Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 142 (sequence 162)
- Language
- German
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142 acker — als denjenigen Ort, aus welchem das kräftige Wiener Gemeindeleben, wie es jetzt besteht, sich entwickeln sollte. Zur Darstellung dieses Momentes müssen wir wieder auf die Ausweisung der Inden im Jahre 1670 zurückgreisen. Seit der Einwandernng der Juden in Wien nach der Austreibung im I. 1421 war der Gottesacker in der Roßau zur Beerdigung verstorbener Israeliten bestimmt. Bei demselben befand sich ein Haus, welches, wie dies noch heute in manchen jüdischen Gemeinden der Fall ist, zur Ausnahme armer fremder Reisenden und für Kranke bestimmt war und „Hekdeseh"' genannt ward. Die Juden, welche von mancher Seite böswilliger Weise der Habsucht angeklagt wurden, obschon sie selber oft die Opfer der Habsucht waren, sorgten nun, als sie im I. 1670 Wien verlassen mußten, zunächst dafür, daß die Grabstätten ihrer Väter vor Verunglimpfung geschützt werden. Paul Sixt Trautson Gras v. Falkenstein erlegte daher in Folge der Bitte der Juden dem Magistrate 4000 ft., wofür dieser dle Verpflichtung übernahm, daß der Gottesacker, wie er zur Zeit des Abzuges der Juden gewesen, mit einer Planke versehen und nicht verändert werden solle. Von Seite des Magistrates wurde hierauf Balthasar Osterhammer als Wächter des Leichenhofes bestellt. Der Graf v. Falken st ein erhielt dann die oben angeführten 4000 fl. von Koppel Lewy Fränkel*). Dieser hinterließ zwei Söhne David Jsak Sekel Lewy imt> Israel Lewy, Rabbiner in Ungarisch-Brod in Mähren. Nach dem Tode des crsteren überließen dessen drei Söhne: Aron, Jsachar Benjamin *) Vergl. Zur Geschichte der Juden in Wien, von Ludw. Aug. Frankl, wo jedoch mehrere Namen unrichtig angegeben sind und ist statt Brody Ungarisch-Brod zu setzen.