestorben.