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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-04-17 · 15-16 (17.4.1935) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
15-16 (17.4.1935)
Date
1935-04-17
Page
– (sequence 5)
Language
German
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2. Bellaqe 17/ARrli 1935 JUDIHHE AUGEMEIHE 1EIWUNC srt—rsrr HERR KAUER und der PROPHET Eine Peffach-Legende / v<m ben-chorin Es war im Jahre 1923, in dem Semacl, der Widersacher, von Gott,. dem Herrn, noich Deutschland entsandt worden war, um dort die Renschen mit phantastisch anmutenden Zahlen zu versuchen. Scmae], saß njs Trust-König an der Börse und trieh den Dollar in die Höhe, bis er schließlich v?or Billionen Papiermark wert war, und er, der finstere Semacl, lachte schrill, daß die Stadt Berlin davon widerhallte. V Dje Peasach-Woche kam, und die Judcp Berlins hauen kaum Zeit, ihr genügend Aufmerksamkeit zuzuwenden, so. wirbelte sie Scmael mit seinen teuflischen' Zahlen um und um. Auch Sigmund Kaucr war ihnen verfallen.' Er saß in seinem Büro und rechnete lind rechnete: es wurden zehn- und elfstelüge Zahlen, die er in sein Hauptbuch eintrug. Er wuchs gleichsam seihst mit seinem ungeheuren Besitze — -der in Wahrheit nichts war ab ein Haufe buntbedruckten Papiers —, der aber furchtbarerweise die Verhältnisse auf den Kopf gestellt hatte und nun Sigmund Kauer besaß, statt daß es umgekehrt gewesen wäre. Die Sedernachjt begann ihre Schotten über Borlin auszubreiten . . . Sigmund Kauer aber sali noch immer in Beinern Büro und .rechnete und rechnete.' Als, das Telefon auf dem Schreibtisch schrill klingelte, fuhr er auf. lyiechanisch griff, er nach dem Hörrohr, und als ihm die vorwurfsvolle Stimme seiner Frau entgegenschlug, wurde er erst der vorgerückten Stunde inne. Ob er denn ganz vergessen hätte, daß heute Abend Pcssoch sei. Der Sedertisch sei gedeckt, und die Kinder warteten ungeduldig auf den Vater. Kauer' besänftigte seine Frau: die viele Arbeit, sagte er, ja, das Geschäft ... es ließe ihn zuweilen an alles andere vergessen, aber sie solle ihm nicht böse sein, sofort werde er ein Taxi nehmen, und in 15 Minuten konnte mit dem Seder begonnen ■werden. Er ergriff Hut und Mantel, verließ sein Büro und fuhr eilig nach dem Westen, wo die Villa, die er vor einem halben Jahre erworben hatte, inmitten anderer vornehmer Wohnbauten stand. Im selben Augenblicke, da Sigmund Kauer sich erschöpft und abgespannt in das Taxi warf, trat der Prophet Elijahu vor den Thron des Allmächtigen und begann also zu sprechen: „Herr der Welt, lasse auch mich — gleich Semael, dem FinBtercn — zur Erdp herniedersteigen, auf daß ich Dein Volk Israel tröste, denn es ist heute die Nacht der Hut und des Trostes." I Und Gott, der Herr, entließ in seiner großen Güte den Propheten Elijahu, und jener fuhr hinab zur Erde, mitten hinein in die große Stadt Berlin. Der Prophet hatte ein härenes Gewand umgotan, und in seiner Rechten trug er den knorrigen Stab der Hirten. So schritt er über den Kurfürstendamm, und die Haare seines Hauptes und seines Bartes wehten im kühlen Nachtwind. Die orangefarbenen, grasgrünen und blauen Lichtreklamen sah der Prophet, und er wunderte sich, daß diese luppischen Lichter die ewigen Sterne Gottes zu überstrahlen vermochten. Eine grellgeschminktc Bardame, am Arme eines pomadisierten Eintänzers, drehte sich mit papageienhaftem Gelächter nach'dem Propheten um. „Kiek man den kessen Onkel vom Lande", stieß sie den Eintänzer an. Aber dio Bardame hatte ein gutes Herz. Sie griff in ihr Handtäschchen und reichte dem Propheten Elijahu ein paar Millioncnscheine hin. Elijahu dankte lächelnd'und ging weiter durch die große" Stadt Berlin, und oft war das Hupen der Autos auf der Straße und dos Blöken der Saxophone, das aus den erleuchteten Cafes drang, so laut, daß er den Himmlischen Gesang der Cherubim,'der Üiin ' sonst auf seinen Erdenfahrten begleitete, kaum mehr vernahm."' -Als der Prophet in die Grenadierstraße kam, blieb er in einem dunklen Torbogen stehen. Die-Straße, in der fast hur Juden' wohnten, russische und polnische, war leer und wie ausgestorben. Aber hinter den Fenstern brannte Licht - und ein Sinsen und Summen drang durch die geschlossenen Scheiben, und hier und dort ward die Haustüre aufgerissen und man lud den alten Mann, der träumend und unbeachtet in seinem Winkel stand, zu Gast. Man rief den Propheten Elijahu, den Vorboten des Messias — er "komme bald in unseren Tagen —, als Gast zur Tafel. Der Prophet Elijahu war versucht, einer der Einladungen nachzukommen, aber da fiel ihm ein, daß Gott — er sei "gelobt — ihm «aufgetragen harte: „Gehe hin und sieh, was mein ungetreuer Knecht Sigmund Kauer treibt, und führe ihn zu mir zurück." So machte sich der Prophet Elijahu auf und ging nach dem 'Westen Berlins, bis er an die Villa Sigmund Kauers kam, des Teichen Mannes, und ungetreuen Knechts Gottes. Er stand zaghaft vor der Gartentür« und wollte sie schon offnen, da sah er ein weißes Scbildchen, auf dem zu lesen war: und stellte ihn gesondert von den anderen Gläsern für den „symbolischen" Gast, wie er Bogt«. Hermann eilte auf den Flur, um die Türe zu öffnen für dio Ankunft dt3 Propheten. „Aber Hermann", rief ihm der Vater nach, „was fällt Dir ein? Die Zimmertür genügt. Wos denken denn unsere christlichen Nachbarn,, wenn wir mitten in der Nacht die Haustüre öffnen — und schließlich ist es doch auch nur ein Symbol. Also, wie H^HS^W^mÄ« Nur für Herrschaften! Aufgang für Lieferanten und Dienstpersonal über die Hintertreppe. . .„,...-<...... H.........I...........I'JI' „Ach", sagte der Prophet -Elijahu, „ich bin doch nichts als ein Diener des'Messias, also; muß ich wohl auf der rückwärtigen Treppe um Einlaß bitten." Und er ging um das Haus herum und betrat es von hinten durch den Eingang für Lieferanten und Dienerschaft, denn er war sehr demütig. ' ■ Sigmund Kauer saß mit seiner Frau und den drei Kindern an dem., mit Silber und Porzellan bestellten Tisch und earig die Psalmen aus der Hagada. Der Wein funkelte in den Bechern, die Wachskerzen brannten in den getriebenen Leuchtern, und der süße Duft der Speisen durchzog den luxuriös ausgestatteten Raum (das Werk eines der ersten Innenarchitekten Berlins). Sigmund Kauer hätte glücklich sein können: Gott hatte seine Väter — und ihn selbst, wie man weiß — aus Ägypten, aus dem Hause der Knechte geführt — nach Berlin und hatte ihn bedacht mit einer schönen, klugen Frau, die ihn liebte, und mit scBimden, frispheu Kindern, die ihn verehrten, und von allem Outie der Eide hafte üun Gott gegeben, aber Sigmund Kauer war nicht glücklieb. Er wollte mehr, haben, immer mehr. Er wollte schon nicht mehr, vi«1' wollte in ihm. Das Vermögen — wir sogten es schon — besaß ihn, nicht er-es. Und so tanzten' .in seinem Kopfe Zahlen und Aktien und Dividenden, indes seine Lippen Lobpreisungen Gottes plapperten. — „Papa", rief Hermann, Kauers ältester Sohn, der baM Bar- Mizwah weiden sollte, „(Du hast vergessen, einei} Pecher Wein für den Propheten Elijahuhinzustellen!" , „Ja, wie zerstreut ich_doch bin", entschuldigte sich Kauer bei seinem Sohne, goß den silbernen Pokal voll roten Weines gesagt, die Zimtnertür genügt, ^errnann.' Hermann aber — wie Kinder sind — beharrlo darauf, daß die Haustür' geöffnet werden müsse, denn — wie er naiverweise meinte — der Prophet müsse dach zuerst ins Hau s kommen, bevor er das Zimmer betreten könnte. Er war eben noch ein Kind und wußte nicht, was man unter einem Symbol verstand. Kauer lächelte nachsichtig. Er wollte dem Kinde den Willen lassen. „Na, wenn Du meinst", scherzte er, „dann öffne die Hintertür, der Prophet Elijahu wird auch da hereinfinden." So kam es, daß Elijahu den licferan^n-Eingang zu Sigmund Kauers Villa offen fand. Er schritt die steilen Stufen empor, immiisununmuiiiiHiitiimiimmiiiiiuiiiiimiimmiim EXODUS Von MANFRED STURMANN Die Nacht war düster, denn der Mond Verbarg sich, eh' er wechselte. Es stand die Luft wie warmer Atem Um die Wartende;». Ein Ruch Von Ährenreife trug der Wind Vom Feld herüber, doch er kam Nur selten: heiß war diese Nacht. Gegfürtet standen sie, die Tröge Mit Ungesäuertem bereit Zum Aufbruch. Troß und Vieh. Und Mütter, welche Kinder trugen, Und Männer, der Rückkehr ihres Führers Fiebernd harrend. Der rang bei Pharao Um diesen Aufbruch und errang ihn. Indessen stand die Nacht um sie, Ein schwarzer Sarg, die Fernen lockten Zur Wanderung, und ungeduldig Waren manche. Sie murrten schon. Zuweilen drang ein Klagelaut , Aus den Ägypterhäusern, wo Sie Wache hielten um die toten Erstgeborenen. Er kamt Auf weichen Flügeln senkte sich Der Morgen auf das Land, ein Tor, Ein rosenrotes, riß er auf Im Nachtgewölk, und es durchschritt Das Volk. Da waren aufgetan Die Harrenden und jung geworden. Die Weite winkt und aufgerichtet Wie nie zuvor — sie waren Knechte — So ziehen sie in ihren Morgen, Von dessen Glanz die Häupter glühen. iwiiiim gelangte durch die Küche, in der Anna, das Dienstmädchen, am Tische eingenickt war, unbemerkt durch den Flur und stand plötzlich hochaufgerichtet im Baumen der Türe. ' ' Er nahm sich sehr unpassend, aus in seinem härenen Gewände, den Hirtenstab in der Rechten, und Bart und Haare vom Wind wild zerzaust. — Frau Erna stieß einen spitzen Schrei aus, als sie den wunderlichen Fremden, von ihrer Hagada aufschauend, erblickte. Die Kinder starrten ihn mit weitaufgerissenen Augen und Mündern an, iliir 'KaMer, in 'dessen bleichem Gesichtsein fast lippenloser Mund sich zu einem ironischen Lächeln kräuselte, hatte Haltung ' bewahrt. Er stand auf, vergaß nicht das Samtkäppchen abzunehmen, und' schritt auf den Fremden im Türrahmen zu. _ Zwei Schritte vor Elijahu blieb er stehen, deutete eine Verbeugung an und sagte: „Kauerl. Sie wünschen?" Der Prophet sah lange schweigend auf Herrn Kauer herab, , c|ann begann er, ihn bei seinem hebräischen Namen nennend: , „Kennst Du mich nicht, SchmueJ ben Etieser?" ... ■ Kauer war bei dieser Anrede zurückgeprallt. Zornröte stieg auf in seinem massigen Gesicht. „Was fällt Ihnen ein, Herr? Ich verbitte mir derlei antisemitische Anpöbelungen 1 Verlassen Sie sofort meine Wohnung, oder ich werde Sie. wegen Hausfriedensbruchs verhaften lassen. . Seine Stimme,uberschlug sich. Der Prophet Elijahu aber fuhr giltig fort: ' '"•'■'' ' '. „Du bist ein ungetreuer. Knecht geworden, Schmuel ben Elleser, ein schlechter Jude, daß Du mich nicht erkennst." ' „Ich kenne Sie nicht", sagte Kauer schneidend, „und ich. lege, keinerlei Wert darauf, Ihre Bekanntschaft zu inachen." Da aber schrie Hermann; der . die .Sprache wiedergewonnen hatte, plötzlich auf: „Aber .Papa, das. ist doch der Prophet Elijahu . . . sieb nur her, genau so ist er in meiner Hagada abgebildet!!' Und erMief hin, um dem Propheten ehrerbiptig $e Hand zu küssen. c ' - . ' " „Hennann", sagte Frau Erna streng, die bisher schreckhaft erstaunt und schweigend auf ihrem Stuhle wie angewurzelt ' " / gesessen hotte, „hier geblieben! Was fällt Dir ein? Papa wird allein mit dem Herrn fertig werden." Und zu Elijahu gewandt, sagte sie begütigend: „Mein Mann ist sehr nervös. Sagen Sio kurz, wns Sic wollen", und etwas zögernd fügto sie hinzu: „In der r^üchc können Sie noch etwas Warme? zu essen be)commcn.a „Misch' Dich auch Du nicht ein. schrie nun Kaucr erregt. „Was wollen Sie, Herr, und wie kommen Sie hier liorein?" Der Prophet Elijahu gab keine Antwort mehr. Weder Horm Kauer, noch' Frau Erna. Nur dem kleinen Hermann fuhr er mit liebender Geste übers Haar, dann verließ er worttos die Wohnung des reichen Herrn Kauer über die Lieferanten- und Dienerschaftstreppe. II. Zehn Jahre waren durchs Land gegangen: man schrieb 1933. Längst hatte der tückische Semacl sein tolles Zahlenspiel beendet, längst hatte Herr kauet die kostspielige Villa aufgegeben und war mit den Seinen in eine Etagenwohnung gezogen. Per Bau seines Reichtums war zusammengebrochen, nun saß er wieder, wie vor zehn Jahren, mit den Seinen um den Sedertisch, aber die Tafel war einfacher bestellt, und die Gedanken Sigmund Kaucra waren frei von schwindelerregenden Zahlen. Hermann saß groß und braun unter seinen Geschwistern: er war in den letzten Monaten zu einem richtigen Arbeiter geworden. Er hatte das Studium der Hechte einstellen müssen und war nach einem kurzen, harten Kampf mit seinem Vater aufs Land als Bauernknecht gegangen, um seine Auabildung für dos schwere Leben drüben in Erez Israel zu erfahren. Nun war er nur au! kurzen Urlaub über das Fest heimgekehrt, um die Seder-Abende im Kreise der Familie zuzubringen. — Man hatte das Tischgebet beendet, und Kauer schickte sich an, jenen zweiten Teil der Hagada zu verlesen, zu dem man Elijahu, den Propheten, lädt. „Erinnerst Du Dich noch, Hermann", sagte der Vater besinnlich, „— ich glaube, es mögen jetzt etwa zehn Jahre her sein, wir wohnten damals noch in unserer Villa — an jenen Sedcrabcnd, an dem der sonderbare Bettler bei uns erschien, den Du in kindlich-naiver Weise für den Propheten Elijahu hioltest?" „Ja, Papa", entgegnete Hermann, „ganz dunkel erinnere ich mich noch. Der Mann hatte mir damals mächtig imponiert, fast glaube ich heute noch daran, daß er der leibhaftige Elijahu iwar." Da ging die Tür auf, und herein trat in seinem härenen Gewände, den Hirtenstab in der Rechten — er Bclbst — Elijahu, der Prophet. Er ging sehr sachte auf Kauor zu. Keiner außer dem Hausherrn schien ihn zu sehen. Kauor wollte aufspringen, aber Elijahu bieß ihn sitzen bleiben. „Du bist alt und grau geworden, Schmuel ben Elicscr", sagte der Prophet sehr leise und gütig, „an den Schläfen ibist Du ja schon ganz weiß." „Ach, mein Herr und Prophet", antwortete Kaucr, und es war nichts mehr von dem Hochmut der früheren Jahre in seiner Stimme, und sieh! diesmal erkannte er den Gesandten des Messias, ohne daß dieser sich irgendwie hätte zu erkennen gegeben — „die Zeiten sind bitter. Ich habe mein Geld verloren und meine geachtete Stellung; mein Sohn darf nicht mehr studieren und muß außer Landes gehen, um sein Brot zu finden. Es sind bittere Zeiten für Deine Juden, mein Herr und Prophet." „Bittere Zeiten, sagst Du?", antwortete der Prophet, „Ja, Du magst recht haben. Aber weißt Du auch, wor die Schuld daran trägt, daß die Zeiten hart sind und schwer für die Juden in diesem Lande?" „Ich weiß es nicht, mein Herr", sagte Kauer sehr langsam, aber es klang so, als wüßte er es doch und wagte es nur nicht' einzugestehen. „Dann will ich es Dir sagen, Schmuel ben Eliser", fuhr Elijahu fort, und der Ton seiner Stimme war noch gütiger als ehedem. „Du selbst bist schuld, Du selbst. Siehe: da Gott — er sei gelobt — Dir von allem Gute gegeben hatte, da vergaßest Du IHN und da ER mich zu Dir sandte, wolltest 'Du mich nicht kennen. Als ich damals hintrat vor den Thron des Allmächtigen und erzählte, wie mir in Deinem Hause geschah, beschloß Gott, der Herr, Dir den Reichtum zu nehmen und die Ehren, die wie eine Wand standen zwischen Dir und IHM. Und nun, da Du wieder arm bist und ein einfacher Jude, sind die Augen Deiner Seele wiederum sehend geworden, wie es die Augen Deiner Väter und Ahnen waren." ,,Ja", sagte Kauer, „die Augen meiner Seele waren blind gewesen ..." Da Bland der Prophet Elijahu auf und segnete den ungetreuen Knecht Gottes Sigmund Kauer mit dem Segen der Armut und der Erniedrigung, und Sigmund Kauer dankte ihm sehr. —--f „Aber Sigmund", mannte Frau Erna, „wer wird denn mitten im Seder einnicken? So alt bist Du denn doch noch nicht . . ," Kauer fuhr auf.,. Hatte er tatsächlich ein paar Sekunden geträumt?! „Der Wein", entschuldigte er Wich, „ich bin es nicht mehr gewöhnt, am Abend Wein zu trinken."'' .'■ Dann bemerkte er plötzlich, zu Hermann gewandt (höchst unvermittelt, wie diesem schien), das abgebrochene Gespräch aufgreifend: „Wer weiß,' vielleicht hattest Xhi damals recht... am Ende war jener Fremde in Wahrheit der Prophet Elijahu gewesen ..." „Sigmund", meinte da Frau Erna streng, „Du bist aber heute höchst sonderbar, ich glaube, Du hast ein wenig erhöhte Temperatur." Er wehrte' ab. „Ach neüj, Erna, es ist nichts I", sagte et kleinlaut. „Die Zeit find die veränderten Verhältnisse machen . einen manchmal etwas verwirrt." ■ „Ja, ja, die Zeit!" echote Frau Erna, und dann begann man den letzten Teil der Hagada zu lesen.' Sigmund Kauer aber wußte nun ganz bestimmt, wer jener. Fremde vor.zehn Jahren gewesen war, und er schämte sich sehr wegen seines verstockten Herzens. Der Reumütige aber, sagen unsere Weisen — ihr_ Andenken fereichc uns zum Segen — steht vor Gott dort, wo es nicht einmal ein vollendeten Gerechten gewährt ist zu stehen. Frtms Osborn fpielt Mit dieser Sonderveranstaltung hat der Kulturbund seinen Mitgliedern wirklich «twigs AuuerordentUches .geboten, Fr«" b< """ ' * ** Osborn gehört zu' den Pianisten,.bei denen «ich das Tc„.v, von se)b»t versteht und alle Energien, für die künstlerische Gfi staltun* verfügbar yiud: ->'- vui-lrt-t«:» -Ii----- über den versenk erzielt: die

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