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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-02-27 · 9 (27.2.1935) · page 4

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
9 (27.2.1935)
Date
1935-02-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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( Aus den Gemeinden Steuerherabfetzung in Köln Brief für die „JDd'ische Allgemeine" Köln, Die heute ungewöhnlicho Tafsooho, daß dor Vorstand der Synagogcngemeindo unter der umsichtigen Leitung dcB Gemeindevorsitzenden, Konaul Bcndix, der .Repräsentanz eine Herabsetzung der Steuerquote vorschlagen konnte, führte zu einer Enbloc-Annahmo des GcmeindcctatB. Statt 30 o/o wie im abgelaufenen Jahr worden im neuen Stcuefabschnitt 25 o/o der Einkommens-, bzw. Vermögenssteuer erhoben. Dies ist um so wichtiger als die Vermögensverwaltung der Gemeinde eine Erhöhung im Etat erfordert, was bei der Bteta abnehmenden Steuorkraft nicht ohne Sorge für die Zukunft ist. Starke Anforderungen stellen Preußischer Landesverband und Reichsvertretung, zusammen ca. 50000 Mark. ,• Dio Gemeinde Köln verlor, wie aus dem Vcrwoltungsbericht des Konsuls Bendix noch hervorgeht,' nach Verrechnung ' der Rückwanderer 637.Personen durch Abwanderung (1933: 1649). Dio Geburten ■ betrugen nur 58 (kaum '/s. bis1/* früherer Jahrgängol), .Storbefällc 165 (darunter 8 durch Freitod, so daß eine weitere\"Abnahme .von 107 Personen eintritt.' (1933: 127).- — Austritte, erfolgten 34, Wiedereintritte in die Gemeinde': 14,'. Ähnahme hieraus: 20 (1933 : 55). Die Synagogcngemehide . zahlte'finde' Oktober: 7^634 männliche,'7923 weibliche Personen 15 557 Mitglieder, deren Zusammensetzung stark flberqltert ist — Der Voranschlag für 1935 erfordert S70000 Mk„ durch'Steuern werden 475 000, Mark umgelegt. — Herr Amts^ gorichtsrut .May machte Vorschlage, die. Organisation des Wohlfahrtsamtes' auf ptfoditktiyoHilfe umzustellen. . -'Der Kulturbund Rhein-Ruhr hat seinen Arbeitsplan für ^än Monat Marz' fertiggestellt'. Zur Aufführung gelangt in allen'Süldfen des Bezirkes Shakespeares'„Was Ihr wollt". Außerdem-.spriclit Dr. Max' Osbornüber Liebcrmann und sein Werk. Iii'Dortmund und Duisburg findet außerdem ein Kleinmusikabend mit ClBre Veitern statt. ■ ■''Ja der? 'Vereinigung Jüdisches Lehrhous sprach Dr.. iMartin -Fr ied 1 and , dor :Köbier Muaikgclehrte und langjährige .'Musikkritiker am „Kölner Tageblatt" in zwei Vortragen über die geistigen und künstlerischen Beziehungen jüdischer Menschen'zu den großen Meistern der deutschen Musik, wobei es-dem Redner darauf ankam, zu zeigen, wie tief. und innig jüdische Menschen und jüdische Geistigkeit mit dem Geiste der deutschen Musik und ihren Meistern verbunden waren, wie sie fördernd, anregend und werbend in ihn eingegriffen haben, und solcher Art zu Missionaren deutscher Tonkunst geworden sind. Dr. -Friedland unterschied zwischen jüdischen Künstlern als Virtuosen, Spielern und Dirigenten deutscher Musik, also als Propagandisten, jüdischen Menschen als Deuter; Erklarer, Werber und Förderer durch Wort und Schrift, als geistige Propagandisten, und drittens jüdischen Menschen als persönliche Freunde und Förderer oder als Mäzene. Im weiteren Verlauf seiner tief fundierten Ausführungen gab der Redner sodann eine tiberschau über diese lange' Gestaltehrelhe jüdischer Manner, beginnend mit Da Ponte, dem lüdisch geborenen Lihrettisten Mozarts, über Moscheles, den Verfasser des ersten Fidelio-Kldvicrauszuges, zur romantischen und nachromantischen Stilepoche (Ad. Beruh. Marx, Mendelssohn, Ford. David, Ferd. Hiller, Jos. Joachim). In seinem zweiten Vortrage befaßte sich Dr. Friedland besonders mit den Beziehungen Richard Wagners zu jüdischen Freunden und Aposteln (Porges, Levy, Tausig, Jos. Rubinstein) und zeigte auch hier die tieferen psychologischen Untergründe, warum sich gerade außerordentlich viele jüdische Menschen für das; Werk und, die reformatorischen Ideen des Bayreuther Meisters begeisterten. Der Vortragende erntete reichen Beifall der Kunsrgcmeindc. Bonn. Die Generalversammlung der Chewroh-Ginillus Chassodim wählte den bisherigen Vorstand, an, seiner Spitze Herrn Leopold Coßmann, weder und ergänzte ihn durch die Zuwahl des neuen Seelsorgers Rabbiner Dr. Seligsohn. Am 3. Marz ist eine schlichte Gedenkfeier für die Verstorbenen vorgesehen; dem gemeinsamen Besuch der Gräber soll ein Gedenkgottesdienst vorausgehen. Dresden. Unmittelbar vor Antritt einer Reise nach dem Süden verstarb hier Professor Eugen Galewskv, ein nicht nur wegen seiner Menschenfreundlichkeit außerordentlich populärer, sondern auch in der wissenschaftlichen Welt anerkannter Arzt. Er ist 71 Jahre alt geworden. — Zu recht glücklichem Musizieren verbanden sich Grete Anschcl - Hofstein, und Walter Goldmann, denen sich all besondere Zugkraft nach dem großen Erfolg ihres hiesigen Erstauftretens Paula Lindberg zugesellte. Das reiche Programm umfaßte Werke von Mozart, Haydn, Reger, Scott, Joh. Strauß und trug sowohl.den heimischen Pianisten wie auch der Sängerin neue Ehrungen in Fülle ein. — So verdienstvoll ca.von der „Künstlerhilfe" war, dem Andenken Gustav Mahlers zu huldigen, so war doch vorauszusehen, daß die an sich ansprechenden Ausführungen von Dr. Anneliese' Landau (mit Ausmalungen durch Fritz Lechncr und Wolfgang Ros6) einen intimeren Rahmen erforderten. Gleiwitz. Neben den künstlerischen Veranstaltungen zeigt man 1 hier auch ein reges Interesse für Bildungskurse. Rabbiner Dr. Ochs, i der vor kurzem cmcn'LchrkursuB.übcr „Kohelet" beendete, spricht '■■ nun* über den Gottesbegriff' bei Maimonides (im Auftrage des : Vereins ziir - Fördorung des Judentums) und-- kommentiert "all- ' •wöchentlich Stellen aus der Bibel (für weibliche Zuhörer). Der Synagogen-Gemeindenverband der Provinz Oberschlesicn hielt nach einer Pause von bald vier Jahren in 'Reuthen. seine 35. Mitgliederversammlung ab.; Der Vorsitzende, Justizrat Arthur Kochmann, Gleiwitz, erstattete Bericht über dio 1 Tätigkeit des Vorstarides, wobei er insbesondere die Leistungen des im Juni 1933 gebildeten Aktionsausschusses für die , Rechts- < Stellung der Juden des ehemaligen oberschlesischcn Abstimmungsgebietes hervorhob-und ferner die Schaffung emer Bczirksdarlchnskasse, die Mitarbeit des Verbandes an dem Werk, des „Kulturbundcä Deutscher. Juden" in Oberschicsien, die "kulturelle Be- : treuung der Kleingcmcinden und ihre Subventdonicrung zu Zwecken .- der religiösen Erziehung würdigte. .—■ In den Vorstand traten i anstelle von Justizrat Lewinsky (Neiße) und anstelle des. ver-, storbenen Kommorziehrats Pinkus (Neustadt) Dr. Fritz Bloch und Dr. Adolf Wolf ein; im übrigen blieb die alte Zusammensetzung. — Zum Interessantesten der Tagung gehörten die Ausführungen von R. A. Weißmann (Beuthen) über die aufopferungsvolle Arbeit des Aktionsausschusses, dem außer dem Referenten uhd dem Vorsitzenden noch .Rabbiner Professor Golinski, , Salo Guttmänri (Beuthen) und R.' A. Lüstig (Gleiwitz) angehören. -Die zur Ortsgruppe Gleiwitz gehörende Untergruppe des RjF, Peiskretscham, vollzog die feierliche Einweihung der Heldeng'edehktuf el .ünd^ihre Übergabe in,,die Obhüt der'Gemeindc Pdskretscham. , . : _ . . ,'..'•; \ •, .-, ',",. Hamburg. , Als letzter Redner des in diesem Winter im Tempel stattgefundenen Vortragszyklus sprach Professor Martin Buber über das Thema;,Das Lied der,Geschichte- und der Trost des Glaubens". Dem Vortrag voraus ging ein Gesang des Oberkantors Kornitzer, der mit vollendeter Kunst den von ihm vertonten 124; Psalm - in der -Bubersch.cn Ubersetzung zu Gehör brachte und hierbei wieder einen Beweis seines hervorragenden kompositorischen Könnens gab, Ein Gesang, des Tempelchors beendete die eindrucksvolle Veranstaltung. E. F. Hannover. Hier ist im 76. Lebensjahr:dio Gattin des früheren langjährigen' Gemeindevorstehers' Senator Leopold Fischer, Frau Martha Fischer, von schwerem Leiden durch den Tod erlöst worden. Es gibt kaum'. ein Haus in der Gemeinde, in dem sie nicht in schwerer Stunde Trost gespendet hat. Ungemessen ist die Zahl der bedürftigen Kinder, die sie betreut und gefördert hat. Als der lange Jahre geführte Frauenverein vor einigen Jahren einen Kindergarten einrichtete, da wußte er, was er tot, oIb er ihm den Namen Marma-FiBcher-Kindergarten gab. In ihm ist dieser edlen Frau ein sichtbares, bleibendes, lebendiges und sich stets verjüngendes Denkmal gesetzt. Krefeld. Neben dem eigentlichen Freitagabend-Gottesdienst findet nunmehr regelmäßig eine 2. Andacht für Berufstätige um 19 bis 20 Uhr in der Synagoge statt. Nach Schluß des Gottesdienstes am Sabbat-Vormittag ist eine Lchrstunde für die Schüler höherer Lehranstalten eingerichtet, die gut besucht wird. Brief aus Mannheim Bericht für die „Jüdische Allgemeine" Mannheim. Der neue Vorsitzende unseres Synagogenrates, Rabbiner Dr. Grflnewald, hielt, in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung eine bemerkenswerte programmatische Ansprache, in der er u. a. neben Sparsamkeit für zunehmende Beseitigung der Schuldenlast der Gemeinde „selbst mit den radikalsten Mitteln, aber .unter Wahrung der lebenswichtigen Interessen und Institutionen unserer Gemeinde" eintrat. Einen Höhepunkt der Veranstaltungen des hiesigen „Liederkranz" bildete der ausverkaufte Abend von Delo Lipinskaja im großon Saal des Kolpinghauses. Die grazile Künstlerin erntete auch hier durch den Charme ihrer Kunst wie ihrer Persönlichkeit Stürme des Beifalls seitens der mitgerissenen Hörer. Erfrculicher.weiBe hörte man nun auch hier, im großen Saale des KaBino den Berliner Geiger Boris Schwarz, der im Verein mit \ der hiesigen Pianistin Clara Goldschmidt ein Konzert gab. Die Wärme seines männlichen, prachtvoll unsentimentalen Tones kam besonders dem Adagio des Bruchachen d-moll-Violinkonzertcs zugute, während ihm zwei Spanische Tänze in Kroislerscher Bearbeitung Gelegenheit zur Entfnltung seines ganzen souveränen Könnens gaben. Clara GoldBchmidt, in der er eine ebenso zuverlässige wie craalitutvolle Partnerin hatte, bot drei Chopin-Pieccn mit bemerkenswerter Kultur. Zu einem geistigen Höhepunkt wurde der dritte öffentliche Vortrag des Jüdischen Lchrhauses, bei dem nach Begrüßung der Erschienenen durch Prof. Dr. Billigheimer Rabbiner Dr. Dienem a n n - Offenbach a. M. über „L11 u r g i e" sprach. Er verglich dabei 'dio katholische und jüdische Liturgie in ebenso sachlicher wie interessanter Weise, so daß ihm für seine fesselnden Ausführungen nachhaltiger Beifall dankte. —nn. Was die „Seelifche Winterhilfe" leiftet Um ein wenig Licht, in das freudlose Dasein der von. der Berliner Jüdischen Gemeinde betreuten Armen und Ärmsten zu bringen, hat man unter der. Devise „Freude im Winter" die „Seelische Winterhilfe" ins Leben gerufen. „Es ist selbstverständlich," so meinte Max Gundersheim, der Schöpfer dieses Gedankens, in einer Unterredung, „daß die seelische Winterhilfe die materielle nicht ersetzen, sondern nur ergänzen kann. Wir haben bis jetzt etwa; 20 Veranstaltungen geboten, und etwa acht bis zehn werden noch folgen. Je' nach den Platzverhältnissen der . Räume konnten: 7OOV-7IBOO Personen bedacht werden.. Ich sage bedacht, denn es ist selbstverständlich, daß alle diese' Besucher, kernen Eintritt zu zahlen haben. Die Verteilung der Eintrittskarten erfolgt in den Wohlfahrtsämtern, die inr« Hilfsbedürftigen am besten, kennen.. Verschämten Armen werden die' Kartei) durch unsere ehrenamtlichen Helfer ins Haus gebracht. \ '•'.,'' ' ., Was die Frage der Finanzierung solcher Abende anbetrifft,, so.können' wir. diese Veranstaltungen nur dadurch möglich inachen, daßwir Säle billigst (nieten/ oder gar umsonst ziir Verf ügung, gestellt 'bekommen.; Außerdem stehen uns die Syiuigogeir zur Verfügung, in denen ernste Konzerte stattfinden: Wir: sind glücklicherweise bei unteren Künstlern auf - vollstes Verständnis, für unsere Aufgabe'gestoßen. Niemand hat sich ausgeschlossen, ob es nun.'Kipnia ist,.;oder ein Wittenberg oder, Plaut, oder - ein .noch!: weniger bekannter Künstler aus den Reihen' des Nachwuchses; Alle waren'lurliStellel'als wir «Je riefen 7— es war ema.SelbaiverstfedT: üchkelt für sie —, aich ehrenamtlich ,!£ur jVerfpgung zu-steljen.' /Es ist oft die Frage aufgetaucht, ob unsere Abende nicht eine Konkurrenz für die Gemeinde-Abende, für die Veranstaltungen des KuliuV "*-1 ..... •►■-»-»--.-i.»«.— •—»------ bei uns — wie schon gesagt — tatsächlich nur Bolche Personen Karten erhalten, die sich den Besuch anderer Darbietungen nicht leisten können. Es, wird nicht nur für die Erwachsenen von der - „seelischen Winterhilfe" gesorgt. Auch für die Kinder gibt es hin und wieder Nachmittage mit unterhaltsamem Programm. Für diejenigen, die durch Krankheit ans Zimmer gefesselt sind und nicht einmal eine der Veranstaltungen besuchen können, Gelähmte, Leidende und Blinde, hat 'sich die, Abteilung „Winterhilfo" eine besondere, Überraschung.." ausgedacht. Sie hat durch Aufrufe Radioapparate als Spenden erhalten, die sie' betriebsfertig diesen ans Haus gefesselten, Menschen aufstellt." So ist also für alles und für alle gesorgt. Das Judentum ist immer eine Religion der Lebensbej ahung gewesen, und nur mit dieser Einstellung und durch gegenseitige Verbundenheit und Hilfe werden.wir diese schweren Zeiten überwinden.und einer späteren Generation dos Bestehen sichern.1, . ■ '-•'■. ' ''■■'.• >■:': ■',■■'■'• '', .■'■ ' •. Julius Walter. . , Jude fein — jüdifch leben?* . " V Diei Bezirksgrup1 pen' Gbarlottenburg-Oat und Hälensee-Grune-, wald des Liberalen .Vereins für die "Angelegenheiten der ■jüdischen .Gemeinde, zu Berlin veranstalten,am'Mittwoch, 6. MBrz, .'. abends 8%'. Uhr^iin' Caffi. Leo«, Kurfürstendamin .155Tj56, einen' Vortragsabend.' Rabbiner Dr.. Hermann M..Sänge r wird' über ■ dos'Thema „Judo, sein jüdisch leben", 'sprechen. Vorher wird Landgerichtsrat i.. R, .Dr.«Martin Lesser über die Ergebnisse •■'der '^auptversammhing''/ide'ii'.'rv^g^as-libfAilen;. Vereinigung berichten. . ■-, ',}:;.:■')■ •■/■'■■■■.:''':: ': /v.':'''■ '.•/.•■.';''."'' ' '' '."',".■..'.■• '-.' ..'; 'Xtiipr SyaaKOgeaferelo; BjJtestrtf«.' 'Ära 2. Jßrr, üfcr, Vortragv'von ,Rabt>iner iff.' iy(an{reä 'B^yaiti^kli'^bsyA'i'Jli^Uiche; .WeltoMchauuns^ . heute''. " Geaang: Kanter* Harry Dansigeri Dr. Driefel 60 Jahre alt Der Leiter des Frankfurter .............. - , Philanthröpins, Oberstudienrat. Dr. Dricscn, begeht am 1. März seinen 60. Geburtstag. Bevor er, 1921 als Direktor an die Frankfurter Anstalt berufen wurde, übte er seine Lehrtätigkeit am Gymnasium, in Karlsruhe und als Oberlehrer in Ch»r~ottezibur£ aus. 'In seine Wirkungszcit fällt der Aufstieg des Philanthröpins; das 1925 zur Vollanstalt wurde. Durch . die . im Jahi zuvor auf seine Veranlassung gegründete Volksschule beim Philanthropin baute er diese Anstalt zum größten jüdischen Schulwerk Deutschlands aus. Dr. DrieBens Initiative ist auch die „Pädagogische Woche" zu verdanken, dio vor wenigen'! Monaten unter Beteiligung von ... . ■ 120 Pädagogen . veranstaltet Aufnahme Photo-Haas wu[xj(, b o . In der allgemeinen deutschen Ppdagogik ist Dr. Drieson unter anderem durch seine Bemühungen um die Einführung von Kinematographie und Grammophon als Lehrmittel bekannt. Im Winter 1914/15 schuf Dr. Dricscn als Oberlehrer der Charlottenburger Hindcnburgschulc die deutsche Schulorganisation „Gold in die Rcichsbank". Anläßlich des 125jahrigcn Bestehens des Philanthröpins hat der verdiente Pädagoge „Bausteine praktischer Pädagogik" herausgegeben. Untergang und Aufftieg Gemeindeabend der Liberalen Synagoge Osten Wer den Gemeindcabcnd der Liberalen Synagoge Osten am 21. d. M. besucht hat, bekam ein deutliches Bild davon, wie weit und wie tief die Idee der Liberalen Synagoge in den nun fast zwölf Jahren ihres Bestehens Wurzel gefaßt hat. Die Aula der Knabenschule KaiBcrstraßc hätte doppelt so groß sein müssen, um alle dio' aufzunehmen, die Eintritt begehrten. Weit über 400 Menschen drängten sich dort zusammen, und' Ungezählte mußten umkehren Gesang eines Kinderchors, begleitet von einem Kindqrorchester, schuf den stimmimgsvollen Rahmen für die Ausführungen von Herrn Rabbiner Dr. Hermann Sänger über „Untergang und Aufstieg im jüdischen Schicksal". Ist Ablauf der Geschichte ein sinnloses Geschehen f Ein Wechsel der Menschen-, •der Völkerschicksdlc noch mechanischem Auf und Ab? Diese Frage bewegt jetzt die McnBchcn und uns Juden im besonderen, wo für uns die Geschichte nicht eine 'Vergangenheit ist, sondern als lebendige Gegenwart in unsern Intercsscnkrei3 tritt. Für uns wird die Geschichte Anlaß zur Sclbst- , besinnung, und weil wir jetzt wieder uns darauf besinnen, nach dem Wesen und dem Sinn unseres Schicksals zu fragen, -darum kommen wir dahin, in allem Geschehen um uns und an uns einen Sinn zu sehen. Wir erleben sinnvolle GcBchichto, wenn wir auf die Lehre des Erlebnisses hören. Der Sinn des jüdischen Schicksals ist der Glaube an Gott und seine Gerechtigkeit, dio sich in der Geschichte des Judentums offenbart, und demgemäß aller Verzicht auf den Glauben an die Macht. Von da aus gesehen, ergibt sich dio Erkenntnis, wie das ganze Leben des Judentums eine Verlagerung erfahren mußte, wie alles auf das Geistige gestellt und so neu gestaltet ward. An "zwei Katastrophen, deren Wesen, Ursache und. Wirkung Dr. Sänger aufwies, suchte er diesen - Sinn herauszustellen, an der Zerstörung des Tempels 586 und 70 und an der Vertreibung der Juden aus Spanien. Gegenüber dem Walten der Macht und der Machthaber einziger Widerstand vom Geiste her; Vertreibung aus Land und Boden macht sie nicht heimatlos, ihre Heimat liegt nicht im Raum, sondern .im Geist. Ihr portatives Dasein trägt die Heimat mit sich, wohin Bio auch das äußere Schicksal führt. Worin sie und worin auch wir Rettung in allen Katastrophen sehen, worin wir den Sinn der Geschichte, den Sinn unserer Geschichte erkennen, das ist die Hoffnung auf den Geist. Wir leben, weil wir an den Sinn der Geschichte glauben! A In tiefer Ergriffenheit . lauschten die Mcnsohen, die, im schwersten Erwerbskampfe stehend, eine Stunde erlebten, da sie hinausgeführt wurden über den Tag zu tieferer Erfassung ihres eigenen Daseins. - Klaviervortrag des Herrn Erwin Rosenthal, Gesangsvorträge von Frau Leibholz-Kussel verstärkten die gehobene Stimmung, und einen mehr frohen Abschluß brachten die Jüdischen Lieder des Herrn Kantors Weissmann. Die Liberale Synagoge Osten kann mit ihrem zweiten Gemeinde-Abend zufrieden sein, zumal auch die Zahl der Mitgliederanmeldungcn erheblich war. H. F. ^otteaM-mttr in den Berliner Synagogen mit neuem Ritus Freitag, 1. März. Lindenstraße und Friedenstempel: 5.45 Uhr. — Neue Synagoge, Lützowstraße, Fasanenstraßo: 6 Uhr. Levetzowstraße (van der Zyl) .-und Schmargendorf: 7 Uhr. — Prinzregentenstraße: 7.15 Uhr (Galliner). — Neue " Synagoge, Lützowstraße, Fasahenstraße .und Friedenstempel: Jugendfeiern im Anschluß an den Hauptgottesdienst. ' . ' Liberale Synagoge Norden, Schönhauser Allee 162: 7.15 Uhr (Plaut). — Liberale Synagoge Osten, Kaiserstraße 30: 7.30 Uhr (Zimet). — Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176: 7.30,Uhr (Goetz). liberale Synagoge WeBtond, Kaiserdamm 78: 7 Uhr (Broich). — Liberale Synagoge Wedding-Reuückendorf, Exerzierstraße 13: 7.30 Uhr (Zucker). — Jüdische Reformgememde, JoachimBthäler Straße 13: 6.30 Uhr (Gottachalk). Sonnabend, 2. März: Hauptgottesdienst 10 Uhr. — Neue Synagoge: Sfinger. — Linden»traßö: Warschauer.— Fasanenstraßo: Saiomonski: — Friedenstempel: Scheuermann. — Frühgottesdienst: Lindehstraße, Levetzowstraße und Prinzregentenstruße:.7.30 Uhr. - . . ' Liberale Synagoge Norden: Plaut (Einsegnung). — Liberale Synagoge'Osten:,Zimet.' .'.' , Sohn'tAg, 3. März, - Jüdische Reformgemeinde, Johannisstraße '16: 10,30' Uhr (Koppel). Gesellschaft für jadlBChs Yolksbtldane e. V.,,Frankfurt a: M. 4. März, 20 Uhr SO,. VoremBlmus Escherah'eimor Landstraße 27: Edith Berrnttadt- Oettihgen, rentiert aus „Dor junge David" von. BiohardS Beer&ofBMinn. ' Nen'o Kompositionen von James Bothstoia gelangen bei oinor Konzert- Avornastoltuagi die ■ am: 5., Ißm, 20.16 Uhr,;' ira . Eeahsteia-Baal unter 'Mitwirkung' von ■Paulo,'. Llndberg; LeoI Gollottüii Wilhelm pattmonni Hans , -.K»,ua. ähRo);.atettn£cl«t,'sar' A^ittaaiHC. •' ■ ■ ■}":■■ . ''.' . ' Als nächste Premiere des Kuliarbtmdeg Deutscher Juden, ist „Sechs P.er'soneii such'en einen Autor" von Luigi Pl- ,' randeilo, dieni diesjährigen Nobelpreisträger für Literatur, angesetzt \ '^viotl^.':^^ führt -.Frite -Jeßi«>r. ^Die, Erstaufführung^ findet am 'Dienatag,- dein 5.- März, statt. In den /Hauptrollen sind bev';, 8chäftigt:' die;'' Domen Kotm^ Klem-WeiBmohn, 'Rosowsky; rd|e ';' Herren' Brond^t'l 'Grühb'aüm^

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