Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 13 (27.3.1935)
- Date
- 1935-03-27
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
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60, v. H., unter den Rechtsanwälten 50 v. H. Juden zahlen mußten, denn beweist das schlagend die Notwendigkeit, hier zu einer Wiederherstellung der Souveränität der Deutschen im eigenen Lando gesetzliche Maßnahmen zu treffen. Daß sie nicht brutal und rücksichtslos gowesen sind, .'zeigt das Ergebnis: auch heute doch haben wir z. B. unter. der Berliner Kassenärzteschaft 46 v. H., unter den Rechtsanwälten etwa 30 v. H. Juden, die ihrem Beruf und Erwerb nachgehen können." ... Der Redner billigte in soinen weiteren Ausführungen den anderennassen der Erde das gleiche Recht zu, das der Nationalsozialismus selbst in Anspruch nehme, nämlich das' Recht, nach der eigenen Art Welt und Leben zu gestalten. „Und wenn der Nationalsozialismus für die Zukunft auch die hemmungslose) Rassenkreuzung im Einzelfall vermieden sehen möchte, so liegt auch in solcher Einstellung nichts, was als Vorachtung gedeutet worden kann. Man hat gesagt — und damit glaubte man den Nationalsozialismus zu treffen —, daß jede Rasse auf dieser 'Welt ein Gedanke -Gottes sei. Grado dos glauben wir auch, und deshalb fordern wir die reinliche Scheidung zwischen Blut und Blut, damit die Gedanken Gottes nicht verwirrt werden und das Besondere, das er in jeder Rosse dieser Menschheit schuf, auch reinerhalten bleibt." 'Wissenschaftlich gesehen, stelle auch das deutsche Volk ein Rassegemisch dar, die Forderung gehe nur dahin, iif Zukunft wieder den Willen der Natur und den Gesetzen des Lebens zur Anerkennung zu verhelfen, die nur deshalb verschiedene Rassenarten dieser Welt geschaffen habe, damit jede für sich in möglicher Reinheit ihre besonderen Kräfte entfalten und einsetzen könne. Wieviel nichtarifche Studierende gibt es? , Das Reichserziehungsministcrium veröffentlicht in der „Dcut- . sehen _ Hochschul-Statistik" Zahlen, die ein deutliches Bild vom Anteil der Nichtaricr an der Studentenzahl gibt. Danach war der Gesamtbestand an Nichtaricrn in der deutschen Studentenschaft im Sommer 1932 3950, im Sommer 1933. nur..noch, 1900. Im Wintersemester 1933/wnren bei zahlreichen Fächern keine Juden mehr neu eingeschrieben. Unter den' 87 000 mannlichen Studierenden des Wintersemesters 1933/34 waren nur noch 590 jadisch. In den beiden ersten Semestern studierten davon nur 13. Von den im Wintersemester 1933/34 studierenden 15 000 Frauen waren 223 Jfldinnon. Ein Fall vor dem Erbgefundheitsgericht „Juden urteilen in Rassenfragen" K3In. Der „Westdeutsche Beobachter" in Köln schreibt in einem Artikel „Juden urteilen in Rassenf ragen" folgendes: „Die nationalsozialistische Bewegung, hat bald nach ihrem Siege dafür gesorgt, daß Juden die Mitwirkung an dem unserer Art gemäßen Recht versagt wurde. Aus reiner Großzügigkeit hat man einer Reihe von jüdischen~ Juristen gestattet, ihre Praxis noch' weiter an deutschen Gerichten auszuüben. Es mag den Juden in Deutschend nicht verwehrt sein, sich zur Wahrnehmung ihrer Interossen vor Gericht dor Anwälte ihrer eigenen Rasse zu bedienen. Wenn aber Deutsche zu einem jüdischen Anwalt gehen, so ist das ein Verbrechen am Volk. Ein besonders krasser Fall ereignete sich vor kurzem vor einem Erbgesundheitsgericht. Es handelte sich darum, ob eine schwachsinnige Frau unfruchtbar gemacht werden sollte. Diese Frau wollte ein jüdischer Anwalt — Moses hieß er — vertreten, und zwar war der Antrag gestellt, den- Juden im Armenrecht beizuordnen. Mit andern Worten sollte also der Staat eine gegen •eine GrundcinstcIIung gerichtete Instinktlosigkeit auch noch finanzieren. Weiter aber sollte sich ausgerechnet ein Jude. darüber verbreiten, ob eine Maßnahme zum Schutze der gesunden arischen Rasse durchgeführt werden sollte oder nicht. Und was machte das Gericht? Es wälzte dos Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses und suchte nach einer Bestimmung, welche die Mitwirkung von Juden als Vertreter im Erbgesundheitsverfahren verbietet. Man. fand natürlich keine derartige Bestimmung, da in nationalsozialistischen Gesetzen keine Selbstverständlichkeiten ausgesprochen werden, und — man höre und staune — der Jude wurde zugelassen. Also nicht der Geist des Gesetzes, nein, der Buchstabe war entscheidend I Es ist wirklich Zeit, daß die Juristerei von gestern verschwindet und die nationalsozialistische Rechtsauffassung sich allenthalben durchsetzt." Gegen den Handel mit Juden Das' „Neustadter Anzeigenblatt" enthalt folgende aus Neuzenheim datierte Meldung: „Mit der Ortsschelle wurden drei Erbhofbauern den übrigen Ortsbewohnern bekanntgegeben, die noch immer mit den Juden Geschäfte treiben. Eine Warnung für die anderen, denn rücksichtslos wird gegen (sie vorgegangen, wenn sie ihr schändliches Tun nicht lassen. Sie werden dann namentlich an dem schwarzen Brett angeschlagen." In dor „Pyritze.r Zeitung" findet sich' die nachstehende Notiz: „Die Juden sind die Totengräber des deutschen Volkes! Meidet jüdische Geschäftol Kauft nur bei arischen Geschäftsleuten und berücksichtigt vor allem den doutschen Handwerksmeister I" Auch in der „Neustettiner Kreiszeitung" ist ein entsprechender Kasten zu finden. Auf einer großen Bauernkundgebung in Witzenbausen hielt, wie die „Kurhcssischo Landeszeitung" in Kassel mitteilt, Landcsbauernführer Seidler eine Rede, in der er die versammelten Baucm aufforderte, „nicht dio zu unterstützen, die nicht unseres Blutes sind und immer Gegner des deutschen Bauern waren. Jeder Bauer müsse im nationalsozialistischen Sinne hondoln und daher auch seine Geschäfte immer nur mit Genossenschaften oder arischen Geschäften abwickeln." Auf einer Bauernkundgebung in Heppenheim an der Bergstraße sprach; wie das „Berliner Tageblatt" berichtet, der Gauleiter und 'Reichsstntthalter.'Joko|> Sprenger4bw ^Bauerntum und Handel". Er geißelte scharf die Versuche des Liberalismus, den. Bauer von der Scholle zu treiben. Scharf ging or auch mit dem früheren Hündlertum ins Gericht. Selbst jetzt noch gebe es ein solches HfinJlertum. Die Gefahr stehe mitten unter uns, denn noch sei der Judo in Deutschland: er wolle den Handel wieder an sich reißen und scheue dabei kein Mittel. Der Kampf hiergegen könne nicht als eine Angelegenheit der Gesetzgubung angesehen werden, sondern, so fuhr der Gauleiter fort: „Es liegt an euch, Bauern. Niemand kann uns vorschreiben, an wen wir unsere Erzeugnisse vorkaufen. Der Weg vom Bauern in die Stadt darf nur über Deutsche, nicht aber über Juden führen." Ein Prozeß in Czernowitz Vor dem C^ernowitzcr A p pc 11 a ti o n s g crichtsho.f begann ein Prozeß, den dor frühere Vorsitzende' der Kultusgcmeinde, Dr. Karl Gütherz, im Namen einer großen Anzahl von Gemeindemitgliedern gegen das Kultusministerium angestrengt hatte, und zwar wegen willkürlicher Auflösung der Gemeindevertretung und Einsetzung eines Rcgierungskommissars. tinpfeMmswede J&ezuQsqudüeit BERLIN | Auktionatoren ~"|| Fleischereien flf Auktionator K. Ariuntn, m.cu.o. Obern. Villen- und WohnunsiauflOs., Versteigerungen v. ganzen Neehtlssen, such Einzelmöbel Ittr Sammelverstelg. jetzt: Schlflterstr. 37, J 2 5789 [ Bäckereien Moritz X.efobre lots nns.tr Str.1S,D 1 Norden «011 8p«.: Waesaru. Butterbarchea Lieferung frei Haus | Buchhandlungen 1 Oliva - Buchhandlung Antiquariat ri. Sortiment Bisa. 631. Uetzenburger Str. 24/25 direkt am Ollvier Platz [ Bflgelanslalten ] Bklsjalanatalt, Kunatatopfaral alle Reparaturen an Herren- und Damengarderobe R. Muchs. 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