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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-03-20 · 12 (20.3.1935) · page 4

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
12 (20.3.1935)
Date
1935-03-20
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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erfahre. Die Frömmigkeit des Volkes tief und innig bleibe. Dieselbe Aufgabe, die den Kohanim für ihr Volk gestellt war, hat Israel inmitten der Völker zu lösen. Dem heidnischen Aberglauben und Immoralismus hat das Judentum seine lautere Gotteserkenntnis und seine humanitäre Sittenlehre entgegengestellt. Seine weltgeschichtliche Aufgabe ist auch heute noch nicht erfüllt. So lange in der Menschheit Unrecht geschieht und zwischen Eirizelnen und Völkern Feindschaft herrscht, hat das Judentum „die Wacht des Ewigen zu halten". Von der Treue, mit der wir diese Pflicht erfüllen, hängt es ab$ ob wir in den Gefahren der Gegenwart zugrunde gehen, ,oder uns behaupten. Lewkowirz-Bcrlin. Der Ewige Weg Zu den. wirkungsvollsten Mitteln, jüdisches Bewußtsein, jüdisches Denken und Fuhlen in der Gegenwart zu wecken-und zu leiten,' gehört Aufklärung über den geschichtlichen Weg des Judentums. Diese Aufgabe hat Bich der Vortragszyklus „Der Ewige Weg" gestellt, den der junge Rabbiner Dr. Hermann Sänger in der Synagoge Fasanenstraße in den vergangenen Wochen durchgeführt hat. Sein Ziel war, einen Sinn zu zeigen in dem Geschehen der jadischen Geschichte, diese zu betrachten unter dem Gesichtspunkt der Wanderung, des geistigen Wachstums und der religiSBcn Strömungen./ Der erste Vortrag; der die alte Zeit bis Salomebehandelte, suchte die Eigentümlichkeit des. jüdischen Volkes herauszuarbeiten, das zugleich mehr/ist als Volk, nämlich Gemeinschaft mit einer höheren Aufgabe. Der zweite Vortrag führte die Entwicklung' bis 70 durch und wies Bewahren und' Versagen des jüdischen Volkes gegenüber dem Sinne seines Daseins auf, zeigte hier den Kampf der politischen und religiösen Ideen des Judentums, den .Weg der Propheten und Könige, der Priester und Schriftgelchrten, der Pharisäer und SadducBcr, der Zeloten und Gemäßigten. ' Der' dritte Vortrag zeichnete Menschen, Mauern und Machte, er behahdelto die Zeit bis 1492, dos jüdische Mittel-' alter als das Zeitalter innerer Verfestigung und Süßerer Bewegung und Wanderung, das Christentum, den Islam, den Talmud sowie Blüte 'und Zusammenbruch des spanischen Zentrums. Im vierten Vortrag suchte Dr. Sfingcr vor allem Rabbinismus und Mystik abj die gestaltenden und tragenden Kräfte des Judentums seit Beginn der Neuzeit zu zeigen, die messionischen Bewegungen, Chassidismus, die dann jenseits der Mauern bis an die' Tore der Freiheit führen. Der letzte Vortrag zeichnete die wechsclvollen Kämpfe um die Emanzipation und die Entstehung des modernen Judentums, Wesen und Weg der Wissenschaft vom Judentum, des liberalen und des nationalen Judentums und versuchte noch einmal eine zusammenfassende Deutung der jüdischen Geschichte zu geben. — Alle Vortrage wurden von Orgclspiel und Gesingen wirkungsvoll umrahmt und waren stark besucht. H. F. Verlaffene Gräber Der Gedenktag unseres großen Gesetzgebers Moses wurde am 12. Marz in einer eindrucksvollen . Feier durch die Berliner Chewra Kadis.cha begangen. In den ersten Morgenstunden machten die aktiven Mitglieder der Chewra, unter Führung der Herren Schwarz und Dr. Galewsky, den Rundgang auf dem Friedhof in Weißensce, wo Rabbiner Dr. Link die Gedenkrede hielt,- in derr-er,- von der-im Judentum stets hochgenjaltenerr Pietäispflicht ausgehend, auf den Sinn des Rundganges und über die Bedeutung des Besuches der Gräber, insbesondere der zahlreichen vereinsamten, hinwies. Die versunkenen bemooBten Steine, die kaum mehr sichtbar sind, sprachen eine laute, herzbewegende Sprache,' daß wir uns mit liebender Hingabe der Vergessenen und Versunkenen annehmen. Die Gedenkrede hob sich über den engen Rohmen hinaus, als Dr. Link von den zahlreichen Gräbern sprach, die infolge der Auswanderung unserer Jugend jetzt völlig vereinsamt und verlassen sein dürften, da ein großer Teil dieser Jugend wohl kaum mehr in die Loge kommen werde, das ihnen bo heilige Grob ihrer Eltern zu besuchen. cMut deu^Mu/ieu Es verlobten sich: Herr Adolf Herf (Wörrstadt/Rhh.) mit. Frl. Gretl Stemberg (Gießen). — Herr Artur Braun mit FrL. Marianne Levy (Berlin). — Herr Stefan Lauber mit Frl. Corinne Rosenberger (New-York). — Herr Hermann Wolfis (Aurich) mit Frl. Friedchen Harf (Wickrath i. Rhld.). — Herr Paul. Lewy mit Frl. Rosi Rendsburg (Hamburg). — Herr Oherrabbincr Josua Grünwald (Meran) mit Frl. Käthe Rubens (Berlin). '— .Herr Siegfried Gottschalk (Dortmund) mit Frl. Edith Fruchtzweig' (O.-Sterkrade). — Herr Fritz Tockus (Frankfurt a. M.) mit Frl. Leni Cohn (Hersfeld/Frankfurt a. M.). Es vermählten sich: Herr Ludwig Lion und Frau Helene geb. Sanger (Mannheim) — Herr Paul Merzbacher und Frau Liesel eeb. Kunreuther (Fürth i. B.). — Herr Erich Deutschländer und Frau Hanni Ilse geb. Kessel (Hamburg): — Dr. med. Friedrich Roos und Frau Frieda geb. Joseph (Pforzheim i. Baden). — Herr Ralph Hirsch und Frau Deila ceb. Mayer (Trier), -r- Herr Jakob Erich Simon und Frau Ilse Cäcilie geb. Falk (Weilburg). Ein Sohn wurde geboren: Herrn Julius Löwenstein und Frau Anno geb. Teutsch (Bocholt \. W.). ..Eine Tochter wurde geboren: Herrn Julius Silber und Frau Eugenie (Straubing). — Herrn Erich Haas und Frau Tea' geb. ten Brink (Pirmasens). Es.starben: Herr Moritz Lieber (Bühl i. Baden). — Hqrr Josef Bloch (Seesen). — Herr Adolf Kaminsky ' (Pirna). — Frau Ottilie Aronsboch (Berlin). — Herr Max Bendix (Elberfeld). — Frau Lea Weinstein (Harburg-Wilhelmsburg). —• Herr Eduard Sußmann (Leobschütz 0. S.). — Herr Simon Schloßberger (Crailsheim). — Frau Minna Silbcrthau (Bad Orb). — Herr Louis Liebert (Landsberg: a. W.). — Herr Leo Alport (Hamburg). — Herr Max Frankel (Gordelegcn). — Dr. Albert- Schragcnheim (Berlin). Syaagogenvereln Ihfiedenstempel. Im Cafi Leon findet am Sonntag, 24. Muri, 15.80 Uhr, ein Porim-Klnderfest statt. . Homert der JMIsohen S&ngorknaben. Im Anschluß an uasera Kritik Uber dieses Konzert in Kr. 10 der „Jüdieohea Allgemeinen'.' tragon wir gern nach, daS.es vom Synagogonverein Friedens tom'p öl veranstaltet wurde, . ,. Rabbiner T>r. Joachim' Prinz sprioht am 23. Marz, abends 8.15 Uhr, in der Philharmonie, Bernburger Straße, im Böhmen einer Sondorvoranstal- Lang des Kulturbundes Deutscher Juden übor das Themai: „Jüdische Existenz heute". CO Freitagabend-Feiern — aber ohne Erwachfene! Zu dem erfreulichen Beginnen, in den Berliner Synagogen für die Jugend im Anschluß an den Freitagabend-Gottesdienst eine Freitagabend-Feier zu veranstalten, seien hier einige kritische Bemerkungen gemacht: Sinn der Feier soll sein, den Kindern und Jugendlichen über den Rahmen des Bundes und der Schule, des eigenen Freundeskreises hinaus das Gefühl für die Zusammengehörigkeit mit der jüdischen Gemeinschaft zu geben. Es soll also so etwas wie eine Kinde r ge m einde , -eine Jugendg.omcinde angebahnt werden, wer einmal eine solche FrcitagabcndrFcicr mitgemacht hat, weiß, wie sehr das Herz der Kinder für diese Dinge aufgeschlossen ist, sieht an ihren leuchtenden Augen die Begeisterung, die sie mitbringen, und weiß, daß auch für die Kinder das Gläschen Wein und der Barches, der ihnen gereicht wird, nicht so wesentlich sind, wie das innere Erleben. Und dieses gilt es zu fördern und zu starken. Dos Kind kommt zum Freitagabend-Gottesdienst — vielleicht mit den Eltern — in die Synagoge und freut sich — wenn es eine Feier schon einmal mitgemacht hat — auf das Zusammensein mit den Kindern, vielleicht auch darum, weil es den Gottesdienst nicht so ganz versteht und weil dieser nicht so sehr zu seinem Herzen spricht und sprechen kann. 'Der Gottesdienst ist zu Ende, die Kinder begeben sich zur Feier, es ist — vcrstBndlicherwcise — ein ungeheurer Andrang. Dann sitzen die Kinder bei festlich gedeckten Tischen, am Kopfe des Tisches Synagogenvorsteher, Rabbiner, Kantor, der Rabbiner, der Kantor oft im Talar, andere Ältere oft mit dem feierlichen Zylinder. Und wo eben noch ein Plätzchen frei ist, stehen die Erwachsenen, unter ihnen oft wohl auch die Eltern der Kinder, umher und schauen und hören zu. iBt das richtig? Nein! Das Kind soll zunächst einmal gar nicht einen Gottesdienst erleben, sondern eine Feier, die vielleicht rittesdienstahnlichen Charakter haben muß. In sie gehört aber ein Ornat. Jeder, der an der Feier teilnimmt — und ich stehe auf dem Standpunkt, daß auch Altere daran teilnehmen können, wenn sie die Begabung zur inneren Jugendlichkeit noch nicht verloren haben — soll unter . den Kindern mit Kind sein, nicht irgendwie ausgezeichnet, wenn nicht durch seine Weisheit, Erfahrenheit und elterliche Güte. Darum — und ich höbe erfreulicherweise in vielen Fallen hier schon richtige Handhabung feststellen können — kein Ornat zü den Jugendleiern. Das ist aber nicht allein, was man fordern muß, auch die Zuschauer müssen verschwinden, die Kinder dürfen nicht das Gefühl haben, für die Erwachsenen ein erfreuliches Schauspiel darzubieten, sondern sie müssen, wenn diese Feiern überhaupt Sinn haben sollen, ganz aus sich und unbefangen ihr eigenes Erleben in der Freitagabend-Feier mitgestalteri können. Das werden aber viele nicht wagen, wenn dauernd Zuschauer in — vielleicht verstandlicher — Neugier dabei sind. Kann man denn die Kinder nicht verstehen, daß sie von jedem Zwang lüer frei sein und für ihro Äußerungen und Erzählungen von den zuhörenden Eltern, Onkeln, Tonten oder sonstigen Bekannten weder gelobt noch getadelt werden wollen? Ich weiß, es ist ein Opfer, das man von den Erwachsenen verlangt, nicht dabei zu sein. Dieses Opfer muß aber gebracht werden, und da es sich vielfach um Eltern und. Menschen handelt, che auf ihre Kinder und Zöglinge warten wollen, möge man gleichzeitig'mit den Jugendfeiern auch für die Erwachsenen in benachbarten Räumen Freitagabend- Feiern veranstalten, die in erster Linie der Belehrung über die Freitagabend-Gebräuche dienen sollen. Kann ein Synagogenverein beide Feiern 'geldlich nicht erschwingen, so mag er für die letztere Subvcntionsgolder fordern oder Unterstützungsgeldcr sammeln. Beides dürfte verhältnismäßig leicht sein. , Und nun noch ein Letztes. Für die Feiern gibt es eine Menge von Gestnltungsmöglichkciton. Das Singen und Lernen von Liedern, doB Erzählen und Vorlesen von Legenden, die Belehrung über jüdische Sitten, und Feiortaes-Gcbräucho. Bcnschen und Bcrochomnchcn kann in einem regelmäßig wiederkehrenden Turnus reihum gehtn, so, daß jeder mitmacht und jeder sich als Teil dc9 Ganzen fühlt. ■ _ Diese Freitagabend-Feiern sind in unserer Zeit wichtig, weil sie der erste Schritt dazu sind, manches jüdische Haus, in dem das Jüdische ein Positivum nicht mehr oder nur spärlich gewesen ist, wieder mit jüdischer Religiosität und jüdisch-religiösem Brauchtum zu erfüllen. Jede Freitagabend-Feier, die sich dann aus diesen Jügcndfcicrn spBtcr im Hause entwickeln soll und entwickeln wird, gibt vielen Menschen, die bedrückt in dieser Zeit stehen, Halt und Festigkeit. Werner Simon. Jugend veranstaltet Gottesdienft Berieht für die „Jüdische Allgemeine" Frankfurt a. M. Das Frankfurter jüdische Gemeindclebcn steht im Zeichen einer gesteigerten Aktivität zur Rückgewinnung der Jugend in die Synagogen. Zeitströmung und tiefgefühltes inneres Bedürfnis begegnen sich hier zusammen mit der außerordentlich regen und segensreichen Tätigkeit des neuen Jugendrabbiners Dr. Lcmlc und der bewahrten alten Mitarbeiter von den beiden liberalen Gemeindcsynagogen. Neben dem Oneg Schabbath, der eine wachsende Anzahl reifer Jugendlicher in beiden Synagogen am Sabbatvormittag zur gemeinsamen Arbeit und Aussprache erfaßt und dem vierwöchentlichen Jugendgottesdienst an Freitagabenden, die von 4- bis 500 Jugendlichen bereits besucht werden, tritt nun ganz im Sinne der in der Hauptversammlung der Religiös-liberalen Vereinigung im Seligsohnschcn Referat gegebenen Anregung — zunächst in der Wcstcndsynogoge, in kürzester Zeit auch in der Hauptsynngoge — am Sabbatnachmittag ein neuer Gottesdienst für die Jugendlichen, in der Hauptsache Kinder, der ausschließlich durch die Jugend veranstaltet wird. Der Minchah- und Maariw-Gottesdienst wird im engen Anschluß an den hergebrachten Ritus von Jugendlichen vorgetragen, verbunden mit der Toravorlesung, die ebenfalls ein Jugendlicher übernimmt. Zehn Knaben haben sich bereits zur Ausbildung bei den Vorbetern gemeldet, um die Funktionen bei diesem neuen Gottesdienst auszuüben, und es steht zu erwarten, daß hier die dringend notwendige Gewöhnung der Jugend an den allgemeinen Gottesdienst von frühester Kindheit an wirksam in die Wege geleitet wird. Wie sehr das Bedürfnis nach Mitwirkung beim Gottesdienst in der Jugend lebendig ist, , beweist auch der große Erfolg des hier seit über zwei Jahren bestehenden Jugendchores unter der bewährten Leitung des Organisten der Westend-Synagoge, Dr. Frank Rothschild, der jetzt über 100 Jugendliche umfaßt und an Freitagabenden mit Scmiroth und anderen. traditionellen Sabbatgesängen den Gottesdienst aufB Schönste ergänzt. Einweihung der „Esnoga" Da* heue Gotteshaus der Hamburger Portugiefifchen Gemeinde Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Hamburg. Die „Portugiesisch-Jüdische Gemeinde", die vor einigen Monaten ihr altes, in der MarcusBtraße gelegenes Gotteshaus an dio Deutsch-Israelitische Gemeinde zur Benutzung überlassen hatte, beging am 14. Marz die Einweihung ihrer neuen in der Innocentia-Straße 37 errichteten „Esnoga" (sephardiBcher Ausdruck für Synagoge). Der kleine, aber sehr stimmungsvolle Raum bietet ungefähr 100 Männern und 40 Frauen Platz. Nachdem der Chor den 122. Psalm intoniert hatte, begrüßte der Präses der Gemeinde, Frank Benjamin Luria, die anwesenden Vertreter der Deutsch-Israelitischen ' Gemeinde Hamburgs, der Nachbargemeinden Altona, Wandsbeck, des Synagogen- und Tempelverbandes, insbesondere aber den zur Feier aua Holland erschienenen Oberrabbiner Dr. S. Rodrigues Pereira von der sephardischen Gemeinde in Den Haag. Der Vorsitzende der Deutsch-Israelitischen Gemeinde, Rechtsanwalt Bernhard David, brachte die Glückwünsche der Schwestergemeinde dar. Dem Anzünden der ewigen Lampe folgte unter dem Chorgesang des 118. Psalms die feierliche Einbringung der Thorarollen, worauf von der Gemeinde der 29. Psalm rezitiert wurde. Hieran schloß sich eine Gedächtnisfeier für die verstorbenen Führer der Gemeinde. Dann hielt Oberrabbiner Dr. Pereira die Festansprache, der der Text „Offnet Euch ihr Tore, daß' einziehe der König der Ehre" zugrunde log. Darauf Betzte der Chor mit dem Psalm 24 ein. Kantor Herr Sarfati brachte einen Festgesang zu Gehör, dem das Abendgebet vorausging, und mit dem Gesang des 145. Psalms endete die erhebende Feier. Es soll noch bemerkt werden, daß dieses Gotteshaus die einzige portugiesische. Synagoge in Deutschland ist. ■ In einem Konzert des Tempelehoiea fesselte Oberkantor Karl Neumanri, Berlin, Beine Zuhörer durch die wirkungsvolle Wiedergobe liturgischer Gesänge. Frau Ilse Pola trug die Solopartie in einer Hyrnne für Chor und Sopran „Hör mein Bitten" von Mendelssohn vor; Wnlli Henschel und Korla Müller boten gleichfalls Gesänge von Mendelssohn. Der unter Leitung von Georg De HaaB vortrefflich geschulte Chor brachte Werke von Rossi, Lewandowski, Würfel und eine Keduscha des Oberkantors Komitzer zu Gehör, die den besten synagogolen Werken würdig an die Seite gestellt werden kann. An der. Or{*el war Hermann Cerini, der auch das Konzert mit einer Phantasie in' G-moU von Bach, meisterhaft gespielt, einleitete. Der „Israelitische HumanitäreFrauenverein" fab anläßlich seiner 42. Hauptversammlung Beinen Tätigkeitsbericht eraus. Das dem Verein gehörige Erholungsheim in Bad Segeberg ist von Mai bis Oktober 1934 von 235 Personen besucht worden. Die Mittelstandskücho des Vereins verabfolgte tätlich ungefähr 100 Portionen zum Preise von 30—40 Pfg. — Rabbiner Dr. Italien e r vom Tempelverbond hat eine. vierwöchige Reise nach Palästina angetreten. E. F. Duisburg. Hier verschied im Alter von beinahe 77 Jahren der Kaufmann Rudolf Alsberg. Der Verstorbene war eine der' markantesten Persönlichkeiten der Gemeinde, in deren Körperschaften er seit langen Jahren, mitarbeitete, zuletzt als Vorsitzender der Gemeindevertretung. Von warmem Interesse für alleB Jüdische erfüllt, durchdrungen von dem Gedanken eines lebendigen Judentums, dessen Entwicklung er freudig begrüßte, gehörte er zu den führenden Personen auf religiös-liberalem Gebiete. Sein Heimgong wird von allen Gemeindemitgliedern auf dos tiefste betrauert. Düsseldorf. Die Silberhochzeit des Rabbmcrehepaarcs Dr. Eschelbacher am vorletzten Sabbat wurdo zu einem Fest der ganzen Gemeinde. Hatto schon die Beteiligung am Festgottesdienst Zeugnis für' die - freudige Anteilnahme dor Gemeindemitslieder abgelegt, so kam dies in der nachfolgenden Morgenfeier der Gemeindeverwaltung und der Organisationen ebenso beredt zum Ausdruck wie in der persönlichen Anteilnahme aller Kreise. — Am 24. MBrz gibt hier Alexander Kipnis ein Gastspiel mit einem ausgewählten Arien-Liederprogramm. Essen (Ruhr). Am 26. März wird der Düsseldorfer ge-. mischte Synagogenchor unter der bewährten Leitung von Erwin Palm bei einem großen Gemeindeabend in Essen mitwirken. Damit ist ein wertvolles Stück künstlerischer Gemeinschaftsarbeit zwischen den beiden Nachbargemeinden gesichert. Frankfurt a. M. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde beschlossen, den Steuersatz der Kultussteuer für 1935/36 auf 27Vs% Zuschlag zu der Reichseinkommensteuer, gegebenenfalls bei Nichteinkommensteuerpflichtigen auf 33 o/o des Betrages der Reichsvermögenssteuer festzusetzen, außerdem ein gestaffeltes Gemeindegeld von 1,50 RM bis 100 RM pro Kopf zu erheben. Die wachsende Heranziehung der Gemeinde zu den Wohlfahrtslasten und den Kosten für Hilfe und Aufbau lassen trotz größter Sparsamkeit in allen Zweigen der Verwaltung und aufopfernder Tätigkeit der an sich der Zahl nach kaum zureichenden Gemeindebeamten' weitere Abstriche, als bereits vorgesehen, kaum möglich erscheinen. Schwindende Gememdemitgüederzahtl, <totkstöroffe in den Berliner Synagogen mit neuem Situs Freitag, 22. Marz. LindenBtraße (Weyl), Friedenstempel (Sänger): 6.30 Uhr. — Neue Synagoge. (Blumenthal), Lützowstraße (Salomenski) und Eosanenstraße (Swarsensky): 6 Uhr._ — Levetzowstraße (Drasch) und Schmargendorf: 7 Uhr. — Prinzregentenstraße (Gallincr): 7.15 Uhr. — LützowBtroße, Fasanenstraße und Friedenstempel: Jugendfeiern im Anschluß an den Hauptgottesdienst. , liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162: 7.15 Uhr (Goetz). — Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30 : 7.30 Uhr (Zimet). — Liberole Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 156: 7.30 Uhr (Adler). — Liberale. Synagoge Westend, Kaiserdamm 37: 7 Uhr (Kcllormann). — Liberale Synagoge Wedding-Reinickendorf, Exerzierstraße 13: 7.30 Uhr (Graf). — Jüdische ReligionBgemeinde Charlottenburg, Schulstraße 7: 6.30 Uhr' (Hamburger). Anschließend „Kiddusch der Jugend". — Jüdische Reformgemeinde, Logenhaus Kleiststraßo 10: 6.30 Uhr (Gottschalk). Sonnabend, 2 3. MBrz. Houptgottesdienst: 10 Uhr. — Frühgpttesdienst Lindenstraße, Levetzowstraße und Prinzregcntenstraße: 7.30 Uhr.; Liberale Synagoge Norden: Goetz. — Liberale Synagoge Osten: Zimet (Emsegnung). — Jüdische ReUgionsgcmcinde. Chorlottenburg: 9.30 Uhr. Sonntag, 24. MBrz. Jüdische Reformgemeinde, Johannisatraße 16: 10.30 Uhr (Koppel).

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