Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 125 (sequence 145)
- Language
- German
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125 fassen, worin der Stoff nur als Vehikel für Sprache und Styl gebraucht wird. Gegenüber den Karrikaturen, welche nicht selten die modernen Dinge und Anschauungen im Gewände der antiken Sprache oder in einer zusammengeflickten Harlequinsjacke darbieten, gibt cs immer nockeinzelne Schriftsteller, welche in richtiger Erkenntniß des Wesens einer aus dem Leben geschwundenen Sprache, die nur eine beschränkte Fortbildungsfähigkeit besitzt, in der Wahl ihrer Gegenstände zurückhaltender und darum auch in der des Ausdruckes um so glücklicher sind. Andere besitzen zwar die Gabe der Sprache, aber nicht die der Erfindung, sie greifen daher zu fertigen Büchern oder Fragmenten, und übersetzen; wobei es freilich wieder auf eine angemessene Wahl ankommt. Bon den zu nennenden Schriften kenne ich nur einige aus eigener Anschauung, und die in Journalen und Sammelschristen (namentlich in Sterns Kochbe Jizchak) verstreuten Stylmuster und Stylübungen zu sondern überlassen wir Andern. Eine Auswahl aus Schillers Gedichten (Et ha- Semir) übertrug „in metrisch gereimten Nythmen" (so auf dem Titel!) S. Rabener in Czernowitz; der ehemalige Rabbiner D. Ehrmann wußte nichts Geeigneteres, als die Kindesmörderin auf hebräischen Boden zu verpflanzen. Angemessener sind Fabeln und Parabeln des Russen K r y l o w von M. D. R e i ch e r s s o h n in Wilna bearbeitet, und mit einigen guten (zwar nicht durchaus originellen) Bemerkungen über die Fabelliteratur eingeleitet (Tikkun Meschalim); über D. Löwenthal's Auswahl von Parabeln aus Herder, Kcummacher und Gunsburg Kebod ha-Lebanon) kann ich nichts Näheres angeben, ebenso über den nach Rauch von Js. Rum sch in Rußland