Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, elfter Jahrgang 5625 (1864/65) (1865)
- Date
- 1865-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 25)
- Language
- German
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5 mehr durchziehen, eine Quelle wird vom Tempel ausgehen und selbst die Wüste Schillim befruchten." Die Propheten zur Zeit Chiskijas machen einen Fortschritt in dieser messianischen Ausmalung der Zukunft. Sie beschränken die Messiasverkündigung nicht auf das Volk Israel allein, sondern lassen alle Völker, selbst die den Israeliten so giftig-feindlichen Nachbarvölker Id um ä er, PH liste r, Aram ä er, derselben theilhaftig werden. Sie faßten überhaupt diese messianische Zeit idealer und lauterer auf. Es kann nicht zweifelhaft sein, daß für die gleichlautende herrliche Schilderung der zwei Propheten Jesaias und Micha: „Am Ende der Tage wird der Berg des Herrn alle Berge überragen, und alle Völker werden ihm zuwallen; sie werden einander auffordern: Kommet, lasset uns ziehen zum Tempel des Gottes Jakob, daß er uns belehre und wir in seinen Pfaden wandeln mögen; denn von Zion wird Belehrung ausgehen und das Wort Gottes von Jerusalem; sie werden ihre Schwerter in Pflugschaaren verwandeln und ihre Speere in Winzermesser; ein Volk wird gegen das andere nicht mehr Krieg erheben, und überhaupt nicht mehr Kriegsübung haben" — ich sage, es kann nicht zweifelhaft sein, daß für diese unvergleichlich herrliche Schilderung von dem ewigen Frieden unter den Menschen, wenn von Israels Lehre geleitet, dem großen Propheten Jesaias die Priorität gebührt. Bei dem jüngeren Propheten Micha aus Marsa klingt der Gedanke wie erborgt und steht vereinzelt da, während er bei jenem in anderen Wendungen öfter wiederkehrt. Diese großen Gedanken des Universalismus der Gottzugehörigkeit aller Völker und der Brüderlichst aller Menschen untereinander, ist die schöne Frucht des Judenthums! die Propheten der Ehiskajanischen Zeit haben sie