Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 51 (sequence 71)
- Language
- German
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51 den Armen gegenüber, durch Selbstbeherrschung und Selbstverläugnung dieses Amtes sich würdig zu zeigen. Dies sind die Bestimmungen über die eigentliche Armenpflege im Judenthum. Eine Anzahl wohlthätiger Werke, die noch unter diesen Begriff (Zdaka) fallen, liegen der Aufgabe, die wir uns gestellt, fern, und wir können, sie hier nur nennen. Es sind dies: Krankenpflege. Leichenbegleitung, Leichenbestattung und Trostzuspruch Leidtragender einerseits, wie Ausstatten armer Bräute, Auslösen jüdischer Gefangenen und Gastfreundschaft andererseits. Wir haben uns hier darauf beschrankt, uns Gegebenes zu referiren und liegt uns jede Kritik der Armenverhaltnisse und Armenversorgung im heutigen Judenthum fern. Aber wünschenswerth und dem Geiste einer jüdischen Armenpflege entsprechend würden wir es erachten, wenn die vorzüglichsten Bestimmungen und Gesetze, die wir hier nur im Allgemeinen geben konnten, auch in ihren Einzelheiten einer größeren Popularität und Bekanntschaft sich erfreuten, als es der Fall ist. In jeder jüdischen Armenverwaltung sollten sie Jedem zugänglich aushängen als Maß und Richtschnur in gleicher Weise für Almosengeber, Almosenempsänger und Armenpfleger. Es sei mir zum Schluffe gestattet den Namen eines Mannes nennen zu dürfen, der die hochherzigen, menschenfreundlichen Worte, die seinem beredten Munde entströmten, auch im eigenen Leben zur liebreichen, helfenden That gestaltet hat. Ich meine den dahingeschiedenen Dr. Michael Sachs. In seinen „Stimmen vom Jordan und Euphrat" legt er den Geist der jüdischen Armenpflege in folgenden Worten nieder: 4'