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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-03-06 · 10 (6.3.1935) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
10 (6.3.1935)
Date
1935-03-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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gfcben: Die Bünde, die in der Erhaltung jüdischer Substanz und. in der Arbeit in den zwei Jahren nach dem Umbruch an den „neuen" Juden eine nicht hoch genug einzuschätzende Arbeit leisteten, ohne Rücksicht auf die nur begrenzten Möglichkeiten, die ihnen zur Verfügung standen, sich rückhaltlos einsetzten, könnten sich das Wort Rosenzweiga-zu eigen machen: „Wef helfen will, muß sich sputen, sonst findet er den Patienten nicht mehr am Leben." Oder aber, es gelingt, in einem letzten Einsatz aller Kräfte die fast unüberwindbaren Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen, auch ohne Hilfe — und der Riß zwischen den ,GeIterationen, eben mühsam durch das gemeinsam Erlebte überbrückt, wird neu aufbrechen, unüberwindbar diesmal, weil er das Gestern und das Morgen trennt. Aus den Gemeinden Befuch in einer Kleinfigemeinde Der Vorßand forgt für Rühe — Am Grab Mofes Mofers — Der Sabbat der Jugend In der Neumark, hundertfünfzig Kilometer von der Hauptstadt, liegt Lipp ohne, eine kleine Stadt mit einer noch kleineren Gemeinde, einer KleinBtgemcinde, die nicht nur einige Merkwürdigkeiten bietet, sondern alle die Probleme anzeigt, mit denen heute Juden, die zerstreut leben, zu ringen haben. Der erste weg ist in die kleine, alte Synagoge. Ein schmuckloser FucWerkbou, innen weißgetünchte Wßnde, blaugestrichenc Decke mit weißem Sternchen. Einen großen Teil des Innenraums nimmt der Schulchan, der Tisch, ein, auf dem die Gesetzcsrollc zur Verlesung ausgebreitet wird. An den Wanden stehen Holzbankc, davor Stchstündcr, wio man sie nur selten in Norddeutschland findet; in Prag, in der Altneuschul, kann man sie sehen. In eine Fensternische ist die Heilige Lade eingebaut, einfach, aber doch erhaben, dem Charakter des Gotteshauses entsprechend, rechts davon, neben dem Stand des Vorbeters ein hölzerner Beschneidungsstuhl. An den Wänden einige Dokumente, militärische Auszeichnungen einiger Genieindemitglieder, alles aus dem vorigen Jahrhundert. An einer Seite noch eine Tafel, eine Stiftung eines Mitgliedes zur Zeit der Einweihung, 1791. Die ersten /Seilen sind mit der Zeit abgeblättert, gut zu lesen ist eine Würdigung für den Lahdesherrn Friedrich Wilhelm III. und die Unterschrift: Schau! Friedemann 1791. Halt, da mag doch etwas nicht stimmen! Und wenn man genau hinsieht, dann merkt man, daß die Farbe unter der arabischen Drei etwas anders schimmert als dos übrige Schild. Wie und wann das entstanden ist, weiß keiner zu sagen, jedenfalls hat 1791 noch der zweite Friedrich Wilhelm in Brandenburg-Preußen regiert, scheinbar wollte jemand in späterer Zeit seinem Nachfolger auch die Ehre gönnen. Auf der Empore der Frauen ein kleines Schild aus unseren Tagen: der Vorstand bedroht diejenigen mit Verweisung uus dom Gotteshause, die in der Synagoge zu laut sprechen oder lachen. Weit draußen auf einem Berg, abseits vom Wege, am Waldesrand, liegt der Friedhof. Dort soll eich vor langer Zeit einmal ein Selbstmörder erhängt hohen, damals — vor mehr als hundert Jahren — ist der Platz als jüdischer Gottesacker von der Stadtverwaltung erklärt worden. Es ist ein kleines Feld. Die Gemeinde wird nie allzu groß gewesen sein. Bis zum Jahre 1923 ist es hier Brauch gewesen, die Toten nach Geschlechtern getrennt zur ewigen Buhe zu betten. Da stehen nun die Reihen der einfachen Steine, manche versunken oder vom Sturm umgeworfen. Am Süßeren Hand liegen die Gräber der Kinder, dann die der jungen Mädchen, der Frauen und der Männer. Gleich am Anfang der Männerreihe ist «in vor einigen Jahren wiederentdecktes Grab eines zu seiner Zeit bekannten Mannes; es ist jetzt vom Vorsteher frisch gemacht worden. Moses Moser, ein Literat der Aufklfiningsepoche, der wie so viele seiner Zeit sich außerhalb - der jadischen Gemeinschaft stellte. Er war ein Freund Heinrich Heines und Ludwig Börnes und ist auch ihren Weg gegangen. Wie seine Zeit über ihn gedacht hat, zeigt die Inschrift auf der Rückseite des Grabsteines, die deutsch ist, in hebräischen Lettern: „Der, nur der'hat lange gelebt, tun dessen Tod die Guten erseufzen. Er erwählte sich der Edelsten Schmerz zum Erben. Moses Moser, geboren zu Lippehno am 29. Tag Sept. 1796, starb daselbst am 15. Tag August 1838 (— auf der Durchreise —■), betrauert von den Hinterbliebenen ab bester Sohn, liebevollster Bruder. Im Leben und Wissen gleich tüchtig und wirksam."" Zurück zu den Lebenden. Die Zeit hat einen engeren Zusammenschluß der jüdischen Menschen bewirkt. Man hat es auch fertig gebracht, für die wenigen Kinder und jungen Leute jeden Freitag abend so etwas wie einen Oneg Schabbat, eine Sabbatfeier, zu improvisieran. Die jungen Menschen treffen sich jedesmal bei einer, Familie, bo daß dem ganzen jüdischen Leben ein neuer Impuls gegeben wird. In den deutschen Kleingemeinden erlebt man am plastischsten den Umbruch, den die Zeit mit _dem deutschen Juden vorgenommen hat, man erlebt wieder jüdisch und besinnt sich darauf, ein jüdisches Leben zu leben. Es ist eine dringliche Aufgabe, diese jüdische Gemeinschaft weiter und stärker zu den jüdischen Idealen zu leiten und zu versuchen, sie zu vertiefen, daß die jüdischen Menschen den Stürmen der Zeit standhalten. Heinzwerner Goldstein. Heinrich Stern fprkht Bericht für die „J ü d isch c. AI 1 ge meine" Karlsruhe i. B. An jüdischen Veranstaltungen jeder Art, jeder Richtung und Weltanschauung ist auch in Karlsruhe in den letzten Monaten wahrhaftig kein Mangel gewesen, vielleicht sogar war im beBtcn Wollen oft der Bogen etwas überspannt. Aber man hätte Jedem Mitglied der Gemeinde gewünsent, zugegen zu sein, als Icchteanwalt Heinrich Stern, der Vorsitzende der Vereinigung für dos religiös-liberale Judentum, auf Einladung der Karlsruher Ortsgruppe über den „Wiederaufbau des deutschen Judentums" sprach. 'Es ist leider ein schlechter Scherz der Korncvalszeit, daß der vielen Veranstaltungen wegen kein Saal für den Vortrag aufzutreiben war und daß daher nur ein beschränkter Kreis von Gästen in die Loge eingeladen werden konnte. Jedes Mitglied der Gemeinde, wie gesagt, hätte zugegen sein sollen, gleich, welche Anschauung der Einzelne sonst in jüdischen Dingen vertritt. Nicht nur darum, weil hier die Phrase beiseitegeräumt wurde, der religiöse Liberalismus habe „abgewirtschaftet", — dieses Argument gehört sowieso nur dem politischen Kampf, nicht der geistigen Auseinandersetzung an. Der religiöse Liberalismus ist so lebenskräftig wie je und ist gewillt und in der Lage, diese seine Kraft heute und an den Aufgaben der Zeit zu erweisen. Das aber war nicht das Entscheidende, weil es den meisten der Anwesenden eine Selbstverständlichkeit sein müßte. Neu aber und anders unu" darum von so unendlicher Wirksamkeit war die religiösc^Untcrbauung unseres Tuns und unseres Lebens. Da erklangen mohnendtf und beschwörende Töne, wie man sie nur in der Synagoge zu hören gewohnt ist, und die doch unser ganzes Leben begleiten sollen, begleiten müssen, wenn es unser Glaube ist, daß die Religion, die Lehre allein Grundlage unseres Seins ist und bleiben muß. Zum „ErnBt machen", wie es in seiner Broschüre heißt, forderte Rechtsanwalt Stern seine Freunde auf: ein Leben der Gemeinschaft und der religiösen Haltung müßten sie ihren Kindern vorleben, damit die einmal die Form des Seins einen Inhalt geben könnten, um nicht hilflos und preisgegeben zu sein, wenn äußere Angriffe die Existenz zu erschüttern drohen. Der Vortrag erwuchs aus religiösem Liberalismus, aus einer Richtung also, die zu wesentlichem Teil Vertreterin deutschjüdischer Hältung iBt. Aber" er wuchs über die traditionellen Gegensätze: deutschjfldisch — zionistisch weit hinaus und gab wichtige und unübersehbare Lebens- und Denkgrundlagen. Reicher Beifall dankte Heinrich Stern. Im Rahmen eines, wie gesagt, überreichen Winterprogramms, in dem Vorträge von Rechtsanwalt Callmnnn, dem stellvertretenden Vorsitzenden des C.V., und Dr. Hans Reichmann, von Ernst Simon und Rabbiner Prinz neben Konzert- und Vortragsabenden von Kipm's, der Lipinskaja, Stefan Frenkels und des Frankfurter Kulturbund-Orchesters, standen, bleibt dieser Vortrag eine der wesentlichsten und anregendsten Erscheinungen. H. S. Köln, Der < Dichter des RomanB „Der Weg ohne Ende", Gereon Stern, wird voraussichtlich am 20. März in Köln für die Rhcinlondloge und dos jüdische Lehrhaus einen Vortrag über das Thema „Brauchoowir religiöse Formen?" halten. Dem Dichter, dessen Buch den deutschen Juden heute so viel zu sagen hatte, bringt man besonderes Interesse entgegen, wenn er zu einem religiösen Thema spricht, das gleichfalls in unseren Tagen die Gemüter beherrscht. — Es verlautet, daß eino größere Zahl jüdisch-liberaler Eltern die Errichtung einer neuen jüdischen Schule mit gehobenen Lehrzielcn (Mittelschule, höhere Schule) propagiert. Stettin. Die hiesige Chewra Kadischah feierte ihr traditionelles Fest diesmal .in größerem Rahmen, weil es galt, gleichzeitig eine Abschiedsfeier für den Rabbiner der Gemeinde, Dr. Elk, der noch Palästina übersiedelt, zu veranstalten. An der sehr stark besuchten Veranstaltung nahmen der Vorsitzende dei»' Gemeinde, Vertreter der jüdischen Organisationen und viele Gemeindemitglieder teil. Nach einem Lichtbildervortrag über alte Friedhöfe und Grabdenkmäler hielt Rabbiner Dr. Elk die Festrede, in der er auf den hohen Wert der Leistungen einer Chewra Kadischah hinwies und es als die Pflicht jedes erwachsenen Juden bezeichnete, an ihren Aufgaben teilzunehmen. <Öottfstiicnftt in den Berliner Synagogen mit neuem Ritus Freitag 8. März. Lindenstraße (Lublincr), Friedenstempel (Warschauer), Neue Synagoge (Blumcnthal), Lützowstraße (Salomonski) und FuBuncnstraßc (Swarscnsky): 6 Uhr. — Lcvetzowstraße (Lewkowitz) und Schmargendorf: 7 Uhr. — Prinzregentenstraße (Wiener): 7.15 Uhr. — Lützowstraße, FasnnenBtraße und Friedensfempe): Jugendfeiern im Anschluß on den Hauptgottesdienst. , Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee-162: 7.15 Uhr (Graf). — Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30: 7.30 Uhr (Brosch). — Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176: 7.30 Uhr (van der Zyl). Anschließend Jugendfeier; Leitung: Dr. van der Zyl. — Liberale Synagoge Westend, Kaiserdamm 78: 7 Uhr (Plaut). — Liberale Synagoge Wedding-Rcinickendorf, Persische Straße 13: 7.30 Uhr (Goctz). — Jüdische Reformgemeinde, Joachimsthaler Straße 13: 6.30 Uhr (Rosenthal). — Jüdische Rcligionsgemcindc Charlottenburg, Schulstraße 7: 6 Uhr. Sonnabend, 9. März. .Hauptgottesdienst 10 Uhr. — Lindenstraße (Vogelstein). — Frühgottesdienst Lindenstraße, Lcvetzowstraße und Prinzregentenstraße: 7.30 Uhr. Liberale Synagoge Norden: Graf. — Liberale Synagoge OBtcn: Brosen. — Jüdische Religionsgemeinde Charlottenburg: 9.30 Uhr (Hamburger). Sonntag, 10. März. Jüdische Reformgemeinde, Johannisstraße 16: 10.30 Uhr (Gottschalk). 25-jähriges Dicnfijubiläum Herr J. Rosenthal, Berlin, Grellstraße 54, begeht am 7. März sein 25jlihriges Dienstjubiläum als Reviergärtner bei der Gärtnerei-Inspektion der Jüdischen Gemeinde in Weißensee. Herr Rosenthal gehört dem Vorstand der Bezirksgruppe Nordosten des Liberalen Vereins seit ihrer Begründung an und nut den Arbeiten und Bestrebungen des Vereins stets dos regste Interesse entgegengebracht. Zu seinem Ehrentage spricht ihm der Liberale Verein rar die Angelegenheiten der jadischen Gemeinde zu Berlin E. V. die herzlichsten Glückwünsche^' aus und wünscht ihm für die Zukunft ■ weitere segensreiche Tätigkeit in seinem Berufe und im Interesse unserer Bewegung. Goldono Hochiolt. Am 19. Mörz feiert dor Lehrer Moritz H o. p p , der jetzt in Krturt, neiohardBtroCo '27, wohnt, dos Fest der gc-ldenon Hochzeit. Hupp war früher in Plösohod in der Provinz Faiea 10 Jahre lang an dor Doutsöhoü Bürgerschule' lind der ■ jüdischen- Sohulo tätig. In der Gomoindo hat er durch eeino Bynagogalea. Gesänge jederzeit zu einer. würdigen Andacht beigetragen.v ' . Neue Kurse der „ORT"-Gesellschaft in Litauen und Polen. Die guten Erfolge, die die fachlichen 'Ausbildungskurse für jüdische Jugendliche aus Deutschland' bei den „ORT"-Anstalten in Ost-Europa im Laufe der letzten eineinhalb Jahre gezeitigt haben, ' veranlassen die „ORT"-GeselIschaft, Abt. Deutschland, weitere nachstehend aufgeführte Kurse ' einzurichten: 1; ' einen' zweiten landwirtechaffliehen Kursus in Litauen, Beginn im' März, Dauer ein Jahr, Kosten 3QiRM. monatlich; 2. eineh'zweiten Misc.hi.n^ensch'loflserku'r^sus in Kaunas (Litauen), Beginn am 1/ Mai, Qauer' eineinhalb Jahre, Kosten ca. 40 RMmonatlich', 3. einen Ti'schlerkursüsrin Wilna (Polen), Beginn im April, Dauer eineinhalb Jahre, Kosten ca. '40 BM. monatlich. Breslau. Um die jüdischen Schwerhörigen in Schlesien ihrer Zurückgezogenheit zu entreißen und sie vor Vereinsamung zu bewahren, hat der „Rci ohaverband israelitischer Schwerhöriger (Risch) E. V." in Berlin, Frau Lotte Schwarz in ßreslau beauftragt, eine Bchlesische Ortsgruppe zu bilden. Die Ortsgruppe bezweckt den Zusammenschluß der jüdischen Schwerhörigen, Beratung, verbilligte Beschaffung guter Hörgerate und Vorträge auf allen Kunst- und Wissensgebieten,; denen mit einem Vieltioreralle Schwerhörigen folgen können. Die Gründungsversammlung hat am Montag im Gemeindehaus stattgefunden. Dortmund. In der hiesigen Ortsgruppe der Vereinigung für das religiös-liberale Judentum sprach Dr. Alfred Kahn über das Thema „Jüdischer Gemeinschaftsgeis t". Aus der jüdischen Geschichte von Mose bis zur Gegenwart gab'Dr. Kahn wertvolle Beispiele wahren Gemeinschaftsgeistes. Er hob dabei besonders die Persönlichkeiten Mose, Esra, Mendelssohn und Rießer hervor und stellte in lebendigster Form die Situation dar, wie die Liebe von dem einen zum andern bei der Verbannung aus Spanien und bei den Verfolgungen in Frankfurt und Prag zum Ausdruck kam. Er behandelt« ausführlich die gcmeinschaftshildenden Gedanken und Einrichtungen, wie sie der Sabbat, das Erlaß- und Jobeljahr zum Ziel hat, und wies auf den "sozialen Gerechtigkeitssinn hin, der für die mosaischen Bestimmungen maßgebend ist. Die Pflicht, für die Gemeinschaft, in der wir leben, auch das Blut hinzugeben, wurde bis in die Neuzeit, insbesondere im Weltkrieg, von unseren Glaubensgenossen erfüllt. Auch die heutige Judenheit muß beweisen, daß das Gemeinschaftsgefühl nicht Theorie bleibe, sondern von ihr verwirklicht werde. Reicher Beifall lohnte den Redner für seine zu Herzen gehenden Worte. — Vorher ergriff der Vorsitzende der Ortsgruppe, Rabbiner Dr. Appel, das Wort, um Über die Hauptversammlung der Vereinigung in Berlin Bericht zu geben. Innerhalb der deutschen Judenheit muß der religiös-geistige Gedanke wieder einen überragenden Platz einnehmen. Als das wichtigste Mittel dieser Betätigung wird die Gestaltung des Sabbats anerkannt fern von allem Dogmatischen und aller gesetzlichen Kasuistik. Da ein genauer Bericht über die Veranstaltung schon in allen Zeitungen zu lesen war, beschränkte Bich der Vorsitzende auf die Wiedergabe eines allgemeinen Stimmungsbildes. Im Monat März soll ein Kursus zum Verständnis der Freitagabend- und Sedcrfcier eingerichtet werden. Hamburg. Das Repräsentanten-Kollegium der Deutsch-Israelitischen Gemeinde bestätigte in zweiter Lesung, mit der satzungsgemäß erforderlichen Zweidrittelmehrheit, bei Stimmenthaltung der jüdischen (zionistischen) Volkspartci, den im Januar gefaßten Beschluß, seine Amtsdauer ura zwei Jahre zu verlängern'. Auch der Antrag, die ETgänzungswahlen zum Vorstand auf ein bzw. zwei Jahre auszusetzen, wurde gegen die Stimmen der Volkspartei, angenommen. — Die „Jüdische Gesellschaft für Kunst und Wissenschaft" brachte ein Konzert des unter Leitung von Generalmusikdirektor Rosenstock stehenden Orchesters des Kulturbundes Deutscher Juden1, Berlin. Die Wiedergabe der D-dur-Symphonie von Haydn, der Mozart-Serenade für zwei Streichorchester und der 7. Symphonie Beethovens lösten einen Sturm der Begeisterung aus. Auch ein Solisten-Konzert war ein Erfolg. Besonders zeichnete sich, der Pianist Abramowitsch durch seine künstlerischen Leistungen aus. -Einen großen künstlerischen Genuß vermittelte auch die Violinvirtuosin Hertha Kahn. E. F. m? W#? Kfinstlerhltte der jüdischen Gemeinde. Donnerstag 7. März 1935, abends 8.30 Uhr, Vortragssaal, Cafä Leon, Eurfürsteiidamm 155/156. Marion Koegel, Lieder dller Länder. Musikalische Bearbeitung und Begleitung: Werner Seplig-Bass. Kino Gefftllenen-Godeok/eier veranstaltet der Reichsband jüdischer Frontsoldaten unetr dem Motto ,.Stunde des Gedenkens" am Sonntag, den 10. Marz, 11.15 Uhr vormittags In der Singakademie zugunsten der jüdisohen Kriegsopfer. Der Leiter der Kriegsopferabteilung dos R}F, Oberlondesgeriohtsrat a. D« Dr. Roaenthal, wird die Feierstunde einleiten; oine Reihe hervorragender künstlerischer Kräfte hat sich in den Dienst der Sache gestellt; die Gedenkrede halt Rabbiner Dr. Salomonski. Llberalo Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176. Gemeindeabend Dienstag, den 12. März» 20 Uhr. Dr. Gottaohalk spricht über Freud und Leid der Juden Deutschlands im Mittelalter". Eintrittskarten unentgeltlich bei Metz, Stahlheimor Straße 4. „Freudo Im Winter." Sonnabend, 16. März, 20 Uhr: Konzert im Friedenstempal. Mitw. Manja Barkan, Greta Friedmann, Annie Roeselor, Max Koninski, Hermann Schwarz. Es sprechen: Direktor Heinrich Stahl und Max Gundersheim, Leiter der Abt. Winterhilfe des Jüdischen Wohlfahrts- und Jugendamts. Kulturbund ttheln-Ruhr. Zu Liebermanns Gedächtnis. Vortrag mit LiohtWldern von Dr. Max ÜBborn: Köln: 7.( 9. und 11. März, 20.15 Uhr, Hheinlandloge; Essen; 10. März, 20.30 Uhr, Jugendheim; Duisburg: 12. März, 20.30 Uhr, Thcodor-Lauter-Hans; Krefeld: 13. März, 20.30 Uhr, Stadthalle; Wuppertal: 14. März, 20.30 Uhr, Stadthalle. — Ciaire Feldern: Duisburg: 7. und 9. März, Theodor-Lauter-Haus; Dortmund: 10, und 11. März, Gemeindehaus. cRu^deu3umiä^M Hannover. Im Mittelpunkt einer Morgenfeier, die im Parkhaus stattfand,' stand" die Obergabe der „Kriegsbriefe gefallener Deutscher Juden" an die jüdische Öffentlichkeit. Nach dem Einzug der dem RjF 'angeschlossenen Sport- und Jugendbünde erklang die Ouvertüre zu ,jEgmont". Der Begrüßungsansprache des Ortsgruppenleiters Erich Glaser folgte die Rede des Herrn Landrabomers Dr. Freund, der, vor der Weihe des neuen Büadcsbannera auf die Symbole B.JF hinwies; H die Treue zum Reich, 3 die Liebe zum Judentum, F FronfgciBt und MahniinK'zii kameradschaftlichem Zusammenstehen. Während alles sich erhob, ■ fiel. die Hülle. . Die'Festrede hielt Buiidesgcschaftsf ührer Dr. Frsenkel, Berlin, der sich eingehend mjt dem. idealen Geist' befaßte, -der dem Leeer -aus "den, Kriegsbriefen entgegehweht. Mit' dem\ Ausmarsch , der Fahnen unil Bünde schloß die erhebende Feier. Es verlobten sieh: Dr. med. Walther Cohen (Bremen) mit Frl. Paula Heilbronn (Achim). — Herr Heinz Revy mit Frl. Eva Frankel (Berlin). — Herr Justin Halle (Darmstodt) mit Frl. Bianca Katzenstein (Frankfurt a. M.V — Herr Edouard Ccrf (Straßburg) mit Frl. Lotte Steiner (Fürth i. B.). — Herr Stefan Sepselon mit Frl. Kiite Frank (Halle a. d. SX —Herr Siegfried Königshöfer (Haiherstadt), mit Frl. Rosel Adler (Burghaun). — Herr Siegfried Adler. (Berlin) mit Frl. Lotti Höxter (Frankfurt o. M.). — Herr Georg Feldmann (Oppeln) mit Frl. Eva Calmann (Rutibor). Es vermählten sich: Herr Erich Knurr und Frau Melanie geb. Nußbaum (Aurich/Ostfrsld.). — Herr Karl H. Frcudenthal und Frau Rosel geb. Adam (Berlin). —• Herr Julius Loewenstein und Frau LouiBelotte geb. Sommer (München). — Herr Hanns Neulaender und Frau Erna" geb. Knoche (Hindcnburg i. O.S.). — Herr Jacques Finkenstein und Frau RoBemarie geb. Tausaig (Berlin). — Herr Max Grttnhut und Frau Lucio geb. Roscnthal (Cham/Obpf.). ■ 1 Ein Sohn wurde geboren: Herrn ErnBt Mohr und Frau Gusty geb. Midas (Fürth). — Herrn Emil Hamburger und Frau Hilde geb. Plaut (Nürnberg). — Herrn Felix Krautkopf und Frau Anno geb. Baum (Stuttgart). —■ Herrn Leo Lehmann und Frau ^Eva geb. BÜtow (Scnsburg/Ostpr.).' Es stürben : Frau Rosa GoIdstaub (Berlin). — Herr Jakob Hülsen (Brieg). — Herr David Rcgensburger (Aschersleben). — Herr Max Roos (Bad Schwalbach). -4- Herr Eduard Meyer (Glogau). — Herr Enslein Weikersheimer (Würzburg). — Dr. med. Josef Strauß (Krefeld).1 — cand. med. Werner :Gerhafd, Springer (Stettin). — Herr Hugo Oppenheilher (Coesfeld). — ■ Sanitatsrat Dr. Julius Grünberg; (Breslau). — Frau' Berta Weiskopf (Cham/ Bayern). — Frau Malwine Hildesheimer (Speyer). — Frau Rosa Miodowuik (Leobschütz O. S.V '— Herr -Moritz FrankenBtein (Essen),'— Frau Jenny Liebcnthol (Halberstadt), -r- Herr Arnold Stühler (Hammelbiirg). — Herr Moritz Kozminski (Bublitz/Pomm.).

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