Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 292 (sequence 312)
- Language
- German
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292 hindurch ändauern? Ich möchte, wenn ich die Gewalt dazu hätte, anordnen, daß in der Synagoge immer etwas Grünes aus dem Walde oder Blumen zu sehen wären. Ich glaube die Leute möchten dann nicht so sehr schreien, wenn sie beten, und ihren Körper nicht so heftig hin- und herbewegen, als wären sie selbst Bäume, mit denen ein starker Wind unbarmherzig umgeht. Denn was sagt mein Gesangslehrer stets, den mir der Herr Graf gegeben hat: ..Bella/' sagt er, ,.Sie müssen Ihren Oberleib, während dem Sie singen, ruhig halten. Sie dürfen mit Ihren Armen nicht umherwerfen, wie ich es an Ihren Leuten bemerkt habe, wenn sie in der Synagoge sind. Denken Sie sich in die Lage^ daß Sie auf der Bühne sind, und ich befinde mich im Publikum. Was ist meine erste Idee? Das Mädchen mag wohl eine vortreffliche Stimme besitzen, aber ihre Manieren sind aus irgend einer „Gasse" hervorgegangen." So sagt mein Gesangslehrer und ich muß allemal dabei an Feiwelmann den Baß denken, wie der sich beim Gesänge die Hand an die Backe hält, und wie ich Recht gehabt habe, ihm zu sagen, daß sich das nicht schickt. Lieber Feiwelmann Baß^ verzeihe mir, wenn ich Dir damit wehe gethan habe, aber ich kann mir. nicht anders helfen. Es ist nicht schön, seine Backe so zu verunzieren, während man singen soll. Auch muß ich Euch schreiben, daß ich drei verschiedene Lehrer für Sprachen habe, einen, bei dem ich das Italienische lerne, einen, der mir die deutsche Sprachlehre beibringt, denn der Herr Graf hat gleich Anfangs gemeint, mein Deutsch sei kein Deutsch, ich müßte meinen alten „Jargon" abstreifen, der mir noch anhängr, und endlich Einen, bei dem ich declamiren lerne, und welche Geberden man zu machen hat/ wenn man etwas vor Leuten öffentlich singt, was man Mi-