Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-05-15 · 20 (15.5.1935) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
20 (15.5.1935)
Date
1935-05-15
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4109741-2613367-2613386--323-2615151
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Beilage 15. Mai 1935 JÜDISCHE AIAGEMEINE ZEITUNG Der Menfch, der Stier und der Hund Von Dr. BERNHARD HIRSCHBERO-SCHRADER AU die Schöpfung vollendet war, trat der Mensch hin vor Gott, den Allmächtigen. „Du hast mich erschaffen, o Herr, künde mir auch, wie lange ich leben werde, wie ich mir mein Leben erhalten soll, und welche Arbeit ich leisten muß." Und der Herr sprach: „Dir werden dreißig Jahre beschieden sein. Dein Leben wirst du dir erhalten durch den Genuß alles dessen, was für dich nützlich ist. Du wirst über die Erde herrschen." „0 Herr", erwiderte der Mensch, ,,hab' Dank für mein Erdcnlos, allein die Zeit, die du mir zum Leben bestimmt hast, ist wahrlich knapp bemessen." Der Ewige lächelte. „Tritt zur Seite und warte eine Weile." Es trat der Stier vor den Allmächtigen. „Du hast mich erschaffen, o Herr, sag an, wovon ich midi nähren soll, worin meine Arbeit bestehen wird, und wieviel Jahre ich leben werde." „Sich hin, dort Btcht der Mensch. Er wird dein Herr sein. Als Nahrung wirst du Stroh und Heu bekommen, und du wirst dreißig Jahre leben." „Mein Leben wird hart sein. Du hast mir zu viele Jahre beschieden, nimm mir doch einige wieder, o Herr." „Allmächtiger", trat der Mensch vor, „nimm dem Stier einige Jahre und füge sie meinen hinzu." Der Ewige lächelte^ „Es sei, wie dit wünschest, ich nehme dem Stier zwanzig Jahre und schenke sie dir. Du wirst fünfzig Jahre leben." Es kam der Hund zum Ewigen. „Du hast mich erschaffen, o Herr, laß mich erfahren, wieviel Jahre mir zugeteilt sind, welche Arbeit ich verrichten muß und was ich essen werde." „Da steht der Mensch. Er wird dein Gebieter sein. Du wirst seinen Besitz bewachen und dafür die Knochen und Brotkrumen von seinem Tische haben. Dreißig Lebensjahre sind dir bestimmt." Der Hund begann zu flehen: „Kein schönes Leben verheißest du mir, Ewiger. Der Jahre sind zu viel, kürze ihro Zahl, o Herr." „Nimm ihm einige Jahre, Allmachtiger, und schenke eic mir", ließ sich der Mensch wieder vernehmen. Der Ewige lächelte. „Es soll geschehen. Ich streiche auch dem Hunde zwanzig Jahre und gebe sie dir." Und so wurde die Lebensdauer des Hundes auf zehn, des Stieres auf zehn und des Menschen auf siebzig Jahre festgesetzt. Die ersten dreißig Jahre lebt der Mensch ein wirklich menschliches Leben. Er arbeitet nach Kräften, freut sich des Daseins und genießt cb. Die nfiU.irtcn zwanzig Jahre schafft er wie ein Stier und versucht Güter anzuhäufen — für die alten Tage. Die letzten zwanzig Jahre nimmt der Mensch die Eigenschaften eines treuen Hundes an: er wacht über seine Habe, darauf bedacht, sich gegen Eingriffe zu schützen. die Karl Eberl und Pictr« A s c h i c r i dorn Werk gaben. Die traditionelle Geschäftigkeit großer Opernszenen war in Btatuarischc Gliederung und mnchtvollo Ordnung umgewandelt. Der Chor, das Volk trat wirklich als Masso in Erscheinung. Dadurch crhiolt die Oper im ganzen cinon großartigen Umriß. Bühnenbild und Massenbewegung waren sinnvoll aufeinander abgestimmt. Höhepunkt war die Schlußszene: Der Abzug des befreiten Volkes durch das Rote Meer. Eben jene Szene, (Tic infolge der grotesken Einrichtung bei der neapolitanischen Uraufführimg von 1818 den lachenden Durchfall der Oper bestimmte. Das schwierige Problem eines Abgangs durch das WasBcr war auf die einfachste, natürlichste, eindrucksvollste Weise gelöst. Die leere Szene mit dem beruhigten Meer, das langsame Verklingen der Musik, dies gab der Oper oine befreiende Weite, eine ethische Steigerung, die auf ein Publikum, das solche Deutung des musikalischen Theaters nicht kennt, tiefste Wirkung ausübte." Mein Lehrer Max Herrmann Von EUGEN TANNENBAUM Geburtstage bekannter Persönlichkeiten werden, alter Gepflogenheit entsprechend, nach dem Dezimalsystem gefeiert. Wie eine Einladung vonät, die auf den Schreibtisch flattert, begeht der Berliner Literarhistoriker Professor Dr. Max Herrmann, der Bahnbrecher der modernen Theaterwissenschaft und Schöpfer des Thcatcrwiascnschnftlichen Instituts der Berliner Universität, der er von 1891 bis zu seiner 1933 erfolgten Entpflichtung, zuletzt als Ordinarius, angehört hat, in diesen Tagen seinen 70. Geburtstag. Dio Gesellschaft für Deutsche Literatur veranstaltet aus diesem Anlaß zu Ehren ihres ersten Vorsitzenden heute, abend .eine Festsitzung. „ ______ Man ist einen Augenblick versucht, sich durch Nachschlagen im Literaturkalendcr von der Richtigkeit dieses unwahrscheinlichen Altersjubiläums zu überzeugen. Denn Max Herrmann, der sein Leben lang den akademischen Nachwuchs, der über die Grenzen des Examenswissens hinausstrebte, um sich vereinigt hat, ist jünger geblieben als mancher der zahlreichen Intendanten, Direktoren, Regisseure, Dramaturgen und Theaterkritiker, dio ihm Anregung und Einführung in ihren Beruf vordanken." Es ist nun schon so manches Jahr her, daß ich als junger Student Max Herrmann zum erstenmal aufsuchte, um mir für' meine Doktorarbeit seinen klugen Rat einzuholen -und seine Förderung zu erbitten. Er wohnte damals in der Augsburger Straße, und wenn man vom Fenster des riesigen Salons, der den zahlreichen literaturbeflissenen Jünglingen als Wartezimmer diente — während der Professor im Nebenzimmer .on dem mit Korrespondenzen und Korrekturbogen übersäten Schreibtisch unermüdlich heiter, liebenswürdig Anregungen gab und tastendes, Suchen in seiner, man möchte beinahe sagen, anmutig-pädagogischen Art auf den richtigen Weg leitete —, auf die Straße ninabsah, blickte man in dio Auslagen eines Antiquariats, in dem Max Herrmann sozusagen Stammgast war. Seine fanatische Bücherliebe dokumentierte sich auch an den Bücherkarren im Universitätsviertel, wo man ihn häufig, vom flatternden Mantel umwallt, den schwarzen Künstlerhut auf dem lockigen Haupt, eine stets dickgefüllte Büchermappe unter dem Arm, in vergilbten Schriften wühlen sehen konnte. Dieser Salon mit seinen breitausladenden Plüschsesseln, die die schüchternen Söhne der Alma mater nur zur Hälfte zu besitzen wagten, barg auch ein Klavier. Dies wäre mir. auch damals nicht bemerkenswert .erschienen, wenn es mir nicht die literarische Bekanntschaft mit Max Herrmanna Vater, dem Humoristen Louis Herrmann, vermittelt hätte. Auf dem Instrument lagen nämlich zwischen losen Notenblättern die „Lustige 'Leier" und der „Berliner Sing-Sang", mit denen der Volkspoet zahllosen Mitmenschen frohe Stunden bereitet hat. Louis Herrmann hat auch, teils allein, teils mit anderen zusammen, nahezu 40 Possen und Volksstücke geschrieben, die in einer anspruchsloseren Zeit ihr begeistertes Publikum fanden. Die fanatische Liebe zum . ' Theater hat er — neben einem anziehenden Humor — seinem Sohn Max vererbt. Sie kam ihm für Beine Dozentenlaufbahn und für sein wissenschaftliches Arbeiten auf dem Gebiet der Theatergeschichte glänzend zustatten. Wenn er während dieser Sprechstunden die Tür zu seinem Arbeitszimmer öffnete und den Besucher mit einer , verbindlich einladenden, weitausholenden Geste freundschaftlich-väterlich an sich-heranholte, glaubte man nicht, eich einem Gelehrten gegenüber zu befinden, sondern einem Künstler, wie er denn auch für seine wissenschaftliche Methode nicht zuletzt Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft, Musik und Malerei fruchtbar gemacht hat. „Einen-Lehrer wie ihn, den gibts gar nicht mehr," heißt es in Gerhart Hauptmanns „Michael Kramer". Dieses Wort mochte man am liebsten auch auf Max Herrmann anwenden. Ihmwar die Gabe verliehen, selbst die Grammatik des Gotischen noch fesselnd zu gestalten. Gleichviel welcheB Thema er zum Gegenstand »einor Vorlesungen machte, ob er über den jungen Goethe las oder über Lessing oder die deutsche Dichtung des 19. Jahrhunderts "produktiv . zergliederte — stets war die Verbindung von eindringendem Sinn für das Lebendige, in der Literatur mit konstruktiver Begabung, von strengster Gewissenhaftigkeit mit künstlerisch empfindendem Spürsinn von zwingendem Reiz; Zum fördernden Erlebnis indessen wurden seine Seminar- Übungen, Wenn er etwa seine Schüler aus „Wilhelm Meisters theatralische Sendung" die Bühne jener Zeit rekonstruieren oder aus den Anreden unef Unterschriften in Dichterbriefen überraschende Schlußfolgerungen ziehen ließ oder wenn aus der Untersuchung von dramatischen Werken, der Gegenwart dem, Schüler-der Aufbau der lebendigen Bühne anschaulich wurde — dann waren das Erkenntnisse, die ihm die Dankbarkeit seiner Schüler für ihr Leben sichern. Aus Herrmanns eigener Studentenzeit kursierte unter den Schülern Erich Schmidts eine Anekdote. Er hatte im Seminar ein Referat über ein Drama von Paul Heyse zu halten und führte aus, daß Heyse für sein Stück einen Aufsatz in der und der Zeitschrift, Jahrgang so und soviel, benutzt habe. Erich Schmidt, erstaunt über so viel quellenkritisches Finderglück, fragte Hertmann, wie er diese entlogenc Vorloge ausfindig gemacht habe. Und es erregte einige Verblüffung, als sich herausstellte, daß der junge Gormanist einen anderen Weg als den der vorgeschriebenen philologischen Methode gegangen war. Er antwortete nämlich: „Ich habe bei Paul Heyse brieflich angefragt." Auch in seinen nicht sehr zahlreichen, dafür aber grundlegenden Schriften hat Max Herrmann vielfach neue Wege beschritten. . Seine, Hauptarbeiten galten dem .bis dahin wenig erforschten Gebiet des deutschen Frühhumaniamus und Goethe. In seinem Buch über das „Jahrmarktsfest von Plunderswcilern" hat er der erstarrten' Goethephilologie den Kampf angesagt, und in seinen „Forschungen zur deutschen Theatergcschichtc aes Mittelalters unef der Renaissance" eine lebendige Anschauung vom Wesen und der Art der mittelalterlichen Schaubühne gegeben, wobei er eindrucksvoll zeigte, wie aus literarischen Dokumenten und oub Illustrationen Anhaltspunkte für die Inszenierung, die Einrichtung der Bühne, das Kostüm, den Charakter der Schauspielkunst und das Verhältnis von Bühne und Dichtung zu gewinnen sind. Mofes auf der Bühne Ergreifende Schlußszene! Zug durch das Rate Meer In unserer vorletzten Nummer berichteten wir kurz über die erfolgreiche Aufführung von Rossinis unbekannter Oper „Mose" im Rahmen der Internationalen Festspiele, die augenblicklich in Florenz stattfinden. Ein. Sonderberichterstatter des „Berliner Tageblatt" widmet dem Werk und der glanzvollen Aufführung eine ausführliche Würdigung. „Es fällt uns nicht ein,", heißt es dn, „diesen „Mose", der zwei Jahre nach dem „Barbier" geschrieben wurde, wegen seines völligen Mangels an dramatischer Spannung gering zu schätzen oder einen psychologischen Umriß der handelnden Personen zu fordern. Wir warten einfach auf das nächste schöne Musikstück. Wir sind enttäuscht, wenn statt dessen konventionelle Rezitationen erscheinen — sie sind die schwächsten Stellen der Partitur. Wir sind entzückt von der Wucht und Fülle der Chorsätze, vom glänzenden Ineinandergreifen der Soli und der Masse, wir bestaunen (besonders im ersten Akt) die motivische Konzentration und Schlagkraft der Orchesterbegleitung. Hior sind Wirkungen vorausgenommen, die RoBsini erst zehn Jahre später in seinem „Teil' wieder anwendet, kurz, bevor er, in einem psychologisch kaum begreiflichen Entschluß, als Siebenunddreißigjähriger auf der Höhe seines französischen Triumphs die Feder für immer aus der Hand legte, um sich ins Privatleben zurückzuziehen — und die Gesamtausgabe Bachs zu studieren, als deren Subskribent er einen Ehrenplatz unter so vielen fehlenden großen Nomen einnimmt. Wir verstehen anfesichts der oratorischen Geschlossenheit dieser Sätze, daß die eitgenosson den .JMose" wegen seiner „Ernsthaftigkeit" ablehnten. Selbst Stendhal, der ein fanatischer Anhänger Rossinis war, und eine Biographie des Meisters kompilierte und erfand, deren unheilvoller Einfluß heute noch in den Köpfen spukt — selbst dieser außergewöhnliche Geist fand den „Mose" zu seriös. Wir können ihm nicht widersprechen, wenn er ihn stellenweise „ennuynnt" findet. Diese Musik erschöpft sich eben so ausschließlich in "der gesanglichen Wirkung, daß die dramatische daneben keine Geltung mehr hat Es bedeutet unter solchem Blickwinkel auch wenig, daßein starker stilistischer Gegensatz zwischen den oratorischen Chorszenen des von den Ägyptern unterdrückten, auaerwähltcn Volkes und den Solostücken klafft (Bezeichnend übrigens, daß der Prophet, der sein Volk aus der Knechtschaft herausführt, keine effektvolle Arie bekommt) Diese Arien und Duette sind zum Teil von einer melodischen Schönheit, die alle dramatischen Bedenken übertönt. Sie haben einen durchaus persönlichen Charakter, selbst da, wo sie in den leichtfertigen Ton der reinen opera buffa übergeben. Meisterhaft ist das Duett zwischen Amenofi und.. Anolde im ersten Akt mit seinem glänzenden Trompetenschluß." Nach einer' Schilderung der hervorragenden gesanglichen Leistungen unter der ausgezeichneten Leitung von Vittono Gin fährt der. Berichterstatter .fort: „Die musikalische': Qualität der. Aufführung bfitte dennoch niclrt genügt, um dem „Mose"'wenigstens für ein paar Abende eine. Auferstehung zu sichern... Dies war. nur in der oratorisch-monumentalen Bühnengestaltung möglich, DIE BIBEL ERZÄHLT Der Wochenabschnitt Behar enthält die Vorschrift für das Sabbatjahr. Sechs Jahre hindurch sollten im heiligen Lande Acker und Weinberg bestellt werden, aber im.siebenten Jahre unbebaut bleiben. Nach Ablauf von sieben Sabbatjahren sollte das fünfzigste Jahr ein Jobeljahr sein. In ihm „soll jeder zu seinem Besitz und zu seiner Familie zurückkehren". Wer durch Not gezwungen ist, seinen ländlichen Besitz zu verkaufen, hat das Rückkaufsrecht bis zum Jobeljahre. Blutsverwandte aollen sein Gut auslösen. Für Grundstücke in ummauerten Städten gilt das Rückkaufsrecht nur bis zum Ende des Jahres. Jüdische Sklaven sollen wie Lohnarbeiter oder Beisassen behandelt und im Jobeljahr entlassen werden. Für Gelddarlehen darf kein Zins genommen werden. O Das Gesetz über das Sabbatjahr diente nicht nur dazu, dem heiligen Lande seine Fruchtbarkeit zu erhalten. Welche Absicht die Tora verfolgt, spricht sie mit folgenden Worten aus: „Wenn Ihr sagen werdet, was sollen wir essen im siebenten Jahre? Wir säen nicht und ernten nicht unseren Ertrag. Ich entbiete Euch meinen Segen im sechsten Jahre, daß es Euch für drei Jahre Ertrag bringe." Das jüdische Volk sollte also dazu erzogen werden, der Liebe Gottes zu vertrauen und auch das Außergewöhnliche für möglich zu halten. Das ist nicht phantastischer Wunderglaube. Die Tora will vielmehr in uns die Überzeugung wecken, daß das jüdische Volk sich auch dann behauptet, wenn das Leben seine normale Form verliert. Das Gesetz über das Jobeljahr gibt uns über die wirtschaftliche Grundanschauung der Bibel Aufschluß. Sie ist weder kapitalistisch noch sozialistisch. Der isra-. elitische Bauer wirtschaftet selbständig, und was sein Boden trägt, ist sein Eigentum, von den sozialen Abgaben abgesehen, die er in natura entrichten muß. Sein Eigentumsrecht am Grund und Boden ist aber begrenzt. Das Land gehört nicht dem Einzelnen, sondern dem Stamme. Der Bauer darf daher seinen ländlichen Besitz nicht endgültig verkaufen. Im Jobeljahre kehrt der Boden wieder zu seinem ursprunglichen Eigentümer zurück. Die Sklaverei ist in der Bibel nicht verboten, aber das Sklavenrecht weist einen entschieden humanitären Zug auf. Auch der heidnische Sklave muß milde behandelt werden. Der hebräische Knecht aber hat Anspruch darauf, als ein Lohnarbeiter oder Beisaß angesehen zu werden. Im Jobeljahr gewinnen alle Unfreien ihre Freiheit wieder. Das bedeutet nicht nur eine zeitliche Begrenzung der Knechtschaft, sondern die grundsätzliche Anerkennung, daß jeder Mensch ein Recht auf persönliche Freiheit besitzt. Das Zinsverbot der Bibel hat zu seiner Voraussetzung das Vorhandensein der Naturalwirtschaft. In ihr ist nur der völlig Besitzlose, der nichts mehr zum Tauschen hat, gezwungen, sich Geld zu leihen. Innerhalb der Kapitalwirtschaft aber, in der zu gewerblichen Zwecken und nicht nur zur Beseitigung dringender Not Gelddarlehen gesucht werden, hat auch das Zinsverbot der Tora seine Bedeutung verloren. Lewkowitz-Bcrlin. <6ottt9uienftt in den Berliner Synagogen mit neuem Ritas Freitag, 17. Mai. Fasanenstraße: 6.30 Uhr. Prinxregentenstro&o: 7.15 Uhr. Die übrigen Synagogen: 7 Uhr. Pred.: Neue Synagoge: Rabb. Rosenberg, Göttingen. Lützowatroße: Lew- ' kowitz. Prinzregentensfraße: Gallincr. Schmargendorf: Salier. Anspr.: Fasanenstraße: Wiener. Levetzowstraßc: Singer. Friedenstempel:. Prinz. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162, 7.15 Uhr: Goetz. Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30, 7.15 Uhr: Heymann. Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176, 7.30 Uhr: Graf. liberale 8ynagoge Westend, Kaiserdämm 78, 7 Uhr: Zimet Liberale Synagoge Weddmg-RWnickendorf, Exerzierstraße 13, 7.45 Uhr: Plaut Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg, 8chulstraße 7, 6.30 Uhr: Hamburger. Anschl. Kiddusch der Jugend. Jüdische Reformgemeinde, adumsthaler Straße 13, 6.30 Uhr: Koppel. Sonnabend, 18. Mai. Hauptgottesdienst 10 Uhr. FrOheottesdienst Lindenstraße, Levetzowstraßc, Prinzregenteiistrattei ( 7.30 Uhr; Lindenstraße: Predigt Weyl. Liberale Synagoge Norden? Goetz. Liberale Synagoge Osten: Heymann. Judische Rehglonsgemeinde Charlottenburg i 9.30 Uhr. . ' . Sonntag, 19, Mai. Jüdische Reformgemeinde, Johannis-, stroße 16, 10.30 Uhr: Koppel.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.