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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-02-13 · 7 (13.2.1935) · page 6

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
7 (13.2.1935)
Date
1935-02-13
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Bis schließlich cino Dame mit apodiktischer Gewißheit behauptete, die Diva sei genau achtundzwanzip Jahre alt — jeder Zweifel sei abwegig, denn sio hnbe selbst ihren Taufschein gesehen. ,,Ach Jott", mointo liebermann lächelnd, „wenn's nach dem Taufschein jinge, wäre unser Freund X. hier erst drei Ja h rc alt ... ." ' ..'Oskar Fried führte Beethovens Neunte auf und lud Licbcrmann dazu ein. Nach der Aufführung fragte or den Maler, wie cb ihm gefallen Habe. .» ' .,,/Wissen Sio", sagte Iiobermann, „die ist nicht totzukriegen."' * . Liebcrnianu hat Richard Dchmel gemalt. Der Dichter hat aber immer Änderungswünsche, bis schließlich liebermann meint: meint: ■ „Hörnso mal, Sio dürfen von einem Porträt nich verlangen, daß es ooch Mama und Papa sagen kann." ,''■'.. * Eino Dame hat Liebermann besucht und verabschiedet sich: „Herr Professor, das war dio schönste Stunde meines Lebens". Darauf Liebcrmarm: „Na, junge Frau, det wolln wir nich hoffen". * Ein Protz wollte seine Frau von Liebermann malen lassen und bat ihn, sich vorher die Wand anzusehen, an die das Bild kommen solle, damit es sich gut in den Baum'einfüge. liebermann lehnt ab: „Mach ick nich. Sie sollten sich liebor um das Portrat das Haus bauen laBBen". * Bei einem Tee in seinem Heim am Pariser Platz meinte ein Besucher erstaunt: „Professor, Sie haben herrliche Bilder hängen. Aber warum keinen einzigen Liebermann?" Leises Gebrumm des Gastgebers: „K a n n ick mir nich leisten, is zu teuer". '.■.'"".'•,..* " Ein Zeichner hat den Auf trag, Liebcrmann zu porträtieren. Das halbfertige Portrat betrachtend, meint er: „Herr Professor, finden 8ie nicht,'.daß 'mir. Ihre Nase etwas ztr long- :geraten ist?" - Eifrig verneinendes Kopf schütteln: „Ach wat, schon der Guibransson, wie der mich malte, hat gesagt: „Ihre Nase kann man ja nich lang jenuch machen!" * Zu einem Bildnismodcll, das mit der Ähnlichkeit nicht ganz zufrieden war, sagte liebermann: „Wissen Sie, ich bab Sie ähnlicher jeraalt, oIb Sie in Wirklichkeit sind". Sven Hedin — Freund der Menfchen Das jüdifcJw Erbe — Dankbare Erinnerung Der Siegeszug der Entdeckungareifen — Sven , Hedin über Jerufalem Gelehrte oller Länder 'rüsten sich, den. Tag zu feiern, an dem vor siebzig Jahren einer ihrer bedeutendsten Kollegen das Licht der Welt erblickte. Einer'Welt, deren Schönheit und Großartigkeit er wie selten einer, empfunden hat und empfindet, und in deren' Uhbckannthciteni er hineingewamlert ist, um sich Belehrungen zü .verschaffen und den Mitmenschen Kunde zu geben von Erdräumen, dio bisher auf den Landkarten durch weiße Flecke als unerforscht gekennzeichnet waren.! Am 19. Februar 1865 wurde Sven Anders Hedin in Stockholm geboren, als. Sohn jdes Stadtarchitckten Ludwig Hedin, als Enkel des Oberpfarrers und Propstes Christian Gisscl Berlin, der Sven Hedin Aus «einem Werk „Ratsei der Gobi" (Verlag F. A. Blockhaus, Lelpziz) ein Enkel war von R. B r o d y , einem Juden aus Polen, der spater den Namen Berlin angenommen hatte. Brody gehörte wahrscheinlich zu jener kleinen Zahl von Juden, denen Aaron Isaak, der aus Treuenbrietzen nach Schweden berufene Graveur, Einwanderungs- und Ansiedlungserlaubnis. verschafft hatte. Aaron iBaak war der erste . Jude, der in Schweden wohnen durfte und der sich dank seiner Kunstfertigkeit und hohen Rechtlichkeit nicht nur für sich und seine Familie die Gunst des SchwedenkSnig? und der schwedischen Hofgesellschaft erwarb, sondern dem man auch: gestattete, unter seinem persönlichen Schutz . zahlreiche jüdische Familien, meist aus Deutschland gebürtig, anzusiedeln Und die erste jüdische Gemeinde iu Schweden mitgründen zu helfen. Sven Hedin hot sich nie dieser Abkunft geschämt oder sie gar zu verleugnen gesucht. Auch seine Familie tat es nicht .Seine Schwester Alma, die in einem liebevollen Werke: „Mein Bruder Sven" (deutsch bei F. A. Brockhaus) das Leben und Wirken Sven Hedin» schilderte, machte kein Hehl aus dieser Abstammimg. Sie schrieb: Jaakobs Traum j Beer Hofmann im Berliner Kulturbund Richard Bcer-Hofmann, der Wenigachrciber, der sich mehr als ein halbes Menschenalter Zeit läßt, um ein Werk in sich ausreifen zu lassen, bat lange gezögert, ehe er sein (1919 bei Rcin- ■ hardt gespieltes) biblisches Traumspiel für den Kulturbund freigab. Nicht' ganz ohne Grund. „Jaakobs Traum" ist als Vorspiel zu Beer-Hofmanns Königsdramen gedacht, zu der noch immer unvollendeten Trilogie „Historie von König David". Es ist eine . Featouvertüre voll reicher Wortmusik, gedankenlyrisch funkelnd instrumentiert. Doch mir der Anfang ist dramatisch akzentuiert. Die übrigen szenischen Effekte sind — Theaterdonner. ■ ■ . Dieses gedankenvolle, reine Oratorium von großer geistiger Spannweite, diese edle Dichtung, die die tragische Mission Israels, durch immer neues Leid für den göttlichen Geist zu zeugen, im Ausdruck starken Gefühls klangreich verkündet, widerstrebt im Gründe den Bedingungen der Bühne. Ein Festspiel von hoher Vollendung,, aber kein Stück für den abendlichen Gebrauch. Aus Jizchaks Segen und Jaakobs Traum ist kein Drama geworden; mit Verknotung und Losung. Trotz-des' Gegensatzes der feindlichen ■Brüder. Und konnte keins werden. Während etwa in „Hanneies /Himmelfahrt" die Vorgänge innerlich verbunden und zwangsläufig aus der Realität in die Traumwelt hinübergleiten, steht hier die Realistik des Bruderkampfes völlig isoliert vom Kampf des träumenden Jaakob mit den Engeln. Zwei Seelen und zwei Gedanken. Rebekah hat den Segen des Vaters auf den sanften, mitleiderfüllten, gottnahen Jaakob gelenkt. Esau-Edom, der Erdgcbun- ' dene, Brutale, irdischen Genüssen Nachjagende, fühlt sich von dem Zwillingsbruder, 'dem dos Leben ein Traum ist, um den Segen betrogen. Er eilt Jaakob nach und will ihn tüten. Der Pfeil .seines Hasses jedoch durchbohrt nur ein Lamm. Aber bei der Begegnung mit dem Verhaßten fühlt Edom erschauernd die Bürde des AusorwähltseinB, und befreit überläßt er, nach einer geheimnisvoll umwitterten Szene der Blutsversöhnung, den Bruder seiner Bchweren göttlichen Erdsendimg. Im zweiten Teil der Legende Bchmilzi Beer-Hofmonn die biblischen Berichte von Jaakobs Traum und sein Ringen mit dem Abgesandten Gottes, aus dem er eine Hüftverzerrung und den Titel Jisroel, Gottesstreiter, davonträgt, zu einem geistigen Ringkampf zusammen. Nach dem Auftrag der Engel soll' Jaakob Künder des Allmächtigen werden. Doch der Trotz bäumt sich in Abrahams Enkel: „was wählt er uns und fragt nicht, ob'wir "wollen!" Zwischen:. Samuel, dem verstoßenen Engel der Vernietung, dem Geist des Widerspruchs, und den himmlischen Heerscharen entbrennt der Kampf um ihn. Sarnael warnt. Er schildert die Leidensgeschichte Israels. Er warnt vor -der Last, die Gott seinem Auswählten, als Mitträger eigenen Erleidens aufbürden will. Doch Jaakob überwindet dio Anfechtung und nimmt freudig für sich und seinen Samen das ungeheure Schicksal der Berufung auf sich: „Was du auch auferlegt host, wie Krone will ich's tragen,- nicht wie Joch." ■ Der Gedankenreichtum dieses Lesedramas erschließt sich nicht beim einmaligen Hören. Manche Schönheit der Prophetenworte fiel zudem der schlechten Akustik des Theaters zum Opfer. Und einer stellenweise unzulänglichen Sprechtechnik. Waither Hertner als Jaakob,ein sanfter Knabe, zart und leuchtenden Blicks. Aber manchmal zu sehr Musterknabe und manchmal schon Patriarch. Ihm, der Davids Stammvater werden soll, fehlte die inbrünstige Kraft, sein Empfinden zu präzisieren, und die Gabe, das Vibrierende der Beer-Hofmannschen Verse zur Geltung zu bringen. Draufgängerisch, instinkthaft Herbert Grünbaum als Edom, rauh im Wesen und bellend im Ton. Die Rebekah Lilly Kanns: herrisch, düster, eine biblische Adelserscheinung, der man glaubt, daß sie Edoms Frauen (Gerda Klein- Weissmann und. Gina Petruachka) , in. die Knie zwingt. Fritz Wisten: ein veredelter Mephisto. Im . Kampf mit den Engeln i konnte auch der Regisseur Fritz Jessner nicht siegreich bleiben. Abgesehen davon, daß die Engel nicht mit Engolszungcn reden, haftete ihnen auch sonst der. Flügelschlag der Erde an, soweit sie weiblichen Geschlechts waren, zudem noch eine moderne Abendfrisur. Die männlichen Heerscharen, mit Panzer;und Helm, verrieten ihre. Herkunft aus dem Kostümatelier, während sie di* Abstammung aus der Bibel verleugneten.. Im übrigen aber, hat Jessner, in Gemeinschaft mit dem Bühnenbildner Heinz Ctfndell, es verstanden, den reinen Atem der Dichtung spüren zu lassen, in der Wildheit und Erdhafn'gkeit der Szenen um Jizchoks Wohnstätte am Wüstenrand ebenso wie auf der von Hirtenflöte, und Herdenglocken durchzogenen himmelsnahen Bergeshöhe von Beth-El, deren gestufte telsmassen , die Sprossen der Himmelsleiter andeuten. Die Erstaufführung, durch Prolog und Bach-Klänge eingeleitet, fand zugunsten der Altersheime der Berliner Jüdischen Gemeinde statt. Das Publikum dankte feierlich ergriffen. Eugen Tannenbaum. Ehrenring der Stadt Wien fiir Kreialer Wied. Dem Violinvirtuosen Professor Fritz K-r e i s 1 e r, der, wie berichtet, kürzlich seinen 60. Geburtstag feierte, ist von der Stadt-Wien der Ehrenring der Stadt Wien in Würdigung selbes hohen künstlerischen WirkenB und in dankbarer An- . erkenniWE seiner philanthropischen Tätigkeit zugunsten der'Wiener Kinder (Iberreicht worden. „Als Sven die Schweden vor Rußland warnte, verlor er seine, russischen Freunde. Als er sich an Deutschlands Soite stellte, verlor'er seino Freunde in England und Frankreich. Aber er hielt es für seine Pflicht, und er wußte, daß er bekannt war und. daß seine Ansichten und sein Urteil Gewicht hatten, auch wenn alle seine Gegner versuchten; seinen Worten die Kraft zu nehmen und ihn klein und lächerlich zu machen. Wenn 'sie es in Ernst uhd Scherz unternahmen, ihn anzuschwärzen, so hatten . sie ein paar Steckenpforde, auf dehen sie im Streit immer ritten. ■ Der Edelmann, Sven" von Hcaih, hinten und vorn mit Orden behängt, aus ein Paar gewaltigen Stiefeln trinkend oder mit solchen bekleidet, auf einem Kamel, reitend oder Trompeten blasend. Auf schlimmeren Sünden hatten sio ihn trotz aller Anstrengungen nicht ertappen können. Der schlimmste Vorwurf, den sie ihm zu machen glaubton, war der: er sei ein Jude. Sven ist zu neun Zehntel Germane. Das jüdische Erbe, das er vom Urgroßvater seiner Mutter empfangen hat, ist sicher nichts Tadelnswertes." Es hat nicht gehindert, daß Sven Hcdin —- er hat 'ja auch echte Juden als Kollegen — einer der bedeutendsten Forscher und Entdeckuhgsrcisendcn geworden ist, \ Von Kindheit reizte es ihn, dio Welt kennen zu lernen, und als junger Student nahm er daher einen Antrag an, eine Anstellung als Hauslehrer nach Balakhani, einem Naphtagcbict nördlich von Baku am kaspischen Meer, anzunehmen. Das war im Jahre 1885. Dort, in jener entlegenen Gegend, erlebte er. eine Begegnung mit einem Juden, die er selbst — vierzig Jahre später — in einem Aufsatz achildcrte, Sven Hcdin war erkrankt Der Arzt, der von weither, geholt wurde, konnte -sich, nicht dauernd mit dem ■ Patienten beschäftigen und vertraute ihn der Obhut eines jüdischen Feldschers namens Goritzld ah; „Dieser alte jüdische Feldscher", erzählt Hedin,- „wohnte sechs Wochen in meinem Krankenzimmer. Er trug einen langen Rock, der wohl vordem einmal schwarz gewesen sein mochte. Seine Schuhe waren ausgetreten, seine Hosen waren zu schleppenden Fransen zerschlissen. Sein Bart war lang und ungepflegt, und seine Haare hingen ihm in Korkenzieherlocken über die Wangen. Aber aus seinen Augen strahlte reine Güte und Treue, und man fühlte, daß'dieser Mann eher in seiner Armut gestorben als vom Wege seiner Pflicht' abgewichen wäre." Schweigsam, aber unermüdlich widmete sich Goritzki der Pflego des jungen Hcdin, dessen Knie furchtbar angeschwollen waren und beim krampfhaften Zusammenziehen der Beine gräßliche Schmerzen verursachten. „Das meiste von der Dunkelheit und den Qualen jener Zeit ist mir entfallen; aber den alten Juden, der mit soviel Sorgfalt und Treue wortlos seine Hilfe mir immer wieder gab, ihn kann ich nicht vergessen. Unter den unzähligen Gestalten, die mir auf langen, einsamen Wegen oder in strahlenden Festsfilen begegneten, gehört e r zu den ersten uhd obersten.- Wie viele hohe Herren habe ich Bcitdcm getroffen, an die die Erinnerung im Laufe der Jahre verblichen istl Das Bild des alten Juden wird bis zu meiner 'letzten Stunde scharf und deutlich vor mir stehen! Demi er gab sich selbst, gab seine Zeit, und sein Herz hin, um einem Mitmenschen zu .helfen. Und als ich nach Beendigung der Behandlung ihn bezahlen wollte, weigerte er sich, mein Geld anzunehmen. — ,Gib es den Armen', sagte er mit wehmütigem Lächeln. Und doch gab es unter der ganzen armseligen Bevölkerung von Balakhani nicht einen, der ärmer war als er. Durch seine Armut machtet er mein Leben. reicher, und seine Bescheidenehit erhöhte ihn um eines Hauptes Länge, über die meisten Großen unserer Erde." In jungen Jahren, nach seiner ersten Reise durch Persien, kam Sven Hedin in Budapest mit dem berühmten jüdischen 'Forscher und Sprachgelehrten Vamböry zusammen. Er berichtet in einem Briefe; darüber:.....• - ..... ........ „In Budapest besuchte^ ich Professor Vambe'ry. Stellt Euch einen.^kleinen Greis vor.mit echtem Derwischbai?, kleinen, freundlichen, blinzelnden Augen und einer morgenländischen Ruhe uhd Würde in seinen Zügen. Ich hatte kaum erwähnt, 'Haß ich gerade die Orte besucht hatte, wo er vor einigen Jahrzehnten zu Fuß gegangen oder auf einem räudigen Esel geritten war, als der (oltc Herr nahe daran war, mich zu umarmen. Als ich erzählte, daß ich am Grabe des Cyrus gewesen war und den Namen Vambc'ry an der Mauer einer der Grabkammern gesehen hatte (und andere Einzelheiten meiner Reise);' da kannte sein Entzücken keine Grenzen und er rief aus: „Sie haben Großartiges' geleistet!" Wenn man in solcher Jugend ein solches Zeugnis von Vambery erhält,' kann man beruhigt »ein ... Er schlug selbst vor, ein Vorwort zu meinem Buch zu-schreiben." . Vambc'ry hielt sein Versprechen und schrieb die Geleitworte zu Hedins erstem größeren Heisewerk. Nach Beendigung seiner Studien begann der Siegeszug der Entdeckungsreisen und auch der TErfolge und Anerkennungen.' Von seiner Tätigkeit in Inncrasien zurückgekehrt, beginnt die großo Vortragstournee. „1903 wieder in Budapest", berichtet er. „Budapest war gewissermaßen der Höhepunkt. Vambc'ry hält die Fest- und Begrüßungsrede. Ich mußte sprechen." Was Sven Hedin für dio geographische Wissenschaft geleistet hat, darüber wird in den Tageszeitungen und in den Fachblütterh jetzt viel gesagt' werden. Was er als guter und großherziger . Mensch geleistet hat, das bleibt gleichfalls unvergessen. Für Deutschland'schlug sein-Herz, daq bewies er im Kriege zu einer Zeit, in der eine Welt sich gegen Deutschland erhoben hatte. Seine Fürsorge galt den Gefangenen, deren Lager er besuchte; er tröstete und half, wie und wo er konnte. Ein begeisterter Schwede und —' durch Erinnerungen ah das ehrwürdige Pfarrhaus seiner Großeltern— ein tiefgläubiger Christ, kennt er keine Voreingenommenheit gegen irgendein Glaubensbekenntnis. Seine Mitarbeiter sind chinesische Gelehrte, Shintoisten, Buddhisten, Mohanunedaner :— zu ihnen allen Bteht er'in freundschaftlichen Beziehungen. Mit jüdischen Gelehrten . KabJsr regen Verkehr. Als er Palästina bereist hatte, schrieb er ein Buch „Jerusalem", in dem er in frommen Erinnerungen an die Evangelien schwelgte, aber er gedenkt auch des traurigen Schicksals der heiligen Stadt Angesichts.,der Klagemauer faßt ihn Wehmut und er schreibt: „So stehen sie nun klagend seit anderthalb Jahrtausenden und netzen die Steine mit ihren Tränen, durch die mächtige Mauer ■ vom Allerheiligsten getrennt, wo sich ehemals die Bundeslado in ihrer, Pracht erhob . . . Aber wie sie auch bitten und rufen, vergebens harren, sie der Antwort. Möchten doch endlich die Klagelautc verstummen und die Tränenströme ve r sie gou." Sven Hcdin wurden viele äußere Ehren zuteil: seine Brust hat nicht Platz für die vielen hohen Orden; zahlreiche Universitäten hoben ihn zum Ehrendoktor gemacht, viele gelehrte Gesellschaften zu ihrem. Ehrenmitglied. Sein König hat ihm den Adel verliehen, aber er war schon vorher ein wirklich adeliger Mensch, denn Adel kommt von edel her,,, ein Edelmensch. Die Erde hat er umschifft, durchfahren, durchritten, zu Fuß durchwandert. Er hat Orte betreten, in die vor ihm kein'weißer Mann den Fuß gesetzt, er. hat Menschen aller Rassen, Sprachen, . Religionen kennengelernt. Und vielleicht gedachte er und gedenkt er des schönen Dichterwortes, das auch in vielen Lesebüchern steht: „Raum für olle hat die Erde — was verfolgst du meine Herde?" Wenn man sich zu denen jesellt, die an Sven Hedins siebriptem Geburtstag seiner mit Gruß und Dank und besten Wünschen gedenken, dann befindet man sich in guter, in allerbester Gesellschaft. Dr. S. Elbe.

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