Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 21 (22.5.1935)
- Date
- 1935-05-22
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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und setzte sich dort auf den ersten Platz. Weder Lehrer noch Schüler haben daran Anstoß genommen — dn slo annahmen, daß der Vater die Angelegenheit mit dem Rektor wohl in Ordnung gebracht hatte. Und der Rektor 'BcinerseitB, als er davon erfuhr, not die Sache auf sich beruhen lasson. Vielleicht bewunderte er im stillcii den .Knaben ob dieses Schrittes, vielleicht hatte er eine Vorahnung von der künftigen Bedeutung des kleinen Leopold --Sonnemann, des spateren Begründers der „Frankfurter Zeitung". L. S. 40 Jahre an der Bühne Fritz Spiro, der 30 Jahre in Berlin in allen möglichen Rollen, besonders in eleganten österreichischen Typen aufgetreten ist, begeht am 29. Mai sein 40jfihriges Bühnenjubiläum. Am Neuen Theater, so hieß damals das jetzigo Schiffbaucrdnmm-. Theater, trat er zuerst unter Leitung Josef Jarnos in PserrhofcrB '„Flitterwochen" als Portner der unvergessenen;, Niese auf, um flplltcr am gleichen Theater, unter Max Reinhardt, zu wirken. Bei Pr. Zickel im Lustspiclhaus war sein markantester Erfolg im „Feldhcrrnhügcl", eine Rolle, die er in Berlin über 200mal gespielt hat. Zuletzt konnte man ihn in zahlreichen Sprcchrollen im Metropolthcatcr mit der Alpar und Taubor Behen. Im vergangenen Jahr gastierte er mit Tauber im „DreimSdcrlhaus" u. a. in London und Paris. In der Icteten Saison war er als Obcrspiolleitcr und Darsteller am Deutschen Theater in Bielitz (Polcn^ erfolgreich tatig. Spiras 40jflhriges Bühnenjubiläum wird von vielen seiner .Kollegen am Mittwoch, den 29. Mai, .8 Uhr 30, im Dachgarten Leon begangen. E9 wirken mit seihe Tochter Camilla, Rita Atlass, Egon Jaoobsohn, Else Dublon, Max Ehrlich, Dorn Gereon, Wilhelm Guttmnnn, Julius Licban, Willy Prager. QMlflAWfJel: ' Heiratsbeihilfe. Der Geschilftsausschuß der Jüdischen Darlchnskassc G. m. b. H., Berlin, hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, Darlehen bis zu 600 RM. zur Begründung eines ehelichen Hausstands zu gewahren. Antragsberechtigt sind Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, welche die Ehe miteinander eingehen und ihren ehelichen Wohnsitz in Berlin begründen wollen, sobald ein standesamtliches Aufgebot vorliegt. WenigBtcnB einer der beiden Eheleute muß im letzten Jahr vor der Antrag- Stellung in Berlin gewohnt haben. Entsprechende Antrüge sind 'zu richten an d/c Jüdische Därlchnskasso G.m.b.H., Berlin C2, Rosenstraße 2—4. Die Jüdische Darlchnskassc gibt auch Darlehen bis zu 1000 RM. an in Groß-Borlin ansässige selbständige Juden zu rein produktiven (geschäftlichen) Zwecken gegen entsprechende Sicherheiten. E. H, Landau. Für Ihre Zwecke finden Sie dur) Gewünschte in einer ' soeben erschienenen Schrift der Zentralwohlfahrtsstcllc der deutschen Juden und der Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe:, „W a's soll aus uns werden? Zur Berufswahl und ,B e ru f Bum schi chtun g von Juden in Deutschland" von Dr. Otto Ncuburgor. Die aufschlußreiche Broschüre ist zum Proiso von 0,20 RM. ausschl. Porto bei der Zentralstelle für j&discho Wirtschaftshilfe, Charlottcnburg 2, Kantstraßc 158, üu beziehen. . L. R., Berlin. Die Adresse des holländischen Hilfskomitees ist: Amsterdam, s'GravcnBhckje 7. Kulturbund Rholn-Ruhr. Konzert Boris Schwarz: Gelsenkirohen: .22. Mai, 20.80 Uhr, Loge; Duisburg: 2$. Mai, 20.30 Uhr, Theodor' Lautor-Hnus. DIE BIBEL ERZÄHLT Der Wochenabfchnitt Bechuckaufiai verheißt dem jüdischen Volko reichen. Segen, wenn es in den 1 Satzungen des Ewigen wandeln wird und kündigt Israel düsteres Unheil an, falls cb seinem Gott die Treue brechen und seine Gesetze übertreten sollte. Dann folgen Vorschriften über freiwillige Weihcgabon für das Heiligtum, die Form ihrer Entrichtung oder ihrer Auslosung. «> Die Tora spricht., von Lohn und Strafe, je nachdem daB jüdische Volk seinem Gotto gegenüber sich verhalt. Man hat duraus den Schluß gezogen, daß das Judentum keine selbstlose Frömmigkeit kennt und auf die „Rcchenhoftigkeit" des jüdischon GciBtcB hingewiesen. Bei dieser Deutung der Tora ist die Tatsache nicht beachtet, daß hier ein junges, kindliches Volk zur Religiosität erst erzogen werfen mußte und darum Versprechungen und Drohungen unvermeidlich waren. Das Ziel aber, dem die Tora zustrebt, wird von ihr deutlich angegeben. Sie zeichnet uns in Abraham das Vorbild reiner Frömmigkeit. An ihn ergeht der Befehl des Ewigen, sein einziges Kind zu opfern, ohne daß ihm irgendein Lohn verheißen wird, und Abraham ist bereit, dem Willon Gottes zu gehorchen. Was hier in erzahlender Form anschaulich dargestellt wird, sprechen unsere ' Weisen mit den Worten aus: „Soid nicht wie Knechte, die dem Herrn um des Lohnes willen dienen." Aus den Unhcilsverkündigungen unseres Wochenabschnittes spricht glühende Leidenschaft. Wie ein gewaltiger 'Sturm, der sich zu immer größerer Stärke steigert, folgt eine Drohung auf dio andere. Bestätigen diese Worte, in denen sich ein ungebflndigter Zorn entlädt, nicht die Behauptung derer, die den Gott der Bibel einen „Gott der Rache" nennen? Es gehört nicht viel psychologischer Spürsinn dazu, um zu erkennen, daß hinter diesem flammenden Zorn Bich leidenschaftliche Liebe birgt. Mose kennt die Gefahren, denen sein unerfahrenes, in Beinor religiösen Uberzeugung noch nicht gefestigtes Volk entgegengeht. Er weiß, daß es zugrunde gehen muß, wenn es sich selbst nicht treu bleibt. Und weil er um die Zukunft seines Volkes bangt und zittert, malt er ihm in düsteren Farben dos Unheil aus, das es sich selbst bereiten würde, wenn es sich und seinem Gotte untreu würde. Daß hier nicht eine künstliche Deutung vorgenommen wird, zeigen uns mit voller Klarheit folgende Worte unserer Sidra: „Aber selbst dann, wenn sie im Lande ihrer Feinde sind, verwerfe und verstoße ich. sie nicht, indem ich meinen Bund mit ihnen löse, denn ich bin der Ewige, ihr Gott." So spricht nicht ein Gott, der gefühllose, grausame Vergeltung Übt. Hier bricht mit ergreifender Gewalt die Liebe durch. Alle echte Religiosität begnügt sich nicht mit pflichtgemäßen Leistungen, sie geht darüber noch hinaus. Die Formen,, in denen, solch freiwillige Frömmigkeit sich uußert, wechseln. Man baut „einen Zaun um das Gesetz", nimmt »o Verpflichtungen auf sich, die nicht vorgeschrieben sind. Mail vprmchrt die Zahl der gebotenen Festtage. Die schlichtesto Äußerung freiwilliger Religiosität begegnet uns in unserem Wochenabschnitt, in der der Fromme von seinem Besitz eine Gabe dem Ewigen weiht., IÄwkowitz-Berlin. in den Berliner Synagogen mit neuem Ritus § F r e i t a g, 24. Mai. Fasanonstraüe: 6.30 Uhr. Prinzregentcnstraße: 7.13 Uhr. Alle übrigen Synagogen: 7 Uhr. Predigten: Neue Synagoge: Rabb.-Rosenberg, Güttingen. LützoWBtroße: Lewkowitz. Prinzregentenstraße: Galliner. Schmargendorf: Salier. Ansp'r.: Fosanenstraße: Wiener. Levetzowstraße: Saenger. Friedenslempclr Prinz. Liberale Synogoge Norden, Schönhauser Allee 162: 7.15 Uhr: Zimct. Liberale Synagoge Osten, Koiserstraßo 30, 7.30 Uhr: Scheuermann. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176, 7.30 Uhr: Adler. Liberale Synagoge Westend, Koiscrdomm 78, 7 Uhr: Goetz. Liberale Synagoge Weddlng- Rcinickendorf, Exerzierstraße 13, 7.45 Uhr: Oberländer. Jüdische Religionsgemeiride Charlottenburg, SchulBtraße 7, 6.30 Uhr: Pfingst. Jüdiscne Reformgemeinde, JoacWmsthaler Straße 13, 6.30 Uhr: Gottschalk. 1 Sonnabend, 25. Mai. Hauptgottesdienst: 10 Uhr. FrüheottCsdienst: Lindenstraßo, Levetzowstraße, PrinzregcntcnBtraße: 7.30 Uhr. Predigt: Lindenstraße: Weyl. Liberale Synagoge Nordcii: Zucker. Liberale Synagoge Osten: Schtticrraann. Liberale Synagoge Nordost: Zimct (Einsegnung). Jüdische Religionsgcmcindc Charlottenburg: 9.30 Uhr. Sonntag, 26. Mai. Jüdische Reformgemeinde, Johannis- Btraße 16, 10.30 Uhr: Koppel. <MiM.c/eu^MilIieu Es verlobten sich: Herr Julius Harnik mit Fräulein Eva Markt (Breslau). — Herr Paul Mosbach (Köln) ™»t Fräulein Else Lachmann (Beuthen O.S.). — Herr Werner Haase mit Fräulein Elly Rehfisch (Berlin). — Herr Fred Hausnor mit Fräulein Else Levi (München). — Herr Walter Goldschmidt (Frankfurt a. M.) mit Fräulein Hansi Oppenheim (Offenbach a. M.). Es vormählfen sich: Herr Otto Schloß mit Frau Käthe geb. Rosenwald (Hannover). Ein Sohn wurde geboren: Herrn Alfred Weinheber und Frau Trudl geb. Schreiber (Fürth). — Herrn Herbert Hertz und Frau Lore geb. Ucko (München). Eb starben: Bezirksrabbiner Dr. Josef Wohlgemut (Kitzingen). — Herr Max Kallmann (Gleiwitz). — Frau Selma Kretschmer geb. Scheinmann (Karlsruhe i. B.). — Herr Moritz Hpllaender (Bernstadt, Schles.). — Herr Samuel Frohmann (Coburg).— Dr. med..Herbert Waldbaum (Iserlohn). — Frau Fanny Buer geb. Kahn (Essen). — Frau Frida Hirsch geb. Daniel (Schweinfurt). — Frau Mina Pfeiffer geb. Weiß (Landau). 800 Jnhre iQdlsohe Musik. Am Donnerstag! den 23d. M., abends 8 Uhr, findet in der Aula der Vblksaohnls Xalsoratraflo 80 ein Vortrog; dos Kultusroforenten, der Berliner Jüdischon Gemeinde, E. E h r o n - rolohV aber"'.,800 "Jahro jüdisohe HJuilk" (mit Schallplattcn) unter Mitwirkung des. Oberkantors «lohn, Btatt. pery.Eintritt ist frei, Aber nur gegen Karten gestattet, die beim Vorstand clor Liberalen Synagoge Osten, ■zü haben -sind. i <■ tmp^eMmswette!BezuqsqueUea BERLIN Schneidern WüschenlUleh, Platten, Zuschneiden, private Lehrgänge Frieda HiWer.Tauentzlenstraßeö •Telefon B 4 Bavarla 0130 H Autobereifung j Autobereifung, Vulkanisier-Anstalt Klaaalbacjh.'Charlottgnniirg, Kantatr. 42 Speiial-Profilieren garantiert rutachlrel von 1.— an. Reparar. «ämtl. Autoreifen An- und Verkauf gebr. Reifen. C 1 0179 | Auto-Fahrschulen "| Auto-Fahrschule „Sport" Inb. Bberlng. 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