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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1865-01-01 · Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865) · p. Seite 50

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
Date
1865-01-01
Page
Seite 50 (sequence 70)
Language
German
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50 «leidliche Notwendigkeit und Raub gegen sich selbst betrachten. In dieser Wüste der Lieblosigkeit entzieht sich ein unverdorbene- Gemüth nicht leicht dem lieblichen erfrischenden Quell der Menschenfreundlichkeit, die, im Gesetz vorgeschrieben, also an unser Ohr tönt: „Man reiche dem Armen mit freundlicher Miene die Gabe, so er begehret. freudigen und guten Herzens, man trauere mit dem Betrübten in seinem Schmerze und tröste ihn, denn finstere- Gesicht beim Geben hebt da- Verdienst der Gabe aufl" „Und kannst du de- Armen Bitten nicht erfüllen, so schreie ihn nicht an, sondern thue ihm durch friedliche Worte deine Betrübniß kund, ihm nicht helfen zu können." Und hieran schließen wir den sinnigen, keiner Erläuterung und keiner Begründung begehrenden alten Ausspruch: „Wer dem Armen eine Gabe reicht, erfreut sich sechsfachen Segens, wer aber die Gabe freundlich reicht, noch einmal so viel." Und gilt dievon privater Wohlthatigkeit, wie viel mehr erst von jenen Männern, denen das erhebende Amt geworden, die Vermittler zwischen Reich und Arm, zwischen Geber und Empfänger zu sein; ihnen wird ganz besonderem freundliches, rücksichtsvolles Benehmen gegen Arme und Bedürftige zur Pflicht gemacht, daß sie Niemanden, der sie um eine Gabe anspricht, beschämen oder durch lieblose Rede kränken. Und hierin sollen sie sich weder durch ein ungeziemendes Betragen und ungebührliches Fordern, noch durch üble Nachrede und Verläumdung beirren lassen. Als einst R. Akiba, eben so sehr durch Rang und Gelehrsamkeit, als durch Reichthum hervorragend, das Amt eines Armenpflegers übernehmen sollte. erklärte er, es nur deßhalb annehmen zu wollen, weil ihm Gelegenheit geboten sei, im angemessenen Betragen

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