Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 267 (sequence 291)
- Language
- German
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267! der Mutter zurückzukaufen, da haben wir hervortreten wollen; und sagen: Seht, das kann Zender und sein Bruder Josel."! Er mußte wieder einhalien; seine Stimme war zu leisem Weinen herabgesunken. - „Die Ersparnisse meines Bruders habe ich in Aufbej Wahrung gehabt; kein Mensch und kein Buch hat darum! gewußt, nur seine Thüre . . . Daraus Hab er meine Schuld! an ihn mit Kreide ausgeschrieben. Du weißt, wie es ihm,! zur Buße gesagt, ergangen ist. Mit zerschmetterten Gliedern, j aber noch lebend, haben sie ihn nach Hause gebracht, den! guten, treuen Bruder" ... j Seine Augen irrten in diesem Augenblicke angstvoll in! der Stube umher; er war an den Wendepunkt seines j schweren Bekenntnisses gelangt. j „Chaje", rief er angstvoll und bedeckte wieder sein j Antlitz, „noch heute weiß ich nicht, wie die schwarze Stunde j über mich Herr geworden ist. Aber wie ich so da gesessen bin am Krankenlager Josels. da ist mir der Gedanke vor j und nachgekrochen, wie ein böses Gewürm: Josel hat sechshundert Gulden bei dir. gerade so viel, als die Betstätte der guten Mutter kosten möchte! Kein Mensch weiß um das Geld als die weiße Kreide auf der stummen Thür. Der Gedanke ist von mir nicht mehr gewichen; von Minute zu Minute ist er j in mir gewachsen; er hat meine ganze Seele ausgefüllt, j daß nichts mehr Platz darin gefunden hat. Und einmal, wie mein armer Bruder im Schlafe da gelegen ist, gegen die Wand gekehrt, da bin ich hingegangen zur Thüre und habe; meine Schuld ausgelöscht . . . „Wein' dich erst aus", sagte die alte Frau, „und red' erst, wenn es dir möglich ist." „Nein! Laß mich nur weiter reden. Als du zu mir ge-