Mannheim
Compact Memory

Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-01-23 · 4 (23.1.1935) · page 9

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
4 (23.1.1935)
Date
1935-01-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/4109741-2613367-2613371--156-2614969
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

2. Beilage 23. Januar 1935 i,.',' '. JUDISCHE AUGEMEINE ZEITUNG + » o Der Spiegel ge8cnätzte Leserin befürchte keine b Predigt gegen Auswüchse der Damenmode. Das hat schon der Prophet Jesaja vergeblich besorgt, als er sich mit seiner berühmten 'Strafrede an die Töchter Zions wandte, die „hochmütig trippelnd einhergehen und mit den Fußspangen klirren. Der „Herr wird ihnen wegnehmen den Schmuck der Fußspangen, die Netze und die kleinen Monde, die Ohrgehänge, die Ketten und die Schleier, die Kopfzeuge, die Schrittkettchen und die Binden, die Riechfläschchen und die Amulette, die Fingerringe und die Nasenringe, die Feierkleider und die Mäntel, die Tücher und die Taschen, die Spiegel und das feine Linnen, die Turbane samt den Floren". Für. einen Besuch im Berliner Kulturbund — denn darum handelt es sich hier — verbieten sich die meisten dieser Dinge ohnehin. Teils auB modischen, teils aus anderen Gründen. Wenn es auch nicht ratsam ist, daß die Besucherin des Parketts genau so viel Farbe auflegt wie die Darstellerin im grellen Rampenlicht der Bühne, so wird man doch dafür Verständnis haben, daß sie sich vor dem Betreten des Zuschauerraums noch einmal selbst von ihrer Schönheit überzeugt, ehe sie andere damit zu überzeugen versucht. Leider trägt der Kulturbund diesem "Bedürfnis nicht die geringste Rechnung. Er ist wenig galant. Gewiß, er haust in einem Theater, in 'dem vermutlich Adele Sandrock schon als junges Mädchen aufgetreten ist. Aus jenen Tagen stammt offenbar auch der Spiegel, der im Garderobenraum angebracht ist. Ein Prachtexemplar, das möglicherweise Dei einer Kunstauktion Antiquitätenpreise erzielt. Denn dieser Spiegel hat einen Rahmen aus Altgold. Dafür ist das unterlegte Quecksilber nur von fragmentarischem Reiz, und das Bildnis, das sich den Beschauerinnen darin zeigt, ist alles andere als „bezaubernd schön". Wissen Sie, was ein Lachkabinett ist? Es ist ein Raum mit vielen Spiegeln, mit konkaven und konvexen Spiegeln, und wenn man sich darin betrachtet, bekommt man einen Schreck. Denn man sieht seine eigene Karikatur. Der Spiegel im Kulturbund hat möglicherweise einem solchen Lachkabinett als Inventar gedient. r - Auf die Frage einer Dame, ob es erlaubt sei, sich zu schminken, fällte einmal ein Bischof von Amiens ein salomonisches Urteil: „Madame," antwortete er, „es läßt sich so viel dafür und dagegen sagen, daß ich Ihnen nur raten kann, den Mittelweg zu beschreiten und sich nur eine Wange zu schminken." Aber selbst dafür reicht der Kulturbund-Spiegel nicht aus. Wie sang Dapertutto in „Hoffmanns Erzählungen"? „Leuchte holder Spiegel mir." Dieser Wunscn sei hiermit im Namen zahlreicher Besucherinnen des Kulturbund-Theaters an den Herrn Intendanten weitergegeben. Es ist eine dankbare Inszenierungsaufgabe. Benjamin. Das Paradies erwacht Der Garten Eden foü wieder plühen — Große Betväjferungs- ' plane im Irak Der Garten Eden soll wieder blähen. Nach dreitausendjährigem Schlaf wird, wie wir in der „B. Z. am Mittag" lesen, die Wüste, in die das Paradies der Bibel durch Kriege und Raubbau verwandelt worden ist, wieder fruchtbares Land werden. Zwar -wird nicht Milch und Honig dort fließen, aber Bäche und Kanäle werden WaBser führen, und weite Felder von Mais und Weizen sowie große Baumwollpflaniungen werden sich an ihren Ufern erheben. Bei Kut ei Amara, dem historischen Schlachtort des Zwei-Strom-Landes, wird ein Staudamm quor durch den Tigris gebaut. Mehr als 15 000 Quadratkilometer' zwischen den beiden großen Strömen, dem Euphrat und dem Tigris, werden durch die dort aufgestauten Gewässer zu fruchtbarem Lande umgeschaffen werden. ........-< Dort, wo heute die Wüste liegt, nur durch kleine Oasen unterbrochen, wo höchstens am Flußbett eine geringe Vegetation sich erhebt, sollen fleißige Bauern wieder angesiedelt werden.. Heute treiben vereinzelte Beduinenstämme ihre Herden von Brunnen zu Brunnen, und gebleichte Knochen von Schafen, Eseln und Kamelen bezeichnen den Weg ihrer Wanderung. .., Die Bewohner des Iraks, hauptsächlich Araber, werden an den Stellen siedeln, wo einst Adam und Eva nach der biblischen Überlieferung lebten. Schon zu Zeiten der Babylonier ist das Land wüst geworden, da diese die Wülder abholzten und die von den Assyriern angelegten großen Bewässerungssysteme verfallen ließen. Der Strom, der den Garten Eden einst bewässerte, der Schattel-Gharraf, der heute im Sommer wasserloB sein trockenes Sandbett erstreckt, soll durcfi dos Staubecken bei Kut cl "Amara wieder zum fröhlich plätschernden Strom werden, ein Kanal, der sich mehr als.drei Kilometer lang ins Land erstreckt, wird die Wasser dem Schntt-el-Glinrraf zuführen, der jetzt nur bei Hochwasser des Tigris. Wasser führt. Der Staudamm' wird mehr als 650 Meter lang und ungefähr 15 Meter hoch sein und 56 Öffnungen, die durch Schleusentore kontrolliert werden, sollen den Durchlaß des Wassers ermögUchen.' Um die Lachszucht des Tigris aufrechtzuorlialton, wird eine Lachsleitor in den Dumm eingebaut, der den vom. Meere kommenden Fischen es ermöglicht, stromaufwärts die Steigung zu überwinden. In drei Jahren, sollen die .Arbeiten beendet werden, die verhältnismäßig geringe Ausgaben erfordern, da das gesamte Stau- ■werk, dos von englischen Unternehmern errichtet wird, nur 12 bis 15 Millionen Mark Herstellungskosten erfordern wird. Sabbatlichter am Kafpi-See Ein Abend bei perfifchen Juden I Teheran, im Januar. Schön und bcscnwcrlich sind die Straßen zu Füßen des majestätischon Dcmawc»tgcbir(i.cs, am Rande des Kaspiechcn Meers. Steil fallen die mächtigen Wando der persischen Bergkette aus einer Höhe von Tausenden von Metern herab zu einer BinnonBcc, die tief unter dem Spiegel der Ozeane liegt. Und auf den Straße» rast der modische Kraftwagen neben dem langsam dahintrottenden Kamel und Maulesel dahin, an Orangenhainen und Teeplantagen entlang, durch Pfützen, die daB Ausmaß eines kleinen Sees haben, an Arbeiterkolonnen vorbei, die an dem neuen Autovcrbindungsnetz des vorderasiatischen Königreiches bauen. Bald wird auch hier die Modemo mit allen ihren vielen Licht- und Schattenseiten Siegerin auf der ganzen Linie sein. Aber vorerst reist man mit dem kilomcterfrcsscndcn Benzingefährt nur am Ta^c an dor Küste des Kaspisccs. Des Nachts ist man gezwungen, die Karawansereien aufzusuchen, die die Kameltreiber gerade am Tage, benutzen, da sie nur dann marschieren, wenn die oft grausam strahlende Sonne hinter den Bergen verschwunden ist. Dio Nacht hat hier noch immer etwas Unheimliches für den Fremden. Freilich,, bei wolkenlosem Wetter, wenn sich der persische Himmol wie eine klare Kristallkugcl über die Landschaft wölbt, geben die Storno selbst bei Neumond Licht genug. Ist jedoch von der Wolga «in Tief herangezogen, peitscht ein Sturm den Kaspisce und brachen sich dio Wolken an den Felsen des Demawent, dann herrscht die Finsternis unumschränkt, wie der dunkle Schatten, der einst das Nilland getroffen. Zu solcher Zeit hockt der Fremde mit persischen Bauern oder turkmenischen Händlern um den dampfenden Teekessel in der Dorfherberge, ißt das Pilaw, das neisgericht des Orients, aus flachen Schalen und hört den heimischen Musikanten zu, die auf uralten Instrumenten schwermütige Weisen spielen. Vielleicht tanzt dazu noch ein Bauernjunge in Mädchcnklcidcrn einen überlieferten Volkstanz vor, wahrend die Frauen, scheu in die Ecke gedrückt, es kaum wagen, hier und da neugierig hinter ihrem Schleier hervorzublicken, um zu sehen, was die „Herren der Schüpfung" treiben. Nicht lange aber dauert diese Kurzweil. Bald ziehen die Spielleutc ab, die Lampen verlöschen, und im unbestimmten Licht des Herdfeuers versinken Wanderer und Fahrer in tiefen Schlaf. Der Mensch des WestenB aber, den doch zumeist in der Ferne die Neugier plagt, rafft sich zusammen und tritt hinaus in eine stcmcnlosc, schwarze orientalische Nacht. Das Brausen ur.d Donnern der See ist das Einzige, was man vernimmt, und erat allmählich schärft sich der Blick, so daß man wenigstens die Handerkennen kann, die man sich vor die Augen hält. Und in dieser Finsternis plötzlich ein helles Licht . . . Unmöglich, zu sagen, woher es kommen mag, nicht un- Von unserem A. -S. - Berichterstatter gefährlich auch, im völligen Dunkel den Weg dahin zu finden. Aber die Neugier siogt. Langsam gewinnt man den Weg zur Landstraße, geht dann schneller weiter, immer dem Lichte nach, das wie ein Stern leuchtet — und steht dann endlich vor einem Bauornhäustficn, aus dessen Innern ein lebhaftes Stimmcngcmurmcl ertönt. Plötzlich erkennt man auch die Lichtquelle: zwei Silber no Leuchter auf einem weiß gedeckton Tisch — und ein Gemisch von Rührung und Scham überkommt den Wanderer: Da irrt man nun auf den Straßen VordcraBicns umher, sitzt mit den Angehörigen aller Nationen und Religionen an einem TiBch, teilt mit ihnen das Lager, immer auf dor Suche nach Neuem, Unbekanntem, rastet in griechischen Klöstern, lauscht dem Abendgebet der Mönche, feiert mit Türken und Araborn den Beiram, mit den Persern das Nouruz-Fcst — und hat an don Sabbat vergessen. Von Enzcb-Pahlovi geht in den nächsten Tagen pinmal ein Dampfer ab, den man erreichen will. Die Stunde spielt keine Rolle, die Zeit hat andere Werte als im hastenden, nervösen Westen. So sucht man vor sich selber billige Entschuldigung und klopft an eine Tür, zu deren beiden Seiten dio weißen Hüllen von Gcbetrollen blinken. Ein kleiner Junge in persischer Tracht öffnet, wirft einen Blick auf don Fremden und ruft frflhlich in die erleuchtete Stube hinein: „Mutter, Vater —. ein Au räch!" Ja, ein Aurach, ein Gast, wenn auch kein „Uruschalami", den der Jude des OstenB so Bchätzt wie der Mohammedaner den HadBchi, den Wanderer, , der in Mekka war. Und rechte Gastfreundschaft lernt man auch nur im Osten kennen, bei Jud und Christ und Moslem. Da ist man bald von der ganzen Familie umringt, erhält noch einmal zu essen und zu trinken — und muß dann erzählen von der seltsamen Welt da draußen und von den noch seltsameren Dingen, die sich zutragen auf Gottes weiter Welt. So verfliegt die Zeit mit diesen persischen Juden, dio auf dem Kopfe die vorgeschriebene Mütze Irans, die Kola Pahlevi, tragen. Man sitzt um den summenden Samowar, der die nahe Grenze Rußlands kündet, verfällt selbst bald in-das Kauderwelsch, das sich aus Persisch, Türkisch, Russisch und Jiddisch zusammensetzt und bedauert es, daß schließlich die vorgerückte Stundo zum Abschied mahnt. Natürlich würde man morgen wieder kommen ... Nachdenklich tritt man im auffrischenden Wind den Rückweg' an, und che man sich zur Ruhe begibt, wird der Wogcnlcnker geweckt: „Wir fahren morgen/ nicht weiter, Barada, morgen ist Ruhetag". Und dann streckt man sich befriedigt und beglückt auf seinom Lager aus und versinkt bald in tiefen Schlaf — das eintönige Rauschen des Kaspisee im Ohr und den Sabbat-Frieden im Herzen Galerie der Koftbarkeiten Vorfchau auf eine bedeutfame Berliner Kunflauktion Vor dem breiten, großen Gebäude in der Bellevuestraßc am Berliner Tiergarten mit der hohen Freitreppe herrscht reges Leben. Autos fahren vor und Autos fahren fort, ein kurzer Gruß noch' wird aus dem Fenster dem einen oder änderen Menschen zugeworfen, der mit einem blauen Buch im Arm in der weiten Tür des Hauses Graupe verschwindet. Wio gesagt, es herrscht Betrieb vor und in diesen Hallen, Männer und Frauen kommen heraus und gehen hinein, manches fremd klingende Wort vernimmt man, manchen sogenannten Fachausdruck (der kommt aus dem Munde der Kunsthistoriker, die diese Berliner Auktion als eine Fundgrube für ihr Wissen betrachten). Was das Gäßebuch verrät Ein Blick ins Gästebuch erzählt uns, daß es wirklich eine internationale Auktion mal wieder ist, wie Berlin sie lange nicht erlebte. Und schon im Garderobenraum hören wir, wie der amerikanische Kunsthändler B., der Mann mit dem feinen Instinkt von Weltruf, einem französischen Sammler erklärt, daß dieses Ereignis auf dem Kunstmarkt vergleichbar sei mit der Auflösung der Sammlungen Huldschinsky und Figdor, Rothschild-Goldschmidt oder Eduard Simon und mit all den anderen Auktionen, die in der Reichshauptstadt aus jüdischem Sammlerbesitz stattfanden. Heute handelt es sich um die kostbaren Bestände aus der Liquidation des Berliner KiuisthandelskonzernB van Diemon-Margraf- Burchard, um etwa 650 Nummern, ein wahrhaft eindrucksvolles Ensemble, das sich dem heimischen und dem ausländischen Markt am 25. und 26. Januar in einer ersten Auktion stellt. Weitere Versteigerungen sollen folgen. Eine Graupe-Auktion versteht immer, die Gegenstände auch richtig auszustellen. Blumen füllen die Zimmer und geben dem Ganzen mehr den Eindruck eines gepflegten Interieurs denn einer „Besichtigung"......... Der Katalog Das blaue Buch, das jeder Besucher hier im Arm trägt, das er eifrig studiert und noch eifriger daheim studiert hat, das ist der Katalog. Sorgsam ist da verzeichnet worden, was man über dio Kostbarkeiten, die versteigert werden, herausgefunden hat, erlauchte „Provenienzen" liest man: „Aus dem Besitz des Herzogs von Altenburg", „Aus ehemals Kaiserlichem Besitz Potsdam", „Aus der Silberkammer des Großherzogs von Mecklenburg". Aber auch mancher jüdische Sammlername begegnet uns: „Aus Sammlung Eugen Gutmann-Berlin", „Aus Sammlung Kaufmann", „Aus Sammlung Alphonse Kann-Paris",- und die holländischen Gemälde tragen im Katalog sämtlich den Vermerk: „Gutachten M. J. Friedländer". „JVur mit Genehmigung des Innenminijlera" Ja, die holländischen Bilder I Vor ihnen könnte man tagelang stehen, so schön Bind sie. Da ist iRcmbrandts Studienkopf aus der Sammlung Semenov, ein Brustbild eines älteren Mannes mit krausem, schwarzem Haar und Bart, en face. ■ Warm leuchtet das braune toga-artige Gewand im Goldrahmen, und fast scheint uns die Bemerkung, die ein englischer Händler, Mr. C., zu einem deutschen Begleiter tut, aus der Seele gesprochen: die Schönheit der Häßlichkeit ist hier zum Ausdruck gekommen, eine meisterliche Darstellung eines häßlichen Menschen, den Künstlorschaft zu wahrem Kunstwerk gestempelt. „Man muß an die Hille Bobbe des Frans Hals denken", meint die kleine Holländerin, eine Dame der hiesigen Botschaft, und sie hat recht. Auch der „Rubens" in dieser Versteigerung, jene wunderbar lichte Allegorie, steht 'laut ministerieller Verfügung, wie man bei Graupe hört, auf der Liste der national wertvollen Kunstwerke, und die Au s fuhr nach dem..... Ausland ist nur mit Genehmigung des preußischen Innenministeriums zulässig. Wie gern würde 3er oder jener der französischen Herren, die nach Berlin eilten, die kostbaren Mabel von David Roentgen mit in die Heimat nehmen, den Schreibsokretär mit den der Rokokozeit geläufigen Geheimfächern, mit reichstem Bronzebeschlag, mit dem hübschen Puttenrelief, oder das große Bureauplat aus dem hellgebeizten Mahagoniholz, in dessen Schreibplatte königsblaue opake Glasscheiben eingelassen sindl Denn diesen berühmten Schreiner hatte sich ja dereinstens Marie Antoinette, dio launische Königin, eigens von Neuwied an ihren Versailler Hof kommen lassen! Bewunderung bei der Vorbeßchtigung Wir wandern weiter in dieser Galerie der Kostbarkeiten. Und wir wissen nicht so recht, was wir zuerst erwähnen sollen; denn kaum jemals war eine Sammlung so gleichwertig und so vollständig. Bekannte Porzellansammler aus Budapest scharen eich um dio Meißener Stücke, die von den berühmtesten Meistern der Manufaktur Augusts des Starken gearbeitet wurden: der große . Kandier schuf die Mandelkrähen in Bronze montierung--ein . französischer Goldschmied die eben» kostbare Fassung dieser Porzellanvögel --, der große Kaminvasensatz, der aus drei hohen Gefäßen besteht, wurde eigens für Friedrich den Großen angefertigt, Wiener Porzellan und all die anderen Fabriken, die die '. Barockfürsten ins Leben riefen, stehen mit ihren Erzeugnissen bei Graupe. Man hört um sich herum nur Worte der Bewunderung, aus' deutschem und aus außerdeutschem Munde. Man hört, dio Feststellung, daß ein solch bedeutsames Angebot die Berliner Auktionssaison in einem Augenblick regerer Kauflust und gestärkter Aufnahmefähigkeit einleitet, und daß man mit größtem Interesse diesem Ereignis entgegensieht. Dr. O. B.. . Boris Kroyt'Quartett In einem Sonderkonzert der Künstlerhilfe stellte sich das Bo r is - Kro y t - Q u ar te 11 (Boris Kroyt, Benj. Dörnfeld, Heinz Weiden, Gottfr. Zeelander) vor. Ein früher, bisweilen ans Orchestrale streifender Debussy gab Gelegenheit zur Entfaltung eines außerordentlich klangschönen, zarten piano; man empfindet übrigens schon eine entscheidende Distanz zu dieser Welt des musikalischen Impressionismus. Nach Debussy Beethovens op. 74 mit den Btarken Anklängen im Scherzo an die Fünfte, schließlich Haydn — alles; schwungvoll und mit großangelegtem Aufbau musiziert; durch Beseitigung kleiner Härten im forte, bisweilen auch durch größere Durchsichtigkeit des Klanggewebes würde der günstige Gesamteindruck des hochwertigen Ensembles noch gewinnen. Der Beifall war stark, und man nahm gern noch Glasunows „Interludio" als Zugabe an. ' ' - F. .*iüM:ä>ft4*.V ^4.* -i . <1A „ ä! W « vA-^-f.sjjt»)'.»fowaEW v*■> S*-*) IdlM v iVA*? V *-vr ,> $&C<£&«"

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.