Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 339)
- Language
- German
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319 und da kam es zu einer Aeußerung. die seltsamer Weise auch nicht in der Leisesten Beziehung zu dem Gegenstände ihrer Sehnsucht stand. Kaum, daß sich David Brod auf das Zureden seines Gefährten die kurze Zeit gönnte, um unter einem Baume, der an der staubigen Heerstraße stand, die müden Glieder ein wenig rasten zu lasten. Der alte Mann schien, je weiter sie kamen, an Kräften zu wachsen, Müdigkeit war ihm ein inhaltsloser Begriff geworden. Wenn Feiwelmann rasten wollte, fragte er: „Sieht man noch nicht die Thürme?" trotzdem sie noch Meilenweit von der böhmischen Hauptstadt entfernt waren. Die Nacht war angebrochen, als sie den „Brandeiser" großen Wald erreichten. Da sagte Feiwelmann: „David, es wird am Besten sein, wenn wir drin in Brandeis unser Nachtquartier nehmen, du weißt, was in dem finstern Walde seit jeher vorgegangen ist, und was man sich von ihm erzählt. Ich habe auch das Geld bei mir." „Fürchtest Du Dich?" rief der alte Mann. „Ja," sagte der Baß, der im Grunde seiner treuen Seele nur nach einem Vorwände suchte, um seinen Herrn und Meister zur Ruhe zu bestimmen. „Was fragt so ein Räuber und Mörder darnach, was David Brod und sein Baß in Prag Vorhaben?" „So sag' ich Dir, Feiwelmann," rief der Vorbeter in markigen Tönen, „wer auf dem Wege zu seinem Kinde ist, den läßt Gott nicht umkommen. Der Wald wird uns nichts thun. Und dann weißt Du ja auch, was man zu sagen hat?. . ,