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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 134

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 134 (sequence 154)
Language
German
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134 Während der angeführten drei Zeitperioden hatte Wien Ln mustergiltiges israelitisches Gemeindeleben und die bedeutendsten Männer standen an der Spitze desselben und nahmen den Sitz auf dem Rabbinatsstuhle ein. Wir erinnern nur an die (Cbachme Wina) Weisen Wiens, an R. Jtzchak Or Sorna, der, wenn er auch in Wien nicht gelehrt, was vorläufig nicht entschieden ist, doch in Wien seine Bildung erlangt hat; an Meir B. Baruch, Abr. Klausner k. In späterer Zeit finden wir Sabbatai Scheftel Horwitz, Jomtob Lippmann Heller und Gerson Oulif A schien asi, welcher mit den Exulanten 1670 auswanderte. Es ist nun nicht anzunehmen, daß etwa die Enkel oder Urenkel der ehemals Vertriebenen oder Getödteten wieder nach Wien zogen und das Werk der Voreltern fortsetzten. Die aus allen Richtungen der Windrose neu Ankommenden hatten neuerdings den Boden urbar zu machen und ein jüdisches Gemeindeleben zu schaffen, zu welchem Ansangs alle Bedingungen abgingen. Es war der jüdische Geist, welcher in heilsamer, schöpferischer Weise in späterer wie in früherer Zeit waltete. Am schwersten jedoch erholten sich die Juden nach der letzten Vertreibung im I. 1670, und nur sehr mühsam gelang es ihnen, nach derselben wieder festen Fuß zu fassen, währenddem bei den frühem Austreibungen Juden bald wieder in Wien wohnten. So z. B. finden wir die Juden im I. 1351 als Hausbesitzer in Wien, während sie zwei Jahre zuvor eben waren vertrieben worden. Wir glauben den Grund dieser Erscheinung in folgenden Ursachen zu finden. In früheren Zeiten waren die Judenvertreibungen eine Folge der aufggewühlten Leidenschaften : Glaubensfanatismus, Habsucht rc. Derartige Eruptionen dauern ihrer Natur nach nicht lange. Die Austreibung im I. 1670

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