Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 197 (sequence 217)
- Language
- German
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197 der im v. I. zu Brüssel stattgesuttdenen Kunstausstellung hatte sich eine Skulpturarbeit des berühmten belgischen Künstlers Leopold Wiener eines außerordentlichen Beifalles zu erfreuen. Es ist die Bildsäule des Simson, wie er im Begriffe ist, die Stricke, welche seine Hände fesseln, zu zerreißen; auch sehen wir hier mit Befriedigung die ausgezeichneten jüdischen Künstler sich mit Vorliebe jüdischen Sujets zuwenden. Aus Frankreich haben wir gleich wie in den früheren Jahren kaum etwas Anderes als Erfreuliches zu melden. In Algier war der Eintritt eines Juden in den Advocatenstand auf Grund ehemaliger Specialgesetze beanständigt worden; der oberste Cassationshof erklärte jedoch die eingebornen Israeliten als Franzosen, so daß ihrem Eintritt in den Advocatenstand nichts entgegenstehe. Aus Anlaß der Erneuerung der Verträge zwischen Frankreich und der Schweiz hatte Hr. Dietisheim dem Senate eine Petition rücksichtlich der Behandlung der französischen Israeliten in der Schweiz überreicht. Graf Theodor Lesseps, Berichterstatter über diese Petition, hat sich ihr vollkommen angeschlossen, und die Bevorwortung desselben beim Ministerium des Auswärtigen wurde beschlossen. Die Angelegenheit selbst ist noch nicht zum Abschluß gekommen. Der Entwurf zum Budget für 1865 bewilligt dem israelitischen Cultus eine Vermehrung von Fr. 3000. Die früher angefochtene Wahl des Banquiers Jsaac Pereire drang ein zweites Mal durch. Bedarides erlangte die bedeutende Anstellung einer General-Advocatnr am obersten Cassationshofe. Zu Ende des I. 1863 wurde dem kaiserlichen Unterrichtsrathe ein Programm zum Gebrauche für die Curse des gewerblichen Unterrichtes der Prüfung unterbreitet. Man las darin die Phrase: „Die Menschenliebe ist einer der hauptsächlichsten Grundsätze der christlichen Religion."