Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 26)
- Language
- German
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6 gezeitigt, obwohl damals eben das israelitische Volk anfing der Zankapfel der Großmächte Egypten und Assyrien zu werden und von Heiden bedrängt und tyrannisirt wurde. „Einst wird Israel als drittes im Bunde mit Egypten und Assyrien Segen auf der Erde werden; denn Gott wird sprechen: „Gesegnet mein Volk Egppten, mein Händewerk Assyrien mein Erbe Israel." Welche Geistesgröße gehörte dazu, damals inmitten der allgemeinen Barbarei, als die Begriffe Humanität, Brüderlichkeit, Civilisation, nicht einmal dem Namen nach bekannt waren, diesen Gedanken zu fassen und ihn so als selbstverständlich hinzustellen! Denselben universellen messianischen Gedanken sprach auch der zeitgenössische Prophet Zacharias b. Barachja aus, nur schwerfällig und nicht mit Jesaianischem poetischen Schwung und Liebreiz. „Im Lande Hadrach und Damaskus wird Gottes Stätte sein, denn er hat das Auge auf die Menschen gerichtet wie auf alle Stämme Israels. Asdod's Bluibeute werde ich seinem Munde entreißen und seine Gräuelbilder aus seinen Zähnen, und es wird auch unferm Gotte verbleiben und wird eben so wichtig wie Aluf (eine Stadt) in Juda und Ekron wird gleich Jebusi (so heilig wie Jerusalem) sein." Wenn man das Judenthum früherer Zeit oder das alte Jsraelitenthum des nationalen Partikularismus anklagt, so thut man ihm schreiendes Unrecht. Das so trocken hingestellte tief humane pentateuchische Gesetz: Der Fremde unter euch sei dem Eingebornen gleich, diesen Grundgedanken, welchen weder das klasfische Heidenthum kannte, noch das Mittelalter beherzigte und den die neuere Staatenordnung nicht überall praktisch übt, die Propheten dieser Zeit haben dessen Erfüllung als Verheißung für die messtanische Zeit ausgesprochen. Die letzten Propheten, welche den völligen Untergang