Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 143 (sequence 163)
- Language
- German
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143 und Zacharias Lewy in ihrem und der übrigen Erben Namen ihren Antheil oder ihr Recht ihrem Oheime, dem genannten Rabbiner Israel Lewy in Ungarisch-Brod. Dieser behielt jedoch das Recht nicht lange, da er keinen Gebrauch davon machen konnte. Er verkaufte es an Samuel Oppenheimers am 28. December 1696. Von dieser Zeit an besaß Sam. Oppenheimer und dessen Nachkommen diese Begräbnißstätte gleichsam derart, daß nicht nur sie daselbst begraben wurden, sondern auch die übrige Judenschaft, wenn Jemand aus derselben starb, wofür jedoch der Familie Oppenheimer eine Taxe für das Begrabniß gezahlt werden mußte. So weit die Daten bezüglich des Gottesackers. Was jedoch das Häuschen betrifft, welches sich neben demselben befand, kümmerte, sich anfänglich nach der Rückkehr der Inden Niemand um dasselbe. Als im Jahre 1713 die Pest in Wien wüthete, erboten sich die Juden, die pestkranken Glaubensgenossen daselbst pflegen zu wollen, welches ihnen von Carl VI. bewilligt wurde, und seit jener Zeit wurde diese Stätte zur Pflege der Kranken bestimmt^). Im Jahre 1727 erbaute die Judenschast ein Haus, wofür sie dem Magistrate eine Abfindung von 300 fl. erlegte. *) Bergt, über diesen meinen Aufsatz: „Zur Geschichte der Juden in Wien" Neuzeit 1864 Nr. 3. **) Da Samuel Oppenheimer schon im Jahre 1703 starb —- 17. Jjar — so ist es natürlich, daß derselbe nicht im Entfern-- testen einen Antbeil an der Gründung des Sp.tals hatte. Nach dem Grundsätze: de mortui« ml nisi verum sehen wir uns genöthigt, diefls herrorzuheben und berichtigen hiermit einen Jrrthum, den wir selbst in unserer Geschichte der Israel. Cultusgemeinde in Wien begangen haben, indem wir früheren Berichterstattern Glauben schenkten. Samuel Oppenheimer bedarf es nicht, daß man ihm Verdienste andichte.