Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 291 (sequence 311)
- Language
- German
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291 Leben könnt' mir das meine Channe, die nun im Grabe liegt, nicht verzeihen!" Da zog Feiwelmann der Baß einen Brief aus seiner Rocktasche hervor. „Man soll nicht sagen. David Brod," meinte er. „ich hatte Dir Deinen Feiertag verdorben. Da sieh her, wer -das geschrieben hat?" „Vom Kind? von Bella?" schrie der Vorbeter. „Warum zeigst Du ihn erst jetzt?" „Ich Hab' heute unsere Laubhütte damit schmücken wollen,., weil sie uns doch fehlt." ..Lies vor. Feiwelmann," rief der Vorbeter, „ich tonnt' ihn ja doch nicht lesen, denn das Sehen verschießt mir/' Und Feiwelmann las vor: ..Herzliebster Vater bis zu hundert Jahren! Guter Feiwelmann Baß! ,,Wenn dieser Brief bei Euch ankommt, da habt Ihr gewiß draußen im Hofe unseres Hauses die Laubhütte wieder aufgerichtet, und Feiwelmann hat gewiß, wie er das grüne Tannenreisig aufs Dach gelegt hat. dabei ausgerufen: Gott, wie gut duftet das. ich werde an meinen Wald in Baiern gemahnt! Darum habe ich es so eingerichtet, daß Ihr diesen Brief gerade heute in die Hände bekommt, und Feiwelmann soll ihn dem Vater vorlesen, damit Ihr beide glaubet, ich sitze unter Euch! Feiwelmann der Baß hat übrigens Recht, unter allen Feiertagen halte ich auch auf das Laubhüttenfest am Meisten. Da ist noch Alles grün und in den Gärten blühen noch schöne Blumen, und in der Synagoge halten die Leute den Lulev und den Eßrog in der Hand. Warum kann so etwas nicht das ganze Jahr 19*