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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-05-22 · 21 (22.5.1935) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
21 (22.5.1935)
Date
1935-05-22
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Beilage 22. Mai 1935 JÜDISCHE ALLGEMEINE ZEITUNG Bücher und Proben JÜDISCHE VOLKSLIEDER Eine der kostbarsten Quollen für Leben, Denkart und Gcluhlsweiae einer Gemeinschaft und zugleich ihr'treuester, unverfälschter Ausdruck ist das Volkslied. Am stärksten ist das Volkslied im ostjüdischen Leben entwickelt. Ludwig St raus 8, Vertreter lyrischer Kuristdichtung von Format,/.hat für die Bücherei dcB Schockcnvcrlagcs, dio damit bereits bei ihrem 30. Bandchen angelangt ist, aua reichen Schützen Jüdische Volkslieder ausgewählt, aus dem Jiddischen über/ragen und mit klugen und aufschlußreichen toxtkritischen Anmorkungen verachen. Neben Liedern, in denen religiöses Empfinden rhythmisch schwingt, nehmen dio Liebeslicder den breiteston Kaum ein. Es ist viel Innigkeit darin, spielerische Zärtlichkeit, Frische und schwärmerische Sehnsucht, Scheu und Scham, aber, auch viel Schwermut und Resignation und Klage, wenn Eltcrnspruch die Liebenden zu trennen auchtl Auch an drastischen Ausbrüchen, an rauhen und krassen Worten fehlt es nicht. Was darauB zu erklären ist, daß das Liebcslicd auf dio üntorston Schichten beschränkt blieb, daß ce von Fuhrknechten, Handwerkern und Mägden gesungen wurde, während das Gefühl der Liebe „sozusagen offiziell nicht vorhanden war und im Leben der Mittel- und Oborachicht keinen sichtbaren Ausdruck fand". Traurigkeit und Seufzer dringen aua Frauentagen, wenn der Glanz der Mädchenzeit verloren und Famiücn&orgcn an acino Stello getreten sind. Ludwig Straüsa hat bei der Auswahl eine glückliche Hand bewiesen; nur hätte man gern gesellen, wenn er auch das eine oder andere Kinder- und Wiegenlied aufgenommen" hätte, an denen diese Litornturgattung so reich ist. Besonders dankenswert, wie er dos Einwirken deutscher Motive auf dio jiddische Volksdichtung im einzelnen nachweist. Viele von den Liedern wurden wahrscheinlich bereits in den deutschen Ghctti gesungen, che die Wanderung der Juden nach dem Osten einsetzte. Aus der Zeit vor sechs Jahrhunderten ist auch in der sprachlichen AusdruckBweisc viel von dem wunderbaren Reichtum dcB Mittelhochdeutschen erhalten, der unter den kulturverwüstondcn Wirkungen endloser Kriege im Neuhochdeutschen vielfach verloren gegangen ist, und den der Jargon gcnflcgt und bewahrt hat. . Noch deutlicher wird dies in der von dem früh verstorbenen Fritz Mordccliai Kaufmann horausgcgcbcncn Sammlung „D i c schönsten Lieder der Ostjuden", die soeben in neuer Auflage im Jüdischen Verlag, Berlin, crachienon ist, und zwar deshalb, weil die Lieder hier im jiddischen Original (mit deutscher Transskription) wicdcrgcgcbon sind. Text und Melodie schöpfen das ganze bunte Leben der Ostjuden aua, mit seiner Freude und seiner Trauer, naiv und ursprünglich, von der religiösen Inbrunst der Chaaaidim bis zum Lied des Abscliied nehmenden Soldaten, vom gefühlvollen Wiegenlied bis zur rhythmiachen Fröhlichkeit bei der Hochzeitsfcicr. Die Benutzung des entzückend ausgestatteten Bändchens wird dadurch erleichtert, daß ilim eine Übersetzung schwieriger Wörter beigegeben ist. Der Lautensatz ist in vereinfachter strenger Form notiert. Er will den geübten Spieler, der imstande ist, sich selber den begleitenden Auadrück zu gestalten, nicht binden, aber dem Anfänger im Lautcnspicl und in der Melodik des jiddischen Liedes das Experimentieren ersparen. Beide Veröffentlichungen, die Neuauflage des Kaufmannachcn Liederbuches und die Sammlung von Strauss, die übrigens dem Gedächtnis dieses Vorkämpfers des jiddischen Volksliedes gewidmet ist, ergänzen einander in glücklichster. Weise.- ' "Aus 'dem Jüdischen' Ijcdcrhuch. des; Schockenverlngcs1 nachstehend, eine l'robe:.' ., Ich bin Judo, weil der Glaube Israels von meinem Geiste keinerlei Verzicht verlangt. Ich bin Jude, weil der Glaube Israels von meinem Herzen jede Entsagung fordert. Ich bin Jude, weil an jedem Orte, wo ein Schmerz blutet^ der Judo blutet. Ich bin JudcV weil in allen Zeiten, wo eine Verzweiflung aufschreit, der Judo\hofft. Ich bin Jude, weil das Wort Israels das älteste und das neueste Wort zugleich ist. Ich bin Jude, weil das Versprechen Israolß das universale Versprechen, ist. Ich bin Jude, weil für Israel die Welt noch nicht vollendet ist: die Menschen sind's, die sie vollenden. Ich bin Jude, weil für Israel der Mensch noch nicht erschaffen ist: die Menschen eind's, die ilin erschaffen. Ich bin Jude, weil Israel über Israel und dio Nationen den Menschen und seine Einheit setzt. . Ich bin -Jude,,, weil Israel über den Menschen, Abbild der göttlichen Einheit, die göttliche Einheit und ihre Göttlichkeit Bct/.t. BERTHOLD AUERBACH ERZÄHLT Ungeachtet aller Wandlungen des Uterarischen Geschmacks, bleibt Bert hold Auerbach bestehen. Wir dürfen den bescheidenen Mann aus dem württembergiachen Schwarzwald, der zu seinen Lebzeiten vom Ruhm cinca deutschen VolkBdichters umstrahlt war, nicht nur mit Stolz zu den Unsrigcn zählen, sondern ilin auch als ein Beispiel dafür ansehen, daß jüdischer Geist und Zersetzung kcinCBWCgs "immer identisch' sind. Aus Bcrthold Auerbachs reichen Schriften hat E. Gut eine knappo Auswahl getroffen, und zwar von solchen Stücken, die jüdische Motive behandeln. Dn lebt das licbciiBwertc Bild der Mutter auf, du hält er Erinnerungen an einen Jörn Kippur oder den Sabbat im Eltcrnhausc wach. Auf jeder Seite begegnen uns jene klugen und gütigen Menschen, die Auerbachs milde, wohlmeinende Persönlichkeit so anschaulich zu schildern weiß. Die Publikation, aus der wir nachstehend ein Stück veröffentlichen, ist als Nr. 6 der Jüdischen Lcschefte im Schockcnvcrlag, Berlin, erschienen und erfüllt ein wirkliches Bedürfnis iiach Lesestoff für jüdische Jugendliche in Schule und Haus. BEllTUOLD AUERBACH: Wie der Weltweife Mofes Mendelsfohn feine Frau gewann Der vielverchrtc Moses Mendelssohn, den man den Sokiutes seiner Zeit nannte, war im Bado von Pyrmont. Hier lernte er den Kaufmann Guggenheim aus Hamburg kernten. „BublH Moses", sagte dieser eines Tages, „wir alle verehren Sie, über mit höchster Begeisterung vorehrt und bewundert Sic meine Tochter. Mir wäre es das höchste Glück, Sie zum Eidam zu haben. Besuchen Sic uns doch einmal in Hamburg." Mosca Mendelssohn war sehr schüchtern, denn er war gar traurig verwachsen. Endlich entschloß er sich doch von Berlin aus zur TO^'*'uWd'n>^%te*"üfi{brwe^'8eineh großen Freund Leasing in Brnunschwcig, wie in seinen Briefen zu lesen ist. Mendelssohn1. kommt in- Hamburg an, besucht Guggenheim in ■ seinem Arbeitszimmer. Dieser sagt: ,;Gchcn Sie hinauf zu'meiner Hasenklage Bin oin armes Hänchen, ein HflschW auf der Woit, Von Schrecken und Pein bin ich rings umstellt. Schrecken und Pein, Schrecken und Pein Muß von aller Welt ich gewärtig-sein.' Bin cht armes Häschen und, ganz allein. ■ . "!■;■!■ iil .. Kommt mir der Winter, der Winter mit dem großen Schnee, Wird mir doch wind und weh; Ja, wind und wehist mir, Daß icli hab kein Quartier. Bin ein armes Haschen undganz allein. Wenn ich so steh, steht auf dem Bcrgo hoch, Jagt so hart mich der Jäger doch, ^Jagt mich übern- Grund Und hetzt auf - mich dio Hund. Bin ein armes Häschen und ganz allein. Wie so schnell schon gefangen, gefangen bin ich, Bringen sie mich in Edelmanns Küch', Schneiden mir das Bäuchlcin ein, Trinken drauf Met und Wein. , Bin ein «mies Hänchen und ganz allein. * AUS JÜDISCHEN QUELLEN Dr. Julfus Höxters fünfbändiges Q u o 11 e n b u c h für jüdische Geschichte und- Liter'a.tur, das nicht nur Schülorn, für die es eigentlich gedacht ist, sondern allen jüdisch Interessierten oin wertvolles, unmittelbares Bild äußeren und inneren geschichtlichen Werdeganges und fahrender.-. Persönlichkeiten vermittelt, ist jetzt in einer komprimierten, einbändigen Ausgabe (im Verlag Kauffmann, Frankfurt a. M.) herausgekommen. Es reicht:von der Begognung Alexandere des Großen mit dem Hohepriester-in Jerusalem, dio Flavius Joscphus in seinen „Jüdischen Altertümern" beschrieben hat, bis zur Annahme des Paktes über die Erweiterung der Jcwish Agency auf dein Zionistcnkongreß 1929 ^in Zürich. Iii übersichtficher. Gliederung bietet das solide 'ausgestattete Buch in Dokumenten, Zeugnissen und Literaturprobon besser als durch mancho erklärende Darstellung einen fesselnden Querschnitt durch jüdisches Geschoben, Erleben und Denken. Auf Wunsch interessierter Fachkroiso bat der. erfahrene Schulmannim Anhang Testproben aus JMischna, Talmud, Schulchan Aruch u. a. veröffentlicht. Aus .dem Kapitel „Dichtor Und "Schriffatcllcr" folgt hier ein Bekenntnis des -'französischen Dichters 'Edniond Flcg. EDMOND-FEEG: ' . Warum ich Jude bin Ich bin Judo, weil ich, aus' Israel geboron, Israel verloren-• hatte unil es in mir -wieder aufleben fühlte, lebendiger, als mein eigenes Selbst.'- .'.: -' - . : Ich bin Jude, ,weil ich, aus Israel geboren,' Israel -wiedergefundeniiabe und -will« ,dal5 es nach mir lebe;- lebendiger als in •mir selbst. , , .. , .; . .; . . . . . .. . Tochter; sio wird eich'sehr freuen, Sie zu sehen. Ich hab© viel von Ihnen erzählt." Mendelssohn besucht die Tochter. Anderen Tages kommt er zu Guggenheim. Dio beiden Männer wissen das Wort nicht zu finden, und Mendelssohn spricht endlich von dem anmutigen und denkkräftigen Wesen der Tochter. „Ja, verehrter Hobbi", sagt Guggenheim, „soll ich Ihnen ehrlich Bogen ..." „Natürlich." RSie -sind ein Philosoph, ein wohldcnkcndcr, weiser Mann, Sie werden,es dem Kindo wohl nicht übelnehmen; sie hat gesagt . ■ . sie aci erschrocken, wio aio Sio gesehen hat, weil Sio . . ." „Weil ich einen so gräßlichen Buckol habe." Guggenheim nickte. „Ich habe mir's gedacht", sagte Mendelssohn; „ich will aber doch bei Ihrer Tochter noch Abschied nehmen." Er ging hinauf in dio Wohnung und setzte sich zu der Tochter, die am Fenster auf erhöhtem Sitz eine Näharbeit in der Hand hatto. Sio sprachen gut und traulich miteinander; al>cr das Mädchen sah nicht auf und traf ihren Besucher mit keinem Blick. Endlich stellte daa Mädchen dio Frage: „Glauben Sio auch, daß die Ehen im Himmel geschlossen werden?" , .. , , iutAltUa ( *,.>vi „Gcwißl Und mir ist noch etwas Besonderes geschehen. Sic wissen, daß nach einer talmudischcn Sago bei der Geburt eines Kindes im Himmel ausgerufen wird: dieser Jüngling erhält jenes Mädchen. Wie ich geboren ward, wurde auch mir meine Frau bestimmt — abet ein Engel fügte gleich hinzu: sio wird leider Gottes einen Buckel haben, einen schrecklichen. — Lieber Gott, hab' ich da gesafft: ein Mädchen, das verwachsen ist, wird gar leicht bitter und hart; ein Mädchen Boll schön Bein. Lieber Gottl Gib mir den Buckel und laß das Mädchen schön und wohlgefällig sein." Kaum hatte Moses Mendelssohn das gesagt, als ihm daa Mädchen um den Hals fiel — und sie ward seine Frau und sie würden ein glückliches Paar. Ferner erfchieneni Dio HoIHgo Solirlft. Non ias Doutsoho Ubortragen- Zweiter Band: Nebiim riachonim VolkBgoschichte. J- Knuffmann Verlan, Frankfurt Jim Main. Abrnlinm lloncliol: M a i m n n i J o a. Eine Biographie. Hrioh Hitihh Vniliig. Berlin. Fninx Rosonjwolg: Ii r i e f o. Unter Mitwirkung von Krnst Simon ausgewählt und herausgegeben von Edith Rosonzwoig. Schookon Vorlag, llorlin. Allalbort Stifter: A b d i a s. Eino Erzählung. Mit einem Nachwort v.iii Margarete Suarnann- Büchoroi des Sahockon Verlages, Nr. 31. Hoinrlohjjomlo: Jüdische Jugend im Aufbruch. J. Knuffiiwinu Vorlagt Frankfurt a. M- S. J. Agnon: Bilwaw Jammim (Im Horton dor Mcorfl), Hebräisch. Schocken Vorlag. Berlin- Monatsschrift tür GoscMchto und Wissenschaft des Judentums, 97. Jahrgang, Heft 2, Maimonidos-Fcstachrift. M. u. H. Marcus Verlag, Breslau. Dor Hargon. Monatsschrift der doutachon Juden. Maihoft mit Beiträgen von Ignatz Maybaura, Holen Rosenau, Leo Hirsch, Paul Börnste«, Werner Kraft u. a. Fhilo Vorlag. Berlin. Jwlnlcu, Hobrnlcn. Katalog 91 dos AntiqunriivtB J. Kauffmann, Frankfurt a. M. Katalog 32 dor SpozinUrachbanulung Louis Lamm, Amsterdam: Werke von und übor Moses Maimonidos. ErnBt Lnngonbnoh: Die Lohnpfändung. Planmäßige Erläuterungen mit Tabellen. Vierte völlig uau boarboitoto und ergänzte Auflage. Vorlag ,1. Hess. Stuttgart 193G. Sprüche der Väter, # # Am 14. Mai hatte dor Volksbund zu einer Kundgebung gegen die liberale Friedhofskommiffion Führung dor Berliner Gemeinde oin- p y. geladen. Zahlreich waren dio Mit- Unu Verliner glicder dea Volkabmidcs erschienen, Gemeindekampf zu hören, aus welchem aktuollen Anlaß ausgerechnet in diesen Tagen die zionistische Fraktion einen Gemeindekampf heraufbeschwören thußte. Diese Frage erhielt eine überraschende Antwort, als nämlich ^iner der Heferenten kurz und bündig erklärte, ein aktueller Anlaß' für einen solchen Kampf bestehe gar nicht. Es, handle sich um. eine seit längerem geplante Aktion. Es ist nur allzu verständlich, daß auch den Volksbund-Verantwdrtlichcn nicht recht wohl bei dem Gedanken sein konnte, daß man keine andere Begründung ■ für einen Gemeindekampf in dieser Zeit hatte. ■ , / Da kam Herr Dr. Pinea und rettete dio Situation. Nachdem er die Frage aufgestellt hatto, ob man in dieser Zeit keine anderen Sorgen hätte, als aolcho Gemeindekämpfe zu führen, und die Züliörer diese Anschauung mit einem „sehr richtig" quittierten, taeihto er, cb handele sich bei diesem Kampf ja nicht um einen Kampf mit Diplomatie und Intriguc, es Bei kein Kampf um Posten und Plätze, nein, es eoi lediglich ein Ideenkampf.'1 Nun stcho ja hereita in den Sprüchen der Väter, daß ein Kampf im Namen des Himmels immeni gute Folgen habe und immer gut sei. Gut, so meinte dor Redner weiter, sei auch ein Ideenkampf, folglich ist oiii. Ideenkampf - auch ein Kampf im Namen des Himmels. Und so gälto es also, folgerto or mit kühnem Schwung, um nichts'v weniger, als um einen Kampf für Gott. Gegen soviel Logik läßt Bichja nun schwerlich etwas' machen. Aber Herrn Dr. Pincs . schien der Beweis noch nicht schlüssig genug, und so fühlte er sich, verpflichtet, ihn durch ein Wunder zu erhärten, „Gestern", so erklärte er den verwundorten Zuhörern, „war noch eine Rcpräsentantcnversammlung, 'heute' bereits legen "wir Rechenschaft "vor unseren' W.ühlern für unsere Arbeit ab. — Ist das nicht ein Fingerzeig; Gottes?1' Fürwahr, es geschehen noch Wunder, Herr Dr. Pines. .'Nicht nur dio Wunder kabep es Herrn Dr. Pines angotan, nein; seine Vorliebo -gilt im übrigen der;— Frioo^hofskonimiBsion. Nachdem' er .zunächst seiner Verwunderung darüber..- Ausdruck verliehen hatte, daß ein einsames Auto, das jüngst vor einem ' Berliner Friedhof war, nicht zur Überführung der Reformgcmeindc bestimmt, war, wandte : er ■ sich ' den ' Roligiöa-Liberalen zu. Sio hätten gar keino Ideo, stelltet or ■' fest, ' womit sio auch keine .Lebcnabercchtigung hätten. Demzufolge hätte sich bei ihnen, bereits die Friedhofskommissibn gemeldet, um ihre Beerdigung zu veranlassen. Sie aber merkten nichts davon und repräsentierten iii der RepräBcntantonversammlung weiter. Zur solbcn Zeit wurde in'; der Pa'rallel-Kun'dgebungvon denr' politischen; Leichen, die sich-"in den'Faufeiiilles 'herumdrückten', gesprochen'. Im' Namen Leichen aufzurufen, ist das nicht etwas zu stark, Herr Dr. Pinea? Die Wundergläubigkeit des Herrn Dr. Klee war weniger stark. Dagegen verstand or es im Laufo einor Polemik gegen die Hcformgcmcinde, den Nomen Joseph Lehmann mit soviel Verachtung auszusprechen, daß es sogar einem Teil der Zuhörer zu viel wurde Die Warnung, die Herr Dr. Klee für diejenigen aussprechen zu müssen glaubte, die Joseph Lehmann nicht gekannt haben, ging im allgemeinen Tumult unter. Herr Dr. Pines sollte sich noch weiter in die Sprüche der/ Väter yprtiefcn und im kleinsten Kreise der Volksbund-Veranty wörtlicher! berichten, was dort über Demut und die Ehre, di" man auch den Gegnern angedeihen lassen Boll, geschrieben steh Die Anekdote Dor Dreizehnte Es wur zum Schluß des Schuljahres 1843. In der Aula der Offenbacher Realschule wurden nach altem Brauch die Namen aller Versetzten feierlich vorgelesen. Zwölf Schüler rückten von der Obertertia nach Sekunda auf — aber ein dreizehnter, der fast das ganze Jahr Primus in seiner Klasse war, ging erstaunt und bedrückt nach Hause; er konnte seinen Eltern nicht die erfreuliche und doch eelbatveratandliche Nachricht seiner Versetzung überbringen. Dor gekränkte und entrüstete Vater lief sofort zur Direktion dor Schule. Dort hörte er, was er ja selbst wußte, daß sein Filius ein sehr begabter und ausgezeichneter Schüler sei, — aber, 'daß or es gewagt hätte, während der Unterrichtsstunden heimlich den Pegasus zu reiten. Das Produkt seiner dichterischen Bemühungen war ein Drama „Ludmilla von Stornbere". Der' Klassenlehrer hatte diese j,Jahresarbeit" den» kleinen Leopold abgenommen und er, sowie der Rektor fanden ca scheinbar unmöglich, den. Jungen nach diesem poetiflchoii Erstlingswerk noch zu befördern. Man war aehr liebenswürdig zu dem geknickten Vater, riet ihm sogar, seinen Sohn studieren, zu lassen, aber von Aufrücken war trotzdem keine Rede. Traurig ging der Vater nach Hause, und da er sofort eine GoachaftareiBe antreten mußte, hatto er wohl vergessen, noch einmal eiile. schriftliche Eingabe an dio Schule zu machen. So war also daa Sitzenbleiben für den kleinen Leopold^ eigentlich eine unabwendbare Tatsache. Doch der noch nicht 12jährige Junge nahm seine Sache nun selbst in die Hand; er ging ohne irgend jemandem ein Wort zu verraten in die Sekunda Wirklich moderne Inneneinrichtung Hans Schneider, Uhlandstraße 165 " zwischen Kurfarstendamm und Lietzenburger Straße Cafö Uhlandeck Kurfamtanctamm 31 ———••nganthmar Aufsntliilt Konzertmusiki Tanil iiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiimiiiiiiiiimi/iiiiiiiiiiii Hotel HeBIer am Zopi Stammelten RM. 1,601 Kaffee — Konditorei! «otnmtrtirniM iriWMtg \V*.,', < i r,A gAfcÜfUV.^ t vi. tA'^ Vtf^SVHA (itMCi, iO.^ j-u iL \ tk ,<f y^^|gg|gvy^yyg|

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