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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-03-27 · 13 (27.3.1935) · page 5

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
13 (27.3.1935)
Date
1935-03-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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2. Beilage 27. Marz 1935 JÜDISCHE AUGE MEINE ZMITUNC DIE BIBEL ERZÄHLT im Wochenabfchnitt Schemini vom Tod der Söhne Ahrons. Sie hatten „fremdes Feuer, das ihnen Gott nicht geboten hatte", auf den Altar gebracht. Da ging ein Feuer vom Ewigen aus und verzehrte sie. Gott sprach zu Ahron: „Durch die, die mir nahe stehen, will ich geheiligt werden". Und Ahron schwieg. Den weiteren Inhalt unseres Wochenabschnittes bilden die Speisegesetze. Sie bestimmen, welche Tiere uns zum Genuß erlaubt und welche uns verboten sind. Die Tora stellt dafür allgemeine Regeln auf und gibt zugleich in breiter. Ausführlichkeit die Einzelheiten an. O Die Söhne Ahrons starben, weil sie die strengen Gesetze, die für die Darbringung der Opfer galten, mutwillig übertreten hatten. Sie hatten die Autorität göttlicher Gebote angetastet. Ahron aber, der an einem Tage zwei Söhne verlor, sprach kein Wort des Schmerzes, kein Laut der Klage entrang sich seinem Herzen. Sein priesterliches Amt verpflichtete ihn zu vorbildlicher Frömmigkeit. In schweigender Demut trug er darum sein Leid. Die zum Genuß erlaubten Tiere müssen in bestimmter Weise getötet, werden. Die Vorschriften über die Schechita fehlen in unserem Wochenabschnitt. Sie werden von der mündlichen Tradition gelehrt. Dasselbe gilt von den Bestimmungen für die rituelle Zubereitung der Speisen. Was die Tora mit dieser ganzen Gesetzgebung beabsichtigt, ist in unserer Sidra nicht angegeben. An anderer Stelle aber finden sich die Worte: „Ihr sollt zwischen reinem und unreinem Tier unterscheiden. Ihr sollt Euch nicht zum Abscheu machen durch Tier und Vogel, durch alles, was auf der Erde kriecht. Ihr sollt mir heilig sein, denn heilig bin ich der Ewige. Ich sondere Euch von den Völkern, mir sollt Ihr gehören." Zwei Motive treten in diesen Worten klar hervor. Das Gefühl des Ekels vor allem Widerlichen ist ein auszeichnendes Merkmal des Menschen. Wir dürfen uns daher nicht dadurch entwürdigen, daß wir diesem Empfinden entgegen handeln. Auf diese Weise findet ein Teil der biblischen Speisegesetze seine volle Erklärung. Sie alle aber sollen um das jüdische Volk eine Schranke errichten. Der gesellige Verkehr zwischen Juden und Heiden sollte erschwert, der Einfluß heidnischer Unsittlichkeit auf das jüdische Leben verhindert werden. Israel Boll Beinern Gott gehören, seiner religiösen Eigenart, seiner ethischen Verpflichtung soll es sich stets bewußt sein. Die Bedeutung der Speisegesetze für die Erhaltung unseres Glaubens sollte auch im liberalen Judentum keineswegs verkannt werden. Sie haben zu allen Zeiten dem jüdischen Hause einen besonderen Charakter aufgeprägt und eine eigenartige Atmosphäre in ihm geschaffen. Sie bildeten einen starken Wall gegen die religiöse Assimilation, stärkten mitten im Alltag die Kraft des Judentums, weil sie das Bewußtsein wach erhielten, daß wir unserem Gott gehören. Lewkowitz-Berlin. 4oMitnftt in den Berliner Synagogen mit neuem Ritas Freitag, 29. Min. Neue Synagoge, Lützowstraße und Fasanenstraße (Galliner): 6 Uhr. — Lindenstraße (Sänger) und Friedenstempcl (Warschauer): 6.45 Uhr. — Levetzowstraße und Schmargendorf (Hainburger): 7 Uhr. — Prinzregentenstraße (Braach): 7.15 Uhr. — Lützowstraße, Fasanenatraßo und Friedenstempel: Jugendfeieni im Anschluß an den Hauptgottesdienst. Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162: 7.15 Uhr (Zimet). — Libcralo Synagoge Osten, Kaiserstraße 30: 7.30 Uhr (Graf). — Liberale Synagogo Nordost, Prenzlauer Promenade 176: 7.30 Uhr (Zucker). — Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78: 7 Uhr (Goetz). — Liberale Synagoge Wedding- Reinickendorf, Exerzierstraße 13: 7.30 Uhr (I'alkenberg). — Jüdische, Religionsgemeinde, Charlottenburg, Schulstraße Ts 630 Uhr. Anschließend '„Kiddusch der Jugend".. Jadische Reformgemeindc, Logennaus Kleiststraße lOi 6.30 Uhr (Rosenthal). Sonnabend, 30. Marz. Hauptgottesdienst: 10 Uhr. — Neue Synagoge: Blumenthal. — Lützowstraße; Wiener. — Levetzowstraße: Lewkowitz. — Frühgottesdienat: LindenBtraße, Levetzowstraßo und Prinzregentenstraße: 7.30 Uhr. Liberale Synagoge Norden (Zimet). — Liberale Synagoge Osten (Graf). — Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg: 9.30 Uhr (Hirsch). Sonntag, 31. Marz. Jüdische Reformgemeinde, Joachimsthaler Straße 13: 10.30 Uhr: Koppel (Schulentlassungsfeier). Abfchiedsfeier im Waißnhaus Der neue Leiter de» Reichenheimfchen Waifenhaufea wird eingefilhrt In dem der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gehörigen Reioheuheimschen Waisenhauses ist in diesen Tagen ein Wechsel der Leitung erfolgt. Direktor Dr. Sigmund Feist, der mit seiner Gattin seit 1906 an der Spitze des Waisenhauses Btand, ist nach Erreichung der Altersgrenze ausgeschieden. An seine Stelle ■ist Herr Oskar Fried mann getreten. Im Festsaal des Waisenhauses fand aus diesem Anlaß eine stimmungsvolle Abschiedsfeier statt. Sie wurde eingeleitet und klang aus , mit zwei von einem Chor der Zöglinge vorgetragenen 'Liedern. Der Vorsitzende des Gemeindevorstands, Direktor Heinrich Stahl, sprach dem scheidenden Dircktorpaare den Dank der Gemcindo für seine segensreichö Tätigkeit an der Anstalt aus. Alsdann rühmto der Vorsitzende des Waiflenhauskuratoriums, Kammergerichtorat i. R. Leo Wo I f f, die verständnisvolle und erfolgreiche Arbeit, die das Ehepaar Feist wahrend seiner langjährigen Amtsführung unter aufopferungsvolle« Pflichterfüllung geleistet hat. Nachdem Frau Anna Moslcr namens der Ehrcndamen und Horr Dr. Wisotzky für die ehemaligen Zöglingo in herzlicher Weise Wort« des Abschieds gesprochen hatten, legte Direktor Dr. Feist dar, mit welchen Gefühlen er und seine Gattin die Statte ihrer Wirksamkeit verließen. Er gedachte seines Vorgängers Dr. Jutrosinski sowie besonders des an der Feier teilnehmenden früheren Kuratoriumsvorsitzenden, Horm Geh. Sanitätsrat Dr. Stern, und gab einen Uberblick über die Geschichte des Waisenhauses, dem er eine weitere gedeihliche Entwicklung wünschte. Mit einer kurzen Ansprach« deB neuen Leiters, Herrn Oskar Friedmann, der nebst seiner Gattin bei dieser Gelegenheit eingeführt wurde, schloß die Feier. 90 Jahre Jüdifche Reformgemeinde Am 2. April 1845 wurde der Aufruf veröffentlicht, der zur Gründung der Jüdischen Reformgemeinde führte. Unter dem Leitsatz: „Wir wollen Glaube, wir wollen positive Religion, wir Ein Gemeinde-Abend der Liberalen Synagoge Norden am Sabbat-Auagang war ein Versuch, dieser Sabbat-Scheidestunde eine besondere Note zu geben. Kein eigentlicher Vortragsabend, kein „Lernen", kein Gottesdienst, aber Elemente aller und vor allen Dingen etwas von gottesdienstlicher Weihe sollte den Abend einheitlich formen, und alle Teile sollten aufeinander abgestimmt sein: Eine Phantasie über l'dowid boruch, den Psalm für Sabbat-AuBgong (am Harmonium: Alfred Löwy), die gedankentiefen Sabbatworte von Leo Baeck (aus „Wege im Judentum"), vorgetragen von Erwin Zimet), der Gesang der Freitagabcnd- Scmiro „Jaum se l'jisrocl" (Kurt Jakubowski) schufen von Anbeginn die Weihestimmung. Dann sprach Rabbiner Dr. S w a r - sonsky: Er charakterisierte den Sabbat zunflehs^msciner metaphysischen Bedeutung, als die „himmlische Fermj^ff im Scchsachtel-Tokt der Woche", als die schöpferische Pauso im Leben des Menschen, die ihm die Zeit gibt, zu neuom Schaffen sich zu rüsten. Dann wies er den Sabbat als dio große soziale Schöpfung auf, die jedem Menschen einen Bruchteil der Woche zur Ruhe gewährt, den Sabbatgedanken, den das Judentum in die Kulturgeschichte der Menschheit hineingetragen hat. Ohne die Wiedergewinnung des Sabbat in seiner zweifachen Bedeutung Ist eine Renaissance des Judentums nicht möglich. Darum ist sie in der Gegenwart eine notwendige Aufgabe. Hier in Deutschland ist der Sabbat für viele noch immer keine Wirklichkeit, weil Religion und Leben aus wirtschaftlichen Gründen nicht zusammenwachsen können. Aber auch in Palästina, obwohl dort die wirtschaftlichen Hemmungen fortfallen, klafft noch der Widerstreit zwischen der religiösen und der weltlichen Auffassung, und unser „S c h a b b o s" und deren „S c h a b b a t" sind nicht bloß durch die Aussprache verschieden, sondern in ihrem Wesen, — .religiöser und weltlicher Ruhetag I Hier bei uns ist das Problem der Gegenwart, unseren . Schabbos, die religiöse Ruhefeier, wiederzugewinnen. Und da dar Sabbat -Tag durch wirtschaftliche Umstände für die meisten fortfällt, muß versucht werden, das auszugestalten, was uns zugänglich ist: den Freitag - Ab«ndt Mit dem Freitagabend tritt die Religion, dieses „ganz andere", in unsere Tage ein. Das erfahren wir zunächst im Gotteshaus, diesem Haus der erweiterten Familie, und dann im Hause selbst, im engen Kreis der Familie. Hier, in der Familie, kommt altes Brauchtum wieder zu Ehren, in Lied und Gesang. Vieles gewinnt neue Form und wollen Judentum" ging er von der Erkenntnis aus, daß die erstarrte Form der jüdischen Religion mit dem Leben seiner Bekenner um der Erhaltung der Idee willen wieder in Einklang gebracht werden müsse. Die Jüdischo Reformgcmcinde wird, der Zeit entsprechend, ihr 90jähriges Bestehen in würdiger, schlichter Form begehen. Fcstgottcsdicnato werden in ihrem Gotteshause in der Johannisstraße am Freitag, den 5. April, abends 7 Uhr, und am Sonntag, den 7. April, vorm. 10.30 Uhr, stattfinden. Im Verwaltungsgebäude der Jüdischen Rcformgemeindo wird eine Ausstellung von Dokumenten und Schriftstücken aus der GeBchichto der Jüdischen Reformbewegung^ veranstaltet, von den „Mitteilungen der Jüdischen Reformgcmcinde" wird am 2. April eine besondere Jubilfiumsnummer erscheinen. Am Sonnabend, den 6. April, werden Veranstaltungen 3er Jugend der Jüdischen Reform^ gemeinde stattfinden. * Wie im vergangenen Jahre, werden aueh in diesem Jahre Sederabendc veranstaltet, die von den Predigorn der Gemeinde geleitet werden. ( Die alljährlich im Frühjahr stattfindende Einsegnungsfeier ist dieses Jahr auf den 21. April festgesetzt worden; die Einsegnung wird von Rabbiner Dr. Gottschalk vorgenommen. neuen Sinn, auch dio alte Sitte des „Lernens". Bringt doch der Freitagabend das, was uns dio Woche nicht gewährt, die „Zeit", nicht bloß die „Sidra" zu lesen, sondern auch sich in das biblisch,« Schrifttum zu vertiefen. Und wie der Freitagabend, so kann auch die Sabbat- Schoidcstundo wieder fruchtbar gemacht werden: In dieser stimmungsstarken Abendstunde sollten die Synagogen wieder geöffnet werden für Sabbatfeiern mit Musik, Liedern und Belehrung. Hier könnte angeknüpft werden an dio chossidiBche Weise von der dritten Mahlzeit, da sie zögern, die „Sabbat-Königin" zu entlassen, damit ihr Glanz, der „Aunogg schabbos" noch recht lange bei ihnen weile. Der Sabbat-Ausgang erfüllt — gleich dem Sabbat- Eingang — alle Voraussetzungen einer poesic-erfüllten, religiösen Stunde. Hier liegt eine wesentliche Aufgabe eincB gcachichtabewußten liberalen Judentums, anzuknüpfen an die geschwundene Traditon, sie neu zu gestalten und zu verlebendigen. Wenn es ihm gelingt, in der Formgestaltung Neues zu finden und zu schaffen, dann ist die Vorbedingung einer echten Renaissance gogeben. Sabbatfeiern, Feste sind nicht willkürliches Werk deB einzelnen, sondern Schöpfung gemeinschaftlicher Kräfte, die aus dem Herzen, aus dem Glauben geboren ist. Sie sind nicht etwas, was dem Menschen nur beschert werden kann; er selbst muß das meiste dazu tun, er darf nicht „leer vor den Ewigen hintreten". So entsteht die jüdische Gemeinschaft, die heute oft erst wieder lernende Gemeinschaft ist. Aber fruchtbar wird das neue „Lernen" nur sein, wenn aus ihm die „mizwo" hervorwächst, die neue jüdische Tatl , Die Weihestimmung, die Dr. SwarsenBkys Rede erzeugte, wurde fortgeführt durch den Vortrag des zweiten Satzes des A-dur-Konzerts von Mozart (Geige: Tinette Pasch, Harmonium: Alfred Löwy) und der Legende „Das Gebot" von dem verborgenen Zaddik, der zum Genossen im Jenseits für den berühmten Rabbi bestimmt wird, obwohl er nur ein ungelehrter Metzger ist. Hawdolo-Gebet und hernach „hammnwdil", Gesang für die Sabbat-Schetdestunde, betonten die gottesdienstliche Note; in dem leisen Humor des „Liedes für Freitag zur Nacht — im mittelalterlichen Jüdisch-deutsch — und de» sinnigen Legende von der Sabbatwurzel des Rabbi Jehauschua (Erwin Zimet) klang der Gemeinde-Abend harmonisch aus und wurde durch das Andantino von Martinl-Kreialer abgeschlossen. H. Fg. Aus den Gemeinden Auftakt zu Liegnits Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Breslau. Im Rahmen der allwöchentlichen Freitagabendfeiern des Religiös - Liberalen Vereins begrüßten die Breslauer ab Auftakt zur Liegnitzer Tagung den verehrten Vorsitzenden der Vereinigung, Rechtsanwalt Heinrich Stern. Wieder hatten sich zur gemeinsamen Freitagabendfeier weit über 150 Menschen, Junge und Alte, zusammengefunden, die mit froher Andacht an der festlichen Tafel saßen und Freitagabend feierton, eine einzige große Familie. Man hat das feste Gefühl, daß diese Menschen, auch wenn die gemeinsamen Freitagabende aus rein finanziellen Gründen einmal aufhören: sollten, des festlichen Sabbateinganges im Familienkreise nicht mehr entbehren könnten, und somit ist der rein erzieherische Teil dieses einzigartigen Werkes vollauf erfüllt worden. Rabbiner Dr. Sänger feierte in warmen Worten die jüdische Frau, die im Mittelpunkt der häuslichen' Freitagabendfeier steht, und Heinrich Stern gab seiner Freude darüber Ausdruck, daß hier in Breslau die Ideen seiner Schrift „Ernst machen I" in einer neuen wohl verstandenen Weise zur Tat geworden sind. Im Rahmen des Religiös-Liberalen Vereins arbeitet hier seit einigen Monaten nach'Initiative Alfred Berger 6, des früheren verdienstvollen langjährigen Kassenführers des „Iii", unter der Führung Wolf Davidsohns eine Gruppe der Mittleren, die regelmäßig alle vier Wochen oder in kurzen Zwischenräumen zu frohen, und ernsten Arbeitsstunden zusammentritt. „Dos Judentum in der Geschichte Schlesiens" (Kurt Schwerin), „Eindrücke der Berliner Tagung" (Alfred Berger), die Broschüre Heinrich Sterns „Ernst machen!" (Hans M. Danziger), „Ileiseciiwlrücke aus . Palästina" (Dr. Lindner) waren bisher die Themen, die vor einem größeren Kreise behandelt wurden und denen stets rege Diskussion' folgt. Hier wird in Kleinarbeit eine Erwachsenenbildung auf religiös-liberalem Gebiete getrieben, die nicht gering zu schätzen ist. Ist es doch gerade die Zwischenstufe, die so sehr in der religiös-liberalen Arbeit fehlt, und die zur praktischen Leistung herangezogen werden soll. > " BatW Tiehaner. Jüdifches Leben in Gleiwitz Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Gleiwitz, Das Gleiwitzer Kulturbund-Kammerorchester stellte eich unter der Leitung von Sanitätsrat Dr. - Blumenfeld I mit Werken von Stamitz, Gluck und Mozart vor. Das Orchester hat ernste Arbeit geleistet und ist gegenüber dem Vorjahre in der Einheitlichkeit und Vertiefung wie auch im Verständnis für klangliche Feinheiten gewachsen. . Auf Veranlassung des Central-Vereins sprach Dr. Bruno Weil- Berlin über das Thema „Die Bilanz zweier Jahre". Der'; Redner gab ein ungeschminktes Bild von der gegenwärtigen Lage des deutschen Judentums und behandelte insbesondere ate durch die Emigration, Ariergesetzgebung, Neuorientierung der Jugend und die Minderheitenverträge geschaffene Situation. Dr. W. Nuß bäum -Berlin hielt einen Lichtbildervortrag über „Die Juden als Rasse und ihre Erbpflege". Nach einem entwicklungsgeschichtlichen Uberblick suchte der Redner an Hand eines interessanten Bildmaterials nachzuweisen, daß die Juden eine Sekundärrasse seien, gab darauf Richtlinien zur Verhinderung erbkranken Nachwuchses und veranstaltete: zum Abschluß die Vorführung typischer Individuen aus dem Zuhörerkreis. Der Waisen- und Unterstützungsverein beging sein 103. Stiftungsfest unter Mitwirkung von Else Dublon, Stella Hay und Alfons Fink Bowie zahlreicher einheimischer Kräfte. Der „Schabbos" — „Schabbat" Wie die Sabbat-Scheideftunde gejlaltet werden kann

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