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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-04-03 · 14 (3.4.1935) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
14 (3.4.1935)
Date
1935-04-03
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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2. Beilage 3. April 1935 JÜDISCHE AllGEMIIHE, ZEITUNG Ein „Heldenleben" \ Erinnerungen an Hieronymus Lorm Von ALICE STEIN-LANDESMANN Die heutige Generation weiß nur noch wenig von dem Dichter Hieronymus Lorm, obwohl grado Bein Beispiel — das Beispiel eines heroischen LcbcnB — dem heutigen Juden etwas bedeuten könnte. _ Wenn jeinol3 ein Mensch durch die Gestaltung seines eignen Schicksals bewiesen hat, daß alle Äußerlichkeiten des Daseins ersetzt werden können durch ein willensstarkcs Besinnen auf dio inneren und ethischen Werte, so ist es Lorm gewesen. ' Alles sprach dagegen, daß aus diesem Leben für Lorm selbst und für andere ein großer Gewinn zu schöpfen sein würdo.1 Der Sieg des Geistes über den Körper ist soften in solcher Kraft sichtbar geworden. Der Mufik beraubt In frühester Jugend nach schwerer Krankheit taub goworden, wurde or zu der schmerzlichen Aufgabe des ersehnten Musikerberufes gezwungen. Er schreibt darüber: „Nur finstere Probleme waren meine Gesellschaft in der unendlichen Einsamkeit, die mich nach ^Trübung meiner Sinnesorgane plötzlich wie eine doppelte chinesische Mauer zu umschließen begann. Zunächst hat sie mich der Musik beraubt, nachdem ich bis zu meinem 15. Jahre Klaviervirtuose gewesen und eifrig Generalbaß studiert hatte." Lorm fand einen neuen, anderen Ausdruck für seine Fantasie und Gestaltungskraft, für seinen regen Geist: er begann zu schreiben; Gedichte, Philosophisches, literarische Kritiken erschienen und machten ihn in kurzer Zeit nicht nur in Wien bekannt. über seine literarische Bedeutung soll hier nicht gesprochen werden; sie ist oft genug von berufener Seite beleuchtet worden. Ich möchte einiges von dem Menschen Hieronymus Lorm erzählen, wie er im Familien- und Freundeskreise noch heute in deutlichster Erinnerung lebt. Mein Mann war Lorms jüngster Sohn, und so sind mir einige Züge bekannt, die diese einzigartige Persönlichkeit Schürfer beleuchten. Die Verwandlung Im Jahre 1847 hatte Lorm Wien verlassen müssen; seine freiheitlichen Schriften ließen Um Verfolgungen fürchten. Er wandte sich nach Berlin, wo er seinen bürgerlichen Namen Heinrich Landesmann in Hieronymus Lorm umwandelte — ein Pseudonym, das er seitdem beibehielt —, auch als dio Revolution von 48 ihm die Rückkehr nach Wien erlaubte. Mit Philosophie und Lyrik war nie viel Geld zu verdienen. Lorm aber hotte cino Familie gegründet. Seine Kusine Henriette Frankel nahm es auf sich, dem Leidenden eine wahrhafte Gefährtin zu werden — niemals würdo einem Betrachter dieser Ehe der Gedanke gekommen sein, daß die junge Frau, die so selbstverständlich ouf alle Freuden dor Jugend verzichtete, sich aufopferte. Jedes Pathos war ihr fremd: ein angeborener Frohsinn und gesunder Instinkt für alles Praktische halfen ihr, den oft schweren Alltag zu meistern. Die drei Kinder sollten cino heitero Jugend haben und dio sorgsamste Ausbildung erhalten. So beginnt Lorm, Romane zu schreiben. Dazu braucht er Anregung von außen, Schilderung dor materiellen Umwelt. Wie Lorm fich verfiändigte Sein ernstes Augenleiden hatte sich ständig verschlimmert — er war dauernd auf Hilfe angewiesen — — Marie, die älteste Tochter, erfaßte schon als Kind die Heiligkeit ihrer Aufgabe: sie wurde dem Vater wirklich Ohr und Auge, sie führte seine umfassende Korrespondenz, sie wird außerdem seine Vorleserin, und schon als Vierzehnjährige seine tägliche Begleiterin bei allen Auagängen. Jede Woche geht Lorm einmal in das damals berühmte Dresdener Hotel, in dem ein erstes internationales Publikum verkehrt. Während des Essens, an der Table d'hote, tippt das Kind dem Vater oft heimlich eine Schilderung charakteristischer Fremden in die geöffnete Hand: ein italienisches Liebespaar, ein amerikanischer Sonderling oder ein abenteuerliche Rumäne werden aut diese Art beschneben. Lorm notiert in seinem wachen Geiste all diese bunten Erscheinungen, die er weder sehen noch hören kann. Er selber hatte eine „Tastzeichensprache"- erfunden — eine Stenogramm-ähnliche Übermittlung in seine innere Handfläche. Alle ihm nahestehenden Menschen mußten sich dieser Sprache im Verkehr mit Lorm bedienen. Auf diesem Wege wurden ihm in den letzten 20 Jahren nicht nur dio Gespräche, sondern auch der Inhalt von Zeitungen und Büchern vermittelt; Seine geistige Konzentration war so stark, daß er sich philosophische Werke vorleBen ließ und dann eine Kritik darüber diktierte. Unterstützt von der schöpferischen Kraft seiner Fantasie, genügte dem Dichter oft eine kleine andeutende Schilderung, um dann eine lebendige Figur für seinen Roman zu gestalten-- Er hat-Erfolg, allmählich auch materiellen Erfolg. Der älteste Sohn kann Medizin studieren und wird dem Vater später der liebevollste Helfer. Der Jüngere genießt die Freuden eines Kindes aus wohlhabendem Hause. Es herrscht eine großzügige Gastlichkeit: erst in Wien, dann in Dresden, zuletzt in Brünn ist die Kochkunst von Lorms Gattin bekannt. Lorm selber ist ein bezaubernder Wirt — er versteht' es, der Unterhaltung ein hohes Niveau zu geben. Niemand entzieht sich dem Charme seiner ritterlichen und zugleich humorvollen Art. Der hochgewachsene Mann, der seine Gäste meist auf dem Divan liegend empfängt, läßt den Fremden schon nach kurzem'vergessen, daß er blind und taub ist. Seine Hand besitzt das großartige Fingerspitzengefühl des Blinden in besonders ausgeprägtem Maaße: Seine Antworten kommen'so rasch, als wenn ein Gesunder sie gäbe. Unerschöpflich ist seine Erfindungsgabe für Anekdoten, noch lieber Jolgt er einem tiefgründigen Gespräch und diskutiert voller Geistesgegenwart mit dem Gegner. Schachpartien mit Oscar Blumenthal Auf Spaziergängen spielt er mit Oscar Blumenthal Schach — sein Gedächtnis ist bewunderungswürdig; er ist der ideale „Blind-Spieler". Mit sechzig Jahren verliort er den letzten Rest seiner Sehkraft — er ist nun völlig auf die Unterstützung seiner 'Nächsten angewiesen. Mit einer grandiosen Energie erträgt er auch diesen Schlag — un4 arbeitet weiter. Noch 21 Jofire meistert er das Leben ohne andere Verbindung mit der Umwelt, als durch dio Tastzeichen auf seiner Hand--- Auffallend groß ist seine Freundschaft zu Frauen, für die er ein überaus feinsinniges Verständnis hat. Fast täglich erhält er den Besuch weiblicher Gäste: er weiß aus dem leichten Geplauder einer jungen, lebhaften Wienerin ebenso viel Anregung zu schöpfen, wie aus den fachlichen Diskussionen mit einer bedeutenden Frau, die — von der Lektüre seiner Werke fasziniert — aus dem Ausland zu ihm gereist kommt, um diesen „König der Leiden" kennen zu lernen. Lorm läßt Bich von seiner Tochter jeden Gast genau schildern. Wenn or erfährt, daß dio Besucheriri anmutig oder gar schön war, erhöht dies Bein Vergnügen wesentlich. Über sämtliche Erscheinungen im Theater und auf dem Büchermarkt ist Lorm-durch seine'unermüdliche Sekretärin orientiert. Aber auch der Naturgenuß — er schrieb ein Buch mit diesem Titelt — wird nicht vernachlässigt. Es ist erschütternd zu hören, wie dieser Mensch, von der Natur zum intensiven Genuß jeder Schönheit prädestiniert, seine Eindrücke nur durch Vermittlung anderer empfangen muß, und wie er cb verstanden hat, auch selbst daraus seelischen Gewinn zu schöpfen. „Aus meinen großen Schmerzen mach' ich die kleinen Lieder", so hat schon einmal ein Dichter gesungen. Der Peffimifi über den Optimismus Lorm tut noch mehr: er schreibt ein Buch „Dor grundlose Optimismus". Das Oberwinden seines grausamen Schicksals wäre Bchon allein ein Anlaß, Lorms geistige Entwicklung, seine Arbeitsleistung allein als die eines wahrhaft ethischen Menschen zu bewundern. Seine Größe aber liegt in dor Fülle reinster Herzensgüto, dio er und sein Werk ausstrahlen. Sein Optimismus hat nichts mit dorn banalen Frohsinn eines Genügsamen zu tun — es ist violmchr, so seltsam es klingen mag, der Sieg Lorms über den eignen Pessimismus! Er konnte aus ehrlichstem Ringen heraus die Verse schreiben: „Und droht auch Nacht der Schmerzen ganz Mein Leben zu umfassen, Ein unvcrnünft'ger Sonnenglanz Will nicht mein Herz verlassen." Eine Fülle schönster Menschlichkeit spricht aus seinen Briefen, die ihn Mb zu seinem Tode mit vielen führenden Geistern auf dem Gebiete der Literatur und Philosophie in Verbindung halten. Mit Bertliold Auerbach verbanden ihn nach langen Frcundschaftsjahren später noch nahe vcrwandtBchaftlicho Bande: Auerbach heiratete Lorms Nina. Er schreibt an Nina bub Baden am 7. Oktober 1859: „Liebstes Ninnclcl Bestimmt, eines Schriftstellers Frau zu werden, bist Du an einem Tage, an dem man nicht ißt, zur Welt gekommen. (VcrBöhnungstag.) So hat uns der Himmel otwas Gutes an dem Fasttag zugcachmuggelt, cino frische, lebendige Frucht, mit unterscliicdlichcn Gowürznägolein bespickt. — — — Grüße mir Deinen Mann bestens. Scino Zeilen an Mama freuten mich als Zeichen seiner Übereinstimmung mit mir in Sachen des Essens 'unfl, Vcrdaucns. Längst übe ich diese Weisheit praktisch, gut essen und vcidauen ist ein Naturgottesdienst, ein täglich neues wiederweidcn, und man braucht nicht von rohor Gesinnung zu sein, um von diesem Standpunkt aus Beinen Tisch als oine große Wichtigkeit aufzufassen." Aus seinem Brief an Auerbach: „. . . Zu hoch schlage ich das Ewige, das über dem Schicksal Stehende im Menschen an, als daß ich Dir Wünscho darbrächte, deren Erfüllung nicht rein von der Kraft Deines eignen Wesens abhängig wäre. Erhalte Dich Dir selbst, das ist der Inhalt des langen Lebens, das ich Dir wünsche. Gestalte Dich in äußern Werken, auf daß Andere Deine Resultate als Werkzeuge ihrer Bildung ergreifen können, das ist das Glück, das ich Dir zudenke." Eine jahrzehntelange, enge Freundschaft verbindet Lorm mit Marie Ebner-Esehenbach. Eine Unzahl wertvoller Briefe geben Zeugnis davon. Gutzkow, Hebel, Varnhagen, auch Hamcrling und Eduard v. Hartmann gehöre zu seinem Freundeskreise. Als Lorm mit 81 Jahren stirbt, endet ein Leben von seltenem Reichtum: es war gesegnet für ihn und seine Nächsten. Die Hebräifche Univerfität jubiliert Unterredung mit Dr. Joachim Prinz Dr. Joachim Prinz wird im Herbst dieses Jahres aus seinem Berliner Rabbinat ausscheiden, um einem Huf als Leiter doi europäischen Propaganda für dio Hobriiische Universität Folge zu loisten. Schon jetzt widmet or sioh — .neben soinem Fredigtamt — seiner neuon Aufgabeln diesen 'Tagen, da in Deutschland das Gedenken an den 100. Geburtstag des Begründers der Berliner Universität, Wilhelm von Humboldt, begangen wird, feiert die Hebräische UnivcrBitüt in Jerusalem ihr erste» Jubiläum. Am 1. April waren es zehn Jahre her, daß der greise Lord Balfour, im Scharlach des Kanzlers der Universität Edinbourgh, mit einer feierlichen Ansprache dos Institut auf dem Skopüsberg eröffnete, an derselben Stelle^, von wo aus der römische Feldherr Titus um das Jahr 70 die Belagerung Jerusalems geleitet hat. Unter Kanonendonner war im Juni 1918 der Grundstein »gelegt wordon, ohne daß man dem Ereignis in der -großen Öffentlichkeit besondere Bedeutung-geschenkt hätte. Nun füllten viele tausend Menschen das weite Halbrund des Amphitheaters, in dor die Eröffnungsfeierlichkeiten Im Hof der Universität Aufn.: Z. Kluger vor sich gingen. Weizmann, Lord Allenby, Lord Balfour hatten sich eingefunden. Fünfzig Universitäten und wissenschaftliche Institutionen hatten Delegierte entsandt. Da sah man Abgesandte aus Polen in Frack und Zylinder, spaniolische Rabbis in seidenem Talar und buntem Turbantuch, Doktoren in Doktorhut und Universitätsmantel, Offiziere und Diplomaten neben Arbeitern und Boyscouts. - Seit zehn Jahren besteht nun diese zentrale Lchrstätte des Judentums, die namentlich heute auch für uns deutsche Juden insofern von besonderer Bedeutung. geworden ist, als sie in der Lage war, einer großen Anzahl von jüdischen Dozenten, denen die Forschungsmöglichkeit in Deutschland genommen ist, Unterkunft und Arbeit zu gewähren. Aber ihr Aufbau und Ausbau ist noch lange nicht vollendet, und es bedarf noch großer Arbeit und großer Mittel, um restlos alle die Hoffnungen zu erfüllen, die sich an diese Forschungs- und Lehrstätte für die Zukunft knüpfen. „Wenn ich", sagte Dr. Prinz in einer Unterredung mit einem Mitarbeiter unseres Blattes, „das Amt des Leiters einer europäischen Propagandastelle der Universität Jerusalem übernommen habe, so geschah dies vor allem aus der Erkenntnis heraus, daß es notwendig ist, , die Universität zu Jerusalem, die. ja über dio judaistiBchcn Fächer hinaus jüdischen Forschern die Möglichkeit zu Arbeiten auf allen Gebieten der Wissenschaft gibt, im Bewußtsein der Judenhcit zu verankern. Der neue Aufgobenkreis, der mir von der Universität Jerusalem übertragen wurde, wird sich erst aus der Arbeit selbst näher umschreiben lassen. Da es ein neues und im wesentlichen unbearbeitetes Gebiet ist, so beschreitet man kein umstecktes und umgrenztes Feld. Der Etat dor Hebräischen Universität beträgt 50 000 Pfund, die im wesentlichen von amerikanischen Juden aufgebracht werden. Da der Ausbau der Universität jedoch immer mehr Mittel erfordert, hat es Bich als notwendig crwieBcn, Juden auch aus anderen Landern, mehr als es bisher geschehen ist, zur Hilfe heranzuziehen. In fast allen Ländern haben sich Komitees gebildet, Freundcskrcißc der Universität, die cino enge Verbindung mit Jerusalem aufrechterhalten. Sie gilt es mehr und mehr zu aktivieren. Um einen persönlichen Konnex mit diesen Komitees herzustellen, reise ich in den nächsten Wochen' nach Holland, Dänemark, Schweden und der Schweiz, und ich hoffe, daß es gelingen wird, mit Hilfe der europäischen Judenheit die Arbeit der Universität auf eine völlig neue und breite Grundlage zu stellen und sie einer neuen Blüte entgegenzuführen. Eine solche Aufgabe kann natürlich nicht durch Erfassung breiter Massen in großen Versammlungen erfüllt werden. Immer wird der Kreis der McnBchen, die an den Aufgaben einer Universität interessiert sind, klein sein. Denn da es um die Erfüllung einer kulturellen Aufgabe geht, wird man immer nur zu Menschen sprechen können, die ein Organ für eine solche Aufgabe haben. Neben einer solchen Aktivierung der Komitees, wie Bie auch in England, Frankreich, Italien, Dänemark und Polen bestehen, wird der Versuch zu machen sein, die jüdischen Wissenschaftler Europas an den wissenschaftlichen Leistungen der UniversitätsinBtitute zu interessieren, ihre Arbeiten, wenn es nötig sein sollte, in Palästina erscheinen zu lassen und einen gegenseitigen Austausch der Kräfte herbeizuführen." „Es handelt sich hierbei", meint Dr. Prinz, „natürlich nicht um eine Parteiangelegenheit. Bei der Größe und Bedeutung der Aufgabe ist es deutlich, daß hier jüdische Menschen aus allen Lagern Platz haben und daß sich hier Gelegenheit bietet, von Gemeinden und Organisationen aus eine großartige jüdische Aufbauarbeit in Palästina zu fördern: - Es lBt ja bekannt, daß_ auch! in Deutschland ein Freundeskreis der Bibliothek der Hebräischen Universität besteht, dem Menschen aus allen jüdischen Logern angehören. Diesem Freundeskreis ist es, dank der rührigen Tätigkeit Dr. Ernst Hoffmanns, gelungen, bisher Bücher »m Werte von hunderttausend Mark für die Universitätsbibliothek nach Palästina zu bringen. ' Unter den etwa zwanzig jüdischen Professoren, Dozenten und Assistenten, die vordem in Deutschland arbeiteten, und die in den letzten beiden Jahren in den Betrieb der Hebräischen Universität eingegliedert Wörden konnten, befindet sich auch der frühere Assistent des verstorbenen Professors Fritz Haber,_ Dr. Farkos, der dort den Lehrstuhl für physikalische Chemie inne hat. Er braucht zum Ausbau seines Instituts dringend wissenschaftliche Instrumente. Die Summe zum Ankauf dieser Instrumente gilt es in Deutschland aufzubringen. Wird dieser Betrag hier -Eusammeiikonunen, so wird dadurch auch dem deutschen Export gedient." Auf die Frage, wie sich' die Dozenten aus Deutschland^ in ihrem neuen Arbeitsbereich eingelebt haben, antwortet Dr. Prinz: „Sie haben sich sehr schnell akklimatisiert. Wenn auch manchen die Verpflichtung, Vorlesungen in hebräischer Sprache zu halten, im Anfang nicht unbeträchtliche Schwierigkeiten bereitet hoben mag, so scheinen sie im wesentlichen überwunden zu Bein. Ich weiß von einem Professor, der einen Teil der Stunde aus dem Manuskript liest, während er den übrigen Teil frei spricht, wobei ihm dieser und jener Fehler aus dem Hörerkreis heraus vor-""' bessert wird." „Und wie steht es mit den aus Deutschland eingewanderten Studenten?" „Es gibt deren etwa fünfzig, die den Vorlesungen ohne Schwierigkeiten folgen können. Manch*r von ihnen hat _ nicht einmal den Professor zu wechseln brauchen, er ist ihm einfach nachgereist. Wer nicht etwa ein hebräisches Gymnasium absolviert hat, muß nach einjährigem Studium und dem Besuch einer VorbereitungsklaBse eine allerdings nicht ganz leichte _ müiidlicho und schriftliche Prüfung machen, und nur wenn er eie besteht, darf er an den Seminaren teilnehmen." E. To. ' Aus Anlaß des zehnjährigen Jubiläums der Hebräischen Universität findet am 10. April, abends 8.30 Uhr, in der Neuen Synagoge in der Oranienburger Straße eine Feier statt, bei der voraussichtlich Direktor Heinrich Stahl, Ministerialrat a. D. Dr. Hirsch von der Reichsvertretung, Dr. Joachim Prinz und Professor Ismar Elbogen 'sprechen werden.

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