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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-05-02 · 18 (2.5.1935) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
18 (2.5.1935)
Date
1935-05-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
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„Protokolle". Er zitierte die berühmten 1921 in der „Times" erschienenen Artikel, dio den Beweis erbrachten, daß es sich bei den sogenannten „Protokollen" um das Plagiat eines Pamphlets gegen Napoleon JII. handle. Die „Protokollo" sind zu erbeblichen Teilen fast wörtlich aus dem Buch" „Dialogues aus Enfors ontre Macchiavel et Montesquieu" abgeschrieben. Der Verfasser dieses 1865 erschienenen Buches (die Sitzung dor sogenannten „Weisen von Zürn" soll erst 1897 stattgefunden haben) ist der nichtjüdischo Advokat Maurice J o I y. Die Falscher und Plagiatoren des Pamphlets von Joly wollten beweisen, daß Liberalismus, Demokratie und Humanität jadische Einrichtungen sein sollten. Der Gutachtor schloß den ersten Teil seines Exposes, indem er betonte, daß. noch hie ein Fälschungsbeweis so vielo unumstößliche Indizien einer Fälschung festgestellt habe, wio der vorliegende zur Enthüllung der Entstehung der „Protokolle". Der Fälschungsbewcis müsse als restlos gelungen angesehen werden. Gefängnis für Schmähung der jüdifchen Religion Berufung vom Kattowitzer. Apellotionsgericht verworfen Warschau. Dor verantwortliche Redakteur der inzwischen verbotenen Kattowitzer antisemitischen,, Zeitung „Büakowica", Eduard Chowansld, ist wegen Schmähung dor jüdischen Religion durch Veröffentlichung entstellter und gefälschter Talmud z i ta to von dem Kattowitzer Berufungsgericht zu Bieben Monaten Gefängnis verurteilt worden. Dio Verhandlung war auf Antrag des Staatsanwalts unter Ausschluß des Publikums und der Presse durchgeführt worden. Ah Verteidiger des Angeklagten fungierte der Gründer der polnischen nationalsozialistischen Partei, Advokat KozielBld aus SoBnovice. Für dio als Privatklugcrin auftretende Kattowitzer Jüdischo Gemeinde waren dio Rechtsanwälte Dr, Rcichmann (Kattowitz) und Dr. Leib Landau (Lemberg) erschienen. Zu dem Prozeß waren außerdem vom Gericht die Herren Dr. Jaffc und Vizepräsident Elinhu Abrahamor als Vertrauensleute der Jüdischen Gemeinde zugelassen. In erster Instanz war Chowanski zu neun Monaten Gefängnis mit Strafaufschub und Zahlung einer Buße an dio Jüdischo Gemeinde verurteilt worden. Seine Berufung ist/durch das Apcllntionsgcricht v c r w o r f e n worden. Die Fahne der jüdifchen Kriegsblinden Dio „Trierer Landeszeitung" berichtet in ihrer Ausgabe'vom 24. . April unter 'dem Titel „Unschönes Verhalten": Als am 157 Januar das Abstimmungsergebnis aus dem Saargebiet bekannt wurde, hatte-ein in der Umgebung von Trier wohnender jüdischer Frontkampfer die schwarz-weiß-rote Fahne herausgehängt. Ein älterer Monn nahm AnBtoß daran und er soll, wio ihm zur Last gelegt wird, jüngere Knaben beauftragt haben, die Fahne heruntertzureißon. Das ist auch geschehen.. Nun ist ein Verfahren gegen den älteren Mann wegen Beleidigung eingeleitet worden und er hatte sich am Dienstag vor dem Schöffengericht zu verantworten.^ "Wie die Beweisaufnahme ergab, .' war der Besitzer dci" Fahne dreimal im Weltkrieg verwundet, er ist kriegsblind und trügt neben dem E. K. 2. Kl. das Verwundetenabzeichen in Silber. Der Angeklagte bestritt, sich in der Weise schuldig gemacht zu haben, wie es ihm die Anklage zur Last lege. Anklagevertreter und Gericht hielten ihn aber nach dem Ergebnis der Zeugenaussagen überführt. Es wurdo zum Ausdruck gebracht, daß gegen elii solches Verhalten schärfstens eingegriffen werden müsse und der Vertreter der Anklage ist dor Ansicht, daß ein derartig würdeloses Verhalten nur mit Gefängnis bestraft werden könne. Er beantragte vier Monate Gefängnis und Publikationsbefugnis. Das Gericht sah zwar von einer Freiheitsstrafe ab, hielt jedoch eine empfindliche Geldstrafe am Platze und erkannte auf eine solche von 400 RM. sowie Publikationsbefugnis. Es handele sich hier um ein gemeines Tun einem Kriegsblinden gegenüber, das sicherlich nicht der Ansicht des Führers und Reichskanzlers entspreche. Jüdifche Schüler Eine Betrachtung zum Auslese-Erlaß In einer Betrachtung zu dem neuen Auslese-Erlaß verweist der Referent im Roichserachungsmirdsteriurfl Dr..Frojrcks auf das Wort des Rcichsministers Ruit, daß die" allererste Aufgabe sein müsse, neue Menschen zu schaffen. Der Schule sei die Aufgabegestellt, dio Erziehung von nun an auf den Worten der Rasse aufzubauen. Rasscfrcmdo jüdische Schüler, die in einem deutschbewußten . Unterricht nur als' Fremdkörper und -infolgo ihrer Frühreife oft zersetzend wirkten, hätten auf einer deutschet 'höheren- Schule keine Bevorzugung zu erhalten.' Ihre völlige "Ausso nde rung Bei deshalb zu erstrobon. Von den deutschen Jungen und Mädel, die später verantwortliche Stellen bekleiden wollten; werde Erb- und Rassetüchtigkeit verlangt, wio sio in der Gesamtpersönlichkeit und im Charakter zum Ausdruck kommen. Der neue Staat wolle auf dicse- Wciso von don Typen befreit bleiben, dio als „Führer" einer vergangenen Zeit Mitleid - erregt hätten-und deren Figuren man aus den Witzblättern kenne, von denen Lagarde gesagt habe, daß sie Deutschland mit einem'zähen Bildungsschlcim umgeben hätten. Die geforderte körperliche Tüchtigkeit werde diese unerwünschten. Typen von den höneren Schulen fernhalten.. Das kommende StaatsbiirgeFreeht Eine Äußerung Dr. Friek§ Hinang der Reichsfahnen durch Juden unterlagt Das „Dculscho Nachrichtenbüro" verbreitet auszugsweise eine Unterredung, die der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick einer Mitarbeiterin dor „Nachtausgabe" gewährte: Dr. Frick kam dabei auch auf das neue Staatsbürgcrnicht zu sprechen und erklärte u. a.: „Es ist kein Geheimnis, daß die Reichsregierung eine Neugestaltung des deutschen Staatabürgerrechts plant und raein Ministerium eine diesbezügliche Gc_s e t zo s vo r la go vorbereitet. Es ist selbstverständlich, daß auch dieses Gesetz die Grundsätze der Bewegung Adolf Hitlers verwirklichen wird. Wir haben ja deshalb jahrelang um die Macht in Deutschland gekämpft, um das Antlitz des Deutschen Reiches nach den Grundsätzen der nationalEjozlaHstischen Idee zu formen. Das ileüe Staatsbürgerrecht wird einen schärferen Maßstab an jeden legen, der deutscher Staatsbürger ist oder werden will. Die deutscht, Staatsbürgerschaft wird in Zukunft nicht mehr allein durch die Geburt, durch einen gew6hnHchen~VcrWaltungsakt oder nur durch Zahlung einer Geldsumme erworben werden können, wie dies früher der Fall war, wo man die Staatsbürgerschaft etwa so wie die Mitgliedschaft eines Vereins erwerben konnte. Die deutsche Staatsbürgerschaft wird nach dem Willen des Führers daB höchste Recht, und der Staatsbürgerbrief wird die wertvoll ste Urkunde sein, die ein Deutscher in seinem Leben erwerben kann. Die deutsche Staatsbürgerschaft muß eine Ehre sein, dio sich der DeutBchstämmige nur durch Dienst an Volk und Staat und durch Bewährung erwerben kann, Sie wird jedem Deutschen den Weg zu ollen öffentlichen Ämtern in Partei und Staat öffnen, nur ihr Träger wird in die Kampfformationen der Bewegung und als Waffenträger der Nation in den Ehrendienst des Volkes und Reiches eintreten dürfen, und nur er allein wird das WaU- und Abstimmungsrecht ausüben und dadurch mittel- oder unmittelbar an der Führung des Reiches teilnehmen können, Die deutsche Staatsbürgerschaft wird in einem feierlichen Akt und mit einer weihevollen Vereidigung auf die deutsche Volksgemeinschaft, das Deutsche, Reich und seinen Führer verliehen und wird Unwürdigen oder Staatsfeinden abgesprochen werden. Adolf Hitler hat in seinem Büch „Mein Kampf geschrieben: „Der deutsche Staatsbürger wird der Herr des Reiches sein." Für den nationalsozialistischen Staat sind dio Staatsbürger nicht nur die Summe der mehr oder weniger zufällig in den Reichagrenzen lebenden Einwohner, sie sind vielmehr 'die Träger des' Staatsgedankens. Daher muß die. Verleihung des Staatsbürgerrechts an bestimmte Bedingungon geknüpft werden, unter denen, unseren Grundsätzen entsprechend, sich auch die Bedingung der rassischen Zugehörigk eit zum deutschen Volk befinden wird." " Das „Deutsche Nachrichtenbüro" meldet: Die Hissung der Reichsfahnen durch jüdische Gcscjijift/e Und . P ri v a t Ii äu sc r hat wiederholt zu Störungen1, der öffentlichen Ruhe und Ordnung geführt. Um derartige Zwischenfälle für die Zukunft zu vermeiden, hat der Reichsminister des Innern bestimmt: Die Hissung der Reichsfahnen, insbesondere der Hakenkreuzflagge, durch Juden hqt zu unterbleiben. In ZvcifelsfSllen trifft die örtliche Polizei die erforderlichen Anordnungen. Der Trennungsftrich Köln. Auf der Führertagung der NSDAP kam Gauleiter Groh 6 auch auf das vom Reichsinnenminister als bevorstehend angekündigte neue Staatsbürgerrecht zu sprechen und führte in diesem Zusammenhang, dem „Westdeutschen Beobachter" zufolgo, u. a. aus: „Wenn wir nicht wollen, daß unser Volk in zukünftiges neues Elend gestürzt wird, kann der Trennungsstrich zwischen Deutschrum und Judentum nicht scharf genug gezogen werden. Genau so wenig aber wie die Partei duldet, daß sich das Judentum neuen Einfluß anmaßt, und so sehr wir gewillt sind, diesen Todfeind deutschen Volkstums auch in der Wirtschaft immer - weiter zurückzudrängen, so sehr wendet'sich die Bewegung gegen Elemente, die glauben, unter dem Deckmantel des Antisemitismus die vOrdnung unseres Staates stören zu können. Die Welt bat sich davon überzeugen müssen, daß alle die erfundenen Greuelmärchen unwahr Bind und daß in Deutschland die Ruhe des Aufbaus herrscht. Wenn daher die Schanduten einzelner Juden heilte die Bevölkerung in berechtigte Empörung versetzen, dann müssen und werden Dienststellen . unseres Staates gegen die Schuldigen einschreiten. Es kann jedoch nicht geduldet werden, daß die Volksjustiz die des Staates ersetzt." Treuebekenntnis zum Vaterland Öbcrrabbincr Dr. Feuchtwang über die Stellung der österreichischen Judenschaft zu Österreich Wien. In der „Wiener Sonn- -und Montags-Zeitung" werden unter dem Titel „Die Stellung der Judenschaft zu Österreich" folgende Äußerungen des Wiener Oberrabbiners Dr. David, Feuchtwang veröffentlicht: „Die Stellung der'Judenschaft Österreichs zu Österreich ist ganz klar und eindeutig: Die Judenschaft bekennt sich zur uneingeschränkten und bedingungslosen Treue zum österreichischen Vaterland. . Dieses Bekenntnis hat nichts mit Po litik zu tun, sondern hat Beine Grundlage in religiösen und sittlichen Geboten, die die Juden seit jeher jedem Staate gegenüber, in welchem sie als Bürger leben, achten und befolgen. Die Treue, mit der sich die Juden jedem Staat, in dem sie als dessen Bürger leben, verbunden zeigen, hat nichts mit dem großen Aufbauwerk jn Palästina zu tun. Die Judenschaft in Osterreich ist vor allem' dadurch gekennzeichnet, daß sie sich zu allem bekennt, was. dem Aufbau des österreichischen Vaterlandes nützlich und förderlich ist und nur nicht zu Grundsätzen und Maßnahmen, die der Judenschaft Schaden zufügen oder sie in ihren bürgerlichen Rechten einschränken könnten. Hierbei denke ich vor allem an dio kulturellen Rechte der Juden, die ihnen die innere . Entwicklung ihres kulturellen Lebens gewährleisten. Dazu zählt insbesondere die Möglichkeit zur Errichtung jüdischer (durchaus nicht „konfesaivträller") Schulen mit Staatshilfe, in denen die religiösen und kulturellen Traditionen. des Judentums intensiv gepflegt werden. Das Recht zur Errichtung jüdischer Schulen darf jedoch keinesfalls den Juden den Zutritt zu den allgemeinen Staatsschulen versperren. Im allgemeinen läßt sich die Stellung der Juden als Staatsbürtgor wohl am besten durch den Ausspruch des Propheten Jeremias kennzeichnen, der etwa so lautot: „Fördert das Wohl des Vaterlandes, in welchem wir leben, denn sein Glück ist zugleich euer Glück 1" Was die Weltanschauung anbelangt, so huldigen die''Juden der Weltanschauung des „Messianismus", das heißt, Bio sind Gegnereiner jeden kriegerisch auf gebauten Weltanschauung und werden alle ihre Kräfte darauf vorwenden, das Zusammenleben der Völker in friedlicher Entwicklung zu ermöglichen. Nur wenn diese friedliche Fortentwicklung nicht möglich scheint, und gewaltsam durchbrochen wird, wenn dos Vaterland vom Feinde angegriffen und eine Verteidigung des Friedens notwendig ist, greifen'-die Juden zu den Waffen, um auf der Seite ihres Vaterlandes zu kämpfen, wie sie dies bisher . auch mit vollem Opfermut getan haben," Jüdifche Badeärzte / in den deutschen Kur- und Badeorten Eine Liste der in den deutschen Badoorten praktizierenden jüdischen Ärzto nach dem Stande vom April 1935 wird von der Heichsvcrtrctung der deutschen Juden herausgegeben. Dio Liste, die ausschließlich solche Ärzte umfaßt, die Mit g 1 iede r jüdischer Rcligionsgcmoinden sind, ist mit Hilfe der jeweiligen jüdischen Gemeinden und Organisationen zusammtengestellt worden; zum Teil stammen die Angaben von den Ärzten selbst. Das Verzeichnis ist sämtlichen jüdischen Ärzten zugeschickt worden. Dio „Reichsvertretung der deutschen Juden" bemerkt hierzu: „Die deutschen Badeorte sind in bezug auf Heilerfolge - dem größten Tcilo der ausländischen Kurorte gleichwertig, zum Teil überlegen. Wir bitten daher, bei Beratung jüdischer Patienten darauf hinzuweisen. Sie helfen hiermit.auch den jüdischen Badeärzten in-den deutschen Kurorten." Dem eigentlichen Verzeichnis ist zur Erleichterung vorjr Uberweisungen eine kurze Ubersicht über .die Einteilung der deutschen Badeorte mit ihren Heilanzeigcn vorausgeschickt —1 wobei allerdings nur diejenigen Badeorte besondere Erwähnung: gefunden haben, an denen jüdische Ärzte und Zahnärzte praktizieren. Fachärzte und Inhaber odor Leiter von Heilanstalten, Sanatorien, Erholungsheimen usw. sind als solche besonders kenntlich gemacht. ... Wir zählen die Bade- und'Kurorte, alphabetisch geordnet, auf- Es sind: Aachen, Althcide (Schlesien), Baden-Baden, BallenBtcdt (Oberhorz), Bayreuth, Brambach (Vögtland), Cannstadt (bei Stuttgart), Elster (Vogtland), Ems, Flinsbcrg (Isergebirgc), Frcicnwalde (Oder), Friedrichroda (Thür.), Gandersheim (Braunschwcig), Großmöllen (bei Köslin), Harzburg, Heidelberg, Hcrsfeld; (HeBsen- Nassau), Homburg v. d. H., Kissingen, Kitzingen, Kolberg (Ostsee^ Königstein (Taunus), Kreuznach, Krummhübel (Riescngcbirgey^ Kudowa (Schlesien), Landeck (Schlesien), Morgcntheim (Württemberg), Nauheim, Nenndorf (bei Hannover), Neuenahr (Rheinland),. Nordrach (Schwarzwald), Obcrnigk (bei Breslau); Oeynhausen; (Westfalen), Orb (Spessart), Polzin (Pommern), Pyrmont (waldecW, Reichenhall (Bayern), Reinerz (Schlesien), Salzbrunn (Schlesien),. Salzuflen (Lippe), Sayn , (bei Koblenz), '■, Schwalbach .. (Nassau), Schwarzbach '(Schlesien), Schwerin, Soden (Taimus), Stqlpmünde' (Ostsee), Swinemünde, Tölz (Bayern), Travemünde (Ostsee), Vilbel (Hessen), Wiesbaden, Wiessce (Tegernsee), Wildbad (Württemberg). Die Wirtschaftshilfe der Berliner jüdischen: G c m e i n d e Btellt in einem soeben erlassenen Rundschreiben denjenigen Ärzten, die kein auskömmliches. Einkomjäien hoben,, anheim, sich bei ihr zu melden, um genaue Unterlagen über die finanzielle L-ägo der Betreffenden zu gewinnen., ^Die. Meldung kann schriftlich oder mündlich erfolgen, im letzteren; Falle Montag oder Donnerstag zwischen 11 und 1 Uhr, Oranienburger Straße 29 (Wirtschaftshilfe, Abteilung Ärzte); Für deutfehe Juden in Palaltina Gründung eines handwerklichen Ausbüdungszentrums Zur Förderung der handwerklichen Berufsausbildung der jüdischen Jugend Deutschlands Boll in aller Kürze in Palästina eine .handwerkliche Lehrstätte gegründet werden. Diese Lehrwerkstätte wird es sich zur Aufgabe machen,, besonders qualifiziert« Handwerker heranzubilden, und. zwar ist vorerst in Aussicht genommen die Errichtung einer. Lehrwerkstätte für Schlosserei, Tischlerei und die Nebenberufe des.Bauhandwerks. Düj Vorbereitungen sind bereits soweit getroffen, daß in Kürze mit der Einrichtung des handwerkllthen Lehrzentrums in der Nähe von Haila begonnen wird.... Für die Verwaltung des handwerklichen Lehrzentrums hat sich ein Kuratorium gebildet, das in Deutschland vorerst aus Herrn Rabbiner Dr. Leo Baeek, den Herren Friedrich Borchardt, Ministerialrat i. R. Dr. Otto Hirsch, Dr. Max Kreutzb'erger, Dr. Siegfried Moses und einem Vertreter der Jüdischen Jugendhilfe besteht; in Palästina aus einigen Persönlichkeiten, die der Zentralstelle für - die Ansiedlung deutscher Juden nahestehen. Das handwerkliche Lehraushildungszentrum wird gegründet in Erinnerung an Dr. Ludwig Tieti, den.ersten Generalsekretär des Zentralausschusses der deutschen Juden für Hilfe: und Aufbau. , Stadion statt Judcnfricdhof Warschau. Die Wilnaer Stadtverwa 11ung beabsichtigt, den historischen Judenfriedhof,, auf dem sich dio Gräber zahlreicher Toragrößen und Gaonim befinden, u. a. die Gräber des Wilnaer Gaons und des „Ger Zcdck", des seinerzeit zum Judentum übergetretenen Grafen Valentin Potocki, der 1749 den Märtyrertod auf dem Scheiterhaufen erlitt, zwecks Erbauung eines großen Stadions aufzulassen. Dieser Plan hat dio jüdische. Bevölkerung Wilnas in starke Erregung versetzt. Die jüdische Gemeinde hat Schritte unternommen, um die Erhaltung des alten Judenfriedhofs zu sichern. Eine Beratung von Vertretern der Jüdischen. Gemeinde und der Stadtgemeinde wurde anberaumt. Biolikg Wohnhaus wird MuCeum - Tel Awiw. Der Stadtrat von Tel Awiw hat einen Vorschlag angenommen und der Kulturkommission zur weiteren Behandlung zugewiesen, demzufolge das Wohnhaus Bialiko in Tel Awiw in ein großes ethnographisches Museum.mit Bibliothek umgewandelt worden soll. Für dio Überlassung des Gebäudes soll der W i t w e B i a 1 i k b lebenslänglich eine Monatsrento von 40 Pfund ausgezahlt werden. Der Initiator des Projekts hat sich verpflichtet, die Mittel für dio Befriedigung der übrigen Erben und dio Umwandlung des Bialik-Hauses in ein Museum aufzubringen. Die englifdicu Jubilüumsmurkcn London. In' dem Wettbewerb um einen Entwurf für die J.u b i 1 ä u m s m o r k c n , die dio englische Postverwultung anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums König Georgs V. herausgibt, hat der jüdischo Künstler Barnett Fr eed m an den Preis davongetragen. Nach seinem Entwurf werden in den beiden nächsten Monaten über eine Billion. Jubiläumsmarken hergestellt werden.

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