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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 149

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 149 (sequence 169)
Language
German
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149 Trotzdem jedoch die Juden keine Gemeinde bilden dursten, hatten sie doch gewisse gemeinsame Institutionen, Betlocal und Vorbeter rc. Ein Rabbiner-Stellvertreter, der in rituellen Fragen Bescheid gab, mußte ebenfalls bestellt werden. Es entstand nun die Frage, in welcher Weise diese gemeinsamen Auslagen zu decken wären. 9htf die freiwilligen Gaben allein konnte selbstverständlich nicht gezählt werden, und eine Cultussteuer zu erheben, dazu waren eben die Juden nicht berechtigt. Da war es wieder das Spital, welches die Handhabe bot, sich ein ähnliches Recht zu erwerben. Die Juden petirten nämlich am 4. Sept. 1792, daß es ihnen gestattet werde, zur Erhaltung des Spitals außer dem Fleischkreuzer jährliche Beiträge zu 12, 24 und 36 fl. zu zeichnen, welche Bitte genehmigt wurde. Somit trat die directe Cultussteuer unter dem Titel: „Büchelgeld" ins Leben, welche bis zum Jahre 1848 in dieser Form behoben wurde. (Vergl. meine Geschichte der israel. Cultusgemeinde in Wien S. 40.) *) ~ Nun hatten die Israeliten Wiens Vorsteher, Vertretergenannt, und diese hatten die Mittel, nach Außen und nach Innen zu wirkerr, den Juden eine ehrenhafte Stellung zu erwirken ltnb bereits bestehende gemeinsame Institutionen zu erhalten und solche ins Leben zu rufen. Die ersten Vertreter im Jahre 1793 waren David Wertheim, Salomon Herz und Aron Leidesdorf — daher drei — und ihnen zur Seite standen vier Ausschußmänner. (Erst im Jahre 1801 wurde die Zahl der Vertreter auf fünf festgesetzt.) Alljährlich wurde der Gesammtvorstand neugewählt, und um der Wahrheit zu genügen, müssen wir bemerken, daß die Wahlen nicht ganz ruhig vorgenommen *) Im Jahre 1798 wurde das jetzige isr. Spital erbaut.

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