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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-02-27 · 9 (27.2.1935) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
9 (27.2.1935)
Date
1935-02-27
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Bietenden Leben auf den breiten; Straßen/biete I. viele" Schattenseiten des Kolonisationslandes. Spekulationswut mach», «ich breit, und das' Grü'ndün'gsfieber?*■ ameriltanifloh iu. nennen.. Es . tue' weh, zu sehen,, wie,. heute sebon landwirtschaftliche Siedlungen am Band der Stadt verschwanden, um Wohnhäusern und'' Industriebauten Platz zu machen.: Eine. VernachJSssigung d«r .Landwirt-: schaft.^die eine vernünftige Gliederung zwischen Stadt und . Land verhindere, bedeufe eine ornBt« Gefahr. ' Schon heute zeigten;«ich im Lahde zahlreiche soziale' Probleme, auf die mim kaum (einei Antwort wisse. So g8bo ca beispielsweise, für Menschen, die beim" •ersten Beginnen im neuen Lande Schiffbruch gehtten hatten, "' ' kaum einen Ansatz für'soziale. Hilfe. Wahrend etwa die Berliner Gemeinde es als ihre heiligste Aufgabe betrachte, in Not geratenen Menschen zu helfen, sef in Tel Awiw von einer solchen Hilfe nichts zu epüren. Es' sei geradezu unbegreiflich, wie» man bei den großen Sammlungen in aller Welt an Boicher Not vorübergehen könne. Es gflbo-eigentlich nur eine soziale Einrichtung,, die die Vorsitzende der „Wizo" ins Leben gerufen habe, bei der jedoch der Einfluß der jüdischen Verwaltung fehle; „Wir deutschen Juden", meinte Heinrich Stahl, „müssen dafür Borgen,' daß dort die':Zöd6kdh' bekannt wird 'und "c" howfihrt. Ansätze dazu sind bereits gemacht. So hat sich eine Vereinigung gebildet, die unter. Führung; eines Berliner Rabbiners steht' und «H"-«'«i^Y*'e*''*r'tti 11«yStnffol•*eh' herausgebildet hat, das Vorbild für jüdisches Gemoindeleben werden soll.,, In einer Charakterisierung der drei großen palästinensischen Stfidto bezeichnete der Redner 'Jerusalem als die geistige Stadt, Tel Awiw als das Zentrum des Handels und-Haifa mit dem zukunftsreichsten Hafen des Mittclmeeres als das ' kommende Zentrum der Industrie. „In Jerusalem, das inden letzten' dreißig Jahren' sein Antlitz vollkommen verändert hat, wo auf dem Urberg und auf 'dem . Skopüs Monumentalbauten entstanden sind, wo sich um die Altstadt ke.0""; Villenvororte gebildet haben, habe ich auch.noch Religiosität angetroffen, obwohl die große Synagoge am Sabbat nur schwach besticht war. ' Aber das religiöse Leben in Jerusalem mit deinen 60000 Juden spielt sich mehr in den kleinen Gotteshäusern ab." „Höchstes Lob fordert die Hebräische U ni v e r s i tfi t in Jerusalem heraus, die namentlich für deutsche Juden» >deneu .jeine akademische,.;Weiterbildung unmöglich gemacht wuide,'.eÜH) Notwendigkeit geworden ist. Sie'wird jetzt von über .75Ö, Härenr besucht,un3 : 80 '. Professoren gehören dem Lehrkörper ah.: /B«ba^Ucfc^a^\iiiuV/i4iS'' &n:'irf)^'".^!»CJUmItaten ' Auebildungsmöglichkeiten. .hatten, .und es sei .dringend.' zu wünschen, 'daßi die Hebräische Universität- . eine allgemeine Bildungsstätte für junge Juden,aus allen Landern - werfet Nach .einer . Würdigung, der', Notionalbibliothek, des .vorbildliehen., Gesundheitsamtes,, sowie des Lehrer- 'und: Lehrerinnensemmars. in Jerusalem sprach Stahl' noch .', von f einem" zweiten feistigen Zentrum der von ' dreitausend . Siedlern ' bevölkerten olorue R i bho w o t h V die 'ein' hervorragendes .und vorbildliches I aaSw j ei»"qfi.a,f 11 icheg.' F or sohuo;gsin.stitiitr mit chemischen und physikalischen Abteilungen beherbergt. Eine ganze; Reihe you Erfahrungen tod.'praktiscJlin-^iebnissen konnte bereits . für-das Land nutzbar gemacht 'werden. ^DaB' Tnstirut habe'auch einer- Anzahl .•deu t a cb'-ij^d ia c'he r' Ge.le'hrt'er Betatigungsmögliohkeit gegeben.VDie*p.';,,. , - . 1 J..-'^afitem:-'/»!!':-;F!aiastina?Vi';:"-;tv :■, wo,|jüdischer Getstr->ut4 Reiß; dem die Vjösensi£aftlMen: Institute verschlossen sei,'' sich.' betstigeri: könne,; werde den Beweis erbringen, daß jadische Arbeit auf dein 'Gebiet der- Physik,' der Chemie und der,,Mejlizin. chjr. ganzen. Welt -.zugute komme. , .... ,i; Bei seiner Kritik 'im .Laufe' seines Vortrags machte. Direktor Stapl auch vor^der Arbeit der' Organisation' H i s t rad u t h nicht Holt. ' „Es ist nicht zu leugnen," führte er aus, „daß die Histräduth für,1; die.; Zusa^menhaltung.'der deutsch-jüdischen Arbeiter, für ihre 1 Umschichtung und berufliche Fortbildung durch sprachliche und Vorbereitunplairse viel. bedeutet. Aber etwas, überrascht doch: Wenn nämlich: nv Tel Awiw durch 'Trompetensignal - am Freitagabend die Sabbatruho erklärt: wird und'niemand daran denkt, seine Geschäfte; fortzusetzen, so ist «a nur 'die Ruhe nach' sechstBgiger Arbeit, aber keine kulturelle oder religiöse Angelegenheit Folgenschwer macht sich auch die politische Richtung bemerkbar, die " den jungen Menschen, leine unabhängige Stellung einräumt. Auf die Dauer kann aber der Mangel an Unterordnung nicht gut sein. Nur Disziplin kann der Entwicklung des Landes dienen. Große Entwicklungsmöglichkeiten sagt Heinrich Stahl der Mittelstadt-H a i'f a( mit ihren 70 0W ' Einwohnern voraus. :Eswerde in nicht allzu femer Zeit die Hafenstadt des vorderen Orients werden. Eirie . .der - wichtigsten'•Einrichtungen ist '..das Te chn i k um „ eine Gründung des, ,'>Hilf8vereins jder .deutschen Juden", das mit'Veitaus schauendem Blick von James Simon und Paul Nathan ins Leben gerufen wurde. Direktor Stahl meinte, daß Haifa noch eine schnellere Entwicklung nehmen werde als Tel Awiw. Neue Stadtviertel mit Arbeiter- und Landsiedlüngenr werden erschlossen, die auch Einwanderern aus Deutschland Platz geben werden.- , ■Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen erzahlte Heinrich Stahl" auch von Begegnungen mit Berliner Kindern, die die Ahawah nach. Palastina geschickt hat und die sich dort außerordentlich wohl fühlen, er schilderte den ungeheuer, schweren Kampf der Chaluzim mit Klima und Fieber, die bewundernswerten Leistungen ehemaliger Akademiker, die jetzt in Gemeinschaftsarbeit zur Fruchtbarmachung des "Bodens beitragen. —- Er entwarf weiterhin , ein Bild der verschiedenen und versduedenartigen Siedlungen, wie Kirjath Anabim, wo auch junge' Deutsche Unterkunft gefunden haben, und Daganiah bei Tibcrios, wo russische Ansiedler iüdische Kinder aus Deutschland besonders herzlich aufgenommen iahen, Giwath Brenner,'wo 250,deutsche Chawerim arbeiten, Mikwe . Israel mit seiner landwirtschaftlichen Schule, sowie das Kinderdorf Ben Schemen. Wo eine Kolonie entstand, oder entsteht^ überall zeige sich das gleiche Bild der Arbeitsfreudigkeit, die auch vor den größten Mühseligkeiten und Entbehrungen nicht zurückschrecke. . Für die Jugend werde seitens der Verwaltung sehr viel getan. Man erblicko in ihr eine Verzinsung des Kapitals in der Landwirtschaft.. Aber die Verteilung der Zertifikate zeige, daß. man . wenig geneigt sei, Leute über Vierzig Jahren mit ihren Familien unterzubringen.' Neben der Fürsorge für die Zukunft müsse man mehr Sinn für diejenigen aufbringen, die heute Hilfe notwendig haben. Es wäre ' auch wünschenswert, die Grundlagen fQr eine spätere Existenz mehr zu sichern. Heute sei es. so, daß der Koren Kajemeth den Boden nur für zwanzig, fünfundzwanzig, höchstens vierzig Jahre zur Verfügung stelle, und alles andere der Zukunft > überlasse. Es dürfe dabei keineswegs maßgebend sein, daß die heutige Jugend sich, um ihre Zukunft nicht kümmere. - „Der Aufbau Palästinas", so führte Direktor Stahl im letzten Teil seines Vortrags aus, „verdient große Anerkennung und „Die Maske heMuntep!64; Dp. von Leer» fprieht in DfiiTeldorf über die Judenfrage Düsseldorf.; Wie die „Volksparole" in Düsseldorf meldet, sprach Dr. Johann von- Leers im Düsseldorfer .Planetarium überdie Judenfrage.' Nach.dem Bericht, der „Volksporqle" gab . Dr. von Leers „einen tiefen Einblick in das völkerverderbende Wirken des internationalen Judentums." . ,, ' . .Dr l von^ Leer» schilderte, „wio diese Wüstensöhne von Osten her in Ägypten eindrangen und' nach kurzer Zeit zum Ausbeutervolk dieses ^Landes . wurden. Als sich dann Ägypten gegen, sie erhob, schloß ■ sich ihm das verbrecherische Gesindel dieses Landes an und Arm in Arm mit ihnen zogen sie mordend und zerstörend bis nach Palästina." Irt Palästina, so sagte, Dr. von Leers weiter, hatten die Juden als Oberschicht geherrscht, die Ureinwohner geknechtet und für sich arbeiten, lassen. Zur Zeit der Römerherrschaft über Vorderasien seien die Juden als Goldgeber aufgetreten, um es so zu erreichen, daß Leute ihres Stammes zu Statthaltern der Provinzen .eingesetzt werden, um dann das Volk auszusaugen.. Durch den Einfluß des Judentums. habe. die Korruption im römischen Staate zugenommen. Im West- und OBtgotenreiche hatten, so sagte *Dr. von Leers weiter, die Juden auf > Grund der. sprichwörtlich gewordencä germanischen Objektivität und der ebenso sprichwörtlich gewordenen jüdischen _ Verschlagenheit Positionen errungen, bis sie schließlich im Frankenreich1 zu maßgebendem Einfluß gelangten. Zur, Zeit der Römerzüge der deutschen Kaiser seien die Juden. Geldgeber, der. Kaiser und Fürsten gewesen. Später,sei aus dem Geldleiher der. Hofjude geworden, „aus. dem Hehler wurde der Führer 'großer Rauberbanden." So sei die Macht Judas Jahr um Jahr und Stufe um Stufe gestiegen. In Preußen habe die Emanzipation im Jahre 1812 den Juden Tür und Tor geöffnet. „Steins Werk wurde Von dunklen Machten zerstört, dem Bauer wurde die Grundlage für eine gesunde Entwicklung genommen, aus dem verarmten Land- ' Bewohner wurde der Fabrikarbeiter in den schnell anwachsenden Industriezentren. Jetzt konnte der jüdische Prophet Karl Marx ' auftreten, um das zerstörende Gift .'in die Seele dieser kerndeutschen Menschen zu legen. Und so wio der deutsche Arbeiter der Faust durch Marx für die . Idee des internationalen Proletariats gewonnen wurde, so wurde der ,Bürger' zum Wcltliberalismüs erzogen. Nun hielt.der Jude Beine Zeit für gekommen, um die politische Führung an sich zu reißen. Es wurden Parteien gegründet, die alle im Dienste dieser internationalen Macht standen., die Konservativen,.von dem,;Juden,ß^bl, .die Libcrolcn,von dem Juden Ricardo, die Sozialdemokraten von dem Juden"Marx.' Hand in Hand mit dieser politischen Verseuchung, ging die geistige und gesellschaftliche Verjudung. Als man das deutsche Volk' für zermürbt genug hielt, entfesselte man 1914 den Weltkrieg, um dadurch endgültig die Macht an sich zu reißen, was durch die traurigo' Revolte von 1918 gelang." "Wio die „Volksparole" weiter berichtet, schloß Dr. von Leers seinen Vortrag mit dem Hinweis darauf, daß die judenfeindliche Haltung--Deutschland im Auslände nicht. in dem Umfange geschadet ' habe, wie es die Emigranten-Presse hmstelle, „Vor allem haben wir uns gerade:, in vielen örtlichen Staaten Sympathie für unseren Kampf gcgcnnc(h^'>Wibtenvolk errungen, aber auch in den westUchen ' Denwkritien htgmnt^ es zu dämmern. Der Referent schloß seine Ausführungen'rnit der ernsten Mahnung, auch jetzt wachsam zu bleiben. Tvlit der Beseitigung der Juden aus ollen staatlichen Ämtern ist nur'die erste Schlacht gewonnen. Es gilt den Kampf zu führen gegen den: jüdischen Geist, der sieb tief in die Welt eingefressen hat" Die „Volksparole" bemerkt weiter: „Wenn diesen internationalen Verbrechern die Maske vom Gesicht gerissen wird, dann werden alle Völker der Erde frei werden, dann auch werden die einzelnen Staaten zu einer Verständigung über strittige Probleme kommen, denn niemand anders ab das Judentum bat Interesse an kriegerischen Auseinandersetzungen. Helfe jeder mit, den- Juden zu entlarven und in seiner ganzen Erbärmlichkeit allen zu zeigen. Fänge jeder an, sich "ein' fundiertes ' Wissen über die Judenfrage anzueignen, denn, mit,der,Waffe des peistes, gepaart mit, einem, stahlharten .Willen,^ wird-es geUngenj ^ese.Söhne' der Wüste nach langen Jahren ihres Aufstieges endlich und endgültig zum Segen der ganzen Welt zu erledigen.", r Angesichts derartiger Beschuldigungen, müssen wir es uns versagen, dazu Stellung zu nehmen. Unerbittlichkeit in der Jadenfrage Aachen. Wie der „Westdeutsche "Beobachter" in'Köln meldet, sprach ReichsminiBter Dr. Goebbels in einer Kundgebung in Aachen. In. seiner Rede kam er auch auf die Judenfragc zu sprechen. Der „Westdeutsche Beobachter" berichtet darüber, daß der Minister ganz besonders die harte Unerbittlichkeit der Bewegung in der Judenfrage herausgestellt habe. „Judifcher Schwindel" Dortmund. Wie die „Westfälische Landeszeitung Rote Eräc'V in Dortmund berichtet, sprach auf einer Kundgebung der südwestffijiscben Wirtschaftskreise in Hagen der Leiter, des Wirtschaftspolitischen Amts der NSDAP., Bernhard Köhler. Nach dem Bericht der „Westfälischen Landeszeitung" führte er u; a. aus, daß - es jüdischer Schwindel gewesen sei, der ein Jahrhundert lang das deutsche Volk geouBlt und zerstört habe. „Wir haben festgestellt," sagte Dr. Köhler weiter, „daß die Wirtschaftsrechnung der Vergangenheit, die "Arbeit Bei teurer als Nichtarbeit; und vom Arbeiten werden wir arm, voni Nichtarbeiten reich, für das jüdische Volk stimmen mag, für das deutsche aber nicht." Zentralaiisfchuli in die Reichs- Vertretung eingegliedert Ein wichtiger Schrittorganisatorischer -Vereinheitlichung . •'t»i'X...,. •.?<«'-^r&tftfilikt für die Kursteilnehmer findet sich unter anderem dor Hinweis, daß an dem Kurs „deutsche reichsangehörfge Arzte arischer Abstammung sowie Arzte ausländischer Staatsangehörigkeit" teilnehmen können. (Siehe auch „Aub der Welt des ÄTztes".) Entsprechend den in 'aer 'jüdischen1'' OYfentüclteFimmer wieder geäußerten' Wünschen nach^ einer Strafferen-Zusammenfassung der Organisafionen, ist jetzt ein wichtiger Schritt organisatorischer Vereinheitlichung/ im. deutschen Judentum getan worden. Mit dem 1. April wird das gesamte wirtschaftliche und soziale Hilfswerk des Zentralausschusses in die Reiohsvertrotung der deutschen Juden .eingegliedert, die damit die oberste Stelle der Aufbau- und Hilfsarbeit wird. Mit der Eingliederung der Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge, der jüdischen Arbeitshilfe e^ V. (Landwerk Neüendorf), der Veieinigten Zentrale für jüdische Arbeitsnachweise, deir Zentralstelle für jüdische Wirtschaftshilfe sowie der Zentralwohlfahrtsstelle der deutschen-Juden werden die großen Arbeitsgebiete der WohUohrtspflege, der. Wirtschaftshilfe, der. Bcrufsumachichtung; der Kredithilfe,' des ArbeitsnachweiswesenB lind' der ■ Rückwanderung: fest in der Tteichsvertretung verankert; Die . noch außenstehenden Gebiete . des Hilfs- und Aufbauwerkes werden ebenfalls organisch mit der Arbeit der Rcichsvertretung verbunden werden. Die Geschäftsführer der eingegliederten Organisationen werden, Sachbearbeiter bei der Rcichsvertretung. ' 'i Um die werKOlle Arbeit der ehrenamtlichen-Mitarbeiter der eingegliederten Stellen auch der neuen Organisationsform zu erhalten und darüber hinaus' eine Möglichkeit {ür Heranziehung wichtiger Emzelpersönlichk^iten zu . schaffen,, werden den Sachbearbeitern beigegebene Ausschüsse gebildet ^werden, denen je ein Mitglied des PrBsidialausschusses als Vorsitzender angehört. r Die letzte Entscheidung liegt wie bei allen anderen Arbeitsgebieten der Reichsvertretung bei dem Prasidialauaschuß. Diea Fachausschüsse-der neuen Arbvitsgebiete der Reichsvertretung treten gemeinsam mit einem besonderen Aufbringungsausschuß.nach Bedarf als „Zcntralausschußfür Hilfe, und Aufbau" zur Beratung gemeinschaftlicher Aufgaben zusammen.' Auch darüber hinaus ist für .die Beibehaltung und weitere Ausgestaltung des Züsammenliange8 der Arbeitsgebiete des Hilfsr UncT Aufbauwerkes organisatorisch Sorge getragen.';Die Finanzverwaltung wim in Zukunft einheitlich für das gesamte alte und neue Arbeitsgebiet der Reichsvertretung geführt werden. Nur f&r deutfehe Jurate orifchierAbftammung ■ I)ie Berliner Akademie fürür-ztliehe Fortbildung dereri Kurator der Oberbürgermeister Dr. Solim ist, kündigt für die Zeit vom 18. bis 24. März einen .internationalen Fortbildungskursus über die praktischen Fortschritte der Röntgen- Diagnostik und Strahlenbehandlung ah. Unter den Bemerkungen Gegen Ritualmordliet/e SchBrfste Verurteilung vom christlichen, Standpunkt aus Wien. Angesichts der dauernden Veröffentlichung von Beschimpfungen und VeTleumdun gcn der jüdischen Bevölkerung und der jüdischen Religion in gewissen . österreichischen Zeitungen bereitet der Jüdische Volksbund für Osterreich eine Eingabe an die Regierung vor, in der ein gesetzlicher E h r e n s c h u t z für die Juden gefordert'wird. Gleichzeitig wird auch von .Katholischer Seite in Osterreich gegen die Ritualmordhetze Stellung genommen. . Die in Wien erscheinende katholische, Monatsschrift „Der christliche Standestaat" schreibt: ,J.n~Sachen Christian Loge (der Autor des berüchtigten Rituahnordbuches), über dessen „Wissenschaftlichkeit" wir kürzlich den hervorragenden und verdienten Herausgeber der „Seele" zu Worte kommen ließen, sind uns seit Erscheinen und Konfiskation seines Ritualmordbuches zahlreiche empörte' Zuschriften zugekommen, die beweisen, daß keineswegs nur1 „jüdischen Machenschaften" zuliebe ■ diese Konfiskation erfolgte, sondern^ daß 'auch viele. gut katholisch gesinnte,' wahrhaftig nicht derbesonderen Judenfreundlichkeit verdächligei Menschen, diese unsachliche Art des Kampfes ablehnen. ' Mit diesen zahlreichen guten österreichischen Katholiken begrüßen auch wir es, daß ein solches Blich nicht; mehr verbreitet werden darf und weisen es zurück, wenn Herr 1 Logo! seine in durchaus .unwissenschaftlicher Weise vorgebrachten Anschuldigungen gar noch als „Verteidigung deB katholischen Glaubens" aufzieht, als ob irgendwo in der katholischen Dpgmatik der Glaube an jüdische Ritualmorde verlangt''würdeII" '. ';l Auch die vom Pauluswerk herausgegebene katholische Missions- Zcitschrift „Erfüllung" nimmt in Bcharl ablehnender Weise gegen das Ritualmordbuch Christian Logea Stellung, das sie gerade vom christlichen Standpunkte aus auf das entschiedenste verurteilt. Der fpanifche Staatspräsident - bei der Maimonides-Feier in Cordora Madrid. Wie aus dem soeben veröffentlichten offiziellen Programm der staatlichen MahnonideB-Feier in Cordöva zu ersehen ist, wird an den Festlichkeiten auch der Präsident der spanischen' Republik teilnehmen. Die Festwoche wird-am 25. Marz mit einem vom Stadtrat von -Cordova veranstalteten of f i z ie 11 en Emp;- fanp eröffnet. Am Nachmittag findet eine von der Akademie Achtung. Wenn Palästina 1935 durch die Vorarbeit der Zionistcn nicht das gewesen wäre, was es ist, so hatte man ein anderes Land suchen müssen. Das bedeutet aber nicht, Schwierigkeiten zu Ubersehen, die in Palästina als einem Kolonialland bestehen. Das Klima stellt große Anforderungen.. Man muß der Begeisterung und .Opferwilligkeit der Chaluzim danken, die den Aufbau vorwärts getrieben haben'. „Aber", so betont Heinrich Stahl," „es bestehen neute in Palästina Gegensatze von 'außerordentlicher Schürfe, und es werde ein Ausgleichzwischen A rab'e rn und Juden gefunden werden müssen. Auch neue Krisen: müßten durchaus in den Bereich der Möglichkeit, gezogen werden. Sie gelte es, zu überwinden. Li diesem' Zusammenhang machte Stahl auf die Not an Arbeitskräften in der Landwirtschaft aufmerksam, die zur Folge habe, daß bereits arabische Landarbeiter verschiedentlich eingestellt worden mußten. , Auf die Frage, ob man nach Palastina auswandern solle, gab Direktor Stahl folgende Antwort: „Für junge, arbeitswillige und gesunde Menschen besteht die Möglichkeit der Arbeit, wobei es schwer! ist, den Ubergang zur landwirtsdiaftlichen Betätigung zu finden. - Altere Menschen, aus bürgerlichem Milieu, müssen sich damit vertraut machen, ihren in Deutschland gewohnten Lebens-, Standard aufzugeben, denn die Übersiedlung nach 'Palästina bedeutet für sie, im Gegensatz zu den osteuropäischen Juden,1 einen sozialen Abstieg. Ihnen wird zur Auswanderung, nur bei allergrößter Überlegung und Vorsicht geraten werden können,".. Heinrich Stahl schloß seine gerade auch durch ihre Kritik fesselnden Alisführungen mit den Worten: ,,Wir Juden in Deutschland haben die Pflicht, uns den Verhältnissen anzupassen und unsere Existenz hier weiter zu halten, daneben aber die Aufbauarbeit zu unterstützen." . .••■'. ,' - *. Das Kroyt-Quartett, ' Susanne Stein und Fritz Lechner sorgten für eine ■ künstlerische Umrahmung des Stohlschen Vortrages.

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