Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 133 (sequence 153)
- Language
- German
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133 Rest blieb zurück. Zum zweiten Male wurden sie im J. 1421 vertrieben; 110 Juden wurden auf der „Gänseweide" verbrannt, andere ergriffen die Flucht. Ihre Häuser wurden zum Baue der „Bursen", wie anfänglich die Universität genannt wurde, verwendet und in solcher Weise Irugen die Juden materiell, wenn auch nicht geistig, was man ihnen nicht gestattete, zur Errichtung der Universität bei. Die letzte Ausweisung der Juden fand im Jahre 1670 statt * *). Sämmtliche Juden mußten auswandern; ihre Häuser wurden den Bürgern um einen Spottpreis verkauft, um die Gläubiger der Juden zu befriedigen und ihre Hauptsynagoge zu einer Kirche umgewandelt. Unglück abzuwenden, im Jahre 1349 den Zinsfuß herabsetzten. Genannte Urkunde ist jedoch, wie aus dem beigesetzten Datum hervorgeht, vom Jahre 1338. zu welcher Zeit die Juden unangefochten in Wien lebten. (Vergl. hierüber meine Mittheilungen in Steinschnei d er's hebr. Bibliographie, 1860, Ar. 13,. S. 17.) Leider haben spätere Geschichtschreiber Hormayer nachgeschrieben, und auch M. B er mann in seiner populären Geschichte Wiens folgt ihm in diesen! Jrrthume. *) Es wurden die Juden wohl öfters aus Wien ausgewiesen, doch hatten diese Ausweisungen weiter keimn Erfolg. Ich muß auch hier sofort bemerken: es wird erzählt, daß zur Zeit der Ausweisung der Juden im I. 1670 der Jude Marx Schlesinger die Bewilligung erhalten habe, in Wien bleiben zu dürfen. Mehrere Geschichtschreiber theilen dieses Factum mit. Wir glauben jedoch nicht daran. Abgesehen davon, daß in den Ausweisungsdekreten nirgends eine Ausnahme bezeichnet ist. auch' sich kein besonderes Privilegium für genannten Marx Schlesinger vorfindet, so haben zur Zeit, als die Verhandlungen wegen der Wiederaufnahme der Vertriebenen stattgefunden, Juden aus Mähren sich nach Wien begeben, wo sie versteckt im Garten des Hofmarschalls in der Leopoldstadt lebten, um vor Insulten geschützt zu sein, was wohl nicht nothwendig gewesen wäre, wenn ein Jude hier gewohnt hätte.