Jüdische allgemeine Zeitung
- Journal
- Jüdische allgemeine Zeitung
- Volume
- 15 (1935)
- Issue
- 11 (13.3.1935)
- Date
- 1935-03-13
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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stunde statt, bei der Rabbiner Dr. Albert Wolf, Dresden, die Festrede ballen wird: Außerdem sprechen Dr. Scheycr- Liegnitz und Rechtsanwalt Heinrich Stern, Berlin. Bei der Arbeitstagung am Nachmittag roferieren Rechtsanwalt Heinrich Stern und Franz Rosenthal - Breslau. Gleichzeitig erfolgt eine Zusammenkunft der jüngeren Gruppe des Bundes deutsch-jüdisch« Jugend, die von Günter FriedlBnder, Berlin, geleitet wird. AUS DEN GEMEINDEN Wohnungen ftatt Waifenhaus Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Breslau. , In der letzten, dffentlichen, Sitzimg der Breslauer Gemeindevertretung erfolgte die Einführung des in den Gemeindevorstand gewählten und von der Regierung bestätigten Dr. Theodor HosentBnl. Größeren Raum nahmen die Verhandlungen über den Ausbau der Östereicher-Stiftung ein. Die Gebrüder Ostcreichcr haben der Gemeinde ein größeres Kapital hinterlassen mit der Auflage, ein_ den Namen de,r Stifter tragendes Waisenhaus zu errichten. Mit Zustimmung des Aufsichtsrats und der damals noch lebenden Verwandten wurde beschlossen, da das in Breslau bestehende Waisenhaus vollauf genügt, eine W o h n u n g s s t i f - tüng zu errichten. Die Bank- und Geldkrise des Jahres 1931 durchkreuzte die damaligen Fiiumzierungspläne und die Angelegen- .heit blieb, seitdem liegen. Der Vorstand schlug nunmehr vor, zusammen 18 Wohnungen zu errichten. Dadurch soll einerseits dem notleidenden Handwerkerstand der Breslauer jüdischen Gemeinde Beschäftigung verschafft, andererseits der soziale Zweck der Ostereicher-Süftimg wenigstens teilweise verwirklicht werden. Die Stiftung soll, in erster Linie für kinderreiche Familien verwandt werden; auch werden die Mieten 20 Prozent unter dem üblichen . Niveau liegen. Ein Antrag Justizrat Peisers und Dr. Rosensteins, einen Betrag für die Herausgabe der jüdischen Geschichte Breslaus bereit zu Btellen, verfiel der Vertagung. Dieser Vorschlag wurde vor einiger Zeit zum ersten Mal anläßlich einer Mitglieder- Versammlung des Religiös-liberalen Vereins vorgebracht; hoffentlich gelingt es doch noch, ein solches Werk, das einem kulturellen Bedürfnis entspringt, herauszubringen. Gelegentlich des Verwaltungsberichtes des Finanzdezornenten der Jüdischen Breslauer Gemeinde wurde von dbermagistratsrat Dr. Guttman mitgeteilt, daß das vor einiger Zeit eingeführte Gemeinde eeld, daB von allen denjenigen gezahlt werden muß, die nicht zur Synagogensteuer herangezogen werden, im großen und ganzen den Erwartungen entsprochen hat. Auch im neuen Etat wird es nicht, entbehrt werden können, zumal mit erhöhten Aufwendungen der Gemeinde für die beiden jüdischen Schulen, die Reichsvertretung und den Landesverband sowie das hiesige jüdische Krankenhaus, das sich -in einer großen Notlage befindet, zu rechnen sein wird. Zur Vorbereitung des Etats wurde eine Kommission gewählt, der von den Liberalen zwei und von den übrigen Parteien je ein' Gemeindevertreter angehören. Anläßlich der Wiederkehr des 60. Todestages von Dr. Zacharias Frankel und des bevorstehenden 800. Geburtstages des Maimonides veranstaltete das Rabbiner-Seminar eine von Musik umrahmte Gedenkfeier, in der Seminar-Rabbiner Dr. Israel A. Rabin vor der überfüllten Seminar-Synagoge eine Gedenkrede hielt, in der er auf die Bedeutung Frankels, des Gründers des Brealauer jüdisch-theologischen Seminars, hinwies, und ein Bild der Persönlichkeit des Maimonides entwarf. R. Ti. zahlreich versammelten Zuhörer folgten den Ausführungen des Redners mit gespanntester Aufmerksamkeit. Die Feier wird am 26. Mfirz mit einem Vortrag von Rabbiner Dr. Max Wiener, Berlin, fortgesetzt. — In einem von der jüdischen Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft veranstalteten Konzert auf zwoi Klavieren brachten die Generalmusikdirektoren Roscnstock und Steinberg Kompositionen von Schumann, Busoni und Reger zu Gehör. Das wunderbare Zusammenspicl der beiden Künstler löste begeisterte Beifallskundgebungen des Publikums aus. — Die jüdische Haushaltungsschule der Berufsberatungsstclle der Gemeinde zeigt femeinsam mit dem Verband jüdischer Frauen für Palästina unter er Benennung: „Der jüdische Feiertagstisch" zur Zeit eine Ausstellung zu dem Zweck, weiteren jüdischen Kreisen vorzuführen, wie der Familicntisch dem Charakter der Feste angepaßt werden kann. E. F. Gelsenkirchen. Am letzten Roschhachodcsch feierte unsere Gemeinde das Fest des 50jährigen Bestehens der Synagoge. Nach einer Ansprache des Vorsitzenden der Gemeinde, Herrn Stamm, hielt Herr Rabb. Dr. Galliner die Festrede. Eine Feier am Sabbatabend, die durch den Synagogenchor verschönt wurde, beschloß den denkwürdigen Tag. Heinrich Stern in Mannheim .Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Mannheim. Mannheims jüdische religiös-liberale V ere'ihi Run g sah selten einen derart gefüllten Saal, wie nn dem Abend, da Rechtsanwalt Heinrich Stern, der. I. 'Vorsitzende der Religiös-Liberalen Vereinigungen Deutschlands, im großen Sani der August-Lamcy-Loge sprach. Nach einem musikalischen Vortrag eines aus den Herren Albert Levi, Bettauer und den Damen Auerbach und Oppenheim bestehenden Streichquartetts der Instrumentalgemcinschaft ergriff in Vertretung des leider erkrankten Jugend fammelt Bücher Bericht für die„Jüdische Allgemeine" Köm. Eine B ü e h e r s a m m I u n g , durch den Bund Deutsch- Jüdischer Jugend, die der kulturellen Not der rheinischen Kleingemeinden steuern' soll, wird zurzeit auf Betreihen des Landesverbandes Rheinland des 'C.V. durchgeführt. Es ist anzunehmen, daß diese durch die Jugendlichen begeistert aufgenommene Arbeit, bei all denen ein Echo findet, die in der Lag« sind, der geistigen Not unserer oft ganz auf sich angewiesenen Kleingemeindcn zu steuern. Das Beispiel verdient Nachahmung in anderen deutschen Landesteilen. Das Kölner „Gemeindeblatt" nimmt jetzt zu dem neuen jüdischen Schulprojekt Stellung und bezeichnet es als „das Projekt einer Schule' mit jüdisch-liberaler Grundholtung". Es behauptet,.daß „die. hinter dem Projekt stehenden Kreise ihren Rückhält), in einigen Persönlichkeiten der jüdisch-liberalen Bewegung" hatten und schreibt, „daß die Motive, die zur Entstehung des Planes geführt hatten, an sich verständlich seien, nachdem neben den öffentlichen Schulen nur die orthodox geführte Jawne als einzige, jüdische höhere Lehranstalt in Köln bestehe , und es mit Billigkeitsgründen zu vertreten wäre, daß genau so wie die Synagogengemeinde seit Jahren die Jawne subventioniert, auch die liberalen Kreise auf einen mindestens ebenso hohen Zuschuß aus dem Gemeindesäckel einen moralischen und rechtlichen Anspruch hatten." Der Artikel betont dann die großen Bedenken, die der Neugründung trotzdem in heutiger Zeit aus finanziellen Gründen .und aus sonstigen Konsequenzen entgegenstünden. Wir stellen hierzu fest, daß die religiös-liberale Ortsgruppe nicht Initiator des Planes ist, sich aber zur Besprechung dieser Materie bereitgestellt hatte, um die, Angelegenheit zu klären. Wir werden über den Stand der Angelegenheit weiter berichten. In der Kopenhagener Philharmonie findet demnächst die. Uraufführung der Sinfonie eines Kölner jüdischen Künstlers statt, der; als 22jänriger in den Konzerten dieses Orchesters mitwirkt und bereits als Komponist hervorgetreten ist. Werner GlaBer ist Schüler der Musikhochschule unter Abendroth gewesen und sollte bereits im Alier von kaum 20 Jahren Kapellmeister der Chemnitzer Oper werden. > Obwohl sich damals das gesamt« Personal des dortigen Orchesters um diese Anstellung bemühte, kam sie kurz vor Abschluß aus politischen Gründen nicht zustande, so daß der junge Künstler nach Kopenhagen übersiedelte. . Eine in einen besonders feierlichen Rahmen .gespannte Gedenkstunde für Maimonides bereitet die Synagogengemeinde Köln für Sonntag, den 14. April, vormittags 11 Uhr, im Großen Saal der BürgergeseNechaft' vor. Das Jüdische Lehrhaus der Gemeinde, dem im wesentlichen die Vorarbeiten übertragen wurden, hat es sich im laufenden Semester angelegen sein lassen, die Voraussetzungen zum Verständnis des Maimonides zu schaffen. Im Mittelpunkt der Feier wird der Maimonjdesfestvortrag des Präsidenten der Reichsvertretung der deutschen Juden, dea Herrn Rabbiners Dr. Leo Baeck, stehen. Die einleitenden ,Worte werden vom Vorsitzenden des Lehrhauses, Herrn .Gemeinderabbiner Dr. Kober, die. Schlußworte, von Herrn Gemeinderabbiner Dr.. Rosenthal gesprochen _ werden. Die Kölner jüdische Chorvereinigung unter Leitung ihres Dirigenten Kurt Heinemann wird die Feier musikalisch umrahmen. . - ersten Vorsitzenden Professor Dr. Billighcimer der zweite Vorsitzende Jos. Erlanger das Wort, um den Redner des Abends, den vornehmen und aufrechten Kämpfer, zn begrüßen, „Zum Aufbau des deutschen Judentums" war das aktuelle Thema, über das Heinrich Stern, von starkem Beifall begrüßt, Bprach. Wie er dabei u. a. ausführte, Bei man an den Aufbau herangegangen, weil man eine Verantwortung vor der Geschichte habe. Die Gemeinschaft des deutschen Judentums, ein historisches Faktum Von historischer Größe, könne aber nur aufrecht erhalten werden, wo sie gewachsen sei. Die Erscheinung der Gemeinschaft trat lebendig in dem Augenblick vor uns hin, in dem sie bedroht schien. Eines habe sich jedenfalls g*rado_ jetzt gezeigt: daß diese deutschen Juden und ihre jüdischen Gemeinden, von vielen vordem angefeindet, sich in dieser Zeit doch bewahrt haben als Kraftquelle jüdischen Lebens, jüdischen GemeinBchaftsempfindens und Handels. Was uns zusammenhält, so sagte Heinrich Stern in seinen packenden Ausführungen u. a., ist das, was unsere Vater „Ruach" genannt haben, jenen Geist, der Wind und Sturm zugleich ist. der über den Menschen kommt und das Verschüttete in iuib lebendig gemacht hat, jener Sturmwind, der uns aus der Peripherie zum Kern zusammengeblasen hat. Darum müssen wir und unsere Kinder umdenken, und, wie ja auch Heinrich SternB Broschüre heißt, mit dem inneren Aufbau, mit dem Religiösen „Ernst machen I". Es geht nicht an, daß wir vom Konservativismus das bequeme Denken und vom Liberalismus das bequeme Leben nehmen. Wir können frei sein, wenn wir wiBscn, daß wir für eine ewige Sache da sind. ... Nachdem sich der Beifall, der diesen' mitreißenden, wie ein Bekenntnis wirkenden Ausführungen folgte, gelegt hatte, _ brachte ein Doppelquartett des Synagogenchors eine neue individuelle Komposition Jos. Levis (Mannheim) eindrucksvoll zu Gehör. Es war ein bedeutsamer Abend, an dessen Schluß der Vorsitzende allen Mitwirkenden, vor allem aber Heinrich Stem für seine wegweisenden Ausführungen dankte. —nn. „Jude fein — jüdifch leben" Rabbiner Dr. Sänger im Religiös-liberalen Verein Die Bezirksgruppen Charlottenburg-Ost und Halensee des Religiös-liberalen Vereins hatten zu einem Vortrags-Abend in das Cafe Leon eingeladen. Den Mittelpunkt des Abends bildeten die Ausführungen von Rabbiner Dr. Hermann S fi n g e r über das Thema: Jude sein — jüdisch lebenl Jude sein ist das Gegebene, das jeder trägt; jüdisch leben ist das Aufgegebene, das jeder verwirklichen soll. . Die Welle des Bekennens, die die Menschen aufrüttelte, ist schon wieder glatt geworden, so daß Heinrich Stern sich getrieben sah, in diese Situation den Ruf: „Ernst machen!" hineinzuwerfen. Wob ist geschehen? — Das Erlebnis der Einsamkeit! Aber sie braucht nicht bloß Zusammenbruch des Alten bedeuten, sondern kann zur Schicksalsstunde werden, ein neuer Beginn. Denn zu allem Entdecken, Sichfinden, Sichentscheiden gehört Einsamkeit. All die Großen, Mose, Propheten u. a. m,, entschieden sich in der Einsamkeit Heut nun handelt es sich darum, aus der Einsamkeit herauszutreten, die Entscheidung zum Leben und fürs Leben zu treffen, in der Wirklichkeit des Lebens sich zu bewahren. Nicht nur jüdisch' fühlen, jüdisch denken, jüdisch lernen: Jüdisch lebenl Das bedeutet Bekenntnis zur Gemeinschaft! Nicht phrasenhafte. Diskussion über den Charakter dieser Gemeinschaft^-, Bondern^-das- In-sich-trägen der ganzen^. Geschichte, das Verbindungsgefühl mit der GeBomtgeschichte. Das bedeutet Treue zur Gemeinschaft, Bekenntnis zu den Sorgen der Gemeinschaft, zur Gesamtverantwortung des einen für den andern im täglichen Leben der Arbeit. Bekenntnis zur Gemeinschaft bedeutet auch Bekenntnis und Treue zur Eigenart der Gemeinschaft, dem Standpunkt, den wir in der Entwicklung unseres Jude-sein gewonnen haben. Diese Eigenart ist erst durch dos Leben der Diaspora geprägt, und das führt dahin, daß wir das „Golus" nicht als Negation, sondern-als ,. Bejahung auffassen, als das Element, in dem zuerst die Verlagerung vom Staatsvolk zum Gottesvolk vor sich ging,' indem das Judentum auf die Ebene trat, die allem - Zugriff einer weltlichen Macht entzogen ist. An dem überzeitlichen Wert der Bildung im Judentum heißt es festzuhalten, an dem, was das „Golus" in der Welt und uns besonders in Deutschland in den letzten 150 Jahren geschaffen hat. Denn heut besteht die Gefahr, daß wir die Weite unseres geistigen Horizontes verlieren. Daher entsteht für uns die Aufgabe, an die Vergangenheit und Gegenwart anzuknüpfen, den Blick offen zu halten für die Welt, uns nicht hineindrangen zu lassen in eine Verketzerung der Bildung überhaupt; wir sollten immer daran denken, daß wir das Volk der Bücher waren und bleiben müssen. Jüdisch leben bedeutet auch heute den Weg nach innen, und der führt zur tiefsten Religiosität: Jüdisch leben — religiös leben! Dos jüdische Jahr erleben wir als den Sieg über das Schicksal. Dieses religiöse Leben soll nicht aus dem Ressentiment geboren sein, aus dem Gefühl, daß das Schicksal uns besiegt hat, das schafft keine aufbauenden Kräfte; soll nicht romantische Orthodoxie sein, die nichts anderes bedeutet als Flucht aus der Zeit. Jüdisch-liberale Religiosität ist der Weg i n die Zeit und seine Aufgabe Bewährung in der Zeit, in dieser Zeit. „Ernst machen!" seine Parole. Daher seine wichtige Mission, neue Formen des religiösen Lebens zu suchen und zu schaffen, in denen sich der Sinn dieser Religiosität offenbaren und bewahren kann, und so Sabbat und Feiertage wiederzugewinnen. Der Weg dieser Religiosität ist die Wanderung uub der Masse heraus, in den kleinen Kreis, in die Familie, in das Haus; denn das religiöse Erlebnis wird nur dort wirksam, nicht in der Großstadtsynagoge, die oft nur die erste Station auf dem Wege vieler jüdischer Menschen ist. Hier erlebt der Liberalismus die Probe .auf seine Wirksamkeit, vielleicht auch einen Neubeginn. Noch nie war es so nötig, die ewigen Werte des Judentums auszusprechen in den Formen einer Gegenwart, deren Menschen ohne ihr Jüdisches nicht leben können. Dos Prinzip der Entwicklung der Formen, in denen sich der ewige Geist ausspricht, ist so alt wie das Prinzip der mündlichen Lehre; Gesinnung und Geist sind immer wieder stärker als die Fcu-m. Den Weg haben uns die Propheten, Hillel und auch der Chassidismus gezeigt. Jedes ecHte religiöse Erlebnis ist wirksam in der Gestaltung der lebendigen Form und strömt aus ihr heraus. Formen aber sind nötig, weil Form als Bindung an die Stelle flüchtiger Stimmung bleibende Atmosphäre setzt. Die Auffassung einer vergangenen Zeit ist Max Liebermanns Wort, daß man als Jude geboren wird und als Jude stirbt. Die Religiosität unserer Zeit will, daß zwischen dem „Jüdisch-geborenwerden" und dem „Jüdisch sterben" noch etwas steht, das Wichtigste: „Jüdisch leben" und das heißt: „Religiös leben!" und das heißt häufig „Leben" überhaupt. Der Eindruck der Ausführungen war groß. Die lebhafte Aussprache wandte sich im wesentlichen der praktischen Ausgestaltung der Sabbatfeier zu, die jetzt im Mittelpunkt des Interesses steht. Wahrend von jugendlicher Seite als wesentliches Ziel gefordert Wirde, die Jugend hier heranzubringen, wurde andererseits betont, wie dringend es sei, auch die Erwachsenen in die Sabbatfeier hüieinzubezichen. Vor dem Vortrag berichtete Herr Dr. Auerbach, der Vorsitzende der Ortsgruppe Halensee, über die Tagung des Gesamtvorstandes der Liberalen Vereinigung für Deutschland, der die Aufgab« zugefallen war, nicht bloß den theoretischen Unterbau des Liberalismus aufs neue zu prüfen und zu fundieren, sondern auch die praktischen Wege aufzuweisen, auf denen die Zukunftsaufgaben des religiösen Liberalismus erfüllt werden können. II. F. ■ Hamburg. Eine aus Anlaß des 800. Geburtstages des Maimonides von den hiesigen U.O.B.B.-Logen und der Franz-Rosenzweig- GedBchbüs-Stiftung unter dem Protektorat des Vorstandes der Deutsch-Israelitischen Gemeinde veranstaltete Gedenkfeier wurde mit einer Ansprache des Gemeinde-Vorsitzenden, Rechtsanwalt David eingeleitet. Prof. Dr. I. El bogen, Berlin, hielt einen Vortrag über das Thema „Lebensgeschichte und Umwelt". Die <$otksftfenfte Freitag, 15.Marz, Neue Synagoge (Prinz), Lützowstraße (Wiener) und Fasanenstraße (Salomonski): 6 Uhr. — Lindenstraße, Friedenstempel (Broich): 6.15 Uhr. -— Levetzowstraße (Saenger) und Schmargendorf:' 7 Uhr. — Prinzregentenstraße (Swarsensky): 7.15 Uhr. — Lützowstraße, Fasanenstraße und Friedenstempel: Jugendfeiern im Anschluß an den Hauptgottesdienst. Liberalo Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162i 7.15 Uhr fZimet). — Liberale Synagoge Osten,1 Kaiserstraße 30:. 7.30 Uhr (Konto rowaky). — Liberalo Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176: 7.30. Uhr' (Graf). — Liberal« Synagoge Westend, Kaiserdomm 78: 7 Uhr (Zucker). — Liberale Synagoge; Wedding- Reinickendorf, Persische Straße 13: 7.30 Uhr (Adler). — Jüdische Refqnngeweinde, Logenhaus Kleiststraße: .6.30 Uhr (Koppel). Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg, Schulsrr. 7: 6.15 Uhr. Sonnabend, 16. Marz. Hauptgottesdienst: 10 Uhr. FrübgotteBdienst: Lindenstraße, Levetzowstraße und Prinzregentenstraße: 7.30 Uhr. Liberale Synagoge Norden: Zimet. — Liberale Synagoge Osten: Goetz. — Jüdische. ReligionBgemeinde Charlottenburg: Rabb.-Kand. Hamburger. Sonntag, 17. März. Jüdische Reformgemeinde, Johannisstraße 16: 10.30 Uhr (Rosenthal). Montag, 18. MBrz. Pur im. In allen Synagogen abends 6.15 Ubr., —r Neue Synagoge: Warschauer. — Levetzowstraße: sensky. — Lützowstraße: Salomonski. — Prinzregentenstraße: Lewkowitz.— Lindenstraße: Blumehthal. — Friedenstempel: Swar- Wiener. — Fasanenstraße i Saenger. — Schmargendorf: Drasch. — Liberalo Synagoge Norden: 7.15 Ubr (Folkennerg). — Liberale , Synagoge Osten: 7.15 Uhr (Goetz). — Liberale Synagoge Nordost: 7.30 Uhr (Zimet). — Liberale Synagoge Westend: 7 Uhr Graf). — Liberale Synagoge Wedding-Reimckendorf: '7.30 Uhr 'Zucker). — Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg: 6.15 Uhr Ilabb.-Kond. Hamburger). ' , Dienstag, 19. Marz. Purim. Synagogen mit neuem Ritus: 7.30 Uhr. Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg, nachmittags 4 Uhr: Purim-Jugendleier (Rabb.-Kand. Hamburger). Feierfiunden Im Klubhaus des Jüdischen Frauenbundes sprach die junge Schriftstellerin Hilde Marx über das Thema „Allerlei Feierstunden". Die Zeit, so führte sio aus, erlaube eigentlich das Feiern nicht, aber cerade um so starker müsse i man es fordern, da sonst der Alltag kaum zu ertragen sei. Man müsse bei den Feierstunden unterscheiden, daß es Feierstunden des Einzelnen — das „Rendezvous mit Bich selbst" — und Feierstunden der Gemeinschaft gäbe. Die Feierstunde des Einzelnen könne überall herbeigeführt werden •— durch ein schönes Buch, durch das' Brausen des Windes in der •freien Natur usw. .—, nur das Eine Bei wichtig: sie müsse den Weg zur-Seele finden. Die Feierstunde' mit der Gemeinschaft, das Beisammensem mit der Familie, empfinde man heute wieder bIb höchste Verpflichtung und als Glück. Zur Feiermit einer großen Gemeinschaft, zu den großen jüdischen FeBttagen, müsse man vor allen Dingen Bereitschaft 'mitbringen zum Zusammenfeicmttollen mit anderen Menschen, ein aktiveB Beteiligtsein. Hilde Marx, die an diesem Abend als Vortragsrednerin debütierte, referierte nach Oberwindung der ersten Befangenheit lebendig und* sicher, 60 daß der zahlreiche Zuhörerkreis interessiert ihren Ausführungen folgte und zum Schluß'mit lebhaftem Beifall quittierte. R. Unbeschäftigte Lehrkräfte. Die' Schulabteilung der Reiohsvertretung der deutschen Juden, Charlottenburg 2, Kantstraße 158, hat in den letzten Wochen sämtlichen ihr als unbeschäftigt gemeldeten Lehrkräften einen Fragebogen zur geschickt Eine Anzahl der Bogen kam als unbestellbar zurück. Die Schulabteilung bittet daher alle unbeschäftigten bzw. nur in geringem Umfang beschäftigten Lehrkräfte, die von der Umfrage nicht erreicht wurden, um möglichst umgehende Mitteilung ihrer Adresse.