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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-03-27 · 13 (27.3.1935) · page 12

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
13 (27.3.1935)
Date
1935-03-27
Page
– (sequence 12)
Language
German
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<I flfef« ^JÜDISCHEN AUGEMEINEN Berliner Sport Sportlicher Vormittag im JBC „Berlin" Der JBC „Berlin" veranstaltete am Sonntag im Piccadilly- KiiK) in ChaTlottenburjj; einen „Sportlichen »Vormittag", der mit etwa 900 Zuschauern einen recht guten Besuch aufzuweisen hatte. In bunter Tolge, knapp und abwechslungsreich, wurden in zwei kurzweiligen Stunden neben den bekannten Vorführungen der Jiu-Jitsu-Abteilung der BSG 33 und je einer Barren-, Bock- und Volkstanzricge der Jugendabteilung Mitte des JTSC 05, unter Leitung von Alfred Michclsolui, ein Querschnitt durch den Trainingsbetrieb dos Clubs gezeigt. Besonderes Interesse beanspruchten die vielen Jugendlichen, , vom 5jährigen Knirps bis zum 17jährigen kraftig gebauten Jungen, deren vielseitiges Training der guten Jugendausbildung in diesem rührigen, RjF-Verein, bestes Zeugnis ausstellte. Nachdem sieb auch die neugegründete Ringerabteilung, die mehrere gute Kräfte in ihren Reihen zu haben scheint, im Gewichtheben und in Schaukämpfen der Öffentlichkeit gezeigt hatte, wurde die Veranstaltung mit 5 Trainingskämpfen beendet, die Mitglieder der Kampfmannschaft mit talentierten Nachwuchsleutcn im „gedachten Hing" sah. JTSC 05 fchlägt BSG 33 in der Ausscheidung um die BjF-Handballmeisterschaft In einem harten, typischen Kampfspiel blieben am Sonntag die JTSCer mit 9:3 Toren über die aufstrebende BSG-Mannschaft aiegreich und qualifizierten dch damit als Vertreter des Berliner RjF-Sportbundes für die demnächst beginnenden Kampfe um die Beichsmeistcrschaft im Handball. Wahrend die BSG 33 ihre sonstige Verteidigung — im übrigen nicht schlocht — ersetzen mußte, spielte der JTSC zwar mit voller Mannschaft, ohne jedoch in seiner Leistung befriedigen zu können. Namentlich der Sturm, in letzter Zeit das Schmerzenskind der Mannschaft, ließ in der zweiten Halbzeit viele Wünsche offen und verwischte den guten Eindruck der ersten Spiclhalftc gänzlich. Kaum zahlbar waren die vielen Schüsse, die aus bester Position entweder knapp darüber, daneben oder auf den Mann geknallt wurden. Wenig scb5n ebenso das viele laute Beden, mit dem die einzelnen Stürmer ergebnislose Schüsse ihrer Kameraden kritisierten. Die BSG-Mannschaft, deren schneller Sturm, mit Bannasch als Kopf, der JTSC-Hintermannschaft die Arbeit nicht leicht machte, .gefiel vor allem durch schönen Kampfgeist, der fehlendes Können recht oft wettmachte. In den ersten dreißig. Minuten war der JTSC, dessen Sturm bald glänzend in Schuß kam, glatt überlegen. Pförtner, Mello, Dorfmann, Model und Mittellaufer Mundstock besorgten für den JTSC die Tore, Bannasch,durch. Strafwurfverwandlung für die BSG das einzige, Gegentor. Nach der Pause begann dann das Schußpech (oder Unvermögen?) des JTSC-Stunnes. Nach zwei wiederum von Bahnasch durch Strafwurfverwandlung erzielten BSG-Erfolgc, einer hätte im übrigen verhindert worden müssen, gelang dann den Schwarz-Weißen bis zum Schlußpfiff durch Mundstock und Dorfmarin äie' verdiente Rcsuirataufbesserung. Wenig Handball'Verbandsfpiele L In den Vorbandsspielcn des Handball-SpiclauBSchusses überraschte die 2:5 (2:3) Niederlage, die der' JBC „Maccabi" in Stettin vom dortigen Bar Kochba einstecken mußte, nicht. Beide Mannschaften spielten mit Ersatz. Bei Stettin fehlte der To'rstchcr Roth, der allerdings glänzend ersetzt werden konnte, bei den Berlinern Deutsch und Wasserlauf, deren Fehlen dagegen eine nicht unwesentliche Schwäche bedeutete. Der beste Mann auf dem Platze war der Stettiner Halblinke Phillipsborn, der auch an den Torerfolgen seiner Mannschaft den stärksten Anteil hatte. — Von den übrigen Treffen interessierte am meisten 3er 8:4 Erfolg, den ISK über die erste Jugend des Bar Kochba landete und der ihnen den Meistertitel der dritten Klasse sicherte.. Frauon: Bar Kochba III — Bar Kochba IV 2:1; Bar Kochba I — BSG 33 II 9:0; BSG 33 1. Jugond —!Bar Koohba 2.-Jugend .1:1; Bar Kochba V — Bar Koohba 3. Jugond 7:1. Nur ein Fufiball-Gefellfchafisfpiel BSG 33 von der Nördlichen Spiel -Vereinigung geschlagen Die erste Mannschaft der BSG 33 trat am Sonntag gegen eine starke Elf der der Bczirksklasse angehörenden Nördlichen Spiel- Vereinigung an und mußte sich auf deren Platz nach ausgeglichener (0:1) erstor Spiclhälfte mit 2:6 geschlagen geben. Die RjF- Mannschaft war trotz Spiclens von Redlich, Hitz und Glaß in schlechter Form, die vielleicht nicht zuletzt durch den Besuch eines Vergnügens am Vortoge hervorgerufen war. Dazu kam noch, daß unverständlicherweise nach der Pause vom bisher erfolgreich angewandten Drci-Vcrtcidiger-System abgelassen wurde und Mittelläufer Rosenberg, der im übrigen lange nicht in sonstigei* guter Form spielte, offensiv mit nach vorn ging, bo daß die routinierten Stürmer der „Nördlichen" die entstehende Lücke in der Verteidigung oft genug ausnutzten. Die besten Leute bei der BSG waren Redlich im Tor, der vor Halbzeit ganz erstklassig war, Heidemann und Glaß, besonders schfwach dagegen Biegeleisen. Die beiden Tore für die BSG erzielte Hilkowitz beim Stande von 2:0 und 6:1. In den Fußballverbandsspielcn ergaben sich folgende Spielresultate: BSQ 33 II — BSG 33 III B:0; BSG 33 Alte Herren — ISK III 6:0; BSG 33 IV — JTSO 05 0:3. Anrudern des RjF-Wafferfportverbandes Zum Anrudern des Bezirkes Berlin-Mark des RjF-Wassersport- Verbandes trafen sich am Sonntag in Rauchfangswerder~"ctwa 300 Ruderer und Paddler der Vereine Helvetia, Oberapreje, Triton und Welle-Poseidon. Unter den Paddlern kannte morTJogor einige Gäste aus Frankfurt a. d. O. und Leipzig begrüßen. Im Verlaufe der Veranstaltung, die «inen harmonischen Znsammenhaltilcr vier Vereine zeigte, wurden zahlreiche Preise für gute Wander-Ruder- Leistungen des Jahres 1934 verteilt. Sport im Reich „Schild", Hamburg boxte Am Montag boxte in Hamburg eine Kampfstaffel des JBC Berlin gegen eine Vertretung der Boxabteilung des dortigen „Schild". Dio Kämpfe hatten folgende Ergebnisse: Im Federgewicht siegte Naftaniel (Berlin) in der zweiten Runde durch technischen k. o. gegen Weinberg (Homburg), im Mittelgewicht Solomon (Berlin) gegen seinen fünfzehn Pfund schwereren Gegner Cohen (Hamburg) nach Punkten; im Leichtgewicht Leo Solomon (Berlin) gegen Meyer II (rlamburg), ebenfalls überzeugend1* nach Punkten. Allein im Schwergewicht gab es einen Hamburger Sieg, da Munter (Berlin) in der zweiten Runde gegen den körperlich: weit überlegenen Royersbach den aussichtslosen Kampf aufgab. Im anschließenden Treffen standen sich der Berliner Davidsohn und Meyer) I (Hamburg) im Leichtgewicht gegenüber. Sieger nach Punkten wurde Davidsohn. Zugespitzte Meißerfchaftsfi-age im Weflen Der Bezirk Mittel rhein im RjF muß nun sowohl seinen Fußballals auch den Handballmeister in Entscheidungsspielen ermitteln. M.-Gladbach schlug Köln 5:2 (4:0) und ist nun mit Bonn punktgleich, und die Handballer aus M.-Gladbach müssen sich _ mit Aachen, das in Bonn 4:2 gewann, in einem Entscheidungsspiel treffen. In der Südgruppe..des Bezirkes ist Trier Meister, obwohl dos letzte Spiel gegen Caatellaun 1:3 verloren ging. Krefeld war in Düren mit dem Rekordergebnis von 13:0 erfolgreich, und auch die Krefelder Reserven konnten einen 5:2 Erfolg mit nach Hause nehmen. Cleve erhielt die Punkte vom gesperrten Oberhausen kampflos. Im Bezirk Westfalen-Ruhr siegten die Favoriten weiter. Gelsenkirchen setzte sich über Soest mit einem 3:0 und Bochum über Münster mit einem 4:0 hinweg. Dortmund war gegen Paderborn sogar 6 s 1 erfolgreich. Aiißcr dem Handballspiel Bonn gegen Aachen' gab es noch zwei Domenspiolo. Aachen besuchte Bon» II ütit 9 Spielerinnen, blieb aber dennoch obenauf und dio Krefelder Mädels, die in Düren mehr Widerstand fanden als erwartet, mußten Bich mit einem 3:1 Erfolg begnügen. JTV02 Köln gewinnt die Emil-Blumenau-Staffel - Hakoah-Köln weihte am Sonntag seinen neuen Sportplatz an der Militärringstraße ein, wobei u. a. auch die Emil-Blumenau- Gedächtnisstaffel gelaufen wurde. Diese Staffel wird in 7 verschiedenen I^eistungsklassen auagetrogen, der Emil-Blumenau- Wanderprcis fällt'dem Sieger im Gesamtergebnis zu. Trotz dieser für auswärtige Vereine, erschwerenden Ausachreibung war die Teilnahme sehr groß, denn außer den beiden Kölner Klubs Hakoali und ITV 02 waren die Vereine aus Wuppertal, M.-Gladbach, Düsseldorf und Dortmund am Start. Sieger im Gesamtergebnis blieb der ITV 02 Köln mit 21 Punkten vor Hakoah-Köln mit 19 Punkten. In der Hauptklasac Biegte W u p p e r t a 1 dank seines überragenden Schlußmannes O r g 1 e r vor ITV 02 und Hakoah- Köln, auch in der Damciiklasse war Wuppertal vor Düsseldorf und ITV 02 in Front. Die Alte-Herren-Wettbewerbe wurden von ITV . 02 und Dortmund' gewonnen, während in den Kämpfen der Jugend- und Schulerklassen die Kölner unter Bich blieben und jeder Verein einige Siege buchen konnte. Wefideutfche Waldlaufmeifterfchaften ITV 02 Köln erfolgreichster Verein Nur eine Woche nach den verschiedenen Bezirkswaldlaufmeisterschaften in Westdeutschland wurden die Verbandsmeisterschaften durchgeführt, an denen sich rund 120 Teilnehmer aus 20 Sportgruppen beteiligten. Die Organisation bewährte sich 'ausgezeichnet, bis auf den Lauf der Jugendklasse, wo dio Läufer mit Ausnahme einer einzigen, falsche Wege einschlugen und distanziert werden mußten. Erfolgreichster Verein war der ITV 02 Köln, der mit Ausnahme einer Klasse Bümtliche Sieger stellte, außerdem noch eine Reihe Platzerfolge hatte und auch zweimal den Mannschaftssieg errang. RjF-Dortmund, der u. a. nicht . weniger als 5 Mannschaftssiege aufweisen kann, kam ihm zunächst. Durchweg. gab es spannende Endkampfo, besonders hart wurde jedoch in der Klasse A gekämpft,' wo 3cm westdeutschen Doppelmeister Moll-Aachen die Revanche nicht gelang. Genau wie auf den Bezirksmeisterschaften mußte er dem Kölner Max Cerf um eine Zchntelsckunde den Vorrang lassen. Die 15jährige Kölnerin Edith Hertz gewann wieder den Wettbewerb der Frauenklassc, während bei den Alten Herren der bekannte Hermann Kohn- Düsseldorf, der kürzlich noch auf einer DSB-Vcranstaltung siegte, nur den dritten Platz belegen konnte. Kl aase A. 6000 ra: 1. Cert (Köln) 22:47.4; 2. Moll (Aachen); 3. Wblff (Bonn). Klasse B. 4000 m Anfänger: 1. Grünobaum (Köln) 12:55.1; 2. Horts (Köln); 3. Frankenberg (Dortmund). Mannschaftswertung: 1. Köln; 2. Dortmund. t Klasse 0. 2000 m: 1. Monz (Dortmund) 7:44.4; 2. Nassau (Dortmund; 3. Koschik (Dortmund). Mannschaftswertung: 1. Dortmund I; 2. Dortmund II. Kiuaao D. Frauen 2000 m: 1. Edith Hertz (Köln) 8:20.3; 2. G. Hinnfold (Dortmund); 3. B. Sohönoborg (Köln). Monnaobaftawortung: 1. Köln; 2. Dortmund. Klaase E. 2000 m alte Herron: 1. Simons' (Köln) 7:36.1; 2. Baonr (Herna); . 8. Kohn (Düsseldorf), Mannaohaftswertung: 1," Dortmund. \ Klasse F. 3000 m Jugond: 1. Egon Wind (Köln) 10:36.7. Tifchtetmis in München Zu den in München durchgeführten Moisterscliaften des Landesverbandes Bayorn waren etwa 100Nennungen aus allen Teilen des Bezirkes abgegeben worden. In der Hauptklasso gab es mehrere Überraschungen; so siegte Brande (Nürnberg), der in der Endrunde Goldstern (München) 3:1 schlagen konnte, in der Vorschlußrundeüber den vorjährigen deutsohen Makkabimeister Schwarzschild (Frankfurt). In der Damen-Meiaterklasse spielten sich Frau Beatus (Nürnberg) und Frau Dr. Wachtel (München) bis zur Schlußrunde durch, die Frau Dr. Wachtel dann knapp 3:2 gewann. In den übrigen Klassen lauteten die Ergebnisse: Herrendoppel: 1. Einatoaa/Spiro (München); 2. Frcoke/Schimmol (Frankfurt). '»'''"•'• Gomiaohtoa Doppol: 1. Dr. Waohtel/Holfold I (Mönchen); 2. Beatua/Braude (Nürnborg). ' Eonioron-Hiniol: 1.;Friedmann (München); 2. Schwarzschild (Uunohcn). Horron», B-Klaas e: 1. Kessler (Frankfurt); 2. Schapira (München). * In einem Klubkampf, der den München« ITSV mit dem Frankfurter Bar Kochba zusammenführte, gab es einen überraschenden Erfolg der Münchener Mannschaft, die in ausgezeichneter Form ihren Gegnern mit 6:2 das Nachsehen geben Konnte. Vor der Makkabiah Verabschiedung der Mahkabiah-Teünehmer Der Deutacho Makkabikreis verabschiedete und verpflichtete am Sonntag dio in Berlin weilenden Mitglieder der Makkobialt- , Mannschaft. Unter Anwesenheit von Vertretern, der Deutschen Sportbehörde, des Vorsitzenden der Berliner -Jüdischen Gemeinde, Vertretern der Reichsvertretung und vieler anderer jüdischer. . - Organisationen, verpflichteten sich die auf der ■ Bühne in. ihrer kleidsamen gleichen Tracht aufmarschierten Aktiven durch ihren Sprecher Dr. Kurt" Lewin, den deutschen Makkabikreis auf der 2. Makkabiah würdig zu vertreten. Stärksten Beifall des ausverkauften Hauses fand vor allem der Gemeindevoraitzende. Direktor Heinrich Stuhl mit seiner Anspracho, in der er der Hoffnung Ausdruck gab, daß nach der Rückkehr der Makkabisportler aus Palästina alle Streitigkeiten im jüdischen ' Sport- Deutschlands' begraben sein möchten. ■ Die würdige Feier wurdo umrahmt von Sprechchören und Musikdarbietungen. Letzte Vorbereitungen Der größte Teil der Leichtathletik-Mannschaft, der sich bereits in Berlin befindet, traf am Sonntag-Nachmittag zum letzten Mal zum Äbschlußtraining auf dem Grunewald-Sportplatz zusammen. Besonders fleißig wurden die . Sprintstaffein der Männer und Frauen geübt, deren Wechsel noch gar nicht klappen wollten. Uber 1000 m und über 300 m gingen die für diese Disziplinen bestimmten Anwärter, und soweit es die Witterung erlaubte, wurden auch einige Sprünge und Würfe riskiort. Tennia-Ab/chluß unter Najuchs Leitung Dio Tennismannschaft war in der letzten Woche in Berlin unter Leitung von Roman Najuch zusammengezogen und absolvierte am Sonntag in der Westender Tennishalle einige öffentliche Abschlußkämpfe. Sportlich am wertvollsten war die Begegnung zwischen Frau Fricdlcben (Frankfurt) und. Loni Gutmann (München), die dio Altmeiaterin erst nach härtestem Kampfe dank ihrer größeren Routine mit 6:4, 6:4 für sich zu entscheiden vermochte. In den übrigen Kämpfen, die nur über einen Satz gingen und mehr demonstrativen Charakter harten, Biegten Buchwalter (Breslau) gegen Lieber (Berlin) 6:0, im Herrendoppel Moser/Lichtcnstein (Berlin) über Plaut (BerlinVGoldstern (München) 7:5, und im Gemischten Doppel das gut aufeinander eingespielte Münchencr Paar Gutmann/Goldstern über Groß (München)/Buchwaltcr (Breslau) mit 6: 3. Die deutsche Tennismeisterschaft wird nun endgültig aus den Damen Fricdlcben, Gutmann und Groß und den Herren Buchwalter, Plaut, Lieber, Moser und Lichtenstein bestehen. Sportliches Allerlei Vor dem B o x - M at oh S ch m e 1 in g — Baer Zu den Projekten, die über einen bevorstehenden Kampf zwischen Schmeling und Max Baer über die Weltmeisterschaft im Schwergewicht in der Presse erörtert werden, schreibt der „Westdeutsche Beobachter" in Köln u. a. folgendes: „Auch wer nicht den unvergleichlichen Kampfnerv besitzt wie Julius Streicher, der noch jüngst bei einem Berufsringertreffen in der Stadt der Rcichsparteitage ,aufräurate\ wird unumwunden zugeben müssen, daß em Boxkampf des Deutschen Max Schmeling mit dem jüdischen Exponenten des amerikanischen Berufsboxsports innerhalb der deutschen Grenzpfähle nur als absurd bezeichnet werden kann." Nach einer Meldung des Sportdienstes für Süddeutschland (DNB) sind die Verhandlungen für einen Weltaneisterßchaftskampf zwischen Max Schmeling und Weltmeister Baer soweit gediehen, .daß diese Begegnung jetzt für den. 17. August d. J. feststeht. Der Ort der Austragung ist noch nicht bestimmt. Cymbalist verläßt Berlin Cymbalist, der ausgezeichnete Handballer, der erat vor kurzem durch seinen Zuzug nach Berlin den Berliner Bar Kochba nicht unwesentlich verstärkte, hat sein Zertifikat erhalten und befindet sieb bereits auf dem Wege nach- Palästina. Radrennen in Frankfurt a. M. Der „Schild"-Frankfurt a. M., der ab einziger jüdischer Verein eine ^Rodsportobteilung besitzt, veranstaltete vor einigen Tagen dos erste jüdische Radrennen in. Deutschland. Die auf der 10 . km langen- Strecke gefahrenen Zeiten können als Behr gut bezeichnet werden. . Ausftellung Jftatt Purimfeier Schiller zeigen ihre Kunst Ein glücklicher Einfall der Leitung der Knabenvolksschule in der Kaiserstraße, statt einer Purimfeier in diesem Jahr eine Ausstellung der Werk- und Zeichenarbeiten ihrer Schüler zu veranstalten. Und diese Ausstellung kann Bich wirklich sehen lasseht Man hat — von den Allerkleinsten, die in ihren kindlichen Zeichnungen oder Plastilin-,.Schöpfungen" zum Teil schon Ansätze von Begabung verraten, abgesehen — nicht den Eindruck, daß diese Arbeiten den Köpfen und Händen von Dreizehn- oder Vierzehnjährigen entsprungen sind, so peinlich akkurat, so überlegt gekonnt wirken sie. Der Zweck des Zeichen- und Werkunterrichts geht heute dahin, die Kinder durch spielerische Art auf irgendeinen Beruf vorzubereiten, der ihren Anlagen am ehesten entspricht. Ausgezeiclmeto Lehrmeister Bind hier am Werke, diese Anlagen zur Entfaltung zu bringen, denn es ist überaus erstaunlich zu sehen, wie diese Jungens die ihnen gestellten Aufgaben gelöst haben. Unter den Holzarbeitern, mit den billigsten Mitteln hergestellt, viele Gebrauchsgegenstände, dio einem Tischlergescllen alle Ehre machen würdon: Tabletts,-Hocker, Pritschen, Handtuchhalter, Besteckkästen, zusammenklappbare Stühle, Ärmelplättbretter, Stiefelknechto, Eierständer; daneben primitiv, doch hübsch in den Farben und Formen: Kinderspielzeug, Cluuiukluileuchler aus halben übermalten Zwirnrollen, aus einem umgekehrten Kleiderbügel, aus einem treppenartig ansteigenden Holzklotz mit „Mo9i-ing<,-Be8chlog (einer Konservenbüchse entstammend). Auch Laubsägearbeiten werden zweckentsprechend vorwandt: als Umkleidung von Tischlampen und Ampeln, Kästen usw., Papparboiten, besonders sauber geklebt, verraten künftige Kunstgowcrbler und Buchbinder. . . Einen besonders großen Raum nehmen die Zeichnungen ein. Auch liier sind Sicherheit und Stilgefühl dieser Jungens frappierend. Neben der künstlerisch hervorstechenden Federzeichnung „Moses führt die Juden durch das Roto Meer" und der farbigen „Winterlandschaft" bezeugen in der angewandten Kunst zwei Plakrtentwürfe ausgesprochene Begabung für dieses Fach; geben die perspektivischen Aufrisse eines Hochhauses einen Einblick in die Vielseitigkeit des Unterrichts. Auch Schriftzeiclmorn wird der künftige Weg gewiesen. Einer jedoch dürfte diesem Beruf nicht treu bleiben,, denn seine Schrift-Devise lautot: Ohne Kuchen und Gebäck, hat das Leben keinen Zweck . . .!, H.R. Hauptaohriftleiter: Dr. Eugen Tannenbaum, BerUn-WUmeradorf, Leite.- dor Anzeigen-Abteilung und verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Huna Ehrlich, Berlin W 16. — D.-A. IV. Vj. 6000. Zur Zeit iat Preisliste Nr. 2 gültig. Verlag: Vorlagsgoaoaaenjohaft in Doutaohland anaäaalgor Juden tu Berlin eGmbH., Berlin W lö,. Dhlandatraße 168. Druolc: Sonnendrnokerei GmbH. (Felix Wolf), Berlin-Charit«.

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