Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 85)
- Language
- German
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65 auch der Lohn dem Verdienste folgt, der Tüchtigkeit und Anstrengung Anerkennung, wie cs im Sprichwort heißt: d) Wer sich zum Gratulirsonnabend als theilnehmender Freund erwiesen, kommt auch zur Hochzeit; so ist es nicht minder selten, daß dem Einen geschmälert wird, was ihm zukommt, daß dem Einen die Ehre, dem Andern die Arbeit l0) Sie essen, und wir sollen den Segen sprechen; oder Die Knappen schlagen die Schlacht, Und dem Herrn der Lorbeer lacht. Doch2) kömmt Gott nicht mit Tyrannei über seine Kinder; er will ihr Beten, darum: Bis zum letzten Schaufelwurf, wann das Schwert am Halse, bete zu Gott. Gottvertrauen lehrt den wahren Werth des äußeren Lebens und läßt uns des Wechsels und der Hinfälligkeit der menschlichen Dinge eingedenk bleiben. Wir finden hier nicht die leichtfertige Auffassung, wie sie etwa im römischen Wort sich ausspricht: Mimus est vita, ein Possenspiel ist unser Leben; aber ein anderes erinnert uns an die aus der Kugel stehende Fortuna: 4) Ein Nad kreiset in der Welt; oder: 5) Die Welt gleicht dem Nade mit den Eimern, der leere wird voll, der volle leer. 6) der Herr des Hauses seine Waffen aufgehängt, hängt der einfältige Hirt nachher seine Tasche auf. Ja, das Unglück ist häufiger als das Glück; denn:?) Sagt man Dir, Dein Freund ist gestorben, so glaub's, er ist reich geworden, so glaubt nicht. Ein Unglück kömmt selten - % 9) Jalkut zu Levit. 26. — 10) Berachot 48. — *) Nasir 68. — 2) Avodali sarali 3. — 3) Berachoth 8, 10. — 4) Sabbath 151. — 5) Jalkut 665. — °) Synbedrin 103.-- 7) Gittin30. 5