Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 278 (sequence 298)
- Language
- German
- Belongs to
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278 ihn, er selbst sei eigentlich nur der Stellvertreter eines gewissen Feiwelmann, der einmal irgendwo existirt hatte. „Wie ich aus dem Theater getreten Lin, da kann ich wirklich sagen, hat sich die Welt um mich herumgedreht wie ein Trenderl in der Hand eines Knaben. Und dabei ist es mir gewesen, als brause ein gewaltiger Sturm um mich, der mich in die Höhe gerissen hat; ich habe nichts gehört und nichts gesehen, meine Augen haben mich geschmerzt, und drin in der Seele da haben tausend Stimmen durcheinander geschrieen. Erst in später Nacht, nachdem ich mich schlaflos wie ein Kranker stundenlang auf meinem Lager gewälzt habe, ist mit einem Male Ruhe über mich gekommen. Nur wenn es ruhig ist, David Brod, ruhig im Gemüthe, da kann man die Seele mit sich selbst reden hören, da kommen Einem Gedanken, wie von Gott selbst. .. Denn nicht umsonst heißt es in dem Buche der Könige: „Und siehe, der Ewige zog vorüber, und ein Wind, groß und stark, Berge zerreißend und Felsen zertrümmernd vor dem Ewigen — nicht in dem Winde war der Ewige! und nach dem Winde kam ein Erdbeben, aber auch in dem Erdbeben war nicht der Ewige. Und nach dem Erdbeben kam ein Feuer; auch in dem Feuer war nicht der Ewige; aber nach dem Feuer kam ein Ton sanften Säuselns." Und siehst Du, David Brod, solch ein ruhiges Säuseln war auch über mich gekommen; ich habe über den großen Künstler Nachdenken können, der den alten, wahnsinnigen König gespielt hat. Lebendiger Gott! habe ich zu mir gesagt: Warum kann ich das nicht? warum können das die tausend Menschen nicht, die mit mir zugleich im Theater gewesen sind? Warum nicht? Du Narr! habe ich mir selbst geantwortet. Er hat's von Gott, der hat aus ihn einen Strahl seiner Macht und Herrlichkeit niedergelassen, nur einen Strahl, aber genug, daß er