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Kalender und Jahrbuch für Israeliten · 1864-01-01 · Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864) · p. Seite 239

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Journal
Kalender und Jahrbuch für Israeliten
Volume
Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
Date
1864-01-01
Page
Seite 239 (sequence 263)
Language
German
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239 chen," meinte sie, . „und er war damals gerade .so bei Vernunft wie ich und. du. Es muß etwas Besonderes mit dex Thür Zusammenhängen, .und das wird aus. meinem Kopse nicht herausgehen, als bis ich es gefunden habe." „Laß.das gut sein," Chaje. sagte Zender mit demselben traurigen Lächeln um, die dünnen Lippen. „Du hast meinen Bruder Josel nicht so gekannt wie. ich. Er hat immer einen schwachen Kops gehabt, und da darf es dich nicht Wunder nehmen, daß er wenige Minuten vor dem Tode nicht stärker geworden ist. Mit der Thür magst du Recht haben, aber was wird es gewesen sein? Er hat sich vielleicht die zwei „Jahrzeiten"*) von.Vater und Mutter.ausgeschrieben gehabt,, um sie nicht zu vergessen, und wie der Todesengel an sein Bett getreten ist, da mag er an die Thür, gedacht haben, aber, auf Schnlden hat er in diesem Augenblicke nicht seine. Gedanken gerichtet. Sein Kopf ist dafür zu schwach gewesen." Es überkommt die Seele zuweilen' ein ahnungsvolles Schauen und Empfindens das wie der Blitz niederfährt, und gleich diesem wieder in das nächtige Dunkel zurückfährt/ Während Zender so sprach, war es für die alte Annehmerin, als ginge sie in lauter Licht, alle Wege waren aufgehelli und auch nicht der kleinste Punkt in dem wirren Gedankenleben, das sie seit dem seltsamen Vermächtnisse Josels führte, blieb ohne Beleuchtung. Jetzt wußte sie, was sie wissen wollte , jetzt war es ihr klar geworden, warum der Sterbende sich so 'entsetzensvoll an die . . Thüre geklammert hatte. Da stand er vor ihr, der das Unrecht an einem Bruder und dessen Kinde begangen, da stand er vor ihr, der „den Namen Gottes" entweiht und entheiligt hatte. . . . *) Die Todestage der Eltern und Verwandten.

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