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Jüdische allgemeine Zeitung · 1935-01-16 · 3 (16.1.1935) · page 3

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Journal
Jüdische allgemeine Zeitung
Volume
15 (1935)
Issue
3 (16.1.1935)
Date
1935-01-16
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Es wird gemeldet: ■ Nach einer Mitteilung der „Oldcnburgischcn Staatszeitung" sind die Grabschfindcr von OcvclgOnnö festgenommen worden. Es handelt sich um zwei Jungen, von denen der altere, 14jährige, in Haft genommen wurde. Sic gehören keiner Formation der NSDAP an. Das Blatt fügt der Meldung hinzu, »daß dio Juden sowohl als jeder Deutsche vor Verstößen gegen das sittliche Gefühl geschützt werden". ■ In Frankfurt n.M. hat eine von Oberlehrer1 E, Gut einberufene Vcrwaltungsausschußsitzung des Vereins A c h a w a, Pensions- und Hilfa küsse israelitischer Lehrer Deutschlands, stattgefunden, in der die Verteilung der PensionszuschOsse vorgenommen würde. Es könnten rund 300O RM. zur Ausschüttung bereitgestellt werden. ' * fl Wie der „Angriff" meldet, ist es während der Aufführungen des Films „Symphonie der Liebe" im Ufa- Theater in der Friedrichstraße und' am Kurfflrstendamm zu lebhaften1 Demonstrationen gekommen. In -der . Fiiedrichstraße sei sogar das Überfallkommando alarmiertworden, das den Saal rAumte. Das Blatt' erhebt, unter anderem auch Einwände gegen die Hauptdarstcllerln H c d y Kiesler. Der jetzt für Deutschland zurechtgeschnittene. Film habe schon .unter seinem früheren Titel „Ekstase" in Wien wilde Proteste' hervorgerufen. « ■ Auf Grund einer vom Reich'sministcr für Vollcsaufklärung und Propaganda angeordneten Nachprüfung ist die im Jahre 1926 ausgesprochene Zulassung des Chaplinfilms „Goldrausch" von der Filnipberprüfstellc widerrufen worden. »■ Nach einer Mitteilung von Gitta Alpar, die die „Frankfurter Zeitung" veröffentlicht, beabsichtigen sie und ihr Gatte GüBtav Fröhlich; ihre Ehe trennen zu lassen, wobei die nichtorische Abstammung Gitta Alpars eine Rolle spielt. ■ In London ist im Altor von fast 91 Jahren die Witwe des im Jahro 1915 verstorbenen Lords Nathaniol Mayer Rothschild, Lady Emma Louisa Rothschild, gestorbon. Sie war die Mutter des jetzigen Chefs des englischen Houbcs Rothschild und wurde am 23. Marz 1844 in Frankfurt a. M. geboren. * ■ Unter der Bezeichnung „Emcol" wurde in Paris durch die Vereinigungen ORT,"OSE und EMIGDIRECT ein neuer Verband für jüdische Auswanderung und Kolonisation gegründet. * ■ Nach Meldungen aus New York hat die Zweitälteste Synagogengemeinde „Bne Jcschurun" das Jubiläum ihres 110jährigen Bestehens gefeiert. Präsident Roosevelt und Staatsgouvemcur Herbert H. Lehmann hatten u. a. Glückwunschschreiben übersandt ' ■ In dem polnischen Ort Wawer wurde auf den Laden des jüdischen Kaufmanns Finkelstcin ein Sprengstoffanschlag verübt, bei dem das Geschäft vollkommen verwüstet wurde. Der Inhaber wurde schwer verletzt. Auch in W i 1 n a wurde vor einer jüdischen Buchhandlung eine Bombe zur Explosion gebracht. * ■ In Florentiner Verein für jüdische Studien wurde zum ersten Wale ein in einem jfldiseh-.11a 1 ienischen, Dialekt gtsdiriebenea fhe tite r stück WL» Gnor« Luna" aufgeführt. # ■ Unter dem Rufe „Juden hinaus aus Griechenland" griffen Angehörige der antisemitischen Terrororganisation E.E.E. jüdische Passanten in.Castöria, unter ihnen den dortigen Öbe r rab bin c r an. Der. Oencralgouverneur von Mazedonien hat s-trengste Bcstta.fnng der Exzedenteriangeordnet. a. G. in Berlin „Jofeph ben Matthias44 im Berliner Knltorbiutd Wie sagt Grillparzcr? „Ein jeder ' ,Faüst' hat seinen zweiten Teil." Nach der Schilderung des Untergangs deB Salomonischen Heiligtums (im Zweigschen. „Jeremias") glaubte der Berliner Kulturbund, sozusagen als dramatisches Lchrhaus in der Charlottenstraße, uns auch die Zerstörung des herodianischen Tempels nicht vorenthalten zu Bollen. Er hatte daher'den Kulturbund Rhein-Ruhr, der vor kurzem das Erstlingswerk des jungen Kölner Autors Julius Wolffsohn, „Joseph ben Matthias", uraufgeführt hatte, zu einem Gastspiel (für Montag- und Dienstagabend) "eingeladen;"" ' ""'"* '"' Jeremias, gefesselt und gefangen, findet auf den Trümmern der Heiligen Stadt den ergreifenden Ton zu seinen Klageliedern. Joseph ben Matthias, der Bpäter als Flavias Josephus unter dem Patronat und im Palast der römischen Cäsaren die Geschichte seines. Volkes schreibt, will (bei Wolffsohn), nachdem er seine Friedens-Mission gescheitert sieht und der zweite Tempel in Flammen aufgegangen ist, ein neues Jerusalem, ein Jerusalem des Geistes erbauen. Zu diesem Zweck bittet er sich von Titus aus der Tempelbeute die Schriftrollen und Freigabe, einiger Schriftgelehrter aus; um durch das Wort, durch die Schrift, glaubend, dienend, bekennend, das Schicksal zu besiegen und die jüdische Gemeinschaft zu erhalten. » Josephus hat neben den „Jüdischen Altertümern" und dem „Jüdischen Krieg" auch eine Autobiographie geschrieben. Sie enthält die Worte: „über meinen Charakter sollen andere urteilen, wenn,sie'mögen." Er ist nicht günstig beurteilt worden. Flavius ist 'in die Geschichte als Feigling und Verräter eingegangen. Graetz hat ihm Eitelkeit, Verstellung und Gesinnungslosigkeit vorgeworfen. Er nennt ihn klein und Kümmerlich, einen Dämon der Zwietracht. Auch Dubnow ist wenig glimpflich mit ihm verfahren. Anders, der Dramatiker Wolffsohn. Er läßt den Makel eines judäischen Apostaten nicht auf seinem Helden sitzen. Er wirft sich zu seinem Ehrenretter auf und macht ihn zu einer tragischen Erscheinung, zu einem Menschen, der einen vergeblichen Kampf gegen eine zwangsläufige Entwicklung führt. * Die Willkürherrschaft der Römer und ihre Übergriffe haben zu schwerer Beunruhigung Judäas geführt. Während in Jerusalem Adel, Priesterschaft und die bürgerlichen Parteien für Frieden sind, drängen die'Nationalisten zum Krieg. Joseph weist die Aussichtslosigkeit eines Kampfes mit Rom nach. Trotzdem wird mobilisiert und Joseph soll die Verteidigung des judäischen Bollwerks, der Provinz Galiläa, übernehmen. 49 Tage lang hält er, trotz größter Entbehrungen und gegen das. Verlangen^ der Belagerten, die Festung Jotapata, in der Absicht, Vespasian mit seineu römischen Heer möglichst lange vor» Jerusalem fernzuhalten. Nach dem Fall Jotapatas wird er gefangen genommen. „Fürs Vaterland zu sterben, ist schön. Aber leben, wenn alles' zusammenbricht, ist mehr." Er prophezeit Vespasian dio römische Kaiserwürde, und der beschließt, den Feldzug gegen Jerusalem vorläufig aufzugeben. Die Prophezeiung erfüllt sich. Vespasian wird Kaber von Rom. Jedoch zwei Jahre später beginnt der Kampf gegen Judäa unter dem Oberbefehl seines Sohnes Titus. Als dessen Freund und Berater nutzt Josephus. seine Stellung, um wenigstens eine Schonung des Tempels durchzusetzen. Ein erster Friedensvorschlag acheitert. Grauenhafte Hungersnot ist die ' Folge der Belagerung.. Da läßt Titus den Josephus,:einen letzten Vermitt- UmgBvorachlsg machen. Doch seine flehenden. ^Bitten, die Stadt tu übergeben, prallen an dem..unbeugsamen Willen des tapferen Führers Simon bar Giora ab. Das Schickssl Jerusolems ist damit besiegelt. ..■ -. ,v .., "'•:.< - ■ ■■■■■ .-.<:,. •:• ., •' -' Die ewige Aktualität und Tragik dieser jüdischen Epoche hat Wolffsohn mit sicherem Instinkt'ausgedeutet und zu lebendiger Darstellung gebracht. Wenn auch nicht künstlerisch -vollauf''beb wältigt. Er verzichtet auf lärmende Kampfaktionen auf oder hinter der Szene, auf Massenauftritte starrer Statisten. Die Ereignisse verdichten sich und strahlen, ohne berichtmäßig zu werden, im Dialog aus, der seine Diktion aus dem, sprachlichen Fundus der Gegenwart nimmt. Durch diese formalen Beziehungen bringt der Autor uns nicht nur die Ereignisse, sondern auch die Menschen nahe. Sie reden einander mit Sie an. Worte wie Mobilisierung, Truppenverschiebung, Wehrverbände, Miesmacher fallen, und andere, politische . Begriffe gegenwärtigen Lebens betonen die Aktualität des Stoffes. Die Darsteller machen sich leider nicht alle die pathosfreie Sachlichkeit der Wolffsohnschen Sprache zu eigen. Dio Titelrolle spielt Heinz Friedeberg. Er hat dafür sicherlich die Begabung, aber noch nicht die Reife. Er stellt eine Figur auf die Bühne, aber nicht einen Charakter. Er schwankt zwischen Saloppheit und Pathos, zwischen sprachlichem und gestischem Naturalismus und stilisierter Darstellung. Seine Charakterisierungsornamente sind aufgesetzt, nicht zwangsläufig gestaltet und innerlich miteinander verbunden. Sehr prägnant Max Koninski als schillernder, kühler, undurchsichtiger Diplomat Burrus, Willy Buschoff als Schauspieler Alityrus und dann als Oberbefehlshaber Vespasian ein wenig zu operettenhaft aufdringlich. Für die Gestalt des Oberpriesters Anama hat Fraenkel-Froon die erforderliche Würde, während seinem Titus die lebhafteren'Farben fehlen. Dio Frauen dieses MännerBtücks, auch vom Dichter nui skizzenhaft behandelt, bleiben im Konventionellen stecken. Ein Lob noch für den Regisseur Hans H i n r i c h , der auch dem Simson bar Giora den totbereiten Fanatismus gibt. Die Berliner kennen ihn von seinen Inszenierungen an der Volksbühne, des „Fallstaff" an der Staatsoper, der „Voruntersuchung" von Alsberg. Er arbeitet mit primitiven szenischen Mitteln und erreicht durch Lichteffekto vor stilisiertem Hintergrund Btarke optische und dra matische Effekte. Der Beifall war stark. Er rief auch den jungen Autor zum Schluß auf die Bühne. Engen Tannenbaum. Dio entzückende „Verkaufte Braut" -Schau im Kultur' bund zeigt jetzt, alternierend mit Fritzi Jokl, eine neue Marie: Ruth Wolffreim. Eine gesanglich abgerundete Leistung, besonders im Lyrischen. Ettfos mehr Frische und Leichtigkeit statt des allzu betont Elegischen könnte nichts schaden und würde viel leicht nüch zur Auflockerung des konventionellen Spiels ihres Partners Jeher beitragen. Amüsant, mit darstellerischer und gesang-r licher Routine legt Walter Olitzki die die Handlung .beherrschende Rolle des Heiratsvermittlers Kezal hin. Die ^Partie der Susanne - Stein ist mit Agnes Lenbach hinreichend besetzt. Die Tölpelhaftigkeit Kuthans, Kürt Baumannb lebendige Regie und vor ollem Joseph Rosenstooks grazile Beschwingtlteit und musikalische Prägnanz sind, neben allen Bonstigen Vorzügen von Oper und Aufführung, beste Rechtfertigung für den starken Erfolg. ■ ■ Jüdisches Lehrhaus. In der Donnerstag-Vortragsreihe ^Tradition und Leben" spricht am 17. 'Jarular, 20.15 Uhr, in der Singakademie Profi Dr. Martin Buber über' „Uberlieferung und Erneuerung" (C3iassidismuB). Sonntag, ■ den 20. Januar, vorm. 11 Uhr, findet in der Singakademie die erste. Morgenfeier des Jüdischen Lehrhäusea statt:' Im Mittelpunkt steht als Sinnbild des duldenden Juden, für diese Feier von dem. Maler Ludwig Meidner dichterisch gestaltet, die :;Figur .des ^Hiolj, 'umrahmt von einer Auslese klassischer ' Dichtungen und Musik zä diesem Grundthema. Die künstlerisch? Gestaltung erfolgt durch Ludwig_ Hardt,. Hans John, Paula; Liridbeig' uiid.' (Jak Frey-Qujirtett. ' Euizelkarfen . an ' der'Kasse.. "..'.''!' ,.'.'''■ .,•.'"'.'.',''.;!,.•'' ,' •/'".','.' •'.'.'.."<•'• ..';.' <■!'4 ''':■':]■• ,',V Vorfchläge über Eherecbt§reform Die Frage der mischrassigen Ehen t Der Vorsitzendo des FamilienrechtsauBSchusscs bei der Ako-, demie für Deutsches Recht, Rechtsanwalt Dr. F. M ö ß m e r, hielt' dieser Tage einen Vortrag, bei dem er nach dem „Völkischen Beobachter" folgende Vorschläge vortrug, von denen er erklärte, daß sio bei den Vorberatungen ventiliert würden, daß jedoch dem späteren Inhalt des Gesetzes damit nicht vorgegriffen worden solle. Für dio Eheschließung forderte Rechtsanwalt Mflßmcr zunächst das Verbot der mi b c h r a s s i g c n Ehen. Er erklärte dazu, daß 1926 in Berlin von 1216 Juden 355 Ehen mit Nichtjüdinncn eingegangen seien, und daß von 1059 Jüdinnen 198 Nichtjuden geheiratet hätten. Weiter seien Erbkrankheiten und ansteckende Krankheiten bei der Eheschließung zu berücksichtigen und ferner Bei das bisherigo Mindest altor für dib Eheschließung (21 JohrC beim Mann und 16 Jahre bei der Frau); heraufzusetzen. Der Keim deB Verfalles liege oft in zu' früher Ehe. Als Heiratsmindestaltor schlug der Redner für Männer das 23. und für Frauen das vollendete 20. Lebensjahr vor. Auch müsse ein Ehefähigkeitszeugnis vorgeschrieben und ein Faffii- Benstammbuch bis zu den Urgroßeltern angelegt werden. » Wir haben kürzlich eine Entscheidung des Landgericht Düsseldorf über die Frage veröffentlicht, in welchen Fällen ein uneheliches Kind berechtigt sei, eine selbständige K l_a g ö auf Festttellung der Vaterschaft zum Zwecke dea Noch weises arischer Abstammung zu erheben. Das Gericht nahm Bezug auf einen Bescheid des ReichBministers des Innern, har*' dem ein uneheliches Kind, dos einen Nachweis 'übor seine AI stammung väterlicherseits nicht führen könne, bei; arischer AI stammung mütterlicherseits ab arisch anzusehen sei bis zum Beweise des Gegenteils oder, wenn nicht besondere Umständo dg Falles dagegen sprächen. Ein uneheliches Kind — so entschied, doB Landgericht — sei zu einer Klage der bezeichneten Art nur berechtigt, wenn ein rechtliches Interesse an der olsbaldigen Feststellung der Vaterschaft nachgewiesen werden könne. Das Gericht sah dieses Interesse hier nicht als gegeben an. Die Klägerin hat inzwischen gegen das Urteil Rc Vision beim Reichsgericht eingelegt. Sie wurde jedoch auch hier abschlag i g besebieden. Der Vierte Zivilsenat des Reichsgerichts (RG IV, 257/34) hat am 3. Januar das angefochtene Urteil des Land-, gerjehts Düsseldorf rechtskräftig bestätigt. „Rechts- und Kulturfdmtz" —•* — aber keine Gleichbereehtigungserklarungen in Österreich. I Wien. In der ausländischen Presse werden die letzten Erklärungen des österreichischen Außenministers Berger Waldcriegg auf eine im Dezember erfolgte Besprechung zwischen dem Mitglied deB ■ VerwaltungsrateB der Bank von England, Sir Otto Niemeycr4 und dem österreichischen Finonzminister Dr. Burcsch zurückgeführt, in der Dr. Buresch die Annullierung der gegen dio Juden gerichteten Maßnahmen, Wicdcranstellung der entlassenen jüdischen Angestellten ubw. versprochen habe. Die Jüdische Telegraphen-Agentur ist in der Lage festzustellen, daß bis jetzt von einer Annullierung der gegen die Juden in Österreich gerichteten Maßnahmen nicht gesprochen werden kann. Die Kündigungen der jüdischen Arzte in den sozialpolitischen Institutionen, in den staatlichen und städtischen Krankenanstalten, ebenso die Kündigung jüdischer Bonkbeamter in dem nun dem Staate gehörigen Bankenkonzern Credit-Anstalt-Wicner Bank-Verein und der sonstige Abbau jüdischen Personola sind, bis auf ganz geringfügige Ausnahmen, aufrecht erhalten geblieben. Auch der Schulklassen-Erloß ist bis auf einige besonders krasse Fälle in Kraft geblieben. Von einer Anstellung jüdischer Ärzte in den staatlichen Krankenanstalten iBt noch nicht die Rede. In jüdischen Kreisen Wiens fällt es unangenehm auf, daß alle offiziellen Erklärungen der letzten Zeit, angefangen von der Erklärung des Bundeskanzlers bei der Eröffnungdes Bundestages bis zu der kürzlich in der Budgetdebatte der Wiener Bürgerschaft erfolgten Erklärung des Bürgermeisters Dr. Schmitz und den vijrwöchcntlichen Erklärungen des Außermunisters, nur noch von einem „vorbildlichen Rechts- und Kulturschutz" sprechen, nicht ober von der vollen bürgerlichen Gleichberechtigung, wie Bie_ iri den einen Bestandteil der Verfassung bildenden MinoHtfltCTbeBtinimungen des Fricdensvertragea festgelegt ist. Unter „Rechtsschutz" kann alles mögliche verstanden" werden. Rechtsschutz genießt bekanntlich auch jeder Entmündigte mit Ausnahme desjenigen, der vogelfrei ist. Die bloße Zusicherung von Rechts- und Kulturschutz und die geflissentliche Umgehung der Deklaration „Gleichberechtigung" ruft daher bei den Angehörigen jener Berufe, die schon einmal unter der judengegnerischen Einstellung offirieller Faktoren z<i leiden hatten, große Beunruhigung hervor. In gut eingeweihten Kreisen weiß man, welche Bestrebungetl beispielsweise gegen die jüdische Rechtsnnwaltaohaft bey stehen. Man erfährt, daß von der Regierung nahestehender Seite Reformentwürfe ausgearbeitet wurden, in denen da 8 Wort .Jude" gar nicht vorkommt, mit denen aber durch allgemeine Bestimmungen erreicht werden soll, daß jüdische Anwärter zur Ausübung des Advokatenberufes kaum mehr zugelassen werden. Oberrabbiner beim Papft Rom. Papst Pius XI. hat den Budajpester Oberrabbine» Dr. Simon Hevesl in längerer Privataudienz empfangen.. Inj Lauf der ■ Unterredung wurden Fragen von allgemeinem, und »pe-i zifisch jüdischem Interesse behandelt. Qberrabbnter Dr, Hevesi schilderte dem Paust die b e d r ä n g t c; L a g e einer Anzahl jüdischer Gemeinschaften Mitteleuropas infolge einer mit. der. christlichen Glaubens- und Sittenlehre im. Widersprach Steider) iudenfelndlichen Propaganda. Der Papst bekundete lebhafteil Interesse für die Darlegungen Dr. Hevesis und W auf mannigfachen Beziehungen '.-bin,' die: ihn mit bedeutenden jüdischen Wissenschaftlern .verbinden. Im besonderen erwannte:.;«? sein freundschaftliches Verhältnis zu dem Mailänder' Oberrahbine» Professor Alessandro Fano. Z.um Schluß.,den Audienz sprach Papst Pius XI. den- Wunsch'.au*,'/daß.,den* Frieden beschert sein. möge. ..;''• r'\; .. i:,':'il' u•': I Louis Fiater, der 'Vorsteher der .Synagoge ' Fasanenstraße, feierte fln^ ' iä/ Januar; in l*Mli^^1cflr^U«li«r>: Und.-, geistiger Rüstigkeit seinen achtzigsten^ .Geburtstag. j ''1;"''.'. -C1 .7 %XwtmpM i.f.t }.i';,.;',,i°.liJ.'. 1.1\,• :• ■.',{ -i: ■:' r" BEKANNT HURtH> <miiTmtmtz& •M.'IUU ty'i c;'.v;iaiv/'- ) ,'.": ■•!•. Ii«;' isK 1 I'«! » u r. -i ri v. ni ".!>'j?Jti r> \/

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