Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 81 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
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81 werthvolles Geschmeide in vollem Glanze zu erstrahlen. Poetische Gemüther, namentlich unserer Zeit, haben es verstanden,. die Goldkörner auszuweisen, die in unseren Nationalwerken verborgen liegen; wir erinnern an Sachs, Veith, L. A. Frankl. Zum Verständniß des Sprichwortes: 3) „Aus des Waldes eigner Mitte kömmt über ihn die Axt" verweisen wir auf „Sachs' Stimmen vom Jordan und Euphrat." Das Sprichwörtliche : auch wir sind Holz, ist die Spitze folgender Parabel, deren Sinn ist, daß kleines Verdienst sich mehr als großes spreizt: Alle Holzgattungen geben beim Brennen keinen Ton von sich, mit Ausnahme der Dornen, die laut ausknisternd sagen: Auch wir sind Holz. Schon Herder war feinsühlig genug, manches Schöne hervorzuheben; sei es uns gestattet, zum Schlüsse aus seiner Blumenlese morgenländischer Dichter folgende Parabel zu reproduciren. Sonne und Mond. Tochter der Schönheit, hüte vor Neid dich! Der Neid hat Engel vom Himmel gestürzt; er hat die holde Gestalt der Nacht, den schönen Mond verdunkelt. Vom Rath des Ewigen ging die schaffende Stimme aus : „Zwei Lichter sollen am Firmamente glänzen, als Könige der Erde, Entscheider der rollenden Zeit." Er sprach's; es ward. Auf ging die Sonne, das erste Licht. Wie ern Bräutigam am Morgen aus seiner Kammer tritt, wie der Held sich freuet auf seine Siegesbahn: so stand sie 3) Synhedrin 39.