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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-03-27 · 13 (27.3.1935) · page 11

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
13 (27.3.1935)
Date
1935-03-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Es gemeldet: ■ Wie die „Jüdische Allgemeine" erfahrt, wird der Kunsthistoriker Professor Dr. Franz Landsberger die Leitung des Berliner Jüdischen MuBeums übernehmen. M Als Nachfolger des nach Kairo berufenen Professors Dr. Picard ist Dr. Ott» Was ser t r Od in gc r zum Leiter der chirurgischen Abteilung der neuen Poliklinik der Berliner jüdischen Gemeinde gewählt worden. * ■ Bei der letzten Versteigerung bei Paul Graupe in Berlin stieg das bekannte Selbstbildnis Hans von Mordes auf 13100 Mark. Sein Gemälde „Die Labung" erzielte 7000 Mark. Hans von Marees war dor Sohn eines Juristen aus altem Adel und einer jüdischen Mutter, Friederike Sussmann aus Halberstadt. ♦ ■ Die 147. Berliner Volksschule in der Grenzstroße am Humboldthdin beging dieser Tage die Feier ihres 50jahrigen Bestehens. Der erste Rektor dieser Schulo war Hermann A h I w a r d t, der in den achtziger Jahren eine Reihe von antisemitischen Schriften, darunter die gegen den jüdischen Gewchrfobrikanten Ludwig Löwe gerichtete Broschüre „Judenflinten", veröffentlicht hat. ♦ ■ Der Berliner Polizeipräsident veröffentlicht im „Reichsanzeiger" neuerdings wieder eine Liste von 84 meist nichtarischen Personen, die zwischen dem 9. November 1918 und dem 30. Januar 1933 die preußische Staatsangehörigkeit erworben hatten und deren Einbürgerung widerrufen worden ist. i * ■ Der, Senior der deutsch-jüdischen Gelehrten, der größte Mesopotamienforscher unserer Zeit, Professor Jacob O b e r - m e y e r in Würzburg, beging in voller geistiger Frische seinen 90. Geburtstag. ■ Die Israelitische Kulmagemeinde in Bayreuth beging, am 24. Marz das 175jährige Bestehen ihres Gotteshauses. * ■ Magistrat und Polizeiverwahung der Stadt Dessau haben die Mendelssohn-Straße in Sebastian-Bach- Straße umbenannt. Dessau ist, wie bekannt, die Geburtsstadt Moses Mendelssohns. * ■ Wie aus Rheinbrohl am Rhein gemeldet wird, ist das am Ortseingang befindliche Schild „Juden sind hier unerwünscht" entfernt worden. H In der Warschauer Philharmonie wurden zu Ehren des Virtuosen und Komponisten Wienihwsld internationale Violinkonkurrenzen veranstaltet. Von neun Preisen fielen sechs an Juden. Den ■ ersten Preis gewann die fünfzehnjährige französische Jüdin Ginette Nevcu. * ■ 'Wie die Pariser Zentrale das Verbandes der Auswandererhilfe HICEM mitteilt, wurde durch diese Organisation im Monat Februar die Weiterleitung von 330 aus Deutschland ausgewanderton Juden aus Frankreich in andere Lander bewerkstelligt. 163 Ausgewanderte wurden nach Übersee gebracht. * ■I Kurz nach dem Tode des ersten Bibliothekars der Wiener Israelitischen Kultusgemeinde, Dr. Bernhard Wachstein, ist nun auch der zweite Bibliothekar, Saul Chajes, im 51. Lebensjahre gestorben. * B9 In Budapest wurde der neologa jüdische Landcskongreß am vergangenen Mittwoch geschlossen, nachdem der Statutenentwurf, der Kongreß-Organisation des ungarländischen Judentums in zweiter Lesung verabschiedet worden war. Abgewiefen Kündigung von Nichtoriern und Schilder „Deutsches Geschüft" Frankfurt a. M. Das Arbeitsgericht Frankfurt a. M. hatte unter dem 8. Marz (Aktenzeichen: 5 Ca 71/35) wiederum über die Klage eines nichtarischen Angosteliten zu entscheiden, der im Zusammenhang mit den Schildern „Deutsches Geschäft" von seiner Firma fristgemäß gekündigt worden war und der diese Kündigung als unbillig hart anfocht. Das Urteil ibi dabei besonders dadurch bemerkenswert, daß die Begründung sich eingehend auf die Verhältnisse in Frankfurt u. M. stützt. Die beklagte Firma hatte, nach einem Bericht der „Frankfurter.' Zeitung", das1 Schild „Deutsches Geschäft" an ihrem Lndenlokal^bereits^angebracht.' - Es drohteihr die En t ei e h u ng des Schildes, da nicht nur die Inhaber der Firma, sondern auch die Angestellten arisch sein müßten, während der Kläger, der als Buchhalter bei der Firma tätig war, - nichtarischer Abstammfing war. Der Kläger berief sich vor dem Arbeitsgericht darauf, daß er seine Mutter und einen arbeitslosen Bruder mit zu ernähren habe, daß or kein Vermögen besitze und als Jude und älterer Angestellter keine Stellung mehr finden würde. Die Kennzeichnung „Deutsches Geschäft" sei auch in vielen anderen Städten nicht üblich. Die Anbringung des Schildes beruhte weiter auf privater Initiative; ein parteiamtlicher Charakter komme nach Fesjt- . Stellung maßgeblicher Stellen der NSDAP den Schildern nicht zu. . Schließlich sei er selbst im Innenbetrieb beschäftigt und komme mit dem Publikum nicht in Berührung. Die beklagte Firma brachte vor, sie sei gezwungen, das Schild „Deutsches Geschäft" anbringen zu lassen, da sie sonst als nichtarische Firma gelten könne, zumal die früheren Inhaber^nichtarisch gewesen seien. Dadurch würde das Geschäft leiden und es entstehe die Gefahr, daß weitere arische Angestellte entlassen werden müßten. Das Arbeitsgericht hat die Klage abgewiesen. Aus den Entscheidungsgründen: In Frankfurt a. M. seien die Schilder „Deutsches Geschäft" allgemein verbreitet; nach der in der Bevölkerung verbreiteten Ansicht sei damit die Bedeutung verbunden, daß Geschäftsinhaber und Angestellte ariscb seien.. Da der arische, also der größte Teil der Bevölkerung, bestrebt sei, seine Einkäufe in arischen Geschäften zu tütigen, wäre für die Firma, wenn sie auf dio Kennzeichnung verzichtet hätte, die Gefahr eines erheblichen Umsatzrückganges entstanden, so daß dann Angestellte. hätten entlassen werden müssen oder daß dos Geschäft sogar hätte ganz schließen müssen. Es sei un e r hcb lieh, ob die Bezeichnung „Deutsches Geschäft" auch in anderen Orten Deutschlands üblich sei, denn in Frankfürt hätte die Beklagte nicht darauf verzichten können. Ebensowenig komme es darauf an, ob anderwärts unter „deutsch" nur Unternehmen mit rein arischer Gefolgschaft oder auch solche mit teilweise nichtarischen Angestellten verstanden würden. Endlich könne es dahingestellt bleiben, ob die Bezeichnung „Deutsches Geschüft" parteiamtlichen Ursprungs sei oder nicht. Denn es sei im vorliegenden Folio einzig und allein ausschlaggebend, wie es hier in Frankfurt o. M. verstanden werde, wenn die Beklagte diese Bezeichnung führe. Angesichts der Gefahr, der die Firma bei einem Verzicht auf das Schild ausgesetzt gewesen wäre, sei die Kündigung durch die Verhältnisse des Betriebes bedingt. Wohl stelle die Kündigung für den Kläger eine große Härte dar; trotzdem könne angesichts der der Firma drohenden Gefahr nicht von einer unbilligen Härte im Sinne des Gesetzes gesprochen werden. den Kampf gegen den internationalen Juden heraus. Als wichtig für des Volkes Wohlfahrt, weil Voraussetzung eines gesunden Mittelstandes, stellte sie die Beseitigung des Waren - h c u s e s fest. Beide Zielsetzungen konnten noch nicht zur restlosen Durchführung gelangen, obwohl der nationalsozialistische Staat alle Macht besitzt. Das ist kein Widerspruch. Vordringliche Dinge mußten die ganze Tatkraft und die unentwegte Aufmerksamkeit der Regierung in Anspruch nehmen." Im Anschluß nn Grones Erklärungen, daß der scharfe Kampf der Partei gegen das Judentum mit verstärktem Einsatz weitergeführt werde, heißt es: „Eines der wirkungsvollsten Mittel dcB Juden zur Unterdrückung unseres Volkes aber ist das Warenhaus. Darum sehen wir in dieser Einrichtung nicht allein das wirtschaftliche Übel einer ungesunden, die Einzelexistenz vernichtenden Form der Warenverteilung, sondern erkennen, daß das Warenhaus vor. allem. auch einqji o l i ti s(c h e Frage, ist. Wer ins Warenhain} läuft, vernichtet seinen gewerbetreibenden Volksgenossen und stärkt den jüdischen'Todfeind! Das Warenhaus hat im nationalsozialistischen Deutschland keinen Platzt Aber wir dürfen es nicht bei der Erkenntnis des Übels bewenden lassen und im übrigen darauf hoffen, daß die Rcichsregierung eines Tages den großen Schritt mache, der ohne Übergang erhebliche Unordnung in den Arbeitsmarkt bringen müßte. Es ist vielmehr an uns selbst, das Warenhaus zu liquidieren. Die deutschen Verbraucher haben es ganz allein in der Hand, den Juden endlich auch aus der Wirtschaft auszuschalten!" Über Knnft und Juden Dresden. In einem Aufsatz des in Dresden erscheinenden „Freiheitskampf" äußert sich Walter Buch, der oberste Parteirichter der NSDAP, über Kunstfragen im neuen Deutschland. Er schreibt u. a.: „Alle diejenigen „Künstler", die in den Zeiten des Verfalls durch Juden und Jiidcngenossen zu Ruhm und Ehren gelangten, hoben das Recht verwirkt, ihre Machwerke dor Öffentlichkeit vorzuführen. An Stelle der Gaukler und Scharlatane, deren giftige Blüten im Modergeruch der. Verfallzeit zur Reife kamen, laßt die stillen Könner zu Wort kommen, die in den Jahren der Weimarer Republik nicht zur Geltung gelangten. Offnet ihnen die Ausstellungssäle, vor allem jenen, die von Juden und Judengenossen niedergebrüllt wurden. Noch lebt deutsche Kunst und sie wird sich entfalten. Aus' denen wird sie die Weihe erhalten, die heute noch zum großen Teil hungern, weil sie die jüdische Entartung nicht mitmachten und darum nicht auf Ausstellungen zugelassen wurden. Ihnen gebührt das Wort ..." „Noch länger Judenirirtfcliaft?« Verschärfter Kampf gegen die Warenhfiuser . Unter dieser Uberschrift' beschäftigt sich Martin Schwache in der Ausgabe des „Westdeutschen Beobachter", Köln, _ vom 19. März in einem längeren Artikel mit den auch von uns_ wiedergegebenen Ausführungen des Gauleiters Grone, die sich mit scharfen Worten gegen die Warenhäuser und jüdischen' Geschäfte wandten. „Was einmal für des Volkes Wohlfahrt und für Deutschlands Größe als notwendig erkannt wurde", so schreibt das Blatt, „bleibt für alle Zeiten gültig — wie auch immer die „Zeitumstände" aussehen mögen! Als notwendig, ja als lebensnotwendig aber stellte die NSDAP dio Purchsetzung des Rassenprinzips und Arierklaiifel Terfaffnngswidrig Verhinderte Abstimmung im Lodzer Stadtrat - 'Warschau. In dor rVoUyersammlung de^ L o d z e r Stadtrats wurde von der nationaldemokraÜBchen Mehrheit der vor kurzem in einer Stadtratskommission gefaßte Beschluß, die städtischen Preise für Kunst, Wissenschaft und Literatur nur an Arier zu verleihen, bestätigt. Der in der Versammlung den Vorsitz führende R r.gierungsKommissar erklärte, daß dieser Beschluß verfassungswidrig sei. Da sämtliche StadtratsbeschlOsse der Bestätigung der Regierung unterliegen, wird die neue Bestimmung nicht in Kraft treten. Einen zum zweiten Male eingebrachten Antrag der Nationaldemokraten, in dem die Entlassung aller jüdischen Beamten und Funktionäre des Magistrats und der städtischen Unternehmungen gefordert wird, ließ 3er Regicrungskommissar als verfassungswidrig nicht zur Abstimmung zu, was von den Nationaldemokraten mit Protestrufen aufgenommen wurde. Fell der Generationen Kritischer Bericht über die Liegnitzcr Togimg Die Liegnitzcr Tagung, vom 16. und 17. März ist vorüber. Sio war ein eindrucksvoller Beweis von Gastfreundschaft, Opferwilligkeit an Zeit und Mühe, gutem Willen und starker Leistung der Liegnitzcr Freunde. Was hier ganz wenige, ein, kleiner Kreis von Erwachsenen (vor allen einer: Dr. Ernst Scheycr) und eine kleine Ortsgruppe des „Bundes" an Arbeit neben der Arbeit geleistet haben, war Staunens- und dankenswert. Aber — es gibt auch ein Aber, das man ruhig aussprechen soll. Man schützt die gute Sache vor der ungerechten und geheimen Kritik, wenn man sich der gerechten nicht verschließt. Wir erlebten eine Tagung mit viel Widersprüchen. Ein freudiger Anlaß (20jähriges Jubiläum) in einem anderen Rahmen (HeldenRcdcnkfeier), der Gesellschaftsanzug neben dem Bündler, starke Gegensätze in den Referaten der Tagung und der Feier. Widersprüche können fruchtbar sein, wenn sio zum Auatrag gelangen. Hier fehlte dazu dio Zeit, und das Programm überstürzte sich. In solchem Fall kommt ein Teil meist zu kurz. Es sollte das Treffen zweier Generationen werden, aber letztlich stand es im Zeichen der älteren. Wir sind heute gewiß weit davon entfernt, die Generationenfrage nutzlos aufzurollen. Selten war eine Zeit so untauglich dazu wie diese, selten waren dio Generationen so stark aufeinander angewiesen wio heute. Wenn schon nicht immer Frieden, so ist doch Waffenstillstand am Platz. Trotzdem — man Bollte deshalb bestchendo Gegensätze nicht leugnen, geschweige denn verwischen. Ein rechtes und gutes Zusammensein wird nicht durch Vertuschung der Gegensätze, sondern oub der Ehrfurcht vor dem Gesetz des anderen. Wir werfen uns hier nicht zum Richter auf. Wir stellen nur fest. Erfahrungen sammeln heißt, aus ihnen lernen. «•> * . ' Die Tagung begann am Sonnabend, den 16. d. M. mit einem Begrüßungsabcnd. Das Wort nahmen dio Gastgeber Dr. Scheycr (vom Religiös-liberalen Verein) und Walter Lubranitzki (von der Ortsgruppe des „Bundes deutsch-jüdischer Jugend"). Sie grüßten die Gäste und legten ein Bekenntnis zu ihrer Arbeit ab. Es schlössen sich an Dr. Licht namens der Loge und des C.-V., der 2. Vorsitzende der Synagogcngcmcindc, Seiden b er g, für die Gemeinde Liegnitz. Starke Worte des Trostes und der Freundschaft fand Heinrich Stern in seinem Schlußwort. Mittlerweile vergrößerte sich zusehends der KreiB der Gäste. Jungens und Mädels aus Dresden, aus Breslau und vielen Platzen Schlesiens waren inzwischen eingetroffen, Persönlichkeiten aus dem offiziellen jüdischen Leben Niederschlesiens, Dr. Lilicnthal von der Reichsvertretung, und wurden nun Zeugen eines heiteren Purimspicls, das die Alteren der Ortsgruppe des Bundes bub aktuellen Anlässen komponiert hatten und nun zu einer Bchr glücklichen Darstellung brachten. Den Abend beschloß ein zwangloses Beisammensein, verschönt durch Gcsangsvorträge der außerordentlichen Susanne Stein (Kulturbund Berlin). Der Sonntag begann mit Organisationssitzungen, mit einem Singetreffen für die Jüngeren des Bundes' (Leitung: Paul Yogi Mayer) und einer Arbeitsgemeinschaft für die Älteren (Leitung: Rabbiner Dr Hermann Vogelstcin, Breslau). Anschließend folgte der Festakt in der sehr stark besetzten Synagoge. Den Rahmen bildete die wunderbar ergreifende Stimme Susanne Steins, Sprech- und Gcsangschöro der Liegnitzcr Ortsgruppe des „Bundes" (Leitung: Lily Liebrecht). Dr. Schcyer feierte den Jubiläumstag als einen Tag des Gedenken*?' dachte der Toten I Deutschlands im Weltkriege, der gefallenen 12 000 und der toten 1.,. Helden der Liegnitzcr Gemeinde. Als Zeichen der blcibcndeff\_^/ Verehrung und deB Dankes überreichte er der Synagogcngcmeindo die „Kriegsbriefe gefallener deutscher Juden". Die Festrede von. Rabbiner Dr. Albert Wolf, Dresden, versuchte das Gcnerationenproblcm auf die antithetische FormeJ: Erkenntnis und Erlebnis zu bringen. Wissen und Leben, Werden und Sein, Buch und Lagerfeuer seien die Gegenpole, in denen sich jeweils das Bild der älteren und der jüngeren geformt habe. So sei die Kluft zwischen den Generationen entstanden. Eine Brücke herüber und hinüber könne aber nur aus dem Erlebnis dieser Tage gewonnen werden, wie es die Geschichte vermittelt. Die Unmittelbarkeit und Schwere des Geschehens sei in seiner Stärke nur mit dem Frontcrlcbnis der älteren Generation vergleichbar. In dieeer Gleichung liege dio Möglichkeit der Versöhnung beschlossen, die die egozentrische Parole der Jugend: Sei, was Du bist! umwandle zum „Gestalte, was Du bist!" Im Anschluß überbrachte Heinrich Stern dio Grüße der Vereinigung für das Religiös-liberale Judenrum. „Unsere Zeit wird nur vom Geist her überwunden werden können", führte er aus, „der so gewiß ist wie uns die Pflicht, an ihn zu glauben. Denn im lau taarainu, ki lau toomenu — hofftet ihr nicht, so haftet ihr nichtl" Rabbiner Dr. Vogelstein sprach namens der schlcsischen Gemeinde, Heinz Kollormann als Vertreter der jungen Generation, Dr. Kurt Julius Riegner für den C.-V., und Paul Yogi Mayer namens des RjF. Die äußerst eindrucksvolle Feier klang in Gesang und einem außerordentlich wirkungsvollen und disziplinierten Sprechchor; „Jerusalem" aus. Dos gemeinsame Essen versammelte alte und älteste Freunde des religiös-liberalen Vereins sowie die Jugend. Der Nachmittag brachte eine Arbeitstagung des „Bundes" (Referenten: Franz Roscnthal, Breslau; Heinrich Stern, Berlin). Es schloß sich eine interne, sehr konzentrierte und wertvolle Aussprache für die Älteren des „Bundes" an. Eine schlichte Gedenkfeier für die Toten des „Bundes" war vorausgegangen.^ Für dio Pimpfe fand ein Heimabend statt (Leitung: Günter Fried - 1 ündor). Die Tagung beschloß ein heiterer Teil, der von den anwesenden Mitgliedern der Bundesleitung improvisiert worden war. Direktor der „New York Times" geftorben New York. Im Alter von 65 Jahren ist in New York der geschüftsführendc Direktor der „New York Times", Louis Wiley, gestorben, der Über 40 Jahre dem Stab dor „New York Times" angehört hatte. Als er vor kurzem sein 5Öjahriges Journalistenjubiläum feierte, gingen ihm Glückwünsche von 200 hervorragenden Persönlichkeiten aus allen Ländern zu. Auch Präsident Rooseyelt begrüßte ihn aufs herzlichste. Wiley war an jüdischen Fragen lebhaft interessiert und gehörte u. a. dem amerikanischen Teil der Jewish Agency an. ' Es bleibt uns die Pflicht des Dankes an unsere Licgnitzer , Freunde und Erinnerung an zwei Tage, die zu kurz waren, um \ allen Ansprüchen genügen zu können, die aber Zeit genug boten, um alte 'Freunde zu sehen und neue Freunde kennenzulernen, um ober weiterhin wieder aus dem Zusammensein die neue Kraft zur alten Arbeit zu finden. Und dos ist viel in dieser Zeit. H. K. Die Mittelschule der Jüdischen Gemeinde veranstaltete um vergangenen Sonntag in ihrer Aula die Hundortjahrfeier für die ehemaligen Schülerinnen. Nach Bcgrüßungs-. Worten der Lehrerin Heilmann und Musikyorträgcn durch Schüler, die Beethoven und Hacndel spielten, folgte ein glänzend gespieltes Theaterstück, von Schülerinnen aufgeführt. Die Zeit von vor hundert Jahren stand Iiier der heutigen gegenüber, das alte jüdische Berlin von 1835 schien auferstanden zu sein. Mit Witz und Humor gestalteten die jurigen Darstellerinnen das von Elsbeth Lasen verfaßte Stück. Noch lange blieben dio alten und jungen früheren Schülerinnen mit' ihren früheren . Lehrern und Lehrerinnen zusammen; manche Erinnerung wurde wachgerufen. An der Feier nahm Vewaltungsdircktor Dr. Eres-' \j lauer als Vertreter des Gemeindevorstands teil, ferner Frau. Falkenberg für die Repräsentantcnversammlung. J. W.

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