Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Journal
- Kalender und Jahrbuch für Israeliten
- Volume
- Neue Folge, zehnter Jahrgang 5624 (1863-1864) (1864)
- Date
- 1864-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 215)
- Language
- German
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191 Unabhängigkeit und Entschiedenheit seines Characters der ganze Mann, wie er leibte und lebte, trat gleich in dieser ersten Schrift zu Tage, die insofern epochemachend war, als sie fortan jeden politischen Mann nöthigte, eine bestimmte Stellung zur Frage einzunehmen; denn keine Ausrede, hinter die sich wohl sonst die Begriffsverwirrung, die Leichtfertigkeit, oder der böse Wille geflüchtet hatte, hielt vor dieser Auffassung Stand, der die bürgerliche Gleichstellung der Juden nicht ein für sich abgeschloffenes Gebiet, ein Tummelplatz für juridische, theologische, oder volkswirtschaftliche Balgereien. der sie vielmehr ein Symptom, und zwar ein höchst lehrreiches und beachtenswertes, für die staatlichen Gesammtzustände des Vaterlandes war. Es gab damals eine Richtung, die sich für besonders deutsch hielt, ja, die ihrem Freisinn keinen Eintrag zu thun glaubte, wenn sie die Juden unterdrückte; den Zusammenhang der Frage mit allen übrigen Zwecken der liberalen Partei wies Messer nnwiderstehlich nach. Mit einer Geduld und Umsicht, die man dem feurigen jungen Mann hoch anrechnen darf, mustert er die Ansichten der Gegner und entkräftet sie, indem er ihre Fehlschlüsse aufdeckt, indem er die Unhaltbarkeit der geschichtlichen und staatsrechtlichen Grundlagen nachweist, auf denen sie beruhen, in jede Falte des Trugs und der Hinterlist dringt er mit schneidiger Logik ein, die gefährlichsten Schlupfwinkel umstellt er mit seinen siegreichen Gegengründen, bis es ihm gelingt, den Feind aus denselben hervorzulocken und auf offenem Felde seiner Herr zu werden. Die edle Form seiner Darstellung, die mehr den gebildeten Weltmann als den Gelehrten vermuthen läßt verstärkte das Gewicht seiner Gründe und war ganz dazu angethan, ihm und seiner Sache die achtungsvolle asJ