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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-02-06 · 6 (6.2.1935) · page 2

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
6 (6.2.1935)
Date
1935-02-06
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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l^^"V2$?y' ).«,-. JüJJfiyf? .^s^^n^' «j^^^^*^^?^^*^ '/ , Neapel 980. Oberitalien iat also von Juden weit starker ' bevölkert als Unteritalien. Die Juden verteilen sich so zieinKch gleichmäßig auf alle Berufe; Kauflcüte und iHarfdw*erker, sie sind unter den Gelehrten, den Künst-v lern; und Schriftstellern ebenso vertreten wie in anderen Berufszweigen. Es ist ja nicht unbekannt, daß Juden in unserem Lande auch hohe Öffentliche1 Ämter bekleiden, daßsie hervorragende Stellen im Kriegs-; und Heereswesen einnehmen und einen nicht . ■ wegzudenkenden Faktor ün öffentlichen { Kunstleben l . darstellen. Wie fern man hieir rassischen Problemen steht, geht daraus hervor, daß die Juden ebenso wie die Nichtjuden gegen Bürgschaft zweier Mitglieder in die Organisation der Schwarzhemden, : der* faschistischen Miliz, in die Jugendorganisation -Ballila usw. aufgenommen werden können. Ebenso wie .beim Militär gibt es auch in höheren und niederen Beamtenstellen Juden. Wenn es weder beim Studium nciqh sonstwo Hindernisse für Juden gibtjW kann doch nicht ganz übersehen werden,1 daß bei <3er Besetzung von staatlichen Stellen die Juden ein wenig in den Hintergrund gedrängt werden." . »Gibt es in Italien so etwas wie die Reichsvertrerung der deutschen Juden in Deutschland?" „Wir haben Wer eine Organisation, die aus sämtlichen Rabbinern der großen Gemeinden Italiens und vielen anderen angesehenen^ Juden besteht. ' Diese Union wählt aus ihrer Mitte einen Rabbin eVrat und siebzehn Beiräte, die kein rabbinisches Amt bekleiden-' Der Rabbinerrat seinerseits delegiert drei Rabbiner als Vorsteher in das Präsidium. Der Rat wird alle drei Jahre erneuert und ist in allen entscheidenden Fragen bestimmend. Er ordnet z. B. die Ausgabe von Schulbüchern an, er bestimmt die Steuer- und alle übrigen administrativen und Kultusangelegenheiten. Seinen Anordnungen hat sich jede Gemeinde Italiens zu fügen. Der Vorsitzende des Präsidialrats ist gegenwärtig der Oberrabbiner von Rom, Professor Sacerd o t i, wie überhaupt Rom die Zentrale aller jüdischen Angelegenheiten ist.'' „Bemerkenswert ist," erzählte Rabbiner Brecher; weiterj „daß die Zahl der Mischehen in Italien weiter stark zurückgegangen ist. Es wurden : zu keiner Zeit so wenig Mischehen geschlossen .wie heute. ' Der Jude bekennt sich offen und stolz zu seinem Glauben. Die italienischen Juden sind Mussolini sehr dankbar, daß er dafür gesorgt hat, daß das Judentum von jedermann geachtet wird. Wenn auch zionistische Ideen heute stärker "diskutiert werden als früher, so möchte ich doch bezweifeln, ob der Zionismus in Italien größere Fortschritte machen wird. Aus Anlaß eines besonderen Falles hat Mussolini im vergangenen Jahr klar und eindeutig erklärt: ,Für einen Italiener kann es nur ein Vaterland geben und das ist Italieh. Wer neben seinem Vaterland noch ein Privatvaterland besitzt, kann kein Italiener sein. Ich verlange von den italienischen Juden ein klares Bekenntnis zu Italien. In diesen Dingen kenne ich keine Teilung der Gefühle. Ich achte die Überzeugung jedes Menschen, und ich verlange ein restloses Einsetzen für Italien oder — für ein anderes Land. Zwei Vaterländer gibt es,riicht.'" „Wenn Sie nach Deutschland zurückkehren," beendete Rabbiner Brecher die Unterredung, „dann sagen Sie den deutschen Juden, daß dos italienische Judentum ihnen mit größter Sympathie gegenübersteht und mit stärkstem Interesse ihre Situation verfolgt. Und sagen Sie auch, daß die Juden Italiens Gottes Hilfe für die deutschen Juden erbitten, daß sie innerhalb der ihnen gezogenen Grenzen Ruhe und Frieden finden mögen." Der Lebeiisroman eines Dichters I. E. Poritzky geAorben Die geistige Wirkung .eines Mannes, der ein Dichter war, ginj* weniger in die Breite bTb in die Tiefe. Seine Gemeinde ist bei weitem nicht so groß, wie dieser schöpferisch reiche und selbständige Geist es verdient hatte. Er ist nur 59 Jahre alt geworden; aller Möglichkeiten seiner Arbeit beraubt, hat Poritzky nicht mehr den Lebenswillen aufgebracht, der nötig gewesen wfire, um eine schwere Gallenkrahkneit zu überwinden. Er starb am 31. Januar. Sein Leben an sich ist ein erschütternder .Roman. schmerzlichster Problematik. Atn 13. Januar 1876 in einem kleinen russisch-polnischen Dorf geboren, wachst der Knabe in dürftigsten Verhältnissen auf. Er geht schon früh eigene Wege: er haftet nicht am Dogma wie der Vater, aber er ist fromm und innerlich demütig von Natur, ein wahrhaft jüdisch fohlender Mensch, wenn auch nicht nach äußeren Gebrauchen lebend. Sein wacher Geist bildet sich früh an den Werken hebräischer Weisen. Als sein' Ehrgeiz nach Wissen ihn bald zur Lektüre deutscher Bücher treibt, straft der jähzornige Vater ihn auf das Empfindlichste. Mit 15 Jahren flüchtet er aus dem Hause. Er arbeitet in Holland, in Karlsruhe, in Frankfurt; er wird Verkaufer, Coupletsänger, Abschreiber; Endlich landet er in Paris — die Sorbonne wird dem Hungernden .—1 auf jedem Gebiet hungernd! — nur vorübergehend eine Zuflucht. Er unternimmt es, sich zu Fuß. bis nach Berlin durch- -. zuschlagen; eine Unzahl trauriger Leidensstationen wird überwunden. Er beginnt zu schreiben. Ohne Vorkenntnisse erzwingt er das Studium auf der Berliner Universität. Nach fünf Semestern muß er die Medizin aufgeben — er ertragt es nicht, den Anatomie- Kurs mitzumachen („Abseits vom Leben", Skizzen aus der Anatomie). Er sattelt um und wendet sich der Philosophie zu. Sein Buch: „Meine Halle" (1900), eine rückhaltlos krasse Schilderung-seiner Jugend, macht auf ihn aufmerksam. Die Novelle: „Keinen Kaddisch wird man sagen" läßt ihn bereits als einen Schriftsteller von Rang erkennen. Es folgen zwei Essaybände: „Herz der Nacht" und „Imago mundi". Ein großer, dichterisch anmutender Formensinn spricht aus diesen Arbeiten. „Probleme und Portraits", ein vierbändiges Werk, erfaßt die führenden Geister aller Lander, mit wunderbarer Klarheit und plastischer DarstcIIungskunst. Nun endlich findet Poritzky das .....Ohr der.. Einsichtigen. Seino - Schaffenskraft wfichst, es entstehen mehrere Bühnenwerke: „Uber Nacht" (viel gespielt) und groß angelegt „Die unsich tba re Kraft". -'~"..JL- Am schönsten sichtbar wird Poritzkys starke Naturverbunden^ heit in dem Buch „Melancholien" (1927), dos mit überlegener Reife dos Problem der Polygamie behandelt. Poritzky gestaltet hier die Tragödie der Einsamkeit, zu der — trotz aller Erlebnisse < mit Frauen — der schaffende Künstler verurteilt scheint. Eine ungewöhnliche Kraft in der Darstellung des grausam Fantastischen sprichtaus dem Novellenband „Mysterien", die Arbeit ist hauptsächlich aus TrBumen geboren, sie erinnert an beste Schöpfungen von E. A. Poe. Poritzkys letzter Roman ist noch ungedruckt. Der Dichter gibt am Ende seines schmerzvoll-schaffensreichen Lebens die Geschichte seiner Mutter. Unvergessen bleibt ihm die nur liehe ausstrahlende GeBtalt Beiner Jugendhölle. Von ihr hat Poritzky die aufopfernde Hingabe geerbt, die er für seine Nächsten ■ bis zur Selbstent&ußerung treibt. Dieser Sinn für die Familie ist ganz jüdisch, ebenso wie das große, warme Herz dieses zu früh Abberufenen. . A. L. Poritaeky und der Hauptmann von Köpenick Von anderor Seite wird uns aiis Anlaß-des! Ablebens. vo?» I. E. Poritzky noch geschrieben: . ' . ' '," Eines Tages erschien 1. E. Poritzky bei niir m ,der_ Redaktion eines Berliner Blattei, und brachte mir ein. Feuilleton, einen seiner geschliffenen,, gedankeotiefen Essays. Wir; kamen..ins Plaudern, und ich erkundigte mich nach seinem Ergehen,;.Noch, heute sehe ich ihn bleich und hohlwangig vor mir, noch heute höre ich Beine Antwort auf meine Frage: . .... „Wie's mir geht? Ich krepiere vor. Hunger . . .1" *.' Ich., war erschüttert. Die Frage, ob er .gegebenenfalls eine RedaktionBstellunc annehmen würde, bejahte er leidenschaftlich, und eine halbe Stunde spfiter ließ ich mich bei dem mir gut bekannten Besitzer einer anderen Berliner Tageszeitung, melden. Zufällig brauchte man gerade einen sogenannten Schlußredakteur, und ich durfte Poritzky in einem' Rohrpostbrief die freudige Mitteilung machen, daß er am nächsten Nachmittag um sechs Uhr seinen Dienst antreten solle. Als ich an diesem -Nachmittag selbst in die Redaktion' führ, traf ich ihn in.:der StraJ^nhahn,'inBtruierte ihn;ioch genauer'Über . seine Pflichten und empfahl ihm im übrigen, sich rn.Zweifelsffillen an den erfahrenen und bewahrten Metteur zu wenden. An der Ecke der Markgrafen- und' Leipziger Straße sprang er ob, um der Lindenstrafic zuzustreben. - In meiner Redaktion fand ich den Bericht einer Korrespondenz über dos tolle Stückchen des Schusters Voigt, des „Hauptmanns von Köpenick", vor.. Die Quelle schien. trüb,, denn der Herausgeber der Korrespondenz war nicht übertrieben zuverlässig. Also erkundigte ich mich telefonisch in Köpenick, und als ich dort Bestätigung des Unvorstellbaren erhalten hatte, richtete' ich in der nötigen, gegebenen Aufmachung den Bericht, für die Setzerei ein. Er war natürlich auch an das Blatt gelangt, an dem der neue Schlußredakteur I. E. Poritzky tatig war. Er las die Meldung staunend, um sich darauf mit vdem Metteur darüber zu unterhalten. Und der Metteur, dem der Ruf der Korrespondenz bekannt war, meinte etwa, das sei wieder so ein Bluff. Erst BpBter, als die Zeitung schon fast vollkommen umbrochen, die ersten Formen bereits in die Maschine gegangen waren, wurde der Herausgeber jener Korrespondenz glänzend gerechtfertigt. Denn nun traf die Meldung von dem Streich des „Hauptmanns" durch das offiziöse Wölfische ■ Telegraphenbüro ein; es war also nicht mehr an ihrer Richtigkeit zu zweifeln. Aber den Druck anhalten, eine neue Form gießen zu lassen,'wagte der Schlußredakteur nicht, und so wurde die knappe Wolffsche Notiz ohne besondere Auffälligkeit unter den „Letzten Nachrichten" untergebracht. Am nächsten Tag tobte der Zeitunjjsbesitzer in zornigem Grimm; denn sein Blatt war das einzige m Berlin erscheinende, das dem Streich des Schusters Voigt nicht die Ehre der ersten Seite hatte zuteil werden lassen. Und das Opfer dor Köpcnickiado wurde der arme Poritzky, unter dessen Schlußredakteurherrlichkeit der Chef jah den Schlußstrich zog . . . B.'W. „ Verjudete Zuitände an der Breslauer Uniyerfitat** Breslau. Die „Nationalsozialistische Schlesische Tageszeitung" schreibt; Eine westdeutsche Zeitung hat unter der. Uberschrift „Verjudete Zustande an der Universität Breslau" Ausführungen gemacht, die ein falsches Bild von den Breslauer Hochschulen zu geben geeignet sind. Der Gauamtsführer des schlesischen NS. Studentenbundes hat dazu eine Erklärung gegeben, in der es u,. n. heißt: „Die Studentenschaft der Universität hat es unter Führung des NSD. Studentenbundes in schwerstem Kampf erreicht, daß der größte.Teil der in dem Artikel genannten Juden langst vom Katheder verschwunden ist. Von den aufgezählten jüdischen Professoren Frankel, Jessner, Winterstein, Fuchs, Prauanitz, Riesser, Taubmann istnurnochProfessor ■ Jessner tatig. Alle anderen Bind schon langst auf Drangen des NSD. Studentenbundes aus dem Lehrkörper der Universität ausgeschieden. Ebenso ist es unrichtig, ' daß der NSDStB. eine Schutzwacho für einen jüdischen Professor gestellt,' hat. Der NSDStB. hat vielmehr durch einen Sicherheitsdienst dafür gesorgt, daß kein artvergessener deutscher Student an den Vorlesungen des betreffenden Herrn teilgenommen hat; Die schleaischen Studenten sind auf der Hut, wenn es gilt, ihre Hochschulen von volksfremden Elementen zu reinigen." . , .; - JudenfeindUthe Schilder entfernt An den Ortseingftngen in .Gütersloh i. Westf. wurden Schilder angebracht mit der Aufschrift: „Juden sind 'in dieser Stadt nicht erwünscht".\Auf Vorstellungen beim Bürgermeister wurde veranlaßt, daß Polizeiorgans -die Schilder sofort wieder entfernten, so daß sie nur wenige Stunden sichtbar waren. Religiös-liberaler Jagendtag Vorstandstagung des Weltverbandes für religiöB>liberaIes Judentum Lohdon. Dieser Tage fand! in der liberalen Synagoge in St John's Wood Road : emo. Beratung, des. Vorstandes des Weltverbandeafür religiös-liberales" Judentum.' Btatt, Es wurden Berichte; angeschlossener; Verbände, sowie aus Landern,. in denen für die reugiös-libcrale Bewegung erst Pionierarbeit geleistet Werden! muß,, erstattet. Mehrere Delegierte schilderten die' Entwicklung dos religiösen Liberalismus iii Deutschland, Österreich, Ungarn, Holland, Australien und. Südafrika. Ausführlich' wurden auch dio Ergebnisse der letzten . in Berlin abgehaltenen Tagung der Vereinigung für das religiösliboralo Judentum in Deutschland gewürdigt. Es wurde betont, daß der Verlauf der Konferenz die Einheitlichkeit der Zielsetzung und die geistige Geschlossenheit der roligiös-liboralcn Bewegung in Deutschland erwiesen habe. Eine besondere Aktivität entfalte die Gruppe in Budapest, die von etwa 300 Personen, unter ihnen zahlreiche Intellektuelle un'd einflußreiche Persönlichkeiten, tatkräftig gefördert werde. Es wurde angeregt, am 7. April in allen angeschlossenen Verbfinden einen J u g e n d t a g abzuhalten. An diesem Tage , soll in allen Orten, wo eine religiös-liberale Jugendgruppe besteht, ein Gottesdienst abgehalten werden, dem am Nachmittag eine Konferenz mit Vortragen ■ folgen solK Dos Vortragsthema soll überall ■' das gleiche; sein, -und dio. .einzelnen Gruppen sollen einander die Ergebnisse der Aussprache zuleiten. Tagung ' der liberalen Rabbiner In Berlin fand unter dem Vorsitz von Rabbiner Dr. Casar Seligmann eine erweiterte Vorstandssitzung der Vereinigung de,r liberalen Rabbiner Deutschlands statt. An der Tagung nahmen u. a. die Rabbiner Dr. Blumenthal, Dr. Dienemann, Dr. Galliner, Dr. Italiener-Hamburg, Dr. Vogelstein-Breslau, Dr. Wiener und Dr. Wolf-Dresden, teil. Nach eingehender Aussprache wurde beschlossen, eine Hauptversammlung der Vereinigung der liberalen Rabbiner anlaßlich ■ der für den 8. April vorgesehenen Haupt- ' Versammlung des Allgemeinen Rabbiner-Verbandes zu veranstalten. Im Mittelpunkt soll eine Mnimo.nid eb - Fe s t si tz u n g stehen, für die zwei wissenschaftliche Referate vorgesehen sind: es soll die Stellung des Hainham zu einem religiösen Spezialpröblem halachischer oder rehgionsphilosophischec Art behandelt worden. Das zweite Referat soll die Wirkung des Rombom auf die jüdische und allgemeine Kultur behandeln. ■ In der .Sitzung wurde die bereits bestehende Kommission für eherech t Ii che» Fragen unter Vorsitz von Rabbiner Dr.- Dienemann aufs neue bestätigt. Auf Antrag Dr. Wolfs wird beschlossen, wegen noch schwebender Verhandlungen in der Schächtfrage anläßlich der bevorstehenden Hauptversammlung in einer Vorstandssitzung erneut Stellung zu nehmen. Weiterhin wurde beschlossen, in enger Fühlungnahme mit Führern der Jugend in kürzester Frist dem Vorstand ausgearbeitete Vorschlage zu ■ unterbreiten, um dem immer stärker werdenden Verlangen der Jugend entgegenzukommen, das Alltagsleben durch Wahrung bestimmter religiöser Gebote und Brauche zu heiligen. Die Kommission besteht aus den Herren Kantorowsky, Salomonski und Wolf. - s/3 Verzieht auf die Lehrbefugnis -j . U Staatsminüter Schemni über;'T©ra'':xin^ ,JJoa Teufelswerk der Weltgeschichte" In der „Volksparole", Düssoldorf, veröffentlicht Staatsminister H. Sehe mm einen Artikel, in dem er sich mit. der Ethik des Nationalsozialismus beschäftigt und betont, daß der nationalsozialistische Staat rücksichtslos mit Gesetzen, Moralanschauuhgen und Rechtsbegriffen aufräumen werde, wenn sie sich der gesunden Entwicklung entgegenstellten. In diesem Zusammenhang befaßt sich Staatsministev Schemm auch mit dem Judentum, indem er schreibt: „Sein auf Materialismus und irdischen, besitzmBßigen Genuß eingestelltes Wesen,-'das keine großen Ewigkeitsgedariken in sich barg, bewirkte naturgemäß die Uberzeugung, daß dieser stets gleichbleibende materialistische Genußzustand gesetzlich geregelt werden mußte. Daher kam1 dos Gesetzbuch, die Tora. Im Laufe der Jahrhunderte jedoch erwies sich dieses Gesetzbuch als unzureichend, entweder waren die Maschen zu groß oder zu klein, und es galt, gewissensberuhigende Paragraphen zu schaffen. So schufen dio altrcstaraentlichen juristischen Zauberkünstler das um viele Paragraphen erweiterte Gesetzeswerk der Mischn'a und man plünderte lustig, im Rahmen des Gesetzes sich von Johweh beschützt fühlend, die Mitmenschen aus und bezog sich dabei noch auf Recht, Gesetz und Moral. Es .dauerte auch nicht lange, dann waren auch hier bald Defekt» und Fehler, Unzulänglichkeiten, vielleicht aus Gewissensbissen fühlbar. Deshalb schufen die vorhin erwähnten Gesetzesfabrikanten dos Teufelswerk der Weltgeschichte, den Talmud, der ein Gesetzbuch darstellt, welches mit den Begriffen Recht und Moral die niedrigsten Ge-' meinheiten verbindet. » Die folschen Auffassungen über den Talmud sind von jüdischer Soite bo oft widerlegt worden, daß es sich für unsere Leser erübrigen dürfte, den erwähnten Darlegungen ein Wort hinzuzufügen. Der Honorarprofessor;an-der -Haridelsbtochschüle "Berlin", Dr. M a n e s , hat, nach einer Meldung der „Frankfurter Zeitung", auf seine Lehrbefugnis verzichtet. Die auf Grund des § 8 des Berufsbeamtengesetzes früher ausgesprochene Entziehung der Lehrbefughis ist damit a u f g;.e h o b e n worden. Inzwischen war Professor Manes als Gastprofessor der Universität Buenos Aires tätig, woselbst er zum Ehrenmitglied des Instituts für Versicherungswesen ernannt worden ist. Ferner hat er dieser Tage die Ehrenmitgiiedschaft des Verbandes der Universitätslehrer für Versicherungswesen ■ in den Vereinigten Staaten von Nordamerika erhalten. I Beleidigter Anwalt klagt . Pforzheim. Unter der Hauptüberschrift „Ein Urteil, dos die Juden freut" berichtet der. „Pforzheimer Anzeiger" von einem Prozeß, der vor dem dortigen Amtsgericht verhandelt wurde. Ein Pforzheimer Geschäftsmann hatte als Vorsitzender einer Wirtschaftsorganisation mit einem Rechtsuchenden zu verhandeln. Da er bei der Besprechung feststellte, daß der Betreffende vorher schon bei einem Anwalt gewesen war, und zwar bei dem jüdischen Pforzheimer Rechtsanwalt Dr. Arthur Bloch, richtete er an den ..Auskunftsuchenden die Frag&i „Warum gehen Sie eigentlich zu dem Saujuden7" Der Anwalt erfuhr von dieser Bemerkung' und leitete darauf eine Beleidigungsklage ein. Der Angeklagte wurde wegen - Formalbeleidigung zu fünfzig Mark Gelüst r a f e verurteilt.

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