Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 13 (27.3.1935)
- Date
- 1935-03-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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dieses Ist die höchste Rangstufe des Menschen und der Grenzpunkt der Vollkommenheit, dahin dessen Geschlecht zu gelangen vermag; und dieser Standpunkt ist der äußerste Grad der Vollendung der Phantasiebeiähigung, Ea ist dies, eine Anlage, die in keinerlei Weise in jedem Menschen vorhanden Bein kann. More Nebuchlm-36\ Perek. * Dem Menschen kann nicht gleich ursprünglich von Natur eine Tugend oder ein Fehler anerschdffen sein, ebenso wie ihm nicht von Natur' Besitz irgendeiner praktischen Kunstfertigkeit anerschnffen sein kann. Wohl aber kann ihm die Veranlagung zu, einer Tugend oder einem Fehler anerschaffen sein, so daß ihm die ihr entsprechenden Handlungen leichter werden als andere. ' - Aua dem Mlschnakommentar * ' „Alles ist in Gottes Hand mit Ausnahme der .Gottesfurcht." . .. . Mit dem Worte „alles" meinen die Weisen nur die natürlichen Dingo, 'hinsichtlich der Mensch keino freie Wahl hat, wie z. B. daß er groß oder" klein ist, daß es regnet oder daß Dürre herrscht, daß die Luft ungesund oder gesund ist und dergleichen mehr von allem, was in der (sinnlichen) Welt geschieht, mit Ausnahme des Tun und Lossens des Menschen. -Aus dem Mlschnakommentar * Sie (die Weisen) weisen uns darauf hin, ... daß die Beschäftigung mit der göttlichen Lehre weder unserem Ehrgeiz noch unserer Gewinnsucht dienen soll. Daß wir sie nicht zur Einnahmequelle für unsere Lebensbedürfnisse machen dürfen. Das Ziel des Strebens nach Wahrheit üt das Erkennen der Wahrheit, und die Tora ist die Wahrheit; das Ziel des Erkennens der Gebote ist, sio zu halten. Aus dem Mlschnakommentar * .Wir sind verpflichtet, den wahren Glauben in der Welt zu verkünden, ohne uns vor. irgendetwas zu fürchten. Und sollte jemand uns einen Zwang auferlegen wollen, so müssen wir uns lieber dem Tode preisgeben, als daß wir bei dem Feinde auch nur den irrtümlichen Gedanken aufkommen lassen, wir hätten unseren Glauben verleugnet: Aus dem Sefer Hamlzwot Gürten und schönen Gebäuden, die Betrachtung Bchönor Gemälde und anderes dergl., was die Seele erheitert, zu beseitigen Buchen." „In diesem Sinne leistet die Heilkunde zur Aneignung der Tugenden und der Gotteserkenntnis sowie zur Erlangung der wahren Glückseligkeit sehr große Dienste, und ihr Studium ist eine der vorzüglichsten, gottesdicnstlichen Handlungen." Ganz modern muten uns auch diejenigen Vorschriften ben Maimona an, die sich auf Körperpflege und Sport beziehen. Bei der Wohnungs-Hygiene beginnend, Klima, Kleidung und Schlaf umfassend, wird die Reinlichkeit der Umgebung und des eigenen Körpers betont. Da» Bad wird aber eingehend behandelt, alle Vor- und Nachteile der verschiedenen Temperaturen des WasBers werden erörtert, und besonderer Wert auf die Regelung der Mahlzeiten vor und nach der Körpcrroiniguhg gelegt. Auch der Sport ist bereits in seinem Werte erkannt. Im „More Ncbuchim heißt es: „So sind z. B. die Körperübungen nach ihren verschiedenen Arten ein notwendiges Mittel zur Erhaltung einer dauerhaften Gesundheit nach dem Urteil jcdcB der Heilwissenschaft Kundigen. Wer daher körperliche Übungen zur Erhaltung den Gesundheit anstellt, wie das Ballspiel, Ringen, Fechten und Atemübungen, der wird zwar in den Augen der Unvernünftigen nur eine Spielerei treiben, die Vernünftigen werden sie aber nicht dafür naltcn." Als beste Übung wira das Ballspiel empfohlen. Das Ballspiel habe den besonderen Vorzug, daß sowohl alle Glcidcr zugleich, als auch jedes einzelne in Aktion trete. Das Ballspiel könne durch Verbindung mit gymnastischen Übungen variiert worden, und zwar so, daßleichtere Übungen mit < schwereren abwechselten. Ebenso eingehend werden alle Möglichkeiten des sozialen Maimonides als Arzt Von Dr. ADOLF ABRAHAM In der gegenwärtigen Periode des Gedenkens dürfte es von . Interesse sein, den großen jüdischen Weisen Maimonides, den Begründer der modernen Wissenschaft des Judentums, auch in der Vielseitigkeit seiner Allgemeinwirksamkeit, wie z. B. als wissenschaftlichen Philosophen und als Arzt kennenzulernen. Die exakte Naturwissenschaft war zur Zeit von Maimonides noch nicht zur selbständigen Disziplin. geworden. ■ Jeder Gelehrte, namentlich aber jeder Rabbi, war zugleich der gegebeno Berater in allen Nöten seiner Gemeinde, also auch der Arzt im Falle von Krankheiten. Maimonides entstammte einer , Familie, welcher in Cordovoi bereits seit acht Geschlechtern eine stattliche Reihe von .Jlabbinem entsprossen waren. Sie alle waren bedeutende Schiiftgelehrte und zugleich Naturwissenschaftler und Ärzte von Ruf. So war auch der Vater Maimuni ein angesehener jüdischer •- Gelehrter und gleichzeitig in den Naturwissenschaften gut bewandert, und er war auf den Gebieten der Mathematik und Astronomie ebenso schriftstellerisch tätig wie auf talmudischem. Von diesem Vater wurde dem jungen Moses schon frühzeitig idealer 'Sinn und Liebe zu den Wissenschaften eingeimpft. Cordova war im zwölften Jahrhundert ein bedeutendes Zentrum für-Astronomie, Mathematik, Philosophie und Medizin. Es war ja die Zeit der Abassiden. Indes, über Europa das mittelalterliche Dunkel lag, entfaltete sich im Orient eine Blütcpeiiodo geistiger Kultur. Juden und Araber lasen den Aristoteles und diskutierten über ihn. Sie waren dio Hüter von Wissenschaft und Philosophie. Der bedeutendste Arzt dieser Zeit war der Araber Avicenna. Nachdem, das Lebcnsschicksal Rambam aus Spanien hinweggeführt und er in Ägypten eine Statte der Wirksamkeit gefunden hatte, betätigte sich sein Universalgenie in fast allen geistigen Disziplinen seiner Epoche. Als Mediziner hat Maimonides gleichfalls Hervorragendes geleistet. Er war,zu einem der Leibärzte am Hofe des ägyptischen Sultans emporgestiegen und hatte hier die gesundheitliche Erziehung des Kronprinzen zu leiten. Daneben übte er eine so ausgedehnte allgemeine Praxis aus, daß wir staunend vor der Frage stehen, wo dieser Talmudgelehrte hierzu die' Zeit'fand: Kein Armer ging ohne Hilfe aus seinem Hause, kein'Kranker ohne Pflege und Beratung. Und auch auf diesem medizinischen Gebiete war er schriftstellerisch tätig. In allen, seinen religiösen , Werken finden' sich eingestreut medizinische und hygienische Abhandlungen sowie Ratschläge für die vorteilhafteste Lebensführung. Aber auch größere Werke medizinischen Inhalts haben ihn zum Verfasser. So vor allem sein Tractatus de Regimine Sanitatis, eine Anleitung zur Gesundheitspflege, welche dem Sultan El Malik el Afdhal gewidmet und zurij Besten des Thronfolgers verwendet wurde. Mosches medizinisches Hauptwerk aber ist sein Sefer Refuot, eine Art Kompendium der gesamten Hcilkunst, Daneben ist dann noch ein kleineres Werk zu erwähnen: „Uber die Gifte und über den Schutz gegen vergifteto Wunden und, Schlangenbisse." Allerdings bleibt Maimonides in vieler Beziehung ein Kind seiner Zeit. Uberall da, wo er naturwissenschaftliche odor metaphysische Erklärungen gibt, kann er natürlich nicht über den Rohmen dessen hinausblicken, was von der Naturwissenschaft seiner Zeit geboten war. Aber selbst in dieser Begrenzung vermag er über das' Niveau seiner Mitwelt durch den exakten Gehalt, der sich aui seinen eindringlichen Beobachtungen der Natur ergibt, deutlich emporzuwachsen. Dieses Urteil findet sich bestätigt, wenn man die Ausführungen nachliest,' die Dr. Kroner und Dr. Kl, , Grunwald zum Inhalte des Werkes über: „Die Hygiene der Juden" im Jahre 1912 beitragen. Uns, auf der Höhe der technbch'-wissenschaftlichen und theoretisch-universellen Errungenschaften muß vor allem auffallen, wie dieser halbe Autodidact des frühen Mittelalters schon in allen Fragen der Heilkunde, der Hygiene und Medizin seinen' Blick vom Einzelfalle fort zur Höhe allgemeingültiger Gesetzmäßigkeit und eindringender Beurteilung der Naturbedingtheit zu richten bestrebt ist. Seine . Themata sind schon bemerkenswert sachgemäß disponiert,' wenn wir auch eine exakt organische Systembildung nach unseren Begriffen natürlich vormissen. Aber der Blick vom'Einzelfalle zur allgemein gültigen Regel ist' doch schon deutlich wahrnehmbar. Ah Beispiel sei eine Stolle aus „Schemoneb PeraJcim" erwähnt, wo die Wechselwirkung zwischen Leib und Seele' abgehandelt wird: „Der vernünftige Mensch wird.aus medizinischen Bücksich.ten auch: das Angenehme aufsuchen. So z. B. wird er,:wenh'ihh"Melancholie befällt, diese durch ■ Anhören von Gesang und abwechselnder M u b i k , durch Lustwandeln in Lebens abgehandelt. Das Ehelebcn, nimmt in diesem Teil einen sehr breiten Raum ein; die diätetischen Postulate der Ernährung werden auf das Gcnauesto studiort, die Nahrungsmittel in Gruppen geteilt und alle Vorzüge und Nachteilo jedes einzelnen betrachtet.' DJ>or das Wasser heißt es: „Prinzipiell wird als gesundes Wasser aas durch Abkochen von Schädlichkeiten befreite WaBser empfohlen. Dos Abkochen Boll in einem neuen Glasgefäße vorgenommen werden, dadurch erzielt man ein wirklich gesundes Wasser im Sommer wie im Winter. Der Genuß von warmem Wasser ist gesundheitswidrig." Man ersieht somit aus dieser Aufzählung-von Einzelheiten aus der medizinisch-wissenschaftlichen Lebensarbeit von Maimonides nicht nur die universale Weltbeherrschung unseres großen Lehrers, sondern sie vermitteln uns sogar eine Möglichkeit, die Kultur seiner Zeit zu beurteilen. Wie schon eingangs erwähnt, war diese Blüte nicht über das Abendland, also etwa Mitteleuropa, ausgebreitet, sondern nur dort, wo damals Araber und Juden in harmonischer Eintracht Künste und Wissenschaften pflegten. Ein halbes Jahrtausend hindurch und noch langer wuchs in Ägypten und ■Mesopotamien eine Epoche des Kulturfortschritts herauf. Die rauhen, Töne des Fanatismus wichen dem Klange sanfter Lieder, dor KriegBlttrm verstummte, Weisheit und Streben nach Erkenntnis kamen zur Geltung. ' Das muß man sich vergegenwärtigen, wenn man die übermenschlich genialen Leistungen Rambams richtig zu würdigen bemüht ist. Seine medizinischen Studien standen auf den Schultern der arabischen Fachwissenschaft, wie ein Teil seiner reh'gionsphilosophischen Arbeiten — auch. dem Ausgleich der jüdischen Weltanschauung mit der arabischen gewidmet waren. Verderbnis und Neugeburt der wahren Religion \ (Nach Maimuni) Von MAX WIENER Um eine Vorstellung von Maimunis Auffassung der Religionsgeschichto zu geben, tragen wir im Folgenden in enger Anlehnung an den Wortlaut der Quelle (hilchot okkum wechukkotehem, Kap._J.) die Ansicht des Denkers über die Entstehung des HcidojiYimiä" und die Erneuerung der monotheistischen Urreugion vor. Maimuni folgt zwar auch hier im allgemeinen der Tradition; ober seine philosophische Durchdringung des geschichtlichen Problems ergibt ein so interessantes Ineinander' der überlieferten Vorstellung von der Dcpravation der Menschheit, das heißt ihres Hinabgleitcns von der ursprünglichen Höhe reiner Erkenntnis, und ihres Wiederanstiegs in der Person Abrahams, des Urvaters Israels, daß es für eine wichtige Strömung innerhalb des religiösen Rationalismus höchst charakteristisch ist. Die Formulierung des Maimuni ist nämlich typisch für die Auffassung, die dieser Gegenstand bis in die Zeit der Aufklärung hinein gehabt hat. Ja, noch in den gcschichtsphilosophlsehcn Ideen vom Ur- oder Normalvolk, wie z. B. Fichte und Schölling sio hegten, werden Nachklänge einer Auffassung spürbar, die in Maimuni einen machtvollen Vertreter gefunden. Er sogt: In den Tagen des Enosch (das ist der Repräsentant des dritten Menschengeschlechtes von Adam her; vgl. Gen. 5,6 ff.) fiel ein großer Irrtum auf Adams Nachkommen, und es verdummte der; Geist der Weisen jene* Geschlechtes, und Enosch selber gehörte zu den Irrendon.' Worin aber bestand dieser Irrtum? Sie meinten: Weil Gott die Gestirne und Himmclssphflren zur Leitung der Welt geschaffen und ihnen die Ehre zuerkannt, Diener vor Gottes Angesicht zu sein, müsse man ihnen Belbst Verehrung zollen. Denn wie ein irdischer König seinen persönlichen Dienern Respekt seitens der Untertanen erwiesen sehen wolle, so Gott hinsichtlich der himmlischen. Heerscharen. So bauten ihnen die Menschen Altäre, priesen sie durch Opfer und Lob und beugten sich vor ihnen,- in ihrem verkehrten Sinne glaubend, den göttlichen Willen zu vollziehen. Das ist der Ursprung des Sternendienstes. Seine ersten Anhänger hielten nicht etwa die Sterne für Gott anstatt des wahren Gottes. Den erkannten sie wohl; sondern Bie meinten in ihrem Irrtum, daß Gott selber die Sterno angebetet sehen wolle. Und es verging eine lange Zeit. Da traten Lügenprophetenauf und geboten in Gottes Namen, die Sterne zu verehren, ihnen Opfer, darzubringen, ihre Gestalt nachzubilden, damit vor ihr alles Volk sich zu Boden würfe. So bildeten sio nach Boich prophetischer Belehrung in ihren Tempeln, ■ in Hainen und auf Bergesspitzen solche Gestalten, knieten vor ihnen nieder in dem Glauben, daß dieses Bild auf dos Geschick der Menschen einwirke und darum verehrt werden müBse. Ihre Priestor aber lehrten sio, doß solcher Dienst, der nach einem besonderen Ritual geleistet werden müsse, für sie heilbringend sei. Und diese Priester redeten ihnen auch andere Lügen vor, daß jenes Gestirn selbst oder der die Himmelssphüre beseelende Geist oder ein Engel mit ihnen gesprochen und ihnen alle Einzelheiten des gebotenen Dien^ies mitgeteilt habe. So entstanden in den verschiedenen Teilen der Welt Sternenkulte, die sich je nach ihrem Ritual voneinander unterschieden. Und nach langer 'Zeit wurde der erhabene und gewaltige Gott unter den Menschen völlig vergessen. Man kannte ihn nicht mehr, und die Folge war, daß alle Erdenbewohner nur von jener Gestalt aus Holz oder Stein etwas wußten und von jenen steinernen Tempeln, woran sio von Jugend auf gewöhnt waren, daß Bie da anbeteten und im Namen dieser Götter schwuren. So' glaubten schließlich auch ihre Weisen und Priester, daß es kein anderes Göttliches gebe als jene Himmelsbilder, deren Gestalt sie abbildeten;.' aber den Fels der Welten 'erkannte keiner,'wissend um ihn, als hur einige wenige in der Welt wie Chänoch, Metuschcloch, Nöa, Schern, Ewer. So verharrte die Welt-im Dunkel, bis die Säule der Welt geboren ward, Abraham, unser-Vater. Dieser Starke begann mit seiner Erkenntnis umherzuschweifen, und noch in der Jugend grübelte er bei Tag und bei Nacht, und wunderbar, schier unmöglich erschien cb,'ihm, daß jene Himmelssphäre sich ewig drehen sollte ohne einen, der sie leitete und bewegte. Niemand aber lehrte ihn und tat ihm Wahrheit kund; denn er lebte ja in Ur-Kasdim, vergraben unter stumpfen Götzendienern, und Vater und Mütter und alles Volk dienten den Sternen und er mit ihnen. - Doch Bein Herz, war lebendig und strebend nach Wahrheit, bis daß er den Weg der Erkenntnis fand und den Mußaril» der Wahrheit. aus seiner richtigen Einsicht heraus. Da erkannte er, daß es einen' einzigen Gott gibt, der die Himmclssphäro leitet,; der alles geschaffen, und daß unter allem Seienden nur Er Gott ist. , , Und er erkannte, daß dio ganze Welt in Irrtum versunken, '. und. daß jener. Sterneridienst und jene Bilderverchrung dje Wahrheit in der menschlichen Seelo zunichte gemacht. Vierzig Jahre war" Abraham alt, da er seinen Schöpfer erkannte; - Wie das aber geschah, da' begann er sofprt,:diQ Leute von,Ur-Kasdim mit Fragen zu bedrängen lind mit ihnen zu rechten und ihnen zu beweisen, daß ihr Weg unmöglich der Weg der Wahrheit sei.. Er zertrümmerte dio Götzen und suchte das Volk zu ■ belehren, daß nur dem Einen Gotite der Welt Verehrung zukäme, auf daß alle Geschöpfe ihn erkannten. Als er aber kraft seiner ein_sichtigen Beweise beim Volke Beifall fand, wollte der König von Ur-Kasdim ihn töten. Doch er entging ihm durch ein Wunder und wandte sich nach Haran. Auch dort begann er mit lauter Stimme das Volk auf den wahren Einen Gott (hinzulenkcn, und so ging er weiter von Stadt zu Stadt, von Königreich zu Königreich, biB er das Land ' Kanaan erreichte. Vieles Volk aber sammelte sich um. ihn und forschte nach dem'Sinn seiner Worte, und jedem Einzelnen gab er die Wahrheit ins Herz, daß zahlreiche Menschen sich ihm, zukehrten. Das sind dio Menschen des Hauses Abrahams; in ihre Seele pflanzte er diese große Urwnhrheit, und er verfaßte Schriften darüber, und er tat Isaak, seinem Sohne, die Lehre kund. Und Isaak lehrte und unterwies, und nach ihm Jakob, und der befestigte alle, die sich ihm zugesellten. Unter seinen Söhnen bestellte Jakob den Lcwi als Haupt, und er setzte ihn ein, um im Lehrhausc zu lehren und Vater Abrahams Weisungen zu hüten. , Lewi gebot seinen Kindern, und unvprgeßlich stark wurde die Lehre in ihrem Herzen, so daß ein Stamm in der Welt 'erstand, der den Ewigen erkannte. Als aber Israel lange Zeit in Ägypten hauste, da fielen sie wieder dem Götzendienst zu, in dem ihre Umwelt versunken War; nur der Stamm Lewi hiolt fest an den Geboten der Väter. Und weil der Stamm Lewi dem Heidentum sich nicht ergab, wurde dos Reis, das,.Abrahamgepflanzt;1 nicht, ausgerodet*, da .die „andern Söhne Jakobs wieder dem Irrtum verfielen." Weil aber der Ewige uns liebte, und den Schwur der Verheißung erfüllen wollte, den er Abraham, unserm Vater, geleistet, ließ er Mose erstehen als Lehrer allor Propheten und entsandte ihn. Es erwählte der Ewige Israel sich zum Erbe, krönte es mit seinon Geboten und tat ihm kund den Weg seines wahren Dienstes. Die UberaleH Rabbiner ehren Maimonides Die Vereinigung der liberalen Rabbiner -Deutschlands hält am Dienstag, den 9. April 1935, vormittags 9.15 Uhr, in Berlin, Logenhaus Kleiststroßo 10, eine Mitgliederversammlung ab, die dem Gedächtnis des Maimonides gewidmet ist. Die Tagesordnung umfaßt folgende Punkte: 1. Begrüßung und Rechenschaftsbericht; 2. Vorträge: Wiener- Berlin: Prophetische, rabbinische und religionsphilosophischo -Religiosität im Judentum, und Lewkowitz-Berlin: ^Maimonides als Rcligionsphilosoph; 3. Bericht über die letzte Hauptversammlung der Vereinigung für das liberale Judentum, erstattet von Dienern ann - Offenbach; 4. Allgemeine Aussprache; 5. Wahl des Vorstandes; 6. Verschiedenes. <Miu.dm3üMdli^ Ea verlobten sich : Herr Ernst Spiegel (Düsseldorf) mit Frl. Trudl Schaumberg (Kichhain/Marburg)..— Herr Fredi Isenberg (Bielitz) mit Frl. Cilli BorinBki (Hindenburg O. S.).— Herr Karl Friedmarin (Saalfeld) mit Frl. Jutta Flcischmann (Sangerhausen/ Prov. Sachsen). — Rabbiner Dr. Michael Kern (Berlin) mit Frl. Grete Rosenzweig (Teterow). — Dipl,-Ing. Helmut Kantorowicz mit Frl. Berta (Putti) Mottek (Berlin). — Herr Erich Davids /Krefeld- Fischeln} mit Frl. Trade Lazarus (Essen). — Herr Rudolf Grünewald (Eisenach) mit Frl. Ruth Heilberg (Westerburg/Westerwald). — Herr Leo Cohn (Paris) mit Frl. Rahel. Schloß (Hamburg). — Dr. med. Kurt Sommerfeld mit Frl. Lotte Westmann. (Berlin). Es vermählten sich: Dr. Robert Singer und Frau Grete geb. Kahn (London). — Herr Stefan Strauß und Frau Gretel geb. Nußbuiuu (Köln). — Herr Rudolf Seligsohn und Frau Gerda geb. Kroncr (Bonn a. Rh.). — Herr Fritz Günzburger und Frau Ruth geb. Weil (Manchester). — Landgerichtsrat Dr. Ernst- Rosenwald und Frau Trade geb. Neukamp (Essen). —■ Herr Hans Wertheimer und Frau Margot geb. Malachowski (Karlsruhe). — Herr Martin Loeb und Frau Henny geh. Stiefel (Utrecht).— Herr Friedrich Goldberg und Frau Frieda geb. Frank (Bedburg-Erft). — Dr. jur. Otto Adler und Frau Trade geb. Oppenheim (Burg- Bteiji/urt i. Westf.), — Herr ErnBt Gans und Frau Suse geb. Klein glamburg/Borken). — Herr Siegfried Heß und -Frau Hilde geb. ochherr (Karlsruhe).— Dr. med. Roelof Frank und Frau Betty geb. Mayer (Oß-Holland). Ein Sohn wurdo'geboren :• Herrn Martin Reich und ' Frau Erna, geb." Kraft (Berlin). . Ein'«, To oh terwurde.geboren: Herrn Bruno Gabriel und Frau Lucie , geb. Lipmann (Stendal). , , Es starben : Herr Selig Scheuerraann (Frankfurt a, M.). — Herr Rudolf Alsberg (Duisturg), —, Frau Hedwig Friedländor. (Stolp i. .Pom.), — Herr Siegfried Coamann. (Kleve), -r- Frau Suse Esberg (Wolfenbüttel). — Herr Josef Kaufmann (Kehl a, Rh.), — Herr Max Kutneweky. (Berlin). — Herr Eugen Graetzer (Gleiwitz\. — Frau, Jette Rgß (Nürnberg).---Herr Albert Cohn (Glei- %yitz). —Frau. Frieda Lc.win (Meran). — Herr Albert Bodlaehder (Breslau). — Herr Eugen, Sänger. (Wittliph). — Herr. Arthur. Jacobi (Berlin). \