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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-01-23 · 4 (23.1.1935) · page 6

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
4 (23.1.1935)
Date
1935-01-23
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Ei hob weiterhin den gemc'inschaftsbildcndcn Charakter des Religiösen hervor. Zwei Anträge, dio den Wunsch aussprachen, daß die liboralc Vereinigung S ehu 1 kursc £ür Führer der Bünde einrichten und es sich angelegen soin lassen möge, Erluutcrurigsschriften zur Bibel in deutscher Sprache zur Förderung der Gemeinden herauszugeben, wurden dem Vorstand zur weiteren Behandlung überwiesen. Das Schlußwort In seinem Schlußwort warnte Heinrich Stern vor einer Vergottung der Jugend, nur weil sie jung sei. Nur wenn sie etwas leiste, sei sie berechtigt, Forderungen zu stellen. Sic hat, betonte Stern, große Verdienste: sie hat in der Zeit schrecklicher Heimatlosigkeit dieser Jugend eine Heimat gegeben. Der Vorsitzende brachte sodann zum Ausdruck, daß dio Versammlung, den Lebens beweis für die Existenz des liberalen Judentums erbracht habe. Dicso Bewegung ist ein bestes Stück uriscrOa Lebens. Heute ist es schwer zu sehen, wie unsere Kinder" nahe bei uns und fern von uns kämpfen, um einen Sinn in allem zu finden. Wir müssen Ernst machen mit dem Opfer eigener' persönlicher Bequemlichkeit, gedanklicher Trägheit und des Materiellen. Eretan.dcm Opfct, so schloß Rechtsanwalt Heinrich Stern seine eindrucksvolle Ansprache, werden wir erkennen, ob von dieser Versammlung ein neuer Anfang ausgehen wird. Ein Wort zum inneren Neubau Von Dr. WILLY KATZENSTEIN-Bielcfeld Wenn auch in den schweren Zeiten, die wir deutschen Juden durchleben, naturgemäß die Sorge für „Hilfe und Aufbau", für die Erhaltung der wirtschaftlichen Grundlagen "und Schaffung neuer Exiitenzmöglichkcilen' im Vordergrund steht, so gilt doch auch hier der alte Satz: „Der Mensch lebt nicht von Brot allein.' Dauernd geht durch unsere Reihen das Suchen nach einer geistigen Klärung und Fimdierung unserer Situation, das Ringen um einen, festen Standpunkt gegenüber den bedrängenden Erscheinungen der Gegenwart, und die Frage nach den uns auch in ideoller Hinsicht gestellten Aufgaben kommt nicht zur Ruhe. Immer wieder müssen wir, die wir uns bewußt als einen Teil des Ganzen fühlen, um dio Sinndeutung des uns auferlegten Schicksals — oder der uns zutcilgewordenen Berufung — uns bemühen. Die Beantwortung erfolgt durchaus nicht immer nach der Schablone der bisherigen; innerjüdischen Parteigruppierungen. Allzuoft macht sich allerdings das Bestreben geltend, eine innerjüdische Scheidelinie zu ziehen, ohne daß ersichtlich wäre, welchen Nutzen dies für die Gesamtheit bedeutet oder welcher aufbauende Gedanke sich damit verbindet. Auf der anderen Seite werden wieder Gegensätze, die im Bau jeder menschlichen Gemeinschaft naturnotwendig gegeben sind, ignoriert, um Totalitatsonsprüchcn einzelner Gruppen Raum zu geben. So findet sich auch jetzt wieder in einem sonst sehr beachtlichen Aufsatz von Dr. Ernst Herzfeld-Essen in der C.V.-Zcitung vom, 10. Januar d. J.: „Forderungen zum inneren Neubau'.' der Gedanke vortreten, daß es im deutschen Judentum zwei weeensverschiedeho Richtungen geben, nämlich die im C.V. zusammengefaßten Juden, die in Deutschland ihren Mittelpunkt sehen, und die anderen, die in Palästina das Zentrum erblicken. „So verläuft in Wirklichkeit die Scheidelinie, und nur so." Dagegen ist Herzfcld der Ansicht, daß die rein religiös ausgerichteten Fronten überlebt Bcicn. „Dio organisatorische Ausdrucksform des religiösliberalen Judentums ... ist nicht mehr zeitgemäß. Esi muß abtreten wie jede Partei, die ihr Programm restlos durchgeführt hat." Dieser Auffassung muß widersprochen werden. ' Ist es wirklich so, daß die Scheidelinie zwischen den Anhängern des C.V. und den eifrigen Freunden des Palästina-Aufbaus verläuft und nur bo? Ist der Gegensatz zwischen religiösem Liberalismus und Orthodoxie völlig bedeutungslos geworden, und die Vereinigung für das religiös-liberale Judentum nur noch verpflichtet abzutreten? Hierzu sei zunächst geBagt, daß die von Herzfcld — und vielen anderen Freunden — gezogene Scheidelinie in der Wirklichkeit nicht existiert, jedenfalls nicht für die praktische jüdische Arbeit, und auch rein ideologisch w_eit mehr in der Vorstellung einiger Theoretiker als klar erfaßt in der großen Masse der jüdischen Menschen. Das kleine Häuflein Radikaler und Extremisten rechts und links natürlich ausgenommen. „Der eine sieht in Deutschland seinen Mittelpunkt Er will hier leben und wirken: Der andere sieht in Palastina das Zentrum." So Herzfeld. Aber viele tausend Zionisten wollen in Deutschland leben und wirken. Und auch die C.V.er und die Anhänger des „deutschjüdischen" Gedankens müssen, wenn sie gerecht sein wollen, von großem Dank gegenüber den Pionieren des PaläBtina-Aufbaus erfüllt sein. Kein noch so deutschfühlender (das Wort ohne Anführungszeichen!) Judo weiß, ob seine Nachkommen ihre Heimat in Deutschland haben werden. Niemand kann . zwar sagen, daß er die völlige Herauslösung des deutschen Judentums aus den deutschen Zusammenhängen für gewiß hält, n i e - mand untor uns Wünscht sie, aber jeder weiß, daß unsere Zukunft in Deutschland ein schweres Problem geworden ist und daß für uns zunächst — neben dem Kampf um die wirtschaftliche Existenz — die Vertiefung unserer jDdiBch-geistigen Fundierung das Wichtigste ist Wenn es in der Stellung zu allen diesen Fragen überhaupt eine Scheidelinie gibt, so geht sie mitten durch jeden einzelnen von uns selbst hindurch. Es zeugt von warmer Einfühlung, wenn Rudolf Callmonn unsere Stellung als eine „zwischen Frage und Antwort" bezeichnet und nur von denen sich scharf abgrenzt, dio im Jüdischen völlig negativ sind. n. Das bisher Gesagte war mehr ideologischer Art. ■ Weiter in das Gebiet der praktischen Arbeit führt aber schon HerzfeldB Ansicht, die - Organisation des religiös-liberalen Judentums sei nicht mehr zeitgemäß und müsse abtreten. An ihre Stelle müsse der C.V, in aas gesamte Gemeindeleben eindringen. Ich betrachte, diese Auffassung als. einen schweren Irrtum. Zwar ist es unbestreitbar richtig, daß der Gedanke und die Werbekraft des religiös-liberalen Judentums seit mehr als einem Jahrzehnt erheblicho Einbuße erlitten hat Die Grunde .mannigfacher Art liegen wohl zumeist in der ■ ' starken Vordringliehkeit gesanitjüdischer Aufgaben mehr praktischer Natur seit Kriegsende. Vor allen Dingen hat das alle jüdischen Gemüter in der einen oder anderen Richtung stark' bewegend«'Probleme des jüdischen Heims in < Palästina die rein religiösen Bestrebungen in den Hintergrund treten lassen.' Abpi■ deswegen ist der ewige Gegensatz zwischen religiösliberaler und orthodoxer' Weltanschauung doch in voller Kraft bestehen geblieben.-Befragen wir .nur die Geschichte: Durch Jahrtausende hindurch hat es bei uns dgn Geistoskampf/gegeben zwischen Prophetismus und Priestertum, zwischen der Herrschaft des Gesetzes und den unveräußerlichen 'Ansprüchen des eigenen Verstandes und des Lebens, zwischen denen, für die die von Urzeiten gegebene göttliche Offenbarung ein! für allemal abgeschlossenst, und den anderen, die' an eine fortlaufende, auch' uns Heutigen erleuchtende Offenbarung des göttlichen Geistes glauben. Diese Scheidelinie, —: wenn' einmal von einer solchen die Rede sein ' muß —- ist ewig und" wird nicht nur bei uns Juden, sondern; aü(ih bei allen anderen Völkern1 und Religionetf bestehen, solange es religiös empfindende ~ Menschen gibt. Die Geschichte lehrt aber auch, daß es einmal völlig hellcnisiertc, dann arabische, spanischen Juden gegeben hat, die nicht als Griechen, Araber oder Spanier, sondern nur als Juden Glieder einer bis zu uns fortgesetzten Kette geworden sind. . Man muß sich also davor bewahren, daß zeitlich Bedingte zum Grundlegenden zu machen und das Dauernde zu bagatellisieren. — Wenn dies einer sagt, dessen Vorfahren seit Jahrhunderten in deutscher, westfälischer Erde ruhen und der nie eine andere Heimat gekannt hat als dio deutsche, so wird er wohl vor dem Verdacht der Wurzellosigkeit oder ähnlichen Mißdeutungen geschützt sein. Wer davon weiß, wie sehr das Bingen um religiöse Problemo in. den letzten Jahren im Hintergrund gestunden hat, und wio wenig gerade der religiöse Liberalismus in Deutschland bisher zur Auswirkung gelangt ist, den muß es wirklich sehr verwundern, wenn er die Behauptung liest, der religiöse Liberalismus habe sein Programm restlos durchgesetzt. Tatsächlich horrt der weitans größte Teil dcB Programms noch der Erfüllung. Noch beherrscht in allen Fragen dcB jüdischen Rechts und in der offiziellen Anerkennung des Rituolgcsctzcs die konservative Richtung in strenger Observanz das Feld. Unendlich viel bleibt noch zu tun, um der religiösfortschrittlichcn Weltanschauung ouch nur die Gleichberechtigung im Leben der jüdischen Gemeinschaft zu erkämpfen. Damit soll gewiß keinem Kulturkampf das Wort geredet werden in einer Zeit, da uns'nichts so not tut als Einigkeit. Es soll nur der Gefahr vorgebeugt werden, daß das ganze religiöse Leben sozusagen durch eine unrichtige Weichcnatcllung auf ein falsches Geleise geschoben und dadurch kroftloB gemacht wird. III. Denn wenn die beiden sich gegenüberstehenden religiösen Weltanschauungen, Orthodoxie und Liberalismus, beido noch nicht abgedankt haben, dann muß auch die Zeit wieder kommen, wo jede von ihnen mit verstärkter Kraft um die Seelen der Menschen ringen wird. Hierauf gründen sich unsere Hoffnungen für die Zukunft des geistigen Judentums überhaupt. Auch in Palästina werden dem religiösen Liberalismus noch große Aufgaben bevorstehen, und es ist durchauB^ujcht gleichgültig, ob ihm die geistigen Kräfte hierfür auch aus dem deutschen Judenrum zuwachsen worden oder nicht. Religiöse Aufgaben können aber nur Menschen und Organisationen erfüllen, die ihrer Natur, und Verfassung nach religiös gerichtet sind. Der C.V., der jüdische Menschen aller religiösen Weltanschauungen upifaßt, und - daher schon satzungsmäßig in religiösen Dingen neutral sein muß, kann nicht an die Stelle der Vereinigung für das religiös-liberale Judentum oder einer anderen religiösen Organisation treten. Vielleicht wäre dor Irrtum gar nicht entstanden, wenn die Vereinigung für das liberale Judentum sich immer genau im Rahmen ihrer religiösen Kompetenzen gehalten hätte und nicht manchmal gar zu sehr in Gebiete abgeschweift wäre, die dor C.V. als'zu seinem Aufgabcnkreis gehörig ansieht. Vielleicht hat sie sich dadurch zeitweilig um einen Teil ihrer besten Kraft gebracht und es mag auch sein, daß sie auch in der nächsten Zukunft noch nicht die Bc deutung gewinnen wird, die ihr als Trägerin einer echten Welt anschauung zukommt. Aber überlebt ist sie nicht, und ihre Zeit wird wiederkommen! Hoffen wir, daß die „Scheidelinien" zwischen den 'Organisationen, die nicht ein Gegen eibander, sondern ein N e b e n einander 'bedeuten, künftig besser beachtet werden. Der C.V. ißt als solcher weder religiös-liberal noch orthodox, sondern er steht alsrein „weltliche" Organisation laußerholb jeder religiösen Bewegung und ist nur ganz allgemein, 'wie alle positiv jüdisch arbeitenden Verbände an der Förderung der religiösen Kultur interessiert. Damit kann er aber eine'religiöse Vereinigung weltanschaulicher Art nicht ersetzen. Und was die Förderung des Religiösen in seiner Allgemeinflcit anbetrifft, so scheinen mir andere Vereinigungen, deren Mitglieder in höherem Maße bereit sind, sich selbst aktiv religiös zu betätigen, wie etwa die Jugendvereine, auch noch mehr berufen zu sein als der C.V. Der C.V. kann auch ruhig darauf verzichten, das ganze Gemcindeleben in jeder Form zu durchdringen. Denn abgesehen davon, daß er angesichts der Vielfflltigun|» des jüdischen Daseins dieses Ziel doch niemals erreichen wird, bleibt ihm noch eine solche Fülle wichtiger Aufgaben, daß er. durch Konzentration auf diese nur gewinnen kann. Gerade die Zeit seit 1933 hat die hohe Bedeutung des C.V. für das deutsche Judentum, und seine Lebenskraft, in einer Weis© erwiesen, wie man es früher kaum geahnt hätte. Darum freue man sich der Vielfältigkeit in der Einheit, die, wenn ein Jeder an dem ihm zukommenden Platze wirkt, und unnötige Zersplitterungen unterbleiben, ja doch nur ein Zeichen der ungebrochenen Gesundheit des jüdischen Lebens ist! DIE BIBEL ERZÄHLT im Wqdienabfdinitt jisrau von der Begegnung Mosis mit Jithro. Der midjanitische Priester beobachtet, daß'Mose vom Morgen bis zum Abend daniit beschäftigt ist, „das Volk zu richten". Er rät ihm, geeignete Männer aus dem Volk zu erwählen, die die leichteren Fragen entscheiden sollen. Nur die schwierigen Rechtsfälle sollen vor Mose gebracht werden. Diesen Rat befolgt Mose. Den wesentlichen Inhalt unserer Sidra. bildet der Bericht von der Offenbarung der Zehngebote am Sinai. O Mose ist vom Morgen bis zum Abend damit beschäftigt, die Streitigkeiten der Israeliten zu schlichten, in seinem Volke Recht zu schaffen und den inneren Frieden herzustellen. ■ Solch schonungslose Strenge gegen sich selbst ist das Merkmal einer großen Persönlichkeit. Die Aufgabe aber, die Mose sich stellt, seht über die Kraft eines einzelnen Menschen, so groß er auch sein mag, hinaus. Sie kann nur gelöst werden, wenn aus dem Volk heraus gleichstrebende Männer ihm helfen. Eine seltsame Auffassung der Bibel ist jüngst von einem jüdischen Redner vorgetragen worden. Die heilige Schrift, so führte er aus, spricht vom guten und vom bösen Trieb der Menschen. Sie ist nicht nur eine Verkünderin des ewigen Friedens, sondern erzählt auch von blutigen und grausamen Kriegen. Sie gibt ein Gesamtbild des Lebens. Wir sind demnach nicht berechtigt, aus diesem Kosmos „eine Auswahl des gerechten Lebens zu treffen". Damit wird also der Bibel der ethische Grundzug und jede erzieherische Absicht abgesprochen. Die völlige Unnahbarkeit dieser Auffassung ergibt sich aus unserer Sidra. Bevor Gott sich am Sinai Israel offenbarte, sprach er zu ihm: „Wenn Ihr auf meine Stimme hören und meinen Bund beachten werdet, sollt Ihr mein Eigentum unter allen Völkern sein. Ihr sollt mir ein Reich von Priestern und ein heilig Volk sein". Mit diesen Worten, die auf die Verkündigung der Zehngebote vorbereiten sollen, wird dem Volke Heiligkeit, sittliche Vollkommenheit als die Aufgabe seines Lebens bezeichnet. Die ethische Grundtendenz der Bibel tritt hier mit unverkennbarer Deutlichkeit hervor. Dem sittlichen Erziehungsideal dienen die Zehngebote, alle übrigen ethischen, kultischen oder zeremoniellen Gesetze der Tora ebenso wie die Mahnreden der Propheten. Sie bleiben absolut unverständlich, wenn' die Bibel .'nicht die Absicht' hat, ein „heiliges Volk" heranzubilden. Von dieser Zentralidee jüdischer Frömmigkeit aus sind auch die erzählenden Partien der Bibel zu deuten. Sie zeichnet nicht blutlose Schemen, unwirkliche Idealgestalten, sondern Menschen von Fleisch und Blut mit ihren Fehlern und Schwächen. Gutes und verwerfliches Handeln, friedliche Gesinnung und kriegerisches Denken werden aber nicht als gleichwertige Formen des menschlichen Lebens nebeneinandergestellt. Durch die Tatsache, daß Menschen Unrecht begehen, werden die sittlichen Normen der Bibel nicht aufgehoben. Sie geben vielmehr den Maßstab für die Beurteilung aller menschlichen Handlungen ab. Wer den ethischen Grundcharakter der Bibel bestreitet, hat ihren Geist nicht erfaßt. Er zerstört in verantwortungsloser Weise die Grundlage unseres religiösen Lebens. Lewkowitz-Bcrlin. Ootteaftfenfte Freitag, 25. Januar: Lindenstraße und .Friedenstempel: 4.45 Uhr. Neue Synagoge und Lützowstraße: 6 Uhr. Fasanenstraße: 6.30 Uhr (Galuner). Schmargendorf und LevetzowBtraße (Prinz)*.7 Uhr., Liberale Synagoge Nordenj-Schönhauser Allee. 162: 7.15 Uhr (Swarsensky). Liberale Synagoge. Osten, Kaiseretraße 30: 7.30 .Uhr ttlosenthal). Liberale Synagoge Nordost, Prenzlauer Promenade 176: 7.30 Uhr (Heymann). Liberale ■ Synagoge Westend, Kaiserdamm 78: 7 Uhr (Goetz). Liberale Synagoge Weddinü- Reinickendorf, Persische Straße 13: 7.30 Uhr (Sänger). Jüdische Religionsgemeindo Charlottenburg, Schulatraße 7: . 445 Uhr. Jüdische Reformgemeinde, Joachimsthaler. Straße 13: 6.30 Uhr (Bobenthal). . .'.::•' Sonnabend, 26. Januar: Hauptgottesdienst: 10 Uhr. Frühgottesdierist Lindenstraße, Leveteowstraße und Prinzregentenstraße: 7.30 Ubr; Liberale Synagoge Norden (Plaut), Liberale Synagoge' Osten' (Goetz), Jüdische ReugionBgemeinde Charlottenburg: 9:3cfuhr ■■•; Sb'nntä'g,'2 7. Januar: Jüdische neformgemeinde, Johannisstraße 16: 10.30 Uhr (Gottschalk). " " Glüdtwiinfch an Dr. Klee Am 26. Januar begebt Dr. Alfred Klee, Vizepräsident des Preußischen Landesverbandes und Vorstandsmitglied der Berliner Jüdischen Oemelnde, seinen 60. Oeburtatag. Mein lieber, Freund Klee, es bedurfte nicht des großen Erlebens der letzten zwei Jahre, um uns daran zu erinnern, wie stark das ist, was uns bindet im Gegensatz zu dem, was uns trennt. Ein halbes Menschenalter haben wir in der Berliner Gemeindeverwaltung miteinander gearbeitet, miteinander, auch wenn wir die Klingen kreuzten. Der Ausgangspunkt unserer Arbeit war ein verschiedener, das jüdische Weltbild malte sich in unseren Köpfen grundsätzlich anders, das gemeinsame Arbeitsziel aber ist das gleiche gewesen: Erhaltung, Stärkung und Fortpflanzung der jüdischen Gemeinschaft im allgemeinen und in unserer Berliner Jüdischen Gemeinde im besonderen. Wir können es sicher nicht in Abrede stellen, daß Sie uns mit Ihrem Temperament, Ihrer Redegabe und dem Ernst Ihres jüdischen Wollene manche schwere Stunde gemacht haben. Wenn heute in der Gemeinde auch die jüdisch-nationale Richtung ihre Vertretung gefunden hat, so sind Sie derjenige, dem Ihre Freunde in erster Linie zu danken haben, und dem darum Ihre „Gegner" in erster Linie grollen müßten. Wenn trotzdem im Laufe der Jahre über alle Gegensatze der Weltanschauung,.hinweg, sich,.ein herzliches' Freundschaftsvcrhalrnis zwisclien Danen und vielen von uns heraus, ' gebildet hat,- so nicht . nur desheUj, weil wir uns menschlich verstanden haben. . Es ist der Segen jüdischer Arbeit, daß, sie echtes jüdisches Wollen überall zur Geltung bringt. . Wio lebhaft steht der Tag vor mir, da ich Ihnen in Ihrem alten Heim zu Ihrem 50. Geburtstag gratulierte! Sind es wirklich s chon 10 Jahre, sind es .wirklich, er st 10 Jahre, die wir so zusommeiV ' verlebt haben? ,Si°- sitzen heute im, Vorstand d«C Jüdischen Gemeinde Berlin, und so dürfen Sic sich an ihrem 60. Geburtstag rückschauend Bogen," daß es viel ist, was Sie nicht) nur für Bich, sondern auch für. Ihre .(^esinn.ungsfreunde erreicht: haben.' ■' - -> . Nicht nur. im eigenen Nomen, sondern im Nomen oll derery' die. lange, mit Ihnen zusammen gearbeitet haben, wünsche ich: Ihnen für' Ihr häusliches ün<Vfür.Ihr öffentliches Leben, daß Ihnen die Spannkraft des Geeistes, die Großzügigkeit jüdischer Anschauung und nicht -zuletztdie' Gewalt' dta Wortes erhalten'' bleiben," das'Sie

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